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"Die Stimmung ist friedlich": Jugendliche im "Gässli"

Nach Basel: Massive Wegweisungen in Liestal

Über 50 Personen wurden innerhalb von zwei Wochen aus dem "Gässli" mitten in der Altstadt verbannt


Von Peter Knechtli


Zu einem Aufschrei der Empörung führten in Basel-Stadt die 13 Wegweisungen auf dem Kasernen-Areal anlässlich der Herbstmesse. In aller Stille kam es in den letzten zwei Wochen in Liestal zu über 50 Wegweisungen. Schauplatz ist im Kern der Altstadt das "Gässli", das Jugendliche als Freiraum entdeckt hatten.


Die Polizei-Präsenz spielt sich unweit des Liestaler "Törlis" ab. Unter einem Torbogen führt die "Weisse Gasse" in einen kleinen, unwirtlichen Innenhof, den Jugendliche im Verlaufe dieses Sommers als ihre freie Welt entdeckt hatten. Doch seit kurzem ist es vorbei mit der Oase des Jugend-Glücks. Patrouillen der Stadtpolizei kreuzen in regelmässig-unregelmässigen Abständen auf, um für Ruhe und Ordnung zu sorgen.

"18 Stunden Scheiaweia"

Bernhard Allemann, Leiter des Stabs Recht und Sicherheit der Stadt Liestal, bestätigte Informationen von OnlineReports: "In den letzten zwei Wochen kam es zu etwas über 50 Wegweisungen." Grund seien "Beschwerden der Anwohnerschaft", denen der Betrieb im "Gässli" (wie auch der Hof genannt wird) zur Last falle. Es habe insbesondere bei wärmeren Temperaturen Tage gegeben, an denen "18 Stunden ununterbrochen Scheiaweia" geherrscht habe. Folge: Lärm, Verschmutzung, Alkohl- und auch Drogenkonsum. Besucht werde das "Gässli" von Jugendlichen im Alter von "zwölf Jahren aufwärts".

Allemann betonte, dass nur Jugendliche weggewiesen werden, die "etwas machen", sich also nicht umgebungskonform verhalten. Polizeilich weggewiesen würden dann "Leute, die lärmen, verschmutzen oder illegal Drogen konsumieren". Rechtliche Grundlage sei einerseits die Generalklausel der Polizei, anderseits das Polizeireglement der Stadt Liestal. Nicht von der Wegweisung betroffen seien Personen, die zu keinen Beanstandungen Anlass gäben. Intern seien "auch andere Ideen bis hin zum Sperren der Gasse" geprüft worden.

Stiller Protest der Jugendlichen

OnlineReports nahm heute Mittwochnachmittag einen Augenschein im "Gässli". Wir treffen einen nahezu entvölkerten Hinterhof an, an dessen Wänden beträchtliche Szene-Poesie an frühere Zeiten erinnern. Auf der Seite, vor einer vergitterten Türe sitzen wie eine Schicksalsgemeinschaft eng zusammengekuschelt fünf junge Menschen, die sich auf ihre Art unterhalten: Kaum hörbar, keine Zigarette, keine Flasche. Nur eine Gitarre ist an die Wand gelehnt.

Sie seien hier, um gegen die Wegweisungen zu "protestieren", sagen sie. Ohne eine Spur von Aggression sagt ein Jugendlicher: "Ich bin von der Polizei schon fünfmal aufgeschrieben worden, aber ich komme immer wieder." Sie fänden die Polizei-Präsenz für unangebracht. Es seit zutreffend, dass es ein Abfall-Problem gegeben habe, aber die Stimmung hier im "Gässli" sei friedlich. Es könne schon einmal zu Gerangel kommen, aber nicht in aggressiver Absicht. Bernhard Allemann als Vertreter der Stadt nannte es "Rumbalgen", es sei bisher zu "keinen Körperverletzungen" gekommen.

Mehr Aggression vor Jugendhaus

Anerkennend berichten die fünf Jugendlichen - zwei Frauen, drei Männer - vom Einsatz des Sozialarbeiters René, der jeweils mit ihnen das Gespräch suche und sie ermuntere, das Jugendlokal "Joy" in der Allee zu besuchen. Dafür freilich können sie sich nicht erwärmen. Dort gebe es eine Aggressionsbereitschaft vor allem ausländischer Jugendlicher, der sie sich nicht aussetzen wollten. Die Stimmung im "Gässli" dagegen war in den letzten Monaten - anders als an der Basler Herbstmesse - nicht von Aggression geprägt. Vielmehr scheint das Höflein im Herzen Liestals den fünf jungen Menschen einen Freiraum des Wir-Gefühls mit besonderer Anziehungskraft zu bedeuten. Sonst sässen sie jetzt nicht freiwillig hier auf dem blanken Boden in anbrechenden Dämmerung. Und in der Kälte.

21. November 2007

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Weitere RückSpiegel

In einem Satz


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• Nach elfjähriger Tätigkeit als Bürgerrätin der Basler Bürgergemeinde tritt die Juristin Gabriella Matefi auf Ende Jahr zurück.

• Die Nationalratsliste der Jungen LDP: Benjamin Grob, Emélie Dunn, Benjamin von Falkenstein, Adrienne Strahm und Michael Hug.

• Der frühere BVB-Kommunikations-Chef Stephan Appenzeller tritt die Nachfolge von Stephan Maurer als Präsident der IGöV Nordwestschweiz an.

• Die Nationalrats-Kandidierenden der EVP Baselland: Elisabeth Augstburger, Liestal; Sara Fritz, Birsfelden; Martin Geiser, Gelterkinden; Andrea Heger, Hölstein; Werner Hotz, Allschwil; Lukas Keller, Bottmingen

• Die Stadt Weil am Rhein und der Kanton Basel-Stadt veranstalten gemeinsam einen städtebaulichen Studienauftrag für das Areal Otterbach Süd in Weil am Rhein, das sich im Eigentum der Einwohnergemeinde der Stadt Basel befindet.

• Der SP-Vizepräsident Mustafa Atici tritt Ende Mai aus dem Grossen Rat zurück und nach damit seiner Nachfolgerin Michela Seggiani Platz.

• Die Wintersingerin Nicole Roth wird neue Präsidentin der Jungen SVP Baselland (JSVP BL).

Anna Holm wird Präsidentin der Juso Baselland, Jasmine Bosshard und Noam Schaulin firmieren als Vizepräsidium.

• Der Arzt, Uni-Dozent, LDP-Grossrat, Meister E.E. Zunft zum Goldenen Stern und Aktivfasnächtler Raoul Furlano ist neuer Obersperber des Basler Sperber-Kollegiums.

• Eine Baselbieter Rentnerin übergab einem "falschen Polizisten" Schmuck im Wert von mehreren 10'000 Franken.

• Bei einem budgetierten Gewinn von 3 Millionen Franken schloss die Baselbieter Staatsrechnung mit einem Überschuss von 56 Millionen Franken.

• Die "Starke Schule Baselland" hat den Rückzug der Initiative "Niveaugetrennter Unterricht in Promotionsfächern" bekanntgegeben.

• Ein Referendums-Komitee hat am 30. März 5’000 Unterschriften für das Referendum gegen die "Lautsprecher-Beschallung" in Basel der Staatskanzlei übergeben.

• Die Rechnung 2018 des Kantons Basel-Stadt schliesst mit einem Überschuss von 283 Millionen Franken ab und liegt damit um 150 Millionen Franken über dem Budget.

• Die Universität Basel vergibt den Auftrag zur Realisierung des Ersatzneubaus Departement Biomedizin an das Basler Architekturbüro Burckhardt+Partner.

• Der Ständerat hat am 7. März einstimmig die Aufnahme der Projektierungskosten für die Durchmesserstrecke Herzstück in den Bahnausbauschritt 2035 beschlossen.

Michael Wilke wird neuer Leiter der Fachstelle Diversität und Integration in der Kantons- und Stadtentwicklung Basel-Stadt und Nachfolger von Andreas Räss, der neuer Leiter des Baselbieter Amts für Migration und Bürgerrechte wird.

• Die Einführung von Mitarbeitergesprächen und einer leistungsabhängigen Lohnentwicklung bei den Baselbieter Kantonsangestellten führt dazu, dass die "Liga der Baselbieter Steuerzahler" ihre Verfassungsinitiative "Für eine vernünftige staatliche Personalpolitik" zurückzieht.

• Die Basler Regierung spricht sich im Rahmen der Konsultation zum Entwurf des institutionellen Abkommens Schweiz-EU für eine Unterstützung des vorliegenden Abkommens aus.

• Die Basler Verkehrs-Betriebe (BVB) haben mit fast 128 Millionen Fahrgästen letztes Jahr 2,2 Prozent weniger Fahrgäste befördert – dies vor allem wegen Gleiserneuerungs-Arbeiten.

• Das von SVP- und FDP-Kreisen getragene Komitee gegen das vom Grossen Rat beschlossene Neubauprojekt "Naturhistorisches Museum / Staatsarchiv" hat fristgerecht das Referendum mit über 2'700 Unterschriften eingereicht.

• Das Basler Tiefbauamt erteilt Gabriel Pellicanò und Alfredo Ogi den Zuschlag für den Betrieb des Gastro-Kiosks "Hamburgeria Pellicano" an der Feldbergstrasse, der ab Frühjahr in Betrieb gehen soll.

• Mit 18'000 Besuchenden, davon 14'000 Kindern und Jugendlichen und über 300 Schulklassen verzeichnet die "tunBasel" einen Besucherrekord, der sogar das Spitzenjahr 2017 übertraf.

• Die Juso Basel-Stadt haben ihre Nationalrats-Bewerbenden nominiert: Seyran Dilekci (20), Nicolas Eichenberger (28), Livia Kläui (21), Nino Russano (18) und Lucas Wirz (29).

Jochen Kirsch wird neuer Direktor der "Mission 21" und somit Nachfolger von Claudia Bandixen, die Ende August in Pension geht.

• Die Grünliberalen Frauen Schweiz haben die bisherige Vizepräsidentin, die Oberwilerin Tanja Haller, zu ihrer neuen Präsidentin gewählt.