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Ungenützte Räume – Gartenbad St. Jakob wird totalsaniert

Im Basler Gartenbad St. Jakob steht seit Jahrzehnten das Obergeschoss des grossen Garderobengebäudees leer. Es ist eines der Probleme bei einer Gesamtsanierung, deren Termin allerdings noch nicht feststeht.
Basel, 18. September 2014

Die Badesaison ging in den Gartenbädern der Stadt Basel Mitte September zu Ende. Dennoch herrschte auch in der dritten Septemberwoche im Gartenbad St. Jakob bei spätsommerlichem Wetter noch munterer Betrieb – zumindest in der ersten Wochenhälfte. Denn das geheizte Sportbad ist noch bis zum 5. Oktober geöffnet. Und wer an der Sonne sitzen oder liegen will, dem stehen die noch nicht abgesperrten Rasenflächen und die Cafeteria zur Verfügung.

Das "Kästligebäude"

Auch die Sportlehrer der Basler Schulen führten ihre Klassen noch einmal zum Schwimmunterricht, was in den engen Garderoben beim Sportbecken zeitweise zu einem Gedränge führte. Die grossen Garderoben für beide Geschlechter werden mit Ende des Hauptbetriebs ebenfalls geschlossen. Sie befinden sich in einem über 60 Meter langen Gebäude zwischen dem Haupteingang und dem zweiten, ungeheizten 50-Meter-Schwimmbecken.

Dieses sogenannte "Kästligebäude" ist "seit Jahrzehnten ein Sorgenkind", wie Marc Keller, Sprecher des Bau- und Verkehrsdepartementes, gegenüber OnlineREeports bestätigt. Denn das ganze obere Stockwerk, in dem sich früher Garderoben befanden, steht leer und ist abgesperrt (Bild). Überdies befindet es sich in einem baulich schlechten Zustand. Die Risse und Betonschäden sind nicht zu übersehen. Der Zustand der Garderoben und Duschen im Erdgeschoss ist dagegen ordentlich, abgesehen von den engen und besprayten Umkleidekabinen in der Männerabteilung, um welche sich bei grossem Andrang die halbwüchsigen Schüler balgen.

Ungenutzter Raum

Das Obergeschoss steht leer, weil dafür bis jetzt keine neue Nutzung gefunden wurde. Ältere Besucher des "Joggeli" (Umgangssprache) erinnern sich noch daran, dass sich hier einst ebenfalls Umkleideräume befanden. Aber die Gewohnheiten haben sich geändert, und die Garderoben im Parterre genügen meist – ausser es herrscht Grossandrang, wie das dieses Jahr nur an Pfingsten der Fall war.

Das Baudepartementes betont, dass die Sicherheit der Gebäudehülle von einem Ingenieurbüro periodisch geprüft wird. Falls notwendig würde man Massnahmen ergreifen. Denn immerhin befinden sich in dem Gebäude auch technische Anlagen für die Badwasser-Aufbereitung. Eine Gesamtsanierung des Sportbades ist vorgesehen, sagt Keller weiter, aber ein Termin steht noch nicht fest. "Im Moment läuft für die Bäder, einzelne Objekte und für die Badwassertechnik die Zustandserfassung und der Projektbeschrieb für die Ausschreibung." Im vergangenen Winter wurden bereits der Sprungturm und die Einfassung des Sportbades saniert.

Denkmalpflege Baselland redet mit 

Für den Betrieb der Gartenbäder ist das Sportamt im Erziehungsdepartement zuständig. Es muss sich im Hinblick auf die bevorstehende Gesamtsanierung überlegen, wie das erste Obergeschoss in Zukunft genutzt werden könnte. Das Gebäude kann indes nicht einfach um eine Etage gekürzt werden. Da sich das Gartenbad auf Boden der Gemeinde Münchenstein befindet, steht es im Bauinventar der basellandschaftlichen Denkmalpflege, die bei baulichen Änderungen begrüsst wird. Gebaut wurde es im Stil der klassischen Moderne 1955 nach Plänen der Architekten Rasser und Vadi, deren berühmtestes Gebäude in Basel das Domus-Haus (1959) im Pfluggässlein ist.

Die beiden andern Basler Gartenbäder, Bachgraben (zur Hälfte auf Allschwiler Boden) und Eglisee, sind im Inventar der schützenswerten Bauten der Basler Denkmalpflege registriert. Im Gartenbad Bachgraben (1960) stellen sich ähnliche Probleme mit zu gross konzipierten Garderobengebäuden. Sie wurden zum Teil zu Wohnungen und Schulräumen umfunktioniert.  



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