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Frustrierte Messe-Aktionäre verlangen ausserordentliche GV

Frustration unter den Anteilseignern des Basler Messeunternehmen MCH Group AG: Eine Aktionärsgruppe, die durch die AMG Fondsverwaltung AG vertreten wird, hat das Begehren auf Einberufung einer ausserordentlichen Generalversammlung gestellt.
Basel, 27. November 2019

Die Gruppe beantragt die Traktandierung folgender Verhandlungs-Gegenstände: der Einleitung einer Sonderprüfung zur Strategie, der Offenlegung von Geschäftsbüchern und einer Statutenänderung.

Aktionäre, die zusammen mindestens zehn Prozent des Aktienkapitals vertreten, können die Einberufung einer Generalversammlung verlangen. Zudem können Aktionäre, die Aktien im Nennwert von mindestens einer Million Franken vertreten, die Traktandierung von Verhandlungsgegenständen beantragen. Die durch die AMG vertretende Gruppe erfülle diese Voraussetzungen, teilt die MCH Group heute Mittwochmorgen mit.

Nach Recherchen von OnlineReports ist die seit längerer Zeit unzufriedene Investorengruppe um Erhard Lee mit der im September kommunizierten Schwerpunkte-Strategie des Verwaltungsrates nicht einverstanden. Deshalb will sie wissen, wie diese Strategie zustande gekommen ist. Die Gruppe kritisiert auch den zu frühen Kauf und späteren Verkauf von Gesellschaften durch den Messeverwaltungsrat.

Vinkulierung soll "gekillt" werden

Die Statutenänderung soll die Vinkulierungsregelung "killen" (so eine Quelle zu OnlineReports), wonach nach geltendem Recht private Investoren höchstens fünf Prozent Aktienanteil halten dürfen, die öffentliche Hand – beide Basel sowie Stadt und Kanton Zürich – dagegen weit höhere Beteiligungen. Künftig soll nach AMG-Vorstellungen der gesamte Verwaltungsrat durch die Generalversammlung gewählt werden. Die AMG ist auch der Meinung, dass sie in die Strategie hätte einbezogen werden sollen.

Wie weit allerdings einem starken Einzelaktionär Akteneinsicht Einsicht gewährt werden kann und ob diesem eine bevorzugte Stellung in strategischen Entscheiden eingeräumt werden kann, ist fraglich. Es ist im Übrigen nicht das erste Mal, dass die Vinkulierung der Messe-Akten aufgehoben werden sollte: Vor einigen Jahren hatten die "Freunde der NZZ" schon einen solchen Versuch gestartet.

Kanton hat Sperrminorität

Private Investoren haben in strategischen Fragen des in der Krise stehenden Messeunternehmens einen schweren Stand, da der Kanton Basel-Stadt mit seinem Kapitalanteil von 33,5 Prozent über eine Sperrminorität verfügt und somit nicht genehme Entscheide an der Generalversammlung blockieren kann.

Der Messe-Verwaltungsrat will nun die Begehren der AMG prüfen und wird noch vor Weihnachten über das weitere Vorgehen informieren.

"Zu unterschiedliche Interessen"

Für den grünliberalen Basler Grossrat David Wüest-Rudin ist der Antrag auf eine ausserordentliche GV "nicht erstaunlich", weil zu "unterschiedliche Interessen" in der Eigentumsstruktur des Unternehmens vertreten sind. Während private Aktionäre wie Lee eine möglichst hohe Rendite erwirtschaften wollen, will die öffentliche Hand primär "die Hallen füllen und damit den Wirtschafts-Standort fördern". "Schönwetter-Konstruktion" (Wüest-Rudin) führe zwangsläufig zu einem "Interessenskonflikt mit den privaten Aktionären".

Einen Ausweg sähe Wüest-Rudin darin, dass der Kanton zu einem fairen Preis die Hallen übernimmt und damit die Bücher des Unternehmens entlastet. Demgegenüber müsste die MCH Group gewisse Auslastungsgarantien bieten. Die öffentliche Hand soll sodann ihre Anteile an das Publikum abgeben, allerdings mit einer gewissen Beteiligungs-Option für den Fall, dass die neue Strategie dereinst wieder zu einer Wertsteigerung der Aktien führt. Basel-Stadt könnte in Zusammenarbeit mit einem Immobilien-Profi die Hallen rentabel betreiben und gleichzeitig Standortmarketing betreiben.



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RückSpiegel


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Weitere RückSpiegel

In einem Satz


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