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Kein "Ume Mais ume": Ent-Faltung des Juras abgeblasen

Sang- und klanglos ist die vom Theater Basel gross angekündigte Gemeinschaftsproduktion "Ume Mais Ume" mit dem Festival Rümlingen kurzfristig abgeblasen worden. Der Autor und Regisseur Ruedi Häusermann (66) hat seit zwei Jahren umsonst am Kompositionsauftrag zur Ent-Faltung des Juras gearbeitet.
Basel/Rümlingen, 8. Juli 2014

Auf dem Mättenberg über dem Homburgertal auf 576 Metern Höhe hätte das Spektakel mit einer Hundertschaft an Mitwirkenden 16 Mal in einer "Schür" und "vorusse" stattfinden sollen. Daraus wird nichts. Die Chance, mit theatralischen und musikalischen Mitteln eine Ent-Faltung des Juras vor Ort vorzuführen, wurde vertan.

Was verpassen die Besucher zum Auftakt der neuen Theatersaison mit angekündigter Premiere am 27. August? Eine "musiktheatralische Durchwanderung" der besonderen Art. Sie hätte mit einer Shuttle-Fahrt auf den Mättenberg begonnen, wo eigens eine Scheune mit Heuboden als Bühne hergerichtet wurde. Bei der Eröffnung sollte anhand eines grossen Modells der Rückzug des Gebirges bis zum Meer gezeigt werden. Die Zuschauer hätten in Gruppen auf dem Ume-Mais-Feldweg die Stationen erwandert, die die Entstehung der Landschaft vom Meer über die Faltung bis zur Besiedelung aufgezeigt hätten. Ein "Ume"-Lied für Blasmusik, gestimmte Kuhglocken, Pianisten und Bläser auf Klangwagen, für eine Musikschule und der sechzigköpfige Baum-Chor hätten das Spiel um den Mais ume begleitet.

Drehbuch liegt vor, Proben haben begonnen

Der in Lenzburg wohnhafte Autor und Regisseur Ruedi Häusermann (Bild) hatte mit "Robert Walser" an der Zürcher Pfauenbühne im März bereits eine solche "Musiktheatralische Durchwanderung" zur Uraufführung gebracht. Das Drehbuch zu seinem "Ume Mais Ume"-Stück liegt längst vor, die Proben mit dem neunköpfigen Instrumentalensemble hatten bereits begonnen. Als Dramaturgin war Barbara Tacchini aus Stuttgart engagiert, die szenischen Proben waren im Juni angesetzt. Die Theaterwerkstätten haben gezimmert, die Kostüme sind entworfen. Die Chöre hätten längst proben sollen.  

Häusermann versteht die Welt nicht mehr, die auf den Brettern so unprofessionell plant und nicht rechtzeitig Mittel und Personen bereitstellt, die dafür vorgesehen wären. Nach der Absage sieht er sich als Opfer einer künstlerischen Misswirtschaft, die noch Folgen, auch finanzielle, haben dürfte. Sein Vorwurf lautet, das Theater hätte verpasst, rechtzeitig einen Produktionsleiter zu bestimmen, der die Laien, Chöre und Statisten engagieren sollte. Unklar ist auch, wer von den beiden Veranstaltern die Absage verantwortet. Von der Theaterdirektion wie von Festivalleiter Daniel Ott konnten wegen Ferienabwesenheiten keine Auskünfte eingeholt werden.   

Schlamperei oder Arglosigkeit? Ein Flop ist es für das Theater Basel wie für das Festival Rümlingen allemal. Er wird die Bestrebungen der um eine Fusion ringenden Halbkantone jedenfalls nicht beschleunigen!



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