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Ein schneidiger Neujahrsempfang der Handelskammer

Schneider, Schneider-Schneiter: So lautet kondensiert die Konfektion des Neujahrsempfangs der Handelskammer beider Basel heute Dienstagabend. Dank einem Überraschungsgast mit Wirtschaftsminister-Erfahrung.
Basel, 8. Januar 2019

Er ist jetzt ja Privatperson und seit ein paar Tagen nicht mehr Bundesrat. Deshalb war es möglich, den früheren Wirtschaftsminister Johann Schneider-Ammann inkognito nach Basel zu lotsen und am Neujahrs-Empfang der Handelskammer beider Basel als Überraschungsgast zu präsentieren.

Befreit von der ministeriellen Last fühlte sich der Langenthaler ex-Magistrat im Kreise von Unternehmern und Politikern der zweitwichtigsten Wirtschaftsregion der Schweiz sichtlich wohl. "Doch, das würde ihm noch gefallen", soll er geantwortet haben, nachdem ihn Verbands-Präsidentin Elisabeth Schneider-Schneiter nach Basel geladen hatte.

Die CVP-Nationalrätin unterliess es nicht, dem Neo-alt-Bundesrat einige Fragen zu stellen. Der gut gelaunte Berner Unternehmer nutzte seinerseits die Gelegenheit, seiner Interviewerin zu schmeicheln. Er habe Schneider-Schneiter zu seinen USA-Reisen jeweils "mitgenommen, um etwas Eindruck zu machen". Auf die Frage, weshalb Basel in Bern nicht so sehr gehört werde, antwortete Schneider-Ammann schlagfertig und wohl nicht ohne Berechtigung: "Ihr macht es schon gut, aber nicht immer konsequent."

Ein Plädoyer für Offenheit

Zuvor hatte sich Schneider-Schneiter in einer längeren Rede an die 800 angemeldeten Gäste gewandt und darin für Offenheit im Umgang mit den internationalen Partnern der Schweiz geworben. Mit einem Anteil von 70 Prozent gehöre die Schweiz zu den Ländern mit dem höchsten Anteil des Aussenhandels am Bruttoinlandprodukt. Ihre Haupthandelspartner sind Staaten wie die USA, China, Hongkong, aber vor allem auch die EU. Die Wirtschaftsregion Basel ist Exportregion Nummer eins in der Schweiz und damit "auf diskriminierungsfreie Märkte und Zusammenarbeit über die Grenzen hinaus" angewiesen.

Ganz auf der operativen Linie der Handelskammer plädierte die Präsidentin für eine nachfragegerechte Verkehrs-Infrastruktur sowohl auf dem Landweg mit Hochleistungsstrassen, auf der Schiene mit dem Bahnknoten Basel samt dem geplanten "Herzstück", für die Seefracht mit dem trimodalen Container-Terminal und in der Luft mit dem EuroAirport.

Neue Technologien und ihre Risiken

Doch damit allein sei es nicht getan. Vielmehr habe die Digitalisierung für ihre Technologien und Methoden wie Künstliche Intelligenz, Robotic Process Automation, Blockchain, Bitcoins ein "neuartiges Vokabular" geschaffen. Und wer diese Technologien nutzen will – so die Rednerin –, brauche die "Offenheit, zu scheitern".

Die Präsidentin ging aber auch auf mögliche Risiken dieser Technologien ein. So stelle sich die Frage, was geschehe, "wenn die digitale Disruption nicht nur die Welt verändert, sondern auch uns Menschen; was, wenn wir Zauberlehrlinge die digitalen Geister, die wir riefen, nicht mehr loswerden; was, wenn Attacken aus dem Cyberspace Unternehmen oder ganze Wirtschaftszweige lahmlegen". Auch diese Problemfelder "müssen wir zu Ende denken".

Demokratie: "Träges System"

Was die Fähigkeit zum Wandel betreffe, seien Politikerinnen und Politiker – anders als Unternehmer – "leider etwas begrenzter", sagte Schneider-Schneiter und beklagte das politische System der Schweiz mit Föderalismus und direkter Demokratie als "träge". Darum müssten wir uns "ernsthaft fragen, ob unser genossenschaftliches Staatsverständnis mit dem Tempo der Zeit noch mithalten kann". Das Land müsse sich die Frage stellen, wie die Schweiz nicht nur unternehmerisch, sondern auch politisch beweglich und wandlungsfähig erhalten werden könne.

So sei eine Rahmenabkommen mit der EU als "Resultat von Bemühungen um Konsens" erforderlich. Nur mit einem solchen institutionellen Dach für Marktzugangsverträge könne der bilateralen Weg zu Europa offen gehalten werden, sagte Schneider-Schneiter und fügte an: "Ohne die Bilateralen wird die Schweiz massiv verlieren." Als weiteres Beispiel für Beweglichkeit nannte sie eine Zustimmung zur Fusion der öffentlichen Spitäler in beiden Basel in der Volksabstimmung am 10. Februar.

EuroAirport: Steuerstreit beigelegt

In einem Video-Beitrag ging Handelskammer-Direktor Martin Dätwyler auf die Leistungen des Verbandes ein und liess die Eckpunkte des vergangenen Jahres Revue passieren. So habe der Steuerstreit um den EuroAirport mit den französischen Behörden beigelegt werden können. Diese Sicherheit soll nun aber auch – gemeinsam mit Bern und Paris – im Bereich des Arbeitsrechts angestrebt werden. Die Anzahl der Verbandsmitglieder, freut sich Dätwyler, "steigt stetig".



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"Steinberg", "Steinberg"

Basler Zeitung
vom 7. November 2019
in einem Text über "Basel
und seine Baustellen"
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Dreimal wollte der Autor in einem Text "Steinenberg" schreiben – einmal erfolgreich, zweimal scheiterte er.

RückSpiegel


Die Basler Zeitung und die BZ nahmen die OnlineReports-Nachricht zum Tod des Konjunkturforschers Christoph Koellreuter auf.

20 minuten online, Blick, nau.ch, das SRF-Regionaljournal und Telebasel nahmen den OnlineReports-Primeur über den Unfalltod des Basler Umweltschützers Martin Vosseler auf.

nau.ch schrieb die OnlineReports-Recherche über den FDP-Wahlversand an Basler Neu- und Jungwähler zu einem eigenen Artikel um und verwertete auch die OnlineReports-Illustration dazu.

In der Besprechung des Films "Bruno Manser – Stimme des Regenwalds" nahm die BZ auf eine OnlineReports-Recherche Bezug.

Die BZ nahm den OnlineReports-Primeur über eine Rückzahlung der wegen Veruntreuung angeklagten ex-Kassierin der katholischen Kirchgemeinde Grellingen auf.

Die Basler Zeitung greift in ihrem Bericht über die E-Trottinett-Anarchie auf ein OnlineReports-Interview zurück.

In ihrem Bericht über die Hühnerhaltung auf einem Basler Mehrfamiienhaus nimmt die BZ Bezug auf eine frühere Recherche von OnlineReports.

Die BZ bezog sich in ihrer Recherche über die Abgänge von Kaderärzten am Kantonsspital Baselland auf einen Bericht in OnlineReports.

Die BZ berief sich in einem Bericht über die Massenkündigungen am Schorenweg auf eine OnlineReports-News.

Die Schweiz am Wochenende und die Basler Zeitung haben die OnlineReports-News über den Bombenalarm am EuroAirport aufgenommen.

Das SRF-Regionaljournal, Telebasel, die Schweiz am Wochenende und Prime News haben den OnlineReports-Primeur über die Schliessung des Basler Kinos "Rex" nachgezogen.

In ihrem Bericht über den Gelterkinder Antennenposter-Streit bezog sich die Basler Zeitung auf OnlineReports.

Die BZ nahm die OnlineReports-News über den Rücktritt der Basler Unispital-Verwaltungsrätin Irmtraut Gürkan aus dem Vorstand des Universitäts-Klinikums Heidelberg auf.

Weitere RückSpiegel

In einem Satz


Die Verlängerung der BVB-Tramlinie 3 nach Saint-Louis kostete rund 84 statt 93,7 Millionen Franken und ist somit um fast zehn Millionen Franken günstiger als geplant.

Die Baselbieter Regierung beantragt dem Landrat, dem Staatspersonal per 1. Januar 2020 einen Teuerungsausgleich von 0,5 Prozent auszurichten.

Die Forscherin Michaela Kneissel nimmt anstelle des Ende Jahr ausscheidenden Ulrich Vischer Einsitz im Universitätsrat der Universität Basel.

Nach dem Rücktritt der neuen Basler Regierungsrätin Tanja Soland aus dem Grossen Rat rückt die ehemalige Juso-Präsidentin Jessica Brandenburger ab 1. Dezember ins Parlament nach.

Die ausserordentliche Mitgliederversammlung des Jungen Grünen Bündnisses Nordwest vom 3. November 2019 wählte als Nachfolger von Dominik Beeler Simon Fankhauser in das Co-Präsidium.

Zu sieben Fällen von Sachbeschädigungen an Autos kam es in der Nacht von Freitag auf Samstag, 2. November, in der Umgebung der Tramhaltestelle "Vogesenstrasse" in Reinach.

Der Gemeinderat von Riehen erwartet für die Planperiode 2020 bis 2023 jährliche Defizite von 1,3 bis 2,5 Millionen Franken.

Susanne Wäfler-Müller (42) wird ab dem 1. Mai 2020 die Führung der Kantonsbibliothek Baselland übernehmen und auf Gerhard Matter folgen, der im Frühjahr in den Ruhestand gehen wird.

Zu Beginn des Schuljahrs 2021/22 wird Informatik als obligatorisches Fach in allen Baselbieter Gymnasien eingeführt.

Die SP Baselland empfahl an ihrer Delegiertenversammlung vom 22. Oktober, im zweiten Ständerats-Wahlgang die grüne Maya Graf zu wählen.

Die Grünen Liestal und Umgebung haben Marie-Theres Beeler an der Mitgliederversammlung vom 22. Oktober für die Legislatur 2020-2024 für den Stadtrat nominiert.

Am 9. August 2019 hat Eva Meuli dem Landrat ihren Rücktritt als Präsidentin der Abteilung Sozialversicherungs-Recht des Kantonsgerichts Basel-Landschaft per 31. März 2020 erklärt.

Am 14. Oktober, lediglich drei Wochen nach Ausschreibung der Publikumsöffnung der ADEV Ökowärme AG, waren alle 3000 neu ausgegebenen Namenaktien gezeichnet.

Die Universität Basel richtet am 1. Februar 2020 mit dem Biologen Carsten Gründemann eine Stiftungsprofessur für translationale Komplementärmedizin ein.

Wechsel in der Geschäftsführung der Suchthilfe Region Basel: Barbara Held übernimmt die Leitung per Januar 2020, nachdem Walter Meury – ein Pionier in der Suchtarbeit – Ende Jahr in den Ruhestand geht.

Der Basler Regierungsrat Hans-Peter Wessels, Riehens Gemeindepräsident Hansjörg Wilde und Gemeinderat Daniel Hettich haben die erneuerte Lörracherstrasse in Riehen feierlich eingeweiht.

Veronica Schaller
, frühere Basler Sanitätsdirektorin und zuletzt Kulturbeauftragte der Stadt Bern, wurde zur neuen Präsidentin von "Curaviva Basel-Stadt", dem Verband der Basler Alterspflegeheime, gewählt.

Designierte Verwaltungsratspräsidentin der Schweizerischen Rheinhäfen ist Martina Gmür, Petra Mösching wird Mitglied des Verwaltungsrats.

Der Verein Region Oberbaselbiet wählte den aus dem Fricktal stammenden Gerry Thönen, der die Oberbaselbieter Gemeinden bis zur Gründung des Regionalvereins betreute, zum Geschäftsführer.

Anlässlich der Feierlichkeiten zum 70-Jahr Jubiläum der diplomatischen Beziehungen zwischen der Schweiz und Israel organisiert die Schweizer Botschaft in Israel im September diverse Anlässe mit Bezug zu Basel.

Die Parteileitung des CVP-Wahlkreises Liestal hat einstimmig beschlossen, Elisabeth Augstburger für die Ständeratswahlen vom 20. Oktober zu unterstützen.

Schweizerische Rheinhäfen: Benedikt Weibel hat seinen Rücktritt als Verwaltungsrats-Präsident per 31. Dezember 2019 bekannt gegeben; Martin Dätwyler, Direktor der Handelskammer beider Basel, trat per 30. Juni zurück.