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Ökostrom-Stopp in Spanien: EBL-Solarkraftwerk gesichert

Spanien stellte im Januar "bis auf Weiteres" seine Ökostrom-Förderung für Neuanlagen ein – das Land hält seine Ausbauziele für Erneuerbare Energien für "übererfüllt". Nicht vom Stopp berührt sind laufende und bereits bewilligte Solar- und Windfarmen wie das südspanische solarthermische Kraftwerk "Puerto Errado" der Elektra Baselland (EBL).
Liestal/Murcia, 30. Mai 2012

Spanien stelle Anfang Jahr "mit sofortiger Wirkung" seine Ökostrom-Förderung für erneuerbare Energien ein, teilte das Energieministerium Ende Januar mit. Seither jagen sich auch im Baselbiet wilde Gerüchte. Sie sehen das Solarkraftwerk der EBL bereits am Abschmieren, weil auch die offizielle Eröffnung diesen Frühling vorgesehen war – und verschoben wurde. Die anspruchsvolle "Tubo Sol Puerto Errado II" in der südspanischen Region Murcia (Bild oben) würde demnach seine Besitzer heute erzittern lassen.

EBL-Mitarbeiter und "Tubo Sol"-Projektverantwortlicher Tobias Andrist entwarnt ohne Zittern: "Der Gesetzeserlass gilt für Neuanlagen." Zur Verschiebung der Eröffnung meinte er gegenüber OnlineReports: "Wir hatten ein bisschen Wetterpech, deshalb geht die Anlage später in Normalbetrieb als geplant. Ausserdem war es schwierig, einen Eröffnungstermin zu finden, der ist nun im Herbst geplant."

Solarpioniere trotzen politischem Umfeld

Schon der Spatenstich am 23. Mai 2010 fand bei blendendem Wetter, aber in turbulenter politischer Niederdruckzone statt, ohne dass es den anwesenden Journalisten und Gästen bewusst gewesen wäre: Einen Tag zuvor hatte die spanische Regierung angekündigt, den Solar- und Windkraftwerken rückwirkend die Einspeisevergütung zu kürzen.

Nach in- und ausländischem Protest – zahlreiche Ausländer haben in Spanien investiert –, zog die Regierung ihr Ansinnen zurück, modifizierte indes die Höhe der Vergütung und ein paar Regeln. Durch ihr frühzeitiges Planen hatte sich die EBL aber den altgesetzlichen Besitzstand wahren können mit einer Einspeisevergütung von etwa 29 Euro-Cent pro Kilowattstunde, umgerechnet etwa 35 Rappen. Bei dieser Zusicherung sei es geblieben, bekräftigt Tobias Andrist.

Spaniens Gesetzeswerk wird überarbeitet

Angesichts der Haushaltskrise, die der spanische Staat meistert, waren weitere Änderungen absehbar. Entscheidend ist, dass das Finanzproblem beim Strom wenig mit Ökostrom als solchem zu tun hat: Eines der Probleme ist, dass den Altmonopolisten eine Defizitgarantie zur Differenzdeckung der Stromabsatzkosten im Vergleich zu Marktkosten gewährt wurde. Dies betrifft insbesondere auch Kohle- und Atomstrom.

Genau diese Deckungsgarantie türmt sich heute zu rund 30 Milliarden Euro auf, die der Staat den Stromverteilern rechnerisch schuldet. Abgesehen von diesem unzureichenden Gesetzeswerk hätten die Spanier in Windeseile einen der höchsten Anteile der Länder mit Ökostrom-Versorgung geschafft, betont Energieminister José Manuel Soria López.

Ausbaustufe ohne Einspeisevergütung?

Die Liestaler EBL-Zentrale wartet gespannt darauf, wie sich die Anlage "Tubo Sol PE2" im Normalbetrieb verhalten wird. Beteiligt sind am 200-Millionen-Franken-Werk neben der EBL auch die Industriellen Werke Basel (IWB), das Elektrizitätswerk des Kantons Zürich (EKZ), das Elektrizitätswerk der Stadt Zürich (EWZ), der Stadtberner Versorger "Energie Wasser Bern" sowie das finanzierende internationale Bankenkonsortium, das im Falle einer Pleite den finanziellen Löwenanteil zu verkraften hätte.

Die für "PE2" angewandte Fresnel-Lineartechnik (siehe Link zur Hintergrund-Story unten) ist neu und es gibt eine Reihe Fragen, die noch der Antworten harren. Wenn eine zweite Ausbaustufe realisiert würde, wie dies EBL-Chef Urs Steiner ankündigte, soll sie ohne staatliche Einspeisevergütung funktionieren. Diese News – verkauft würde an die nächstbesten Käufer – dürfte den spanischen Staat freuen.

Auf das ambitiöse Ziel setzt zusätzlich auch der Technologiekonzern ABB, der sich letztes Jahr am deutschen Ingenieurbüro "Novatec Solar" finanziell beteiligte, das die "PE2"-Technik in Südspanien plante. Tobias Andrist bestätigt entsprechende Überlegungen: "Jetzt hoffen wir zunächst, dass die Sonne für 'PE2' scheint und dass Spanien eine gute Lösung für seine Strom-Probleme findet, am Sonnenstrom soll es nicht liegen."




Weiterführende Links:
- Im Süden Spaniens baut die kleine EBL ganz gross an der Energie-Zukunft


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"Wir bringen Sie weiter"

Schlachtvieh-Transporter
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Für die Passagiere keine gute Nachricht.

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