Neue Spitalstiftung unterstützt erste vier Projekte

Basel, 12. Dezember 2016

Ein Jahr nach ihrer Gründung durch das Universitätsspital Basel (USB) unterstützt die Forschungsstiftung "Propatient" die ersten vier Projekte mit einem Volumen von rund 700'000 Franken. Damit sollen fachübergreifende Forschung und Innovationen mit direktem Nutzen für Patientinnen und Patienten angeschoben werden. Gesuche können von allen Berufsgruppen und Kliniken des USB eingereicht werden.

Dies sind die ersten vier unterstützten Projekte:

• Das Hirnschlagzentrum des USB testet und untersucht den flächendeckenden Einsatz moderner Kommunikationsmittel im Notfalleinsatz bei Hirnschlag-Patienten. Mithilfe von Audio- und Videotechnik sendet die Rettungssanität Informationen über die Symptome und den Zustand des Patienten ins USB und ermöglicht so eine rasche und gezielte Behandlung von Schlaganfallpatienten in der Region Basel (238'000 Franken).
 
• Die USB-Frauenklinik baut ein Beratungsangebot für krebskranke Eltern mit minderjährigen Kindern auf. Betroffene Familien erhalten am USB psychologische Unterstützung, wie familienintern mit der Krankheit umgegangen werden kann – zum Beispiel wie miteinander kommuniziert werden sollte oder wie ein günstiges Umfeld geschaffen werden kann, um den Heilungsprozess positiv zu beeinflussen (Fördersumme 221'000 Franken).
 
• Die Forschungsgruppe Tissue Engineering am USB-Departement Biomedizin und der Universität Basel arbeitet an einem individuellen Behandlungskonzept für einen Patienten, der aufgrund eines bösartigen Tumors einen schweren Oberkieferdefekt hat. Das Ziel des Projektes ist, den Oberkiefer wieder adäquat herzustellen. Dazu wird ein passgenaues und massgefertigtes Implantat mit Vorläuferzellen aus Fettgewebe besiedelt, womit die Knochen- und Blutgefässbildung gefördert und die Blutversorgung über ein Gefässbündel gesichert wird. Dieses Therapiekonzept stellt das erste seiner Art weltweit dar (47'000 Franken).
 
• Die USB-Anästhesiologie untersucht die Hirnleistungsstörung bei älteren Patienten nach einer Vollnarkose. Im Zentrum des Projektes steht die wissenschaftliche Etablierung eines Messwertes. Dank diesem soll die Wirkung vorbeugender Strategien und Behandlungsmethoden überprüfbar sein, damit Hirnleistungsstörungen nach chirurgischen Operationen gemindert oder gar verhütet werden können (187'100 Franken).
 
Der Stiftungsrat sowie der Wissenschaftliche Beirat prüfen laufend weitere Projekteingaben. Antragsberechtigt sind alle wissenschaftlich tätigen Mitarbeitenden des Universitätsspitals Basel, wie Stiftungs-Geschäftsführerin Caroline Roggo schreibt. "Propatient" finanziert ihre Tätigkeit aus dem vom USB gestifteten Startkapital von einer Million Franken und über Spenden und Legate von Patientinnen und Patienten sowie deren Angehörigen.



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