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"Solidaritäts-Versicherung": Basler Nationalrat Christoph Eymann

Geben für das grosse Beben

Basler Nationalrat Christoph Eymann fordert Schweizer Erdbeben-Versicherung


Von Peter Knechtli


In der Schweiz soll eine für alle Hauseigentümer obligatorische Erdbebenversicherung eingeführt werden. Dies verlangt der liberale Basler Nationalrat Christoph Eymann in einer soeben eingereichten Motion.


Am stärksten gefährderte Gebiete neben der Region Basel sind die Zentralschweiz, Graubünden und das Wallis. Eymann schwebt eine gesetzlich obligatorische Erdbebenversicherung aller Schweizer Hauseigentümer vor. Die Jahresprämie soll so unter hundert Franken betragen.

Leistungen für Erdbebenschäden bisher freiwillig

Bisher kennt die Schweiz keine eigentliche Erdbebenversicherung. Insgesamt stehen den Kantonen aber knapp eine Milliarde Franken für freiwilligen Beiträge an Schäden zur Verfügung. In 18 Kantonen mit einem Pool von 400 Millionen Franken ist die staatliche Gebäudeversicherung zuständig, sieben Kantone (OW, UR, SZ, AI, TI, VS, GE) hüten in ihrer privatwirtschaftlich betriebenen Interessengemeinschaft 200 Millionen. Der Kanton Zürich verfügt über eine eigene Erdbebendeckung in Höhe von rund 230 Millionen Franken.

Nach Meinung Eymanns wurden Risiko und Folgen eines starken Erdbebens in der Schweiz bisher unterschätzt: "Für viele Private und Unternehmen würden grosse Erdbebenschäden die Bedrohung der wirtschaftlichen Existenz bedeuten."

Erdbeben von 1356 würde heute gegen acht Milliarden kosten

Die Schweizer Rück hat ausgerechnet, dass ein Erdbeben von der Stärke, die 1356 die Stadt Basel in Schutt und Asche legte, allein im Halbkanton am Rheinknie Schäden in Höhe von fünf bis acht Milliarden Franken zur Folge hätte. Gesamtschweizerisch rechnet die Rück alle 500 Jahre mit einem Beben, das an Gebäuden und Inhalten 40 Milliarden anrichten würde.

Der gesamtschweizerische Beben-Fonds soll mit mehr als zehn Millionen Franken gespeist und ein kleiner Teil davon zur Verstärkung von Gebäudeteilen verwendet werden. Am Donnerstag hat der Nationalrat schon eine Motion des ehemaligen Walliser CVP-Nationalrats und heutigen Ständerats Simon Epiney als Postulat überwiesen, das ein Gesetz über "vorsorgliche Massnahmen zur Erdbebensicherheit" verlangte. Denn: Ein Erdbeben mit der Stärke 7,0 auf der Richterskala, wie es vor einigen Jahren die japanische Stadt Kobe verwüstete, "wäre tatsächlich in den meisten Teilen der Schweiz möglich", so Epiney.

Gebäudeversicherungen: Tenor grundsätzlich positiv

Bernhard Fröhlich, Direktor der Basellandschaftlichen Gebäudeversicherung, steht dem Eymann-Vorstoss "grundsätzlich positiv" gegenüber: "Gebäudeversicherungen und Privatassekuranz müssten sich zusammenraufen. Aber wenn man will, gibt es Lösungen." Die Deckung von Erdbebenschäden sei in den letzten Jahren innerhalb der kantonalen Gebäudeversicherungen ein regelmässiges Thema gewesen.

11. Juni 2000


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