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Staatliche Messungen bestätigen Lindan-Staub über Basel

Der Verdacht ist amtlich erhärtet: Bei der Sanierung einer Giftmüllgrube in Hüningen gelangt Staub des Insektizids Lindan ins Kleinbasel.
Basel/Huningue, 16. September 2013

Vor knapp zwei Wochen erhob der Basler Altlasten-Experte Martin Forter schwere Vorwürfe an den Pharmakonzern und die beauftragten Unternehmen: Bei der Sanierung einer Giftmüllhalde in der unmittelbaren Umgebung der früheren Industrie-Kläranlage STEIH im elsässischen Huningue werde, so der Verdacht, Lindan über den Rhein ins Kleinbasel verfrachtet.

Noch keine Schutzmassnahmen nötig

Heute Montagmorgen bestätigte das Basler Amt für Umwelt und Energie (AUE) die Vermutung. Messungen an vier Standorten – ehemaliges Hafenareal St. Johann, an der Grenze zu Frankreich, Einfahrt zum Campus (Checkpoint), Dreirosenanlage (Splittfläche) und Uferstrasse 120 – ergaben "erhöhte Werte" an Lindan-Staub.

Wie das Amt festhält, liegen die gemessenen Konzentrationen "deutlich unter dem Prüfwert der schweizerischen Wegleitung Bodenaushub". Es bestehe aufgrund einer ersten Einschätzung "kein Risiko", auch müssten konkrete Massnahmen zum Schutz der Bevölkerung "heute nicht empfohlen werden". Das Amt sei aber in Kontakt mit einem externen Experten bezüglich einer allfälligen weitergehenden Risikoabschätzung. Ebenso wurden die französischen Behörden und Land-Eigner Novartis über die Messungen informiert.

Die Basler wie die französischen Behörden seien sich einig, "dass die Stäube kaum aus den Zelten entweichen, in denen die Aushubarbeiten stattfinden". Die Quelle liege eher – wie von AUE-Chef Jürg Hofer schon bei Bekanntwerden der Immissionen vermutet – bei der Verladung von relativ schwach kontaminiertem Material auf Schiffe, deren Laderaum während des Verladevorgangs offen ist. Begünstigt werde die Staub-Verfrachtung auch durch die Zwischenlagerung von gewaschenem Aushubmaterial im Freien. Indiz: In der Nähe des Lagerplatzes wurden denn auch die höchsten Werte festgestellt.

Novartis prüft "Optimierungen"


Wie es in der amtlichen Medienmitteilung weiter heisst, prüfe Novartis jetzt "zusätzliche Optimierungen, die zu einer weiteren Eindämmung der Staubemissionen führen sollen". Gleichzeitig führten die französischen Behörden am 12. September eine formelle Inspektion des Standortes durch. "Wenn nötig" wolle sie zusätzliche Massnahmen anordnen.

Das AUE und das Lufthygieneamt beider Basel begannen "längerfristig angelegte Messungen" über die Belastung der Luft mit Lindan (HCH). Die Messpunkte würden so gelegt, "dass Rückschlüsse auf die Herkunft und Aussagen über die zeitliche Entwicklung der Einträge getroffen werden können". Erste Resultate daraus sollen "in ein paar Wochen" vorliegen. Die Sanierungsarbeiten werden noch gut ein halbes Jahr dauern. Alle Beteiligten hätten vereinbart, einander offen über alle Schritte, Massnahmen und Messresultate zu informieren.




Weiterführende Links:
- Giftmüll-Entsorgung: Lindan-Wolken über Kleinbasel?
- Novartis: "Herr Forter wurde persönlich einbezogen"
- Aktivisten sichern den Giftmüllweg in Hagenthal
- Offener Giftmüll auf Feldweg in Hagenthal-le-Bas


REAKTIONEN


Der Verein "Oekostadt Basel" schreibt:

"Es ist für uns unverständlich und empörend, dass Novartis und auch das AUE seit Juli über genaue, verlässliche  Informationen zu unabhängigen Messungen von Lindanstaub in der Luft  verfügten (aus der Sanierung unter den flatternden Zelten am Rhein) und nicht sofort handelten. Es ist unverständlich, dass der Lindan-Experte erst jetzt geholt wird und nicht schon seit den ersten Meldungen. Dazu ist in unseren Augen unverantwortlich, bei der Sanierung eines hochgiftigen Stoffes wie Lindan, der seit 50 Jahren bei uns verboten ist, unter Zelten zu sanieren anstatt unter einer festen Halle wie in Bonfol. Während Wochen konnte Lindanstaub in die Luft gelangen und damit auch ins Wasser, in den Boden und in die Lungen von Leuten in den umgebenden Quartieren, ohne dass wirkungsvoll gehandelt wurde. (...) Eine so hochgiftige Sanierung sollte von Anfang an durch regelmässige und unabhängige Kontrollmessungen begleitet werden. Dafür sind das Umweltmanagement der Novartis und unser kantonales Umweltamt da. Es besteht jetzt dringender Handlungsbedarf."


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entlarvte die von OnlineReports vermeldete Besetzung des Gewächshauses auf dem Dreispitz-Lok-Depot als Scheinbesetzung.

Weitere RückSpiegel

In einem Satz


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Elena Hermann wird neue Leiterin der Staatlichen Schlichtungsstelle für Mietstreitigkeiten Basel-Stadt und löst Ernst Jost ab, der per Ende Jahr in Pension gehen wird.

• Das Basler Komitee gegen die kantonale Vorlage zur "Steuervorlage 17", das sich aus linken Parteien und Gewerkschaften rekrutiert, hat 3'300 Unterschriften für das Referendum gesammelt.

Andreas Häner, von 2009 bis 2015 schon Vorstandsmitglied, wird neuer Geschäftsführer des Basler Heimatschutzes und damit Nachfolger von Paul Dilitz, der nach elfjähriger Tätigkeit in den Ruhestand tritt.

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Irene Heinimann wird neue Baselbieter Kantonsapothekerin und folgt als bisherige Stellvertreterin auf Hans-Martin Grünig, der Ende Dezember in Pension geht.

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Steigende Bildungs- und Sozialkosten belasten das Ergebnis der Gemeinde Reinach, so dass für 2019 ein Defizit von 1,67 Millionen Franken budgetiert werden muss.

Olivier Aebi wird per 1. Februar 2019 neuer CEO des Basler Ingenieur- und Planungsunternehmens Gruner AG und Nachfolger von Kurt Rau ab, der die Gruner-Gruppe interimistisch leitet.

• Aufgrund einer umfassenden Kontrolle der Stadtgärtnerei müssen im Kanton Basel-Stadt 229 Bäume zum grössten Teil aus Sicherheitsgründen gefällt und ersetzt werden; die Liste der betroffenen Bäume wird im Kantonsblatt vom 10. Oktober publiziert.

Andrea Schenker-Wicki, die Rektorin der Universität Basel, ist durch den Universitätsrat für weitere vier Jahre bestätigt worden.

• Am 1. Oktober beginnen in Basel die Vorarbeiten für den Bau des unterirdischen Kunstmuseum-Parkings mit der Umlegung unterirdischer Leitungen.

Liestal hat den Bruttokredit in der Höhe von 4,96 Millionen Franken für den Bau der städtischen Velostation und den Bau der erhöhten Velospur in der Unterführung der Oristalstrasse mit 2'386 Ja-Stimmen gegen 732 Nein-Stimmen sehr deutlich angenommen.

• Der 33-jährige FCB-Mittelfeldspieler Geoffroy Serey Die hat den bis zum 30. Juni 2019 laufenden Vertrag vorzeitig um ein weiteres Jahr verlängert.

• Der 41-jährige Betriebsökonom Daniel Arni, derzeit noch Leiter der Fachstelle Messen und Märkte im Präsidialdepartement, wird ab Dezember neuer Leiter der Basler Allmendverwaltung und Nachfolger von Niklaus Hofmann.

• Die Elektra Baselland (EBL) senkt auch im Jahr 2019 wieder ihre Strompreise, diesmal um 3,1 Prozent.