© Foto by OnlineReports.ch
"Anlage, Sicherheit, Ertrag": Damaliger ASE-Sitz in Frick

ASE-Anlage-Skandal: Anklage gegen drei Akteure

Die Fricktaler Investment-Gesellschaft soll Anleger um 170 Millionen Franken gebracht haben / Prozess im Herbst


Von Peter Knechtli


Im Skandal um die ASE Investment AG, in den auch die Basler Kantonalbank (BKB) verwickelt ist, hat die Aargauer Staatsanwaltschaft gegen drei Exponenten der verdächtigten Betrugsfirma am Bezirksgericht Laufenburg Anklage erhoben. Der Umfang der Verluste ist deutlich grösser als bisher angenommen.


Wie die Aargauer Staatsanwaltschaft heute Montagmorgen bekanntgab, betrifft die Anklage Martin Schlegel, den früheren ASE-Geschäftsführer (gewerbsmässiger Betrug, qualifizierte ungetreue Geschäftsbesorgung und mehrfache Urkundenfälschung), sodann den damaligen ASE-Präsidenten Simon Müller (qualifizierte ungetreue Geschäftsbesorgung und Misswirtschaft) sowie den ehemaligen ASE-Kundenbetreuer der Basler Kantonalbank in der – inzwischen geschlossenen – Zürcher Private Banking-Filiale wegen Gehilfenschaft zu gewerbsmässigem Betrug.

2'500 Geschädigte, 170 Millionen Deliktsumme

Wie sich jetzt zeigt, hat die Affäre um die schräge Firma mit damaligem operativem Sitz in Frick AG und Steuersitz in Engelberg OW einen weit grösseren Umfang als bisher angenommen. Die Staatsanwaltschaft geht nach über vierjährigen Ermittlungen von rund 2'500 Geschädigten aus, von denen sich 639 als Privatkläger am Strafverfahren konstituiert haben. Ursprünglich war die Rede von 500 Geschädigten. Die Staatsanwaltschaft geht von einer Deliktsumme von rund 170 Millionen Franken aus. Die Akten haben einen Umfang von 448 Bundesordnern. Die Anklageschrift hat einen Umfang vom 192 Seiten.

Wie es in einer Medienmitteilung heisst, ist ex-Geschäftsführer Schlegel "weitgehend geständig" und gegenüber den Ermittlern "grössenteils kooperativ". Er ist seit seiner Verhaftung ununterbrochen in Haft und hat im Februar 2015 den vorzeitigen Strafvollzug angetreten. Sowohl ex-Präsident Müller wie der BKB-Kundenbetreuer wiesen jedoch "jegliche Schuld von sich", wie es in einem Communiqué heisst.

Für die rechtliche Beurteilung des Skandals ist in erster Instanz das Bezirksgericht Laufenburg zuständig. Dabei dürfte es vor allem auch um die Frage gehen, wie weit den früheren ASE-Präsidenten und den BKB-Kundenbetreuer eine Schuld trifft. Der Prozess wird vermutlich im November stattfinden.

Fiktive Gewinne mit Anlagegeldern gestopft

Die ASE – pikanterweise ein Kürzel für "Anlage, Sicherheit, Ertrag" – war eine externe Vermögensverwalterin, die ihren Kunden Devisenhandel in unterschiedlichen Produkten mit Traumrediten von gegen 20 Prozent angeboten hatte. Bei ihrer speziellen Art der Vermögensverwaltung muss sich die ASE "massive Unregelmässigkeiten" vorwerfen lassen.

Dem Hauptbeschuldigten Schlegel wird insbesondere vorgeworfen, dass er die seit mindestens Januar 2006 erlittenen Verluste verheimlicht und stattdessen den Anlegern fiktive Gewinne ihrer Investitionen vorgetäuscht hat. Dabei habe er "nach Bedarf Löcher in den unterschiedlichen Anlageprodukten gestopft, wobei er auf sämtliche Mittel zurückgriff, denen er im Namen der ASE habhaft werden konnte" (so die Staatsanwaltschaft). Im Mittelpunkt steht der Vorwurf, durch die Vermischung von Kunden- und Anlagegeldern ein einziges riesiges Schneeballsystem betrieben zu haben.

Juni 2012: Konkurseröffnung

Im April 2012 wurde aufgrund einer Strafanzeige der Basler Kantonalbank und mehrerer Privatpersonen gegen die damaligen Organe der ASE ein Strafverfahren eröffnet. Hintergrund des damals entstandenen Tatverdachts waren Bankauszüge, die gegenüber den Kunden falsche Guthaben auswiesen. Im Juni 2012 wurde über die ASE der Konkurs eröffnet und im Januar 2014 die Tätigkeit mangels Aktiven eingestellt.

OnlineReports hat im April 2012 als erstes Medium über den Fall berichtet.

18. Juli 2016

Weiterführende Links:


 Ihre Meinung zu diesem Artikel
(Mails ohne kompletten Absender werden nicht bearbeitet)

www.onlinereports.ch - Das unabhängige News-Portal der Nordwestschweiz

© Das Copyright sämtlicher auf dem Portal www.onlinereports.ch enthaltenen multimedialer Inhalte (Text, Bild, Audio, Video) liegt bei der OnlineReports GmbH sowie bei den Autorinnen und Autoren. Alle Rechte vorbehalten. Nachdruck und Veröffentlichungen jeder Art nur gegen Honorar und mit schriftlichem Einverständnis der Redaktion von OnlineReports.ch.

Die Redaktion bedingt hiermit jegliche Verantwortung und Haftung für Werbe-Banner oder andere Beiträge von Dritten oder einzelnen Autoren ab, die eigene Beiträge, wenn auch mit Zustimmung der Redaktion, auf der Plattform von OnlineReports publizieren. OnlineReports bemüht sich nach bestem Wissen und Gewissen darum, Urheber- und andere Rechte von Dritten durch ihre Publikationen nicht zu verletzen. Wer dennoch eine Verletzung derartiger Rechte auf OnlineReports feststellt, wird gebeten, die Redaktion umgehend zu informieren, damit die beanstandeten Inhalte unverzüglich entfernt werden können.

Auf dieser Website gibt es Links zu Websites Dritter. Sobald Sie diese anklicken, verlassen Sie unseren Einflussbereich. Für fremde Websites, zu welchen von dieser Website aus ein Link besteht, übernimmt OnlineReports keine inhaltliche oder rechtliche Verantwortung. Dasselbe gilt für Websites Dritter, die auf OnlineReports verlinken.

fileadmin/templates/pics/gelesen.gif
"Schmierenkampagne" (durch Trump-Anwalt Giuliani angezettelt)

Basler Zeitung
vom 16. November 2019
über die Anhörung von
Marie Yvanovitch,
der früheren US-Boschafterin
in der Ukraine
fileadmin/templates/pics/gelesen.gif

Falschübersetzung des englischen Begriffs "smear campaign", was nicht "Schmierenkampagne", sondern "Verleumdungskampagne" heisst.

RückSpiegel


Telebasel und die BZ nahmen die OnlineReports-News über die technisch bedingte Umkehr einer "Austrian Airlines"-Maschine nach Wien auf

Die Basler Zeitung und die BZ nahmen die OnlineReports-Nachricht zum Tod des Konjunkturforschers Christoph Koellreuter auf.

20 minuten online, Blick, nau.ch, das SRF-Regionaljournal und Telebasel nahmen den OnlineReports-Primeur über den Unfalltod des Basler Umweltschützers Martin Vosseler auf.

nau.ch schrieb die OnlineReports-Recherche über den FDP-Wahlversand an Basler Neu- und Jungwähler zu einem eigenen Artikel um und verwertete auch die OnlineReports-Illustration dazu.

In der Besprechung des Films "Bruno Manser – Stimme des Regenwalds" nahm die BZ auf eine OnlineReports-Recherche Bezug.

Die BZ nahm den OnlineReports-Primeur über eine Rückzahlung der wegen Veruntreuung angeklagten ex-Kassierin der katholischen Kirchgemeinde Grellingen auf.

Die Basler Zeitung greift in ihrem Bericht über die E-Trottinett-Anarchie auf ein OnlineReports-Interview zurück.

In ihrem Bericht über die Hühnerhaltung auf einem Basler Mehrfamiienhaus nimmt die BZ Bezug auf eine frühere Recherche von OnlineReports.

Die BZ bezog sich in ihrer Recherche über die Abgänge von Kaderärzten am Kantonsspital Baselland auf einen Bericht in OnlineReports.

Die BZ berief sich in einem Bericht über die Massenkündigungen am Schorenweg auf eine OnlineReports-News.

Die Schweiz am Wochenende und die Basler Zeitung haben die OnlineReports-News über den Bombenalarm am EuroAirport aufgenommen.

Das SRF-Regionaljournal, Telebasel, die Schweiz am Wochenende und Prime News haben den OnlineReports-Primeur über die Schliessung des Basler Kinos "Rex" nachgezogen.

In ihrem Bericht über den Gelterkinder Antennenposter-Streit bezog sich die Basler Zeitung auf OnlineReports.

Die BZ nahm die OnlineReports-News über den Rücktritt der Basler Unispital-Verwaltungsrätin Irmtraut Gürkan aus dem Vorstand des Universitäts-Klinikums Heidelberg auf.

Weitere RückSpiegel

In einem Satz


Der Basler Bürgerrat hat eine spürbare Senkung der Einbürgerungsgebühren beschlossen, von der sowohl ausländische als auch Schweizer Bewerbende profitieren.

Die Verlängerung der BVB-Tramlinie 3 nach Saint-Louis kostete rund 84 statt 93,7 Millionen Franken und ist somit um fast zehn Millionen Franken günstiger als geplant.

Die Baselbieter Regierung beantragt dem Landrat, dem Staatspersonal per 1. Januar 2020 einen Teuerungsausgleich von 0,5 Prozent auszurichten.

Die Forscherin Michaela Kneissel nimmt anstelle des Ende Jahr ausscheidenden Ulrich Vischer Einsitz im Universitätsrat der Universität Basel.

Nach dem Rücktritt der neuen Basler Regierungsrätin Tanja Soland aus dem Grossen Rat rückt die ehemalige Juso-Präsidentin Jessica Brandenburger ab 1. Dezember ins Parlament nach.

Die ausserordentliche Mitgliederversammlung des Jungen Grünen Bündnisses Nordwest vom 3. November 2019 wählte als Nachfolger von Dominik Beeler Simon Fankhauser in das Co-Präsidium.

Zu sieben Fällen von Sachbeschädigungen an Autos kam es in der Nacht von Freitag auf Samstag, 2. November, in der Umgebung der Tramhaltestelle "Vogesenstrasse" in Reinach.

Der Gemeinderat von Riehen erwartet für die Planperiode 2020 bis 2023 jährliche Defizite von 1,3 bis 2,5 Millionen Franken.

Susanne Wäfler-Müller (42) wird ab dem 1. Mai 2020 die Führung der Kantonsbibliothek Baselland übernehmen und auf Gerhard Matter folgen, der im Frühjahr in den Ruhestand gehen wird.

Zu Beginn des Schuljahrs 2021/22 wird Informatik als obligatorisches Fach in allen Baselbieter Gymnasien eingeführt.

Die SP Baselland empfahl an ihrer Delegiertenversammlung vom 22. Oktober, im zweiten Ständerats-Wahlgang die grüne Maya Graf zu wählen.

Die Grünen Liestal und Umgebung haben Marie-Theres Beeler an der Mitgliederversammlung vom 22. Oktober für die Legislatur 2020-2024 für den Stadtrat nominiert.

Am 9. August 2019 hat Eva Meuli dem Landrat ihren Rücktritt als Präsidentin der Abteilung Sozialversicherungs-Recht des Kantonsgerichts Basel-Landschaft per 31. März 2020 erklärt.

Am 14. Oktober, lediglich drei Wochen nach Ausschreibung der Publikumsöffnung der ADEV Ökowärme AG, waren alle 3000 neu ausgegebenen Namenaktien gezeichnet.

Die Universität Basel richtet am 1. Februar 2020 mit dem Biologen Carsten Gründemann eine Stiftungsprofessur für translationale Komplementärmedizin ein.

Wechsel in der Geschäftsführung der Suchthilfe Region Basel: Barbara Held übernimmt die Leitung per Januar 2020, nachdem Walter Meury – ein Pionier in der Suchtarbeit – Ende Jahr in den Ruhestand geht.

Der Basler Regierungsrat Hans-Peter Wessels, Riehens Gemeindepräsident Hansjörg Wilde und Gemeinderat Daniel Hettich haben die erneuerte Lörracherstrasse in Riehen feierlich eingeweiht.

Veronica Schaller
, frühere Basler Sanitätsdirektorin und zuletzt Kulturbeauftragte der Stadt Bern, wurde zur neuen Präsidentin von "Curaviva Basel-Stadt", dem Verband der Basler Alterspflegeheime, gewählt.

Designierte Verwaltungsratspräsidentin der Schweizerischen Rheinhäfen ist Martina Gmür, Petra Mösching wird Mitglied des Verwaltungsrats.

Der Verein Region Oberbaselbiet wählte den aus dem Fricktal stammenden Gerry Thönen, der die Oberbaselbieter Gemeinden bis zur Gründung des Regionalvereins betreute, zum Geschäftsführer.

Anlässlich der Feierlichkeiten zum 70-Jahr Jubiläum der diplomatischen Beziehungen zwischen der Schweiz und Israel organisiert die Schweizer Botschaft in Israel im September diverse Anlässe mit Bezug zu Basel.

Die Parteileitung des CVP-Wahlkreises Liestal hat einstimmig beschlossen, Elisabeth Augstburger für die Ständeratswahlen vom 20. Oktober zu unterstützen.

Schweizerische Rheinhäfen: Benedikt Weibel hat seinen Rücktritt als Verwaltungsrats-Präsident per 31. Dezember 2019 bekannt gegeben; Martin Dätwyler, Direktor der Handelskammer beider Basel, trat per 30. Juni zurück.