© Foto by Josephine Kindt, OnlineReports.ch
"Kraft in Wissen investieren": Jugendgewalt-Debattierende Morin (links), Yerdelen (rechts)

"Gesellschaft muss den Jugendlichen zeigen, dass wir sie brauchen"

Podiumsdiskussion über Jugend-Gewalt forderte bessere gegenseitige Beziehungen statt Resignation und Repression


Von Josephine Kindt*


"Wir wollen den Jugendlichen ermöglichen, über ihre Erfahrungen zu sprechen und gemeinsam mit Experten über ihre Bedürfnisse und Verbesserungsvorschläge zu diskutieren." Dieses Ziel verfolgten am Donnerstagabend die Basler Grünen mit ihrer Podiumsdiskussion im "Union".


"Gewalt von (und an) Jugendlichen im Öffentlichen Raum" war das Diskussionsthema, das rund 80 Jugendliche, Betroffene und Interessierte anlockte. Konflikte in Schule, Familie, Berufsleben und in der Freizeit sind Alltag. Das ist nicht neu, aber immer öfter eskalieren Situationen, Berichte über Jugendkriminalität oder sexuelle Übergriffe beispielsweise von Jugendlichen auf Jugendliche nehmen zu.

"Druck in Gewalt transformiert"

Das Zusammenleben in der interkulturellen Gesellschaft erfordert von der Gesellschaft viel Toleranz und Flexibilität. Die zwischenmenschlichen und finanziellen Ressourcen werden jedoch knapper und lassen im täglichen Handeln immer weniger Spielraum. "Die Jugendlichen sind den wachsenden Ansprüchen der Wirtschaft und somit dem zunehmenden Druck der Schule ausgesetzt und transformieren dies in Gewalt", meinte der Basler Justizdirektor Guy Morin und forderte: "Die Gesellschaft muss den Jugendlichen zeigen, dass wir sie brauchen und nicht ablehnen."

Eher erstaunlich war die Feststellung des Soziologie-Professors Ueli Mäder, der sagte, die physische Gewalt im öffentlichen Raum habe "klar abgenommen". Allerdings, so differenzierte er, Jugendgewalt werde "verstärkt wahrgenommen".

Michele Salvatore von der Mobilen Jugendarbeit plädierte für Vertrauen und für verbesserte Beziehungen zu den Jugendlichen und forderte "mehr Partizipations-Möglichkeiten" im öffentlichen Raum. Einige gute Beispiele seien die Skateranlage auf dem Messeplatz, die Jugendliche selber planen und zeichnen durften, oder die Mitgestaltung am neuen Dreirosenpark. "Die Jugendlichen waren begeistert und mit viel Motivation dabei", erinnerte sich Michele Salvatore an die Mitwirkung der Jugendlichen.

Diskriminierer wird ausgezeichnet

Die frühere "Basta"-Grossrätin Zeynep Yerdelen, Lehrerin an der Schule für Brückenangebote, kritisierte an den Jugendlichen den starken Medienkonsum mit überwiegend gewalttätigen Inhalten und verlangte eine Erhöhung der Altersbegrenzung für dne Konsum bedenklicher digitaler Medien. "Der neue Kinofilm 'Borat' gewann einen Preis in der Kategorie bester Darsteller und das in einem Film, der konstant Minderheiten und Ausländer diskriminiert", kommentierte Zeynep Yerdelen kopfschüttelnd.

Die Resignation und die fehlende Autorität der Erwachsenen gegenüber den Jugendlichen lässt - so der allgemeine Eindruck - derzeit nicht auf Besserung hoffen. Umso hoffnungsvoller das Schlusswort und wahrscheinlich auch eine Aufforderung an seine Generation eines Jugendlichen in der Podiumsrunde: "Statt Prügeln, Kraft in Wissen investieren."

Prügel-Schilderung nicht ohne Stolz

Doch ob dieses Schlusswort seine Altersgenossen wirklich zum Nachdenken motivierte, muss offen bleiben. Vor allem Kasi, ein Jugendlicher, der an der Podiumsrunde teilnahm, erzählte eher hochmütig als einsichtig von seinen Gewalterlebnissen, die er grössenteils selber ausübte. "Die Langeweile und der Druck vom 'cool sein' dominieren innerhalb der Gruppe und ich habe früher oft Leute ausgenommen und verprügelt", erzählte er mit einem gewissen Stolz. Seine Freunde im Publikum unterstützten seine Aussage mit Applaus. So schien es eher fraglich, ob man wirklich nach Lösungskonzepten suchte, oder ob die Podiumsleitenden sich der Verantwortung und dem Ziel, wirkliche Lösungen zu finden, entzogen.

* Die Autorin ist OnlineReports-Praktikantin und 19-jährig.

19. Januar 2007


 Ihre Meinung zu diesem Artikel
(Mails ohne kompletten Absender werden nicht bearbeitet)

www.onlinereports.ch - Das unabhängige News-Portal der Nordwestschweiz

© Das Copyright sämtlicher auf dem Portal www.onlinereports.ch enthaltenen multimedialer Inhalte (Text, Bild, Audio, Video) liegt bei der OnlineReports GmbH sowie bei den Autorinnen und Autoren. Alle Rechte vorbehalten. Nachdruck und Veröffentlichungen jeder Art nur gegen Honorar und mit schriftlichem Einverständnis der Redaktion von OnlineReports.ch.

Die Redaktion bedingt hiermit jegliche Verantwortung und Haftung für Werbe-Banner oder andere Beiträge von Dritten oder einzelnen Autoren ab, die eigene Beiträge, wenn auch mit Zustimmung der Redaktion, auf der Plattform von OnlineReports publizieren. OnlineReports bemüht sich nach bestem Wissen und Gewissen darum, Urheber- und andere Rechte von Dritten durch ihre Publikationen nicht zu verletzen. Wer dennoch eine Verletzung derartiger Rechte auf OnlineReports feststellt, wird gebeten, die Redaktion umgehend zu informieren, damit die beanstandeten Inhalte unverzüglich entfernt werden können.

Auf dieser Website gibt es Links zu Websites Dritter. Sobald Sie diese anklicken, verlassen Sie unseren Einflussbereich. Für fremde Websites, zu welchen von dieser Website aus ein Link besteht, übernimmt OnlineReports keine inhaltliche oder rechtliche Verantwortung. Dasselbe gilt für Websites Dritter, die auf OnlineReports verlinken.

Theater Basel

"Medea" im Theater Basel
fileadmin/templates/pics/gelesen.gif
"Abfallkübel statt Herz"

BaZ und BZ Basel
Titel über gleich lautendem
Artikel zum Juventus-Aus
vom 13. April 2018
fileadmin/templates/pics/gelesen.gif

BaZ-Autorenzeile: SDA. BZ-Autorenzeile: Stefan Wyss. Wer suggeriert mehr Eigenleistung?

Alles mit scharf

Wachsen und Widerstand

"Und übrigens ..."

Zeit für Stau und Lottogewinn
RückSpiegel


Die BZ Basel zog die OnlineReports-News über den Einbürgerungs-Streit der drei baselstädtischen Bürgergemeinden mit dem Kanton Basel-Stadt und den Gang ans Bundesgericht nach.

Die Schweiz am Sonntag schrieb eine OnlineReports-Nachricht über die rechtlichen Schritte der Wirtschaftskammer Baselland gegen die "Basler Zeitung" ab.

In ihrem Artikel über Markus Ritters Abgang aus dem Basler Präsidialdepartement bezog sich die Basler Zeitung auf OnlineReports.

20 Minuten, die BZ Basel, theworldnews.net, die Basler Zeitung, die Tageswoche, die Bauernzeitung und Telebasel nahmen die OnlineReports-Story über das gescheiterte Projekt von "Urban Farmers" in Basel auf.

Die BZ Basel, die Basler Zeitung und das Regionaljournal zogen die OnlineReports-Meldung über die Schliessung der Basler Buchhandlung "Narrenschiff" nach.

Die Basler Zeitung nahm die OnlineReports-Nachricht vom Tode des früheren BLKB-Bankrats-Präsidenten Werner Degen auf.

In ihrem Bericht über die "FDP Baselland auf seltsamen Wegen" (Schlagzeile) nimmt die Basler Zeitung zentral auf einen OnlineReports-Primeur über den neu auftauchenden Namen Daniel Recher Bezug.

Die Kommentar-Plattform Infosperber geht auf die Berichterstattung von OnlineReports zum Mord an Martin Wagner ein.

In ihrem Kommentar zu "Lukas Engelberger, der Pressezensor" nimmt die Basler Zeitung eine Metapher ("medienrechtliche Namesburka") von OnlineReports auf.

InsideParadeplatz.ch empfahl den Lesern die Lektüre des OnlineReports Porträts des getöteten Medienanwalts Martin Wagner.

Die OnlineReports-Erstnachricht über den gewaltsamen Tod des Basler Wirtschaftsanwalts Martin Wagner in Rünenberg haben unter anderen der Tages-Anzeiger, BZ Basel, Le Temps, Tageswoche, 20 Minuten, Watson, Telebasel, die Volksstimme, der Blick und nau.ch aufgenommen.

Weitere RückSpiegel

In einem Satz


10'454 Patienten weist die Psychiatrie Baselland für das Geschäftsjahr 2017 aus.

Peter Brodmann wird neuer Baselbieter Kantonschemiker und Leiter des Amts für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen als Nachfolger von Peter Wenk, der Ende August in Pension geht.

• An der 1. Mai-Feier in Liestal wird etwas Ständerats-Vorwahlkampf spürbar, indem die grüne Nationalrätin Maya Graf und SP-Nationalrat Eric Nussbaumer mit als Hauptredner auftreten.

• Die Grünen Baselland nominieren im Hinblick auf die Delegiertenversammlung vom 5. Mai in Olten Landrätin Florence Brenzikofer als Vizepräsidentin der Grünen Schweiz.

• Der Gemeinderat von Birsfelden hat auf einen Vorstoss von Désirée Jaun (SP)beschlossen, als erste Gemeinde in der Nordwestschweiz die Auszeichnung als "Fair Trade Town" anzustreben.

• In der Amtsperiode 2018-2022 bilden die Grünliberalen (GLP) im Einwohnerrat Riehen gemeinsam mit dem parteilosen David Moor eine Fraktion.

• Die Basler Badesaison beginnt im beheizten Sportbad St. Jakob (28. April), in den unbeheizten Becken des Gartenbads St. Jakob (12. Mai), im Gartenbad Eglisee (19. Mai) und im Gartenbad Bachgraben infolge Sanierungsarbeiten (2. Juni 2018).

• Die SP Muttenz hat an ihrer Generalversammlung Kathrin Schweizer einstimmig als Regierungsrats-Kandidatin der SP Baselland nominiert.

• Nach fast zwanzig Jahren Tätigkeit verlässt Moderatorin Tamara Wernli Telebasel, weil sie sich künftig aufs Schreiben konzentrieren will.

• Die Gemeinde Riehen ist laut der Einschätzung des Gemeinderates "weiterhin kein Hotspot für kriminelle Aktivitäten".

Heidi Mück und Tonja Zürcher bleiben laut Wahl durch die Mitglieder für weitere zwei Jahre Co-Präsidentinnen von "Basta".

• Der frühere Basler Grossrat und FDP-Nationalrat Urs Schweizer tritt per 15. Mai 2018 nach 15 Jahren als Präsident des ACS beider Basel zurück.

• Nach den Kontrollen an der vergangenen Basler Fasnacht bleiben Pferde von Chaisen und Vorreitern weiterhin erlaubt.

• Die 43-jährige Elisabeth Heer Dietrich wurde mit 82 von 84 Stimmen glanzvoll zur neuen Baselbieter Landschreiberin gewählt.

• Die Revitalisierung der unteren Wiese hat sich aufgrund der vielen Hochwasser um den Jahreswechsel so stark verzögert, dass das Basler Tiefbaumt sie nicht rechtzeitig vor der Fischschonzeit abschliessen konnte und bis Ende Mai pausieren muss.

• Die Rechnung 2017 des Kantons Basel-Stadt schliesst mit einem Überschuss von 251 Millionen Franken ab und liegt damit 108 Millionen Franken über dem Budget.

Matthias Hubeli, Leiter des Polizeistützpunkts Liestal und stellvertretender Leiter der Sicherheitsabteilung Ost, wird Geschäftsführer des Eidgenössischen Schwing- und Älplerfests 2022 in Pratteln.

• Der von der Wirtschaftskammer Baselland eingereichten Gesetzesinitiative "Für eine faire steuerliche Behandlung der Wohnkosten" (Wohnkosten-Initiative) stellt die Regierung einen Gegenvorschlag gegenüber.

Naomi Reichlin und Florian Sennhauser gehören neu dem Vorstand der FDP-Sektion Liestal an.

Melchior Buchs (FDP) ist neuer Gemeindepräsident von Reinach, indem er mit 2'544 Stimmen die CVP-Kandidatin Béatrix von Sury (CVP) mit 2'452 Stimmen knapp schlug.

• Das Eidgenössische Schwing- und Älplerfest 2022 findet laut Beschluss des Eidgenössischen Schwingerverbands definitiv in Pratteln statt.

• Die Universität Basel erhält fünf von 39 neuen Förderungsprofessuren, die der Schweizerische Nationalfonds (SNF) dieses Jahr vergeben hat.

• Der Frauenanteil in den Aufsichtsgremien von staatsnahen baselstädtischen Betrieben liegt per 1. Januar 2018 bei 40,9 Prozent und übertrifft somit die geforderten 33,3 Prozent deutlich.

• Da SP-Landrat Hannes Schweizer per 31. März als Präsident der Bau- und Planungskommission zurückritt, schlägt die SP-Fraktion als seinen Nachfolger den Frenkendörfer Urs Kaufmann vor.