© Visualisierung Herzog & de Meuron / © Foto by Christof Wamister, OnlineReports.ch


Ein grosser oder vier kleine Türme am Messeplatz

Die Messe Basel möchte ihr Parkhaus in den Untergrund verlegen und darüber einen Neubau mit Büros, Wohnungen und einem Hotel errichten. Die Resultate der Testplanung können jetzt besichtigt werden.
Basel, 21. August 2014

Das Parkhaus am Messeplatz mit seinen 1'448 Plätzen ist nicht gerade eine Augenweide: ein nüchterner Zweckbau aus den frühen siebziger Jahren, der sich nur auf seiner Rückseite am Riehenring mit seinen spiralförmigen Zu- und Wegfahrten etwas interessanter präsentiert (Bild).

Die Messe Basel hat nun im Januar 2013 eine Testplanung in Auftrag gegeben, mit der geprüft werden sollte, wie die unbefriedigende Situation mit einem Umbau oder Neubau verbessert werden könnte. Das sei nicht gleichzeitig mit der Planung und dem Neubau der Halle 1 (Architekten Herzog & de Meuron) möglich gewesen, sagte Messe-CEO René Kamm heute Donnerstagmorgen bei der Präsentation. Die Messeabläufe hätten dies nicht zugelassen.

Parking in den Boden

Im Verlauf dieser Testplanung habe sich rasch gezeigt, dass eine Lösung mit einem Umbau oder einem Aufbau auf dem Parkhaus städtebaulich und wirtschaftlich nicht sinnvoll wäre. Drei Architekturbüros waren eingeladen, Varianten für einen Neubau mit Büros, einem Hotel und Wohnungen über dem mit seinen 1'500 Parkplätzen in den Untergrund verlegten Parkhaus aufzuzeigen. Das in den Prozess involvierte Planungsamt des Bau- und Verkehrsdepartements hatte von Anfang an verlangt, dass die Rosentalanlage und die Grünanlage an de Riehenstrasse nicht tangiert werden dürfen.

Von den drei eingereichten Entwürfen wurden zwei für die weitere Bearbeitung ausgewählt. Der Vorschlag von Buchner Bründler Architekten mit einem schmalen Hochhaus wurde ausgeschieden, weil es den Messeplatz zu hermetisch abgeschlossen hätte, wie Lars Kundert (Planpartner AG) als Sprecher des Expertengremiums ausführte. Dagegen schlagen Morger Dettli auf einem Sockelgeschoss ein 31-stöckiges Hochhaus (so hoch wie der Messeturm) vor, das sich auf der Rückseite wie eine Pyramide zurückstaffelt. Herzog & de Meuron wollen mit ihrem Vorschlag nicht in Konkurrenz zum Messehochhaus und zum noch nicht gebauten Claraturm  treten. Auf einem mehrgeschossigen Sockel mit einem Innenhof kämen vier unterschiedlich hohe Türme mit Wohnungen zu stehen (Aufmacherbild).

Die Politik ist gefragt

Die Messe erhofft sich von einem Neubau mit verschiedenen Nutzungen auch eine Belebung und Aufwertung des Standortes allgemein und des Messeplatzes im besonderen, der in den messelosen Zeiten immer noch öde wirkt. In den folgenden Jahren wird auch die Politik miteinbezogen werden. Denn für den Neubau ist eine Überarbeitung des Bebauungsplans und damit ein Grossratsbeschluss notwendig. Wenn alles im Sinne der Messe läuft, kann ab 2017 mit der Ausarbeitung des konkreten Projektes begonnen werden. René Kamm schätzt die Baukosten grob auf 250 Millionen. Die genauen Modalitäten stehen noch nicht fest. Aber die Messe werde als Projektentwickler wirken und das Gebäude dann an einen Investor übergeben.

Info: Bilder und Modelle der Testplanung können ab heute Donnerstag in der Halle 5 (Parkhaus) am Messeplatz besichtigt werden: 21. August, 17-19 Uhr, Freitag, 22. August bis Mittwoch, 3. September an Werktagen 12-14 h und 17-19 h sowie am Donnerstag, 4. September 12-14 h.               



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