Angriff auf Beqiri: Gefängnis für Kampfsportler Balicha

Einer der brutalsten Überfälle in der Region Basel wurde heute Donnerstagmorgen vor dem Baselbieter Strafgericht entschieden.
Muttenz/Reinach, 20. September 2018

Im Prozess um den Überfall auf das Kampfsport-Zentrum des kosovarischstämmigen Shemsi Beqiri vom Februar 2014 in Reinach fällte das Baselbieter Strafgericht heute Donnerstagmorgen die Urteile: Beqiris Rivale Paulo Balicha (41) erhielt wegen schwerer Körperverletzung, Angriff und Freiheitsberaubung eine Freiheitsstrafe von zwei Jahren und neun Monaten, davon ein Jahr unbedingt.

Damit liegt das Urteil nahe beim Antrag der Anklage: Staatsanwältin Evelyn Kern, die sich mit dem Urteil zufrieden zeigte, hatte drei Jahre gefordert, davon ein Jahr unbedingt.

Der Verlierer "wollte unbedingt gewinnen"

Die Mehrheit der übrigen insgesamt 17 Angeklagten wurde zu bedingten Freiheitsstrafen zwischen 19 Monaten und bedingten Geldstrafen verurteilt. Für sechs Angeklagte kam es zu Freisprüchen mangels Beweisen. Die Verurteilten müssen an die Opfer ausserdem über 10'000 Franken an Genugtuung sowie eine Parteientschädigung in Höhe von 23'000 Franken an Shemsi Beqiri zahlen.

Der zwischen 10 und 15 Minuten dauernde Überfall der vermummten Angreifer auf das "Superpro-Sportcenter" – in der Justiz als "Fall Dojo" bezeichnet – hatte den Zweck, Balicha als Sieger gegenüber Beqiri darstellen zu lassen. Balicha habe "unbedingt gewinnen" wollen, sagte Strafgerichts-Präsidentin Irène Laeuchli. Um eine Drohkulisse aufzubauen, wurden die Beqiri-Schüler während des Kampfes durch Balicha-Anhänger in eine Ecke gedrängt.

Verbotene Kampfsporttechniken

Die Gewalttat nahm erst ein Ende, als sich die Unterlegenheit des "nicht mehr kampffähigen" Balichas abzeichnete. Das wichtigste Beweismittel war ein – nicht vollständiger – Video-Film, den Balicha-Anhänger vom Zweikampf erstellten, aber nach der Flucht am Tatort zurückliessen. Beqiri und einige seiner Schüler waren beim Überfall verletzt worden.

Für das Strafgericht ist erwiesen, dass mindestens sieben Schlagwerkzeuge wie Baseball-Schläger, Holzstücke und ein Teleskop-Schlagstock, möglicherweise auch Messer, eingesetzt wurden. Angreifer Balicha habe dabei "illegale, absolut verbotene Kampfsporttechniken" angewendet, die zu "schweren Körperverletzungen" hätten führen können, wie Richterin Laeuchli sagte.

Die Verletzungen, die Beqiri tatsächlich erlitt, seien indes "nicht allzu gravierend" gewesen. Sie führte in ihrer fast dreistündigen, weitgehend auf rechtlicher Würdigung basierenden Urteilsbegründung überdies aus, dass die Identifizierung der Mittäter durch die Vermummung teilweise schwierig gewesen sei.

Balicha-Anwalt meldet Berufung an

Zur Strafzumessung meinte die Gerichtspräsidentin, Angreifer Balicha treffe die Hauptschuld: "Ohne ihn hätte es diesen Überfall nicht gegeben." Er habe "seinem Stolz alles untergeordnet". Zu seinen Gunsten spreche, dass er geständig sei.

Nicolas Roulet, der amtliche Verteidiger Balichas, kündigte an, er werde sicher Berufung anmelden, aber über die Anfechtung des Urteils erst nach Vorliegen der schriftlichen Urteilsbegründung entscheiden.

KURZ-KOMMENTAR: Das Urteil des Strafgerichts liegt nahe am Antrag der Staatsanwältin. Der wesentliche Unterschied besteht darin, dass das Gericht mit mehreren bedingten Geldstrafen etwas Milde hat walten lassen bei naiven Mitläufern, die mitten im Berufsleben stehen und durch eine Freiheitsstrafe schwere  Nachteile hätten erfahren können. Gerichtspräsidentin Irène Laeuchli hat das Urteil sauber nachvollziehbar gewürdigt. Nach meinem Geschmack hätte sie diesen brutalen Schlägern aber schon ein paar deutliche mütterliche Sätze ins Stammbuch schreiben dürfen, die den ehrbesessenen Gewalttätern offenbar nie ein Vater mit gebotener Ernsthaftigkeit eingebläut hat.




Weiterführende Links:
- Überfall auf Kampfsport-Zentrum: Anklage erhoben
- Kampfsport-Brutalo: Fahndung droht mit Bild-Publikation
- Nach Kampfsport-Schlägerei: Grand Casino sagt Anlass ab
- Wüste Szenen: Gebrochene Glieder in Kampfsport-Schule
- Brutalo-Prozess stellt auch Strafgericht vor grosse Herausforderung


 Ihre Meinung zu dieser News
(Mails ohne kompletten Absender werden nicht bearbeitet)

www.onlinereports.ch - Das unabhängige News-Portal der Nordwestschweiz

© Das Copyright sämtlicher auf dem Portal www.onlinereports.ch enthaltenen multimedialer Inhalte (Text, Bild, Audio, Video) liegt bei der OnlineReports GmbH sowie bei den Autorinnen und Autoren. Alle Rechte vorbehalten. Nachdruck und Veröffentlichungen jeder Art nur gegen Honorar und mit schriftlichem Einverständnis der Redaktion von OnlineReports.ch.

Die Redaktion bedingt hiermit jegliche Verantwortung und Haftung für Werbe-Banner oder andere Beiträge von Dritten oder einzelnen Autoren ab, die eigene Beiträge, wenn auch mit Zustimmung der Redaktion, auf der Plattform von OnlineReports publizieren. OnlineReports bemüht sich nach bestem Wissen und Gewissen darum, Urheber- und andere Rechte von Dritten durch ihre Publikationen nicht zu verletzen. Wer dennoch eine Verletzung derartiger Rechte auf OnlineReports feststellt, wird gebeten, die Redaktion umgehend zu informieren, damit die beanstandeten Inhalte unverzüglich entfernt werden können.

Auf dieser Website gibt es Links zu Websites Dritter. Sobald Sie diese anklicken, verlassen Sie unseren Einflussbereich. Für fremde Websites, zu welchen von dieser Website aus ein Link besteht, übernimmt OnlineReports keine inhaltliche oder rechtliche Verantwortung. Dasselbe gilt für Websites Dritter, die auf OnlineReports verlinken.

Veranstaltungs-Hinweis


CIRCO FANTAZZTICO

Der Jugendzirkus Circo Fantazztico aus Costa Rica bietet sozial gefährdeten Kindern und Jugendlichen eine Gemeinschaft und neue Perspektiven.

Vorführungen:
BASEL: 31.8 & 1.9
BERN: 4.9 & 5.9
USTER: 7.9 & 8.9

Dauer: 90 Min., Eintritt kostenlos, Kollekte für das Zirkusprojekt
Mehr: www.ecosolidar.ch

fileadmin/templates/pics/gelesen.gif
"Hacker in USA stiehlt Daten von gut 100 Millionen Bankkunden"

AZ online
vom 30. Juli 2019
fileadmin/templates/pics/gelesen.gif

Korrekter wäre: "Hackerin in USA ...". Es war eine Frau.

RückSpiegel


Die BZ bezog sich in ihrer Recherche über die Abgänge von Kaderärzten am Kantonsspital Baselland auf einen Bericht in OnlineReports.

Die BZ berief sich in einem Bericht über die Massenkündigungen am Schorenweg auf eine OnlineReports-News.

Die Schweiz am Wochenende und die Basler Zeitung haben die OnlineReports-News über den Bombenalarm am EuroAirport aufgenommen.

Das SRF-Regionaljournal, Telebasel, die Schweiz am Wochenende und Prime News haben den OnlineReports-Primeur über die Schliessung des Basler Kinos "Rex" nachgezogen.

In ihrem Bericht über den Gelterkinder Antennenposter-Streit bezog sich die Basler Zeitung auf OnlineReports.

Die BZ nahm die OnlineReports-News über den Rücktritt der Basler Unispital-Verwaltungsrätin Irmtraut Gürkan aus dem Vorstand des Universitäts-Klinikums Heidelberg auf.

Die Medienwoche empfiehlt ihren Leserinnen und Lesern die Lektüre des OnlineReports-Interviews mit "Prime News"-Gründer Christian Keller.

Telebasel und die Schweiz am Wochenende nahmen die OnlineReports-News über die Tresor-Knacker im Gartenbad St. Jakob auf.

In ihrem Artikel über die Solidarisierung von BVB-Mitarbeitenden mit einem BaZ-Redaktor nahm Prime News auf einen früheren OnlineReports-Beitrag Bezug.

Die Badische Zeitung nahm die OnlineReports-News über den Wechsel von Orthopäden vom Bruderholz-Spital in die Allianz von Universitätsspital Basel und Bethesda-Spital auf.

Die Basler Zeitung bezog sich in ihren Artikel über den Baselbieter Fremdsprachen-Streit auf OnlineReports.

In ihrem Bericht über die BVB-Tramblockade an der "Bankverein"-Kreuzung nahm die BZ Basel auf OnlineReports Bezug.

Die Basler Zeitung und das SRF-Regionaljournal bezogen sich in ihren Berichten über das Urteil gegen den Rheinufer-Todesschläger auf OnlineReports. 

Die Basler Zeitung äusserte sich in einer Gerichtsberichterstattung über einen "Sexverbrecher" (so die BaZ) kritisch über OnlineReports.

Telebasel und die Basler Zeitung bezogen sich in ihren Berichten über das Bordell in der Schillerstrasse auf einen OnlineReports-Bericht.

Die BZ Basel, die Basler Zeitung, 20 Minuten, die Nachrichtenagentur SDA, das SRF-Regionaljournal und die Badische Zeitung nahmen die OnlineReports-News über den Unfall an der Parking-Baustelle beim Kunstmuseum auf.

Die OnlineReports-Recherche über die Zukunft des Basler "Viertel-Kreis" wurde von der Gundeldinger Zeitung aufgenommen.

Die Nachrichtenagentur SDA nahm die OnlineReports-News über die Berufung im Fall des pädophilen Sekundarlehrers auf.

Die OnlineReports-Nachricht des Todes von Hannes Bertschi wurde von der Basler Zeitung, für die der Verstorbene auch gearbeitet hat, aufgenommen.

Die BZ Basel, Telebasel, das Regionaljournal, die SDA und die Basler Zeitung zogen die OnlineReports-Recherche über den Verzicht auf den Bau eines Forschungszentrums beim Basler Augenspital nach.

Telebasel, das Regionaljournal, die Basler Zeitung und die BZ Basel nahmen den OnlineReports-Primeur über die Massenkündigung von Mietern der Hochhäuser am Basler Schorenweg auf.

In einer Buchbesprechung über LSD zitierte die Basler Zeitung aus einem OnlineReports-Bericht aus dem Jahr 2006.

La Liberté zitiert in einer Vorschau Peter Knechtli zur geplanten Fusion der öffentlichen Spitäler in der Region Basel.

In ihrem Bericht über den Verkauf der "Winkler Livecom" durch die MCH Group zitiert die Basler Zeitung einen OnlineReports-Bericht aus dem Jahr 2007.

In ihrer Analyse über die Zukunft der Basler Medienlandschaft ging die BZ Basel auch auf OnlineReports ein.

Die BZ Basel schrieb OnlineReports eine Meldung über eine Baselbieter Richter-Karriere ab.

Die Basler Zeitung und Telebasel griffen die OnlineReports-Recherche über die aggressive Mietzins-Erhöhung der Schweizerischen Rheinhäfen gegenüber dem privaten Sportboot-Hafen auf.

Telebasel zitierte zur Einleitung des "Sonntalks" über Prämienverbilligungen aus dem OnlineReports-Kommentar "Anton Lauber muss sozialer werden".

Weitere RückSpiegel

In einem Satz


Tom Ryhiner und Balz Stückelberger wurden an einer ausserordentlichen Generalversammlung in den Verwaltungsrat der St. Clara AG und damit gleichzeitig in den Verwaltungsrat des Claraspitals gewählt.

• Am 21. Juni fand der Spatenstich für den Neubau des Schweizerischen Tropen- und Public Health-Instituts) im BaseLink-Areal in Allschwil statt.

• Die Generalversammlung der "SVP Frauen Basel-Stadt" wählte Gianna Hablützel-Bürki einstimmig zur neuen Präsidentin.

• Nach elfjähriger Tätigkeit als Bürgerrätin der Basler Bürgergemeinde tritt die Juristin Gabriella Matefi auf Ende Jahr zurück.

• Die Nationalratsliste der Jungen LDP: Benjamin Grob, Emélie Dunn, Benjamin von Falkenstein, Adrienne Strahm und Michael Hug.

• Der frühere BVB-Kommunikations-Chef Stephan Appenzeller tritt die Nachfolge von Stephan Maurer als Präsident der IGöV Nordwestschweiz an.

• Die Nationalrats-Kandidierenden der EVP Baselland: Elisabeth Augstburger, Liestal; Sara Fritz, Birsfelden; Martin Geiser, Gelterkinden; Andrea Heger, Hölstein; Werner Hotz, Allschwil; Lukas Keller, Bottmingen

• Die Stadt Weil am Rhein und der Kanton Basel-Stadt veranstalten gemeinsam einen städtebaulichen Studienauftrag für das Areal Otterbach Süd in Weil am Rhein, das sich im Eigentum der Einwohnergemeinde der Stadt Basel befindet.

• Der SP-Vizepräsident Mustafa Atici tritt Ende Mai aus dem Grossen Rat zurück und nach damit seiner Nachfolgerin Michela Seggiani Platz.

• Die Wintersingerin Nicole Roth wird neue Präsidentin der Jungen SVP Baselland (JSVP BL).

Anna Holm wird Präsidentin der Juso Baselland, Jasmine Bosshard und Noam Schaulin firmieren als Vizepräsidium.

• Der Arzt, Uni-Dozent, LDP-Grossrat, Meister E.E. Zunft zum Goldenen Stern und Aktivfasnächtler Raoul Furlano ist neuer Obersperber des Basler Sperber-Kollegiums.

• Eine Baselbieter Rentnerin übergab einem "falschen Polizisten" Schmuck im Wert von mehreren 10'000 Franken.

• Bei einem budgetierten Gewinn von 3 Millionen Franken schloss die Baselbieter Staatsrechnung mit einem Überschuss von 56 Millionen Franken.

• Die "Starke Schule Baselland" hat den Rückzug der Initiative "Niveaugetrennter Unterricht in Promotionsfächern" bekanntgegeben.

• Ein Referendums-Komitee hat am 30. März 5’000 Unterschriften für das Referendum gegen die "Lautsprecher-Beschallung" in Basel der Staatskanzlei übergeben.

• Die Rechnung 2018 des Kantons Basel-Stadt schliesst mit einem Überschuss von 283 Millionen Franken ab und liegt damit um 150 Millionen Franken über dem Budget.

• Die Universität Basel vergibt den Auftrag zur Realisierung des Ersatzneubaus Departement Biomedizin an das Basler Architekturbüro Burckhardt+Partner.

• Der Ständerat hat am 7. März einstimmig die Aufnahme der Projektierungskosten für die Durchmesserstrecke Herzstück in den Bahnausbauschritt 2035 beschlossen.

Michael Wilke wird neuer Leiter der Fachstelle Diversität und Integration in der Kantons- und Stadtentwicklung Basel-Stadt und Nachfolger von Andreas Räss, der neuer Leiter des Baselbieter Amts für Migration und Bürgerrechte wird.

• Die Einführung von Mitarbeitergesprächen und einer leistungsabhängigen Lohnentwicklung bei den Baselbieter Kantonsangestellten führt dazu, dass die "Liga der Baselbieter Steuerzahler" ihre Verfassungsinitiative "Für eine vernünftige staatliche Personalpolitik" zurückzieht.