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Kettensäge-Konzern STIHL soll 100 Mio. Euro zahlen

Der Bruno Manser Fonds fordert vom schwäbischen Motorsägenkonzern STIHL eine Wiedergutmachung von 100 Millionen Euro für die Rodung von Regenwald auf Borneo. Gleichzeitig protestieren Waldschützer gegen das Unternehmen und werfen ihm ethisches Fehlverhalten vor. Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel hat einen Auftritt beim Säge-Multi abgesagt.
Basel/Hamburg/Stuttgart, 29. Februar 2016

Angela Merkel kommt nicht. Die deutsche Bundeskanzlerin wollte nach Stuttgart-Waiblingen reisen, um da einen besonders erfolgreichen Konzern und dessen neues Entwicklungszentrum zu beehren – STIHL, den weltberühmten Hersteller von Motorkettensägen. Über die Gründe der Absage zirkulieren jetzt verschiedene Interpretationen. Umweltschützer mutmassen, die zurzeit besonders bedrängte Kanzlerin habe sich nicht auch noch im Zusammenhang mit der aktuellen Diskussion um STIHL belasten wollen. Denn das Unternehmen wird zurzeit heftig kritisiert.

Kein Kontinent, kein Land, und kaum ein Wald, wo die schwäbischen Kettensägen nicht Bäume zu Boden krachen lassen. Sie sind handlich, höchst effizient und robust. Aber indigene Waldvölker und den Waldschützer empfinden sie eher als Waffe, weshalb sie sich mehr oder weniger ohnmächtig gegen das weltweite und kaum gebremste Fällen der Ur- und Regenwälder zur Wehr setzen.

94'000 Unterschriften

Zum Beispiel mit einer Internet-Petition, wie sie die deutsche Regenwaldschutz-Organisation "Rettet den Regenwald" organisierte, um 94'000 Unterschriften zu sammeln, die kommenden Freitag in Stuttgart-Waiblingen den leitenden Managern des STIHL-Konzern übergeben werden sollen. Just dann also, wenn die Bundeskanzlerin nach dem ursprünglichen Plan als Festrednerin hätte auftreten sollen.

Die Petition richtet sich gegen die "engen Kontakte" des schwäbischen Motorsägeherstellers zum malaysischen Holzkonzern KTS der schwäbischen Firma. Grund: KTS holze illegal ab. Darauf machte heute Montag die "Bild"-Zeitung mit dem Titel "Protestaktion gegen STIHL-Sägen im Regenwald" aufmerksam, derweil die "Stuttgarter Zeitung" trocken titelte: "Merkel kommt doch nicht nach Waiblingen".

STIHL soll KTS: Langjährige Partner


Hat nun Angela Merkel ihren "lange geplanten" Besuch nur darum so überraschend abgesagt, wie der ebenfalls in Malaysia gegen die Abholzungen kämpfende Bruno Manser Fonds (BMF) in seiner Medienmitteilung mutmasst, weil die "Bild"-Zeitung über die kommende Demonstration berichtete? Könnte ja sein, und so "begrüsst" der BMF umgehend die Absage des Kanzlerinnen-Besuchs, um flugs beim "weltweit führenden Kettensägen-Hersteller einen Schadenersatz von 100 Millionen Euro für seine Beteiligung an der Zerstörung des Tropenwalds von Borneo" einzufordern. Die Hauptbegründung: Immerhin seien STIHL und KTS seit 1968 enge Partner.

Zudem sei STIHL (2014: Jahresumsatz 2,979 Milliarden Euro) im malaysischen Teil von Borneo Marktführer über einen geschätzten Marktanteil von 70 Prozent.

Schliesslich, so ruft der BMF in Erinnerung, war Malaysia bis 2014 als weltgrösster Exporteur von Tropenholz aufgetreten. Und im malaysischen Bundesstaat Sarawak seien "über 90 Prozent der Primärwälder im Wert von schätzungsweise 50 Milliarden US-Dollar" abgeholzt worden.

Manser sprach von "Schlachtfeld"

Dass es dabei keineswegs einfach nur um Geld geht, versuchte der Basler Regenwald- und Menschenrechtsaktivist Bruno Manser bis zu seinem spurlosen Verschwinden im Jahre 2000 anhand der in Not geratenden und von Polizeieinsätzen eingeschüchterten Penan-Waldnomaden aufzuzeigen. Er fragte sich bereits Ende der achtziger Jahre, weshalb in Sarawak an die 100 Holzfirmen "mit einem Geschütz von über 1'000 Bulldozern und mehreren tausend Stihl-Motorsägen ungehindert die Harmonie in ein Schlachtfeld verwandeln können".

Ironie des Schicksals: Die erste handliche Benzinmotorsäge des STIHL-Typs BLK startete in Mansers Geburtsjahr 1954 ihren Siegeszug gegen die Wälder der Welt. Und Andreas Stihl, der Ingenieur und Erfinder der Kettensäge, war zu Beginn ein Landsmann, wurde er doch 1896 in Zürich geboren, von wo er dann als Schüler nach Baden-Württemberg auswanderte, um als erfolgreicher Entwickler 1926 die erste Elektrokettensäge der Welt zu bauen, im Zweiten Weltkrieg als SS-Hauptsturmführer zu kämpfen und 1973 als gemachter Mann in Süddeutschland zu sterben.

"Begründung Regenwaldprotest ist falsch"

Weshalb aber Angela Merkel tatsächlich ihren Auftritt so jählings beim STIHL-Konzern abgesagt hat, ist nicht wirklich klar. Denn zum Parteitag des Landes-CDU am Freitagnachmittag im nahen Ettlingen werde die Kanzerlin erscheinen, weiss die "Stuttgarter Zeitung". Es könnte auch im Zusammenhang mit der Landtagswahl zu tun haben, mutmasst sie. OnlineReports wollte vom Gastgeber STIHL direkt erfahren, was die Ursache sei.

Stefan Caspari, Leiter Unternehmenskommunikation und Öffentlichkeitsarbeit, antwortete umgehend: "Grund für die Absage der Bundeskanzlerin sind Vorbereitungstermine für den Sondergipfel des Europäischen Rats mit der Türkei zu Flüchtlingsthemen. Die Begründung wegen Regenwald-Protests ist falsch." Auf die Forderung des BMF nach einem STIHL-Schadenersatz von 100 Millionen Euro für die Beteiligung an der Zerstörung der Penan-Regenwälder mochte Mediensprecher Caspari nicht eingehen.




Weiterführende Links:
- Angela Merkel soll Regierungschef Taib Mahmud überprüfen
- Kanzlerin Angela Merkel zu Besuch in Rheinfelden
- Schweizer Rechtshilfegesuch: Malaysia in der Bredouille
- Bruno Manser Fonds erneut von Konferenz ausgeschlossen
- Eklat in Malaysia: Schweizer Enthüllungsbuch konfisziert
- Deutsche Bank will sich abnabeln - von Potentat Taib
- Geldwäsche mit Tropenholz: Strafverfahren gegen UBS
- BuchBasel: Manser-Publikation stösst auf grosses Interesse
- Kritik an Schweizer Banken wegen Darfur-Genozid


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Theater Basel

"Die Dreigroschenoper"
RückSpiegel


In ihrem Bericht über die "FDP Baselland auf seltsamen Wegen" (Schlagzeile) nimmt die Basler Zeitung zentral auf einen OnlineReports-Primeur über den neu auftauchenden Namen Daniel Recher Bezug.

Die Kommentar-Plattform Infosperber geht auf die Berichterstattung von OnlineReports zum Mord an Martin Wagner ein.

In ihrem Kommentar zu "Lukas Engelberger, der Pressezensor" nimmt die Basler Zeitung eine Metapher ("medienrechtliche Namesburka") von OnlineReports auf.

InsideParadeplatz.ch empfahl den Lesern die Lektüre des OnlineReports Porträts des getöteten Medienanwalts Martin Wagner.

Die OnlineReports-Erstnachricht über den gewaltsamen Tod des Basler Wirtschaftsanwalts Martin Wagner in Rünenberg haben unter anderen der Tages-Anzeiger, BZ Basel, Le Temps, Tageswoche, 20 Minuten, Watson, Telebasel, die Volksstimme, der Blick und nau.ch aufgenommen.

Die BZ Basel zog die OnlineReports-News über die gerichtliche Niederage von Polizei-Offizier Bernhard Frey Jäggi nach.

Die Basellandschaftliche Zeitung und 20 Minuten nahmen die OnlineReports-Nachricht über die geplante Massenentlassung bei der "Küschall AG" in Witterswil auf.

In ihrer Übersicht über die Schweizer Online-Newsmedien ging die NZZ auch auf OnlineReports ein.

Die Basler Zeitung zog die OnlineReports-News über den Entscheid des Basler Appellationsgerichts gegen die Nichtanhandnahme der Strafanzeigen von Staatsanwältin Eva Eichenberger und Strafgerichtspräsident Lucius Hagemann durch die Obwaldner Oberstaatsanwältin Esther Omlin im Fall "Lehrer H." nach.

In ihrem Artikel über die "Berlusconisierung von links" zitiert die Weltwoche aus dem "dem gutinformierten Basler Internetdienst OnlineReports".

In seinem Bericht über die Gefährlichkeit des Basler Centralbahnplatzes geht Barfi auf einen OnlineReports-Bericht aus dem Jahr 2001 ein, der damals schon die Probleme thematisierte.

Blick, Tages-Anzeiger, Basler Zeitung, BZ Basel, 20 Minuten und Barfi bezogen sich in ihren Artikeln über die Schüsse einen Mann in der Basler Innenstadt auf einen News-Primeur von OnlineReports.

Der Tages-Anzeiger und 20 Minuten nahmen in ihren Berichten über den gefährlichen Zwischenfall mit einem Intercity-Zuges der SBB in Stein-Säckingen auf OnlineReports Bezug.

In ihrem Interview mit der neuen BVB-Präsidentin Yvonne Hunkeler nahm die Basler Zeitung auf OnlineReports Bezug.

Die Basler Zeitung nahm den OnlineReports-Feature über den Einbruch im Restaurant "Dalbestübli" auf.

Die Volksstimme zitierte in ihrer Presseschau über die Säuli-Metzgete in Sissach aus der OnlineReports-Reportage.

Im Bericht über Rechtsprobleme des Bordells an der Basler Amerbachstrasse zitiert Barfi aus OnlineReports.

Ausführlich geht die Basler Zeitung auf einen kritischen OnlineReports-Gastkommentar über den Eigenmietwert-Steuerfall um Rösly M. ein.

In seinem Beitrag über "Die Basler Sinnkrise" zitiert der Tages-Anzeiger aus dem OnlineReports-Leitartikel "Willkommen im Baselbiet: Nichts geht mehr", in dem es um einen "Kanton in der Sinn-Krise" geht.

barfi, die BZ Basel, die Tageswoche, die Badische Zeitung und das Baublatt haben die OnlineReports-Story über den Abbruch des "Rostbalkens" und die geplanten Hochhäuser beim Basler Bahnhof SBB aufgenommen.
 
Infosperber.ch geht in einem Kommentar über das "Dauer-Bashing" der Behörden durch die Medien auf die Konter-Position von OnlineReports ein.

Weitere RückSpiegel

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"In der Elsässerstrasse kam es zu einem Unfall mit Salzsäufer."

BaZ online
vom 20. Februar 2018
über einen Salzsäure-Unfall
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Vielleicht hat auch der Redaktor Salz gesoffen.

In einem Satz


• Der Frauenanteil in den Aufsichtsgremien von staatsnahen baselstädtischen Betrieben liegt per 1. Januar 2018 bei 40,9 Prozent und übertrifft somit die geforderten 33,3 Prozent deutlich.

• Da SP-Landrat Hannes Schweizer per 31. März als Präsident der Bau- und Planungskommission zurückritt, schlägt die SP-Fraktion als seinen Nachfolger den Frenkendörfer Urs Kaufmann vor.

• Die SP Pratteln-Augst-Giebenach lanciert eine Petition zur Erhaltung des Schalters der Basellandschaftlichen Kantonalbank (BLKB) in Pratteln.

BaselArea.swiss wird ab März im Mandat die Geschäftsführung des Switzerland Innovation Park Basel Area AG übernehmen.

Thomas Kessler, der frühere Basler Stadt- und Kantonsentwickler, wird Leiter eines von den AZ Medien für die "BZ Basel" ins Leben gerufenen Publizistischen Beirats.

• Nach Vandalenakten und einer Einbruchserie fordert die Riehener CVP von den Behörden "endlich die wirksame Umsetzung längst bekannter Forderungen" zur Erhöhung der Sicherheit.

• Der Münchensteiner Gemeinderat hat die Durchführung des "Tension Festivals" vom 31. Juli im Gartenbad St. Jakob sowie auf den angrenzenden Volleyball-Feldern unter Lärmauflagen bewilligt, nachdem letztes Jahr zahlreiche Beschwerden eingegangen waren.

Hans-Peter Ulmann, seit 1996 CEO von Psychiatrie Baselland, tritt auf 30. Juni 2019 in den Ruhestand.

• Im Jahr 2017 verhängte die Basler Kantonspolizei im Zusammenhang mit dem FC Basel 17 Rayonverbote – davon sieben an Fans von Gastmannschaften –, während der FC Basel acht Stadionverbote anordnete, von denen fünf Fans von Gastmannschaften betrafen.

• Die Gemeinde Allschwil plant eine Erneuerung und Erweiterung der Parkanlage sowie rund 140 Wohnungen auf dem Areal Wegmatten zwischen Baselmattweg und Bachgraben.

Thomas Bretscher wird ab 1. Februar neuer Geschäftsführer des "Business Park Laufental & Thierstein" und damit Nachfolger von Daniel Fiechter.

• Die Riehener CVP verlangt eine generelle Aufgabenprüfung (GAP), um die Diskussion um Aufgaben und Leistungen der Gemeinde und die dafür benötigten Ausgaben und Einnahmen zu versachlichen.