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"Mit keinem Wort erwähnt": Tabuthema Zwangsheirat

Vom heissen Eisen Zwangsheirat lassen viele gern die Finger

Bei Beratungs- und Integrationsstellen herrscht ein erstaunliches Informations-Vakuum


Von Beat Stauffer


Das Problem der Zwangsehe wurde in der Schweiz lange Zeit tabuisiert oder heruntergespielt. Eine jüngst veröffentlichte Studie und das offensive Auftreten von Aktivistinnen, die gegen Zwangsheirat kämpfen, zwingt Beratungs- und Integrationsstellen zum Überdenken ihrer bisherigen Politik - auch in den Kantonen Basel-Stadt und Baselland.


"Gewalt wird oft verschwiegen und hat doch viele Namen", heisst es in einer umfangreichen Broschüre mit dem Namen "Julex", die an alle Jugendlichen des siebten bis neunten Schuljahrs in den Kantonen Basel-Stadt und Baselland abgegeben wird. Das Thema "Zwangsehe" wird aber in der 200-seitigen Informationsschrift, die ausdrücklich auch junge Secondos und Secondas ansprechen soll, mit keinem einzigen Wort erwähnt. Weder im Kapitel über "Gewalt" noch in demjenigen über "Liebe und Sexualität" wird konkret auf diese gravierende Menschenrechtsverletzung hingewiesen, und auch im Index findet man zwar die Stichworte "Zwischenjahr", "Zivilschutz" und "Zigaretten", doch keinen Hinweis auf "Zwangsehe".

Dieser Fall ist keine Ausnahme. Das heikle und vielschichtige Thema "Zwangsehe", mit dem laut einer von der Stiftung "Surgir"(www.surgir.ch) in Auftrag gegebenen Studie auch in der Schweiz vermutlich mehrere tausend junge Migrantinnen konfrontiert sind, wird von den meisten Integrationsfachstellen und Ausländerberatungsstellen heruntergespielt oder gar systematisch unterschlagen. Sowohl auf den Internetseiten der betreffenden Stellen wie auch in Broschüren oder Merkblättern sucht man vergeblich nach diesem Stichwort, das für zahlreiche junge Frauen konkret grosses Leid bedeutet.

Ernüchternde Such-Ergebnisse

Schaut man sich etwa die Internetseiten der Integrationsfachstellen von grossen Deutschschweizer Städten und Kantonen an, so ist das Resultat ernüchternd. Da gibt es zwar eine "kantonale Anlaufstelle rassistische Diskriminierung" (Basel) oder eine "Taskforce interkulturelle Konflikte" (Zürich), die in erster Linie als Anlaufstelle für Jugendliche dienen soll, welche bei der Lehrstellensuche diskriminiert sind. Da wird schon auf der Eingangsseite auf Beratungsstellen für Frauen, die häuslicher Gewalt ausgesetzt sind und auf das "Frauenhaus" aufmerksam gemacht.

Wer aber eine Anlaufstelle oder einfach Informationen zum Thema "Zwangsheirat" sucht, wird nicht fündig, und auch bei Eingabe des entsprechenden Suchbegriff bleibt die Ausbeute äusserst bescheiden: Null Resultate in Stadt und Kanton Zürich sowie bei der "Koordinationsstelle Integration" des Kantons Bern, gerade mal ein Hinweis auf einen Zeitungsartikel über das Thema bei der Integrationsfachstelle des Kantons St. Gallen, ein Hinweis auf einen Flyer von Zwangsheirat.ch bei "Integration Basel". Die löbliche Ausnahme der kleinen Recherche, die keine Vollständigkeit beanspruchen kann, bildet die Integrationsfachstelle der Zentralschweiz, die als einzige ausdrücklich auf die vor kurzem ins Leben gerufene Initiative "Zwangsheirat.ch" und deren Homepage aufmerksam macht.

"Bei Fragen oder Schwierigkeiten ..."

Auch professionell geführte Beratungsstellen für Migrantinnen und Migranten geben sich punkto Zwangsheirat äusserst diskret. Die Ausländerberatungsstelle der GGG in Basel, die anerkannt gute Arbeit leistet, fordert zwar potentielle Klienten auf, sich "bei Fragen oder Schwierigkeiten vertrauensvoll an uns zu wenden" - etwa im familiären und erzieherischen Bereich. Doch das konkrete Stichwort "Zwangsheirat", sucht man auf der Website vergebens.

Dieselbe Erfahrung lässt sich auch bei den Beratungsstellen "FABIA" (Luzern) oder "BAFFAM" (Bern) machen: Letztere berät und informiert zwar laut der Homepage unter anderem zu den Themen "Ehe und Partnerschaft" sowie "Kinder und Familie" und will bei "Wert- und Kulturkonflikten vermitteln". Doch all diese Stellen scheuen sich davor, konkreter zu werden, auch wenn die Zwangsehe ein Musterbeispiel eines solchen Wertekonflikts darstellt. Bis heute werde in der Schweiz zum Thema "Zwangsheirat" tatsächlich keine "offensive Informationspolitik" betrieben, sagt Verena Wicki, Stellenleiterin der Luzerner Beratungsstelle FABIA.

Vorbild Zürcher Mädchenhaus

Wie man es besser machen könnte, zeigt die Webseite des Zürcher Mädchenhauses (www.maedchenhaus.ch) eindrücklich. Bereits die Eingangsseite ist optisch zweigeteilt; links finden sich Angaben für Fachleute und Betreuerinnen, rechts für "Girls", die Genaueres erfahren möchten oder Hilfe brauchen. Wer diesen Button anklickt, stösst sogleich auf sehr konkret und in Alltagssprache formulierte Fragen. "Wirst du geschlagen? Erlebst du sexuelle Gewalt? Wirst du eingesperrt und darfst keinen Kontakt zu Kolleginnen und Kollegen haben?" heisst es da. Und dann folgt auch unumwunden die Frage: "Wirst du gezwungen zu heiraten?" Gleich daneben steht eine - leider etwas weniger konkret formulierte - Kurzfassung dieser Fragen auf Albanisch, Türkisch, Tamilisch und in sechs weitere Sprachen. Unübersehbar ist schliesslich eine Telefonnummer aufgeführt, über die sich Betreffende anonym beraten lassen können.

Nun erfolgt das offensichtliche Verschweigen eines Sachverhalts, um den alle, die mit jungen Migrantinnen arbeiten, seit Jahren wissen, ohne Zweifel aus ehrenwerten Motiven. Im Vordergrund steht dabei die Befürchtung, Migrantenfamilien würden durch eine allzu offensive Behandlung des heiklen Themas verletzt und zusätzlich "stigmatisiert". Vor allem konservative Kreise, so befürchtet etwa Lilo Roost Vischer, projektbezogene Mitarbeiterin von "Integration Basel", könnten durch eine Zwangsheiratskampagne stark unter Druck geraten und sich in der Folge noch mehr abschotten. Dies müsse aber unter allen Umständen vermieden werden.

Umstrittener Begriff "Zwangsehe"

Viele Integrationsfachleute halten zudem den Sammelbegriff "Zwangsehe" für problematisch, ja für "tendenziös" und plädieren dafür, eine Unterscheidung zwischen Zwangsehen und verschiedenen Formen arrangierter Heiraten zu machen, die sie als zulässig erachten, sofern keine Nötigung vorliegt. Dem widerspricht die deutsch-türkische Frauenrechtlerin und Buchautorin Seyran Ates allerdings vehement: Die meisten der so genannt "arrangierten Ehen", sagte sie kürzlich an einem Vortrag in Basel, seien in Tat und Wahrheit ebenfalls Zwangsehen.

Viele Integrationsfachleute befürchten, die öffentliche Debatte um das Thema würde letztlich bloss ausländerfeindlichen Kreisen weitere Munition liefern und das eh schon schwierige Klima zusätzlich vergiften. Das ist tatsächlich nicht von der Hand zu weisen. Dennoch dürfte auch in diesem Fall das "politisch korrekte" Verschweigen des Problems für die Sache kontraproduktiv sein. Denn die mit Zwangsheiraten verbundenen Dramen gelangen so oder so an die Öffentlichkeit - und sei es an Gerichtsverhandlungen wie jüngst in Bellinzona, wo ein Mordfall im Gefolge einer Zwangsheirat die Öffentlichkeit erschütterte. Vor allem aber wird auf solche Weise den Betroffenen die notwendige Hilfeleistung zumindest teilweise vorenthalten. Wie soll denn eine beispielsweise 16-jährige Migrantin Hilfe in ihrer schwierigen Lage erhalten, wenn das Problem sogar in Broschüren, die sich ausdrücklich an Jugendliche und deren Probleme richten, de facto totgeschwiegen wird?

Langsames Umdenken

Schliesslich wird der Einwand vorgebracht, dass sich die Fachleute in (Jugend-) Beratungsstellen der Problematik durchaus bewusst seien und schon heute ihren Klientinnen auf diskrete, aber effiziente Weise helfen könnten. Das mag stimmen. Dennoch stellt sich die Frage, ob die Hürde für betroffene junge Migrantinnen nicht zu hoch ist, um an eine solche Stelle zu gelangen - und nicht erst dann, wenn das Unheil schon geschehen ist. Prävention, darin sind sich die befragten Fachleute einig, wäre gerade in diesem Bereich extrem wichtig.

In den Kreisen, die sich professionell mit Integration und insbesondere mit der Beratung junger Migrantinnen befassen, scheint in dieser Hinsicht allerdings ein Umdenken im Gang. Einzelne Fachleute räumen gar ein, es sei vielleicht eine "Unterlassungssünde" gewesen, das Thema so lange nicht angegangen zu haben. "In der Schweiz haben wir in diesem Bereich eindeutig einen Nachholbedarf", sagt etwa Verena Wicki von der Luzerner Beratungsstelle FABIA. Einen "dringenden Handlungsbedarf" vor allem im Bereich der Prävention ortet auch Gerda Hauck von der Koordinationsstelle für Integration der Stadt Bern; dies allein schon aufgrund der vermutlich recht hohen Zahl von betroffenen Frauen auch in der Schweiz. Bern, so Hauck, sei denn auch bereits "heftig daran", ein solches Präventionsprogramm zu entwickeln. Den Anstoss dazu gab ein Vorstoss im städtischen Parlament. Vorgesehen ist eine intensive Aufklärungsarbeit in Migrantenkreisen, aber auch in Schulen und Jugendzentren. Wie die anderen Fachfrauen ist auch Hauck davon überzeugt, dass Beratungsangebote in diesem Bereich unbedingt "niedrigschwellig" sein müssten.

"Diese Dinge direkter ansprechen"

Auch in Basel plädieren alle befragten Expertinnen dafür, die Thematik "sichtbarer" und Beratungsangebote einfacher zugänglich zu machen. "Man würde mehr erreichen, wenn man diese Dinge direkter ansprechen würde", sagt etwa Margrit Becker von der Beratungs- und Opferhilfe gewaltbetroffener Frauen. Becker geht noch einen Schritt weiter: Sie könnte sich vorstellen, dass in Broschüren und auf Internetseiten unmissverständliche Botschaften festgehalten würden - etwa: "Wir setzen uns aktiv gegen Zwangsheirat und genitale Verstümmelung ein."

Bei "Julex", der Broschüre für Jugendliche, steht nach Auskunft von Irene Renz, der Leiterin der Gesundheitsförderung Baselland, zur Diskussion, bei der nächsten Ausgabe neu ein Kapitel über das Thema Zwangsehe einzufügen, und Lilo Roost Vischer befürwortet in Zukunft eine "nationale Hotline" zum Thema "Zwangsehe". Schliesslich unterstützte "Integration Basel" Anfang Dezember eine öffentliche Veranstaltung zum Thema Zwangsheirat.

Zwar sind mancherorts immer noch Vorbehalte zu spüren, dieses Thema allzu direkt aufzugreifen, und für viele ist die zum Teil sehr polemisch auftretende Frauenrechtsexpertin Seyran Ates und andere Aktivistinnen, die sich vehement gegen die Zwangsehe einsetzen, immer noch ein rotes Tuch. Sie wirke häufig "undifferenziert und dadurch kontraproduktiv", meint etwa Lilo Roost Vischer.

Beratung kann gefährlich sein

Einzelne Fachleute weisen aber auch auf die Schwierigkeiten hin, die sich bei einer Beratung sowohl für die betroffenen jungen Frauen wie auch für die Beraterinnen selber ergeben können. Zu ihnen gehört Selin B. (Name geändert). Die türkisch-schweizerische Doppelbürgerin arbeitet seit einigen Jahren auf einer Beratungsstelle für Migrantinnen und Migranten und hat im Rahmen einer Weiterbildung eine Seminararbeit zum Thema Zwangsehe verfasst. Selin B. hat in ihrer Beratungstätigkeit regelmässig mit jungen Frauen zu tun, die gegen ihren Willen verheiratet werden sollen. "Einige dieser türkischen oder kurdischen Männer betrachten mich als Verräterin", erklärt B., die ihre Klientinnen in ihrer türkischen Muttersprache berät.

Meist bleibt es bei verbalen Drohungen. Doch ab und zu hat es B. auch mit Männern zu tun, die der Polizei bekannt sind und als gefährlich gelten. Vor solchen Männern, sagt B., habe sie selber Angst, und ihre Institution könne ihr gegen allfällige Angriffe kaum Schutz bieten. Denn wie die meisten Beratungsstellen ist auch die Institution, für die B. arbeitet, "niedrigschwellig", was im Klartext heisst, dass im Prinzip jedermann das betreffende Gebäude betreten kann.

Zwischen Loyalität und selbst bestimmtem Leben

B. weist aber auch darauf hin, wie schwierig die Lage für die betroffenen Frauen werden kann. Dabei decken sich ihre Einschätzungen mit denjenigen anderer Fachfrauen. "Diese jungen Frauen sind zerrissen zwischen der Loyalität zu ihrer Familie und ihrem Wunsch, ein selbst bestimmtes Leben führen zu können", erklärt Selin B . Wagen sie die Rebellion gegen die von der Familie verfügte Eheschliessung, so riskieren sie nicht nur physische Gewalt, sondern auch den vollständigen Ausschluss aus ihrem bisherigen Beziehungsnetz und damit eine grosse Isolation.

"Die betroffenen Frauen riskieren, völlig isoliert zu werden und völlig allein durchs Leben zu gehen", sagt Gerda Hauck von der Berner Integrationsfachstelle. In den meisten Fällen hätten sie noch kein Beziehungsnetz, das sie trage.

Viele junge Frauen schrecken deshalb vor einem solchen Entscheid zurück und fügen sich in die Situation. Eine einmalige Intervention, so die einhellige Auffassung, bringe deshalb nichts und könne für die Betreffenden sogar kontraproduktiv sein. Weil dieser Entscheid derart weitreichende Folgen haben kann, plädieren alle Befragten dafür, sehr vorsichtig vorzugehen und die jungen Frauen auf keinen Fall zu einem Entscheid zu drängen. Zudem sollten die jungen Frauen vorgängig über alle ihre Rechte und Pflichten informiert und bei ihrer Entscheidung unterstützt werden. Für Selin B. ist denn auch klar: "Jede Frau soll sich selber entscheiden, ob sie sich wehren will oder nicht".

Engagement von Migrantinnen und Migranten

Der gelegentlich immer noch etwas defensiv wirkende Umgang zahlreicher Informations- und Beratungsstellen mit dem Thema "Zwangsehe" könnte womöglich durch eine vor kurzem gegründete Initiative mit dem Namen "Zwangsheirat.ch - ein Programm verankert Menschenrechte" eine Entkrampfung erfahren. Denn in diesem Programm, das formell von einem Verein zur Förderung von Tamilisch sprechenden Menschen in der Schweiz ("Katamaran") getragen und aus einer Reihe von Integrationsprojekten heraus entstanden ist, engagieren sich in erster Linie junge Migrantinnen für ihr Recht auf ein selbst bestimmtes Leben.

"Damit wir uns von falschen Traditionen befreien, braucht es unseren vollen Einsatz", sagte die 19-jährige Zuger Gymnasiastin Anu Sivaganesan in ihrem engagiert vorgetragenen Referat anlässlich einer öffentlichen Veranstaltung zum Thema "Zwangsehe" kürzlich in Basel. Diesen jungen Migrantinnen und Migranten zu widersprechen, fällt auch denjenigen schwer, welche aus ideologischen oder politischen Gründen das Thema lieber auf kleinem Feuer behandelt haben möchten.

Frauen riskieren ihr Leben

"Zwangsheirat.ch" hat bereits einige öffentliche Veranstaltungen durchgeführt, eine umfangreiche Dokumentation herstellt, einen Film mit Betroffeneninterviews produziert und eine eigene Webseite (www.zwangsheirat.ch) aufgeschaltet. Die ehrenamtlich arbeitenden jungen Leute wollen bis 2010 ein umfassendes Programm umsetzen, in dem auch Schulworkshops, Plakataktionen, wissenschaftliche Berichte und die europäische Vernetzung vorgesehen sind. Verschiedene Beratungsstellen wollen denn auch schon bald auf ihrer eigenen Webseite auf die neue Initiative verweisen.

Darüber freut sich Marlène Schenk, welche die gesamten Aktivitäten von "Zwangsheirat.ch" koordiniert und sich auch im Rahmen ihrer Lizentiatsarbeit in Sozialwissenschaften mit diesem Thema beschäftigt. Allerdings weist sie darauf hin, dass die neue Informationsplattform die konkrete Beratung und eine jugendgerechte Information seitens der lokalen Stellen nicht ersetzen wolle. Die Aufgabe von "Zwangsheirat.ch" sieht Schenk in erster Linie darin, die breite Öffentlichkeit und ganz besonders auch Amtsstellen - etwa Vormundschaftsbehörden, Polizei oder Gerichte - auf das Thema hin zu sensiblisieren. Ein ebenso wichtiges Anliegen sei es aber, zu verhindern, dass ausländerfeindliche Parteien das Thema instrumentalisierten.

Das Thema "Zwangsehe" dürfte die Öffentlichkeit auch in der Schweiz in den kommenden Jahren weit mehr beschäftigen als bis anhin. Damit erhöht sich für die betreffenden jungen Frauen - und selten auch Männer - die Chance auf ein selbst bestimmtes Leben. Ohne den couragierten Einsatz von Frauen wie Seyran Ates, die dafür ihr Leben riskiert haben, wäre dieser Durchbruch nicht gelungen. Zumindest für Seyran Ates steht denn auch fest: "Wer Gewalt verharmlost, übt selbst Gewalt aus."

14. März 2007


 Ihre Meinung zu diesem Artikel
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"Die Angst vor der Ausweisung ist das grösste Hindernis"

Seit der Masseneinwanderung von Menschen aus fremden Kulturkreisen zu uns ist die Zwangsehe auch hierzulande eine Tatsache. Wieviele es sind, kann nicht geschätzt werden. Die betroffenen Frauen schweigen fast immer: Das Monster zu Hause erdulden, wie eine schwere, unheilbare Krankheit. Es darf nicht übersehen werden, dass es den Schweizer Behörden überlassen bleibt, eine Zwangsverheirate in ihr Ursprungsland zurückzuschaffen, falls sie wirklich gegen ihren Ehemann klagen sollte. Stammt die Unglückliche noch aus einem kleinen, abgeschiedenen Bergdörfcheni irgendwo im Balkan, muss sie mit Sicherheit mit dem Schlimmsten rechnen. Das kann der Verstoss aus der Sippe bedeuten oder gar im schlimmsten Fall der Tod, je nach Religion.

 

Unsere Behörden können also nur eingreifen, wenn die Frau Klage einreicht, sonst nicht. Die Beweislage der Zwangsverheiratung ist schwierig, oft unmöglich. Wer kann schon Unrecht fernab der Heimat nachprüfen? So steht Aussage gegen Aussage, meistens bleibt alles wie früher. Es sei denn, die Frau werde vom Ehemann geschlagen. Dann erst können die Behörden eingreifen, vorher nicht. Die Angst vor der Ausweisung ist das grösste Hindernis und verhindert erfolgreich den Kampf gegen die unwürdigen Zwangsehen.


Eric Cerf, Basel



"Auch in homosexuellen Beziehung gibt es 'Notpartnerschaften'"

Zum Thema Zwangsehe möchte ich darauf hinweisen, dass es auch in homosexuellen Beziehungen zu "Notpartnerschaften" kommen kann, in welchen ein Emigrant versucht, seiner bisherigen Biografie zu entfliehen, um anderswo ein "besseres Leben" zu haben. Seit die Eingetragene Partnerschaft der Schweiz in der Welt bekannt wird, steigt das Interesse von ausländischen Männern an Verbindungen mit Schweizern.

 

Immerhin gibt es im homosexuellen Bereich keine Familien, die Druck ausüben. Allerdings kann ein Emigrant sich gezwungen sehen, eine Ehe oder Partnerschaft einzugehen, um der Diskriminierung seiner Familie oder in seinem Land zu entfliehen. Dazu kommen noch die Probleme um die Zwangsprostitution, für die es Parallelen auch mit jungen Männern gibt.

 

Gesellschaftliche und wirtschaftliche Probleme können nicht mit zivilen Abhängigkeiten "gelöst" werden. Sie werden aber fast nie in den entsprechenden Zusammenhang gestellt.


Peter Thommen (57), Schwulenaktivist, Basel


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"Die Niederlassung Füllinsdorf der Basellandschaftlichen Kantonalbank (BLKB) wird (...) im Frühling 2018 als Selbstbedienungsbank wieder eröffnet."

Basellandschaftliche Kantonalbank
Medienmitteilung
vom 28. September 2017
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Wo bitte ist der Geld-Selbstbedienungsschalter?

"Und übrigens ..."

Waschmaschinen gegen Gemüse
RückSpiegel


Ausführlich geht die Basler Zeitung auf einen kritischen OnlineReports-Gastkommentar über den Eigenmietwert-Steuerfall um Rösly M. ein.

In seinem Beitrag über "Die Basler Sinnkrise" zitiert der Tages-Anzeiger aus dem OnlineReports-Leitartikel "Willkommen im Baselbiet: Nichts geht mehr", in dem es um einen "Kanton in der Sinn-Krise" geht.

barfi, die BZ Basel, die Tageswoche, die Badische Zeitung und das Baublatt haben die OnlineReports-Story über den Abbruch des "Rostbalkens" und die geplanten Hochhäuser beim Basler Bahnhof SBB aufgenommen.
 
Infosperber.ch geht in einem Kommentar über das "Dauer-Bashing" der Behörden durch die Medien auf die Konter-Position von OnlineReports ein.

Die Basler Zeitung nahm in ihrer Berichterstattung über den "Fall Wessels" auf einen OnlineReports-Kommentar Bezug.

Die Basler Zeitung, die BZ Basel, die SDA und die Badische Zeitung gingen auf den OnlineReports-Primeur über die Berufung des türkischen Basler Polizei-Assistenten gegen den Strafbefehl der Staatsanwaltschaft ein.

20 Minuten online nahm die OnlineReports-News über die Basler verkehrs-Betriebe (BVB) an der Grenze ihrer Belastung auf.

Die BZ Basel und das Regionaljournal gingen aktuell auf die OnlineReports-Recherche über einen Manipulations-Versuch der BVB-Direktion im Vorfeld der Wahlen in die Personalkommission ein.

Barfi zog die OnlineReports-Story über die umstrittene Umnutzung des "FKK-Clubs" in ein Bordell an der Amerbachstrasse in Basel nach.

Der Landbote nahm die OnlineReports-Story über den Stromeinkauf der Gemeinde Muttenz beim Stadtwerk Winterthur auf.

Die OnlineReports-News über den Personalabbau auf der Basler Hauptpost wurde durch Telebasel aufgenommen.

Telebasel online ging in seinem Bericht über die SP-Prämieninitiative auf einen Kommentar von OnlineReports ein. 

Die Weltwoche zitierte in ihrem Bericht über den Basler Scharia-Befürworter Aziz Osmanoglu aus einem Gerichts-Bericht von OnlineReports.

Die Basler Zeitung berief sich in ihrem Bericht über die "Maulwurfjagd gegen Mitarbeiter der Basler Verkehrs-Betriebe" auf einen OnlineReports-Artikel.

Im Artikel über die Versetzung eines Kadermanns im Basler Jusitz- und Sicherheitsdepartement nimmt die Basler Zeitung auf eine OnlineReports-Recherche Bezug.

In den BaZ-Standpunkten des Schweizer Fernsehens nennt NZZ-Medienredaktor Rainer Stadler OnlineReports als Element der Basler Medienvielfalt.

Die Basler Zeitung und die Volksstimme zogen die OnlineReports-Nachricht über den Massen-Exodus aus der Parteileitung der FDP Baselland nach.

Die BZ Basel nahm die OnlineReports-News über die Wahl von Beatriz Greuter zur neuen "Birshof"-Direktorin auf.

Barfi
nahm im Bericht über Waschbären in der Stadt Bezug auf eine OnlineReports-Reportage über Waschbären, die Toronto bevölkern.

Die Volksstimme nahm die OnlineReports-Erstmeldung über den Tod des früheren FDP BL-Präsidenten und Untersuchungsrichters Ernst Heimann auf.

Barfi und die Basler Zeitung nahmen die OnlineReports-News über die Schliessung des Nobel-Restaurants "Schifferhaus" auf.

Die Basler Zeitung bezog sich in ihrer Nachricht über die Absage von Saskia Schenker als FDP BL-Präsidentin auf OnlineReports.

Die NZZ nennt Pionier OnlineReports in ihrem Beitrag über die Finanzierung von Online-Medien.

Die Basler Zeitung und die Basellandschaftliche Zeitung berichteten unter Bezugnahme auf OnlineReports über die Trennung der BVB von zwei Kaderleuten.

Das OnlineReports-Interview mit dem designierten FCB-Besitzer Bernhard Burgener nahmen die Fussball-Plattform 4-4-2.com, die Basellandschaftliche Zeitung und die Schweiz am Wochenende auf.

Telebasel berief sich in seinem Bericht über die Interpellation von "Basta"-Grossrat Beat Leuthardt über den designierten FCB-Präsidenten Bernhard Burgener auf OnlineReports.

Die Basler Zeitung berief sich in ihrer Meldung über Betriebs-Wegweiser-Posse auf OnlineReports.

Die Schweiz am Wochenende nahm eine OnlineReports-Story über den Gang der BVB ans Bundesgericht wegen einer Auflösung des Arbeitsverhältnisses auf.

In ihrem Bericht über den Streit um die schmale Treppe im neuen Gelterkinder Hallenbad bezogen sich die Basler Zeitung und die Volksstimme auf OnlineReports.

Die Basler Zeitung griff die OnlineReports-Recherche über markante bauliche Veränderungen im Nord-Teil des Basler "Dreispitz"-Areals auf.

Der schweizerbauer.ch nahm die OnlineReports-Meldung über das auf der Strasse erlegte Rind in Gelterkinden auf.

Weitere RückSpiegel

In einem Satz


• Da die Prämien der obligatorischen Krankenversicherung in Basel-Stadt im kommenden Jahr um durchschnittlich 4,5 Prozent ansteigen, passt die Regierung die Prämienbeiträge des Kantons für Haushalte mit bescheidenem Einkommen im gleichen Umfang an.

• Für den 9. Basler Pop-Preis sind folgende Bands nominiert: Alma Negra (Electronic World Music, Basel), Audio Dope (Electronic Music, Basel), Schammasch (Avantgarde Metal, Liestal), We Invented Paris (Indie-Pop, Liestal) und
Zeal & Ardor (Black Metal/Gospel, Basel.

• Weil sich FDP und SVP nicht auf eine gemeinsame Kandidatur für die Ersatzwahl in den Stadtrat von Liestal einigen konnten und "alle offiziell Kandidierenden wählbar" sind, verzichtet die CVP auf eine Wahlempfehlung.

• Die Wettbewerbs-Kommission hat entschieden, den geplanten Zusammenschluss zwischen dem Universitätsspital Basel und dem Kantonsspital Baselland ohne Auflagen zu genehmigen.

Endress+Hauser übernimmt die deutsche IMKO Micromodultechnik GmbH mit Sitz in Ettlingen, einen Hersteller innovativer Systeme zur Feuchtemessung, und beschäftigt die 19 Mitarbeitenden weiter.

• Verhaftet wurde ein 25-jähriger Spanier, der dringend verdächtigt wird, am 10. September eine Frau im Basler Erlenmattquartier vergewaltigt zu haben.

• Bei der Einreise von Frankreich nach Basel wurde ein etwa 50-jähriger Bulgare erwischt, der 800 Gramm Kokain mit sich führte.

• Die 57-jährige Juristin und frühere Leiterin der Basler Sozialhilfe Nicole Wagner wird Mitglied der Stiftung Habitat, wo sie die zurücktretende Beatrice Oeri ersetzt. 

• Nachdem im Baselbiet die Initiative zum Ausbau des Hochleistungsstrassennetzes rechtsgültig zustande gekommen ist, hat sich das Initiativekomitee aufgrund der laufenden Arbeiten zu einem allfälligen Gegenvorschlag mit einer Unterbrechung der Behandlungsfrist bis maximal 30. September 2019 einverstanden erklärt.

• Die Baselbieter Apotheken dürfen neu – mit Auflagen – nicht nur Grippe-Impfungen, sondern auch weitere Impfungen und Folge-Impfungen durchführen.

• Ab 9. September ist die Umfahrung Liestal im Bereich des Ergolzviadukts wieder ohne Einschränkungen befahrbar.

• Der Kanton Basel-Stadt rechnet für das Jahr 2018 mit einem Budgetüberschuss von 138 Millionen Franken.

Gottlieb Keller, Mitglied der Konzernleitung und Chefjustitiar der Hoffmann-La Roche, hat in der Deutschen Botschaft in Bern das Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland erhalten.

• Die Fraktion "Grünes Bündnis" des Bürgergemeinderats Basel nominierte Brigitta Gerber einstimmig für das Amt als Bürgerrätin.

• Den städtebaulichen Wettbewerb zur Bebauung des Felix Platter-Areals in Basel hat das Team Enzmann Fischer Partner AG / Lorenz Eugster Landschaftsarchitektur und Städtebau GmbH gewonnen.

• Die Gemeinderäte der direkt betroffenen Gemeinden des Leimentals – von Binningen bis Burg – befürworten übereinstimmend den Bau der Tramlinie 17 über den Margarethenstich, da diese einen "klaren Mehrwert" darstelle.

Monique Juillerat, bisher als Mitglied der Geschäftsleitung von "familea" für die externe und interne Kommunikation verantwortlich, wird ab 1. September neue Kommunikations-Verantwortliche der Baselbieter Bildungs-, Kultur- und Sportdirektion.

• Der Kanton Baselland verkauft das "Chuenimatt-Areal" der Bricks Group AG zur Realisierung des Konzeptes "Tri-innova", das eine schrittweise Entwicklung von unterschiedlich grossen Flächen für Dienstleistungs-, Labor-, Produktionsnutzungen sowie Co-working vorsieht.

Spitex Muttenz schliesst die Pflegewohnung Seminarstrasse per 30. November dieses Jahres.

• Die Schweizerischen Rheinhäfen (SRH) verkaufen ihren Anteil an der Rheinhafen-Gesellschaft Weil am Rhein an die Stadt Weil am Rhein.

• Das Rote Kreuz Basel eröffnet am 11. August einen neuen Secondhand-Kleiderladen im Kleinbasel, konkret: am Claraplatz.

• Der 47-jährige Ökonom Michael Harr, verheiratet und Vater zweier Kinder, übernimmt ab 1. August die Geschäftsleitung der Pro Senectute beider Basel.

• Die Basler Regierung legte die Abgeltung der Staatsgarantie durch die Basler Kantonalbank (BKB) für die Jahre 2017 bis 2020 auf jährlich 8,8 Millionen Franken fest.

• Mit Datum vom 1. Juli wird die Kunstkommission für das Kunstmuseum Basel vom Rechts-Professor Felix Uhlmann präsidiert, der den langjährigen Vorsitzenden Peter Mosimann ablöst.

• Die Basler Regierung hat der Bau- und Finanzgesellschaft Zum Greifen AG den Zuschlag für Bau und den Betrieb eines neuen Quartierparkings unter dem Landhof-Areal erteilt.

• Die von der UNICEF erst kürzlich rezertifizierte "kinderfreundliche Gemeinde" Riehen gibt ihr Wissen an 40 Bürgermeister aus Südkorea weiter, die die Basler Landgemeinde besuchen.

• Da der Vereinszweck erfüllt sei, hat die Generalversammlung den "Verein Kunschti Eglisee" am 16. Juni mit 30 zu 4 Stimmen aufgelöst.

• Nationalrat Christoph Eymann, der ehemalige Vorsteher des Basler Erziehungsdepartements, wurde als neues Mitglied in den Verwaltungsrat des Karger Verlags gewählt.

• Der Kanton Basel-Stadt führt eine neue, zusammenhängende Fussgängerorientierung ein, mit der sich ortsunkundige Gäste, aber auch Einheimische in Basel künftig durch neue Stadtpläne auf Stelen besser zurechtfinden sollen.

• Die kantonale Volksinitiative "Recht auf Wohnen" wurde mit bisher 3'188 gültigen Stimmen der Basler Staatskanzlei überreicht.

• Der Therwiler Gemeindepräsident Reto Wolf löst kommenden September Elisabeth Schneider-Schneiter im Präsidium der "Starken Region Basel/Nordwestschweiz" ab.

Dominik Prétôt, der frühere CEO von Telebasel, wird per 1. Januar 2018 mit einem 50 Prozent-Pensum neuer Informations-Beauftragter der Römisch-katholischen Landeskirche Baselland.