Andrea Strahm: "Alles mit scharf"

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Pausenlos rattert die Bedürfnis-Maschine

Ein paar Bedürfnisse haben wir schon. Genug zu trinken, genug zu essen. Ein Dach überm Kopf, einen Job, eine Krankenkasse. Aber da fängt es dann schon an: brauchen wir etwa Hotellerie im Krankenbett? Irgendwann anfangs der achtziger Jahre lag ich in Florenz im Spital, nach einem Unfall, eine Woche lang, in einem Riesenraum mit Trennwänden, etwa vierzig Patienten, Männlein und Weiblein, die Hälfte mit eigenem Fernseher, ohrenbetäubend. Ich wurde geröntgt, hatte eine schwere Gehirnerschütterung und Platzwunden, wurde genäht, und dann mit den Kleidern ins Bett gelegt, Sandsäcke rund um den Kopf, und "non muoverti" – "bewege Dich ja nicht".

Der Arzt setzte sich zur Visite aufs Bett, rauchte eine Zigarette, und fragte nach dem Befinden und nach der Schweiz. Kostenpunkt alles inbegriffen: 125'000 Lire, etwa 125 Franken. Eigentlich reichte diese Pflege völlig.  Ich wurde ohne Medikamente, ohne Hotelservice und ohne Telefon gesund, und auch ohne eigenes Zimmer und ohne Spitalhemd. Mein Schmiss quer über die Wange war bald fast unsichtbar, hervorragend genäht. Also, was hat denn gefehlt hier? Nichts, eigentlich.

Es gibt einige Dinge, die man unbedingt haben muss, und nicht braucht. Davon wissen vor allem Eltern ein Lied zu singen. Ich musste mit fünfzehn unbedingt gelbe Gummistiefel haben, es gab aber nur schwarze. Es mussten Seglerstiefel sein von "Romika", knallgelb. Warum auch immer. In Basel lief damit natürlich kein Schwein herum, und so erhielt ich die vorerst mal nicht. Aber irgendwann gab sie doch nach, meine Mutter, hatte die Nase wohl voll von meinem Gestürm, und ich watschelte wie eine Ente mit gelben Füssen durch die Stadt. Ich sah vermutlich nicht halb so cool aus, wie ich mich fühlte.


"Da macht jemand Politik,
der dafür nicht gewählt wurde."



Was es wirklich braucht, das sollte sich auch das Parlament öfters fragen. Es hat es nicht leicht. Immer wieder schaffen Dritte wie etwa die Christoph Merian Stiftung (CMS) Bedürfnisse, schieben etwas an, und alle sind begeistert. Zum Beispiel Kindertankstellen, Verpflegungsorte für Kinder an Spielplätzen. Eine tolle Sache, man muss den Sirup nicht mehr von Zuhause mitnehmen. Obwohl: wir nahmen eigentlich nie was zu trinken mit, wenn wir mit den Kindern spielen gingen. Hatten sie Durst, gingen wir an den Brunnen. Aber lassen wir das.

Die CMS zieht das also auf, stellt das hin, bunt und kindgerecht, und jeder findet es toll, und nutzt es, und lobt es und freut sich. Ein Käffeli für die Eltern, Kommunikation, Integration, Migration – viele gute Gründe. Grosszügig von der CMS. Bis diese dann den Rückzug bläst: Jetzt sei's genug, nun müsse der Staat das Projekt übernehmen, sie wende sich neuen Aufgaben zu. Und die Parlamentarier sitzen nun da, und müssen der Bevölkerung entweder ein liebgewordenes Spielzeug wegnehmen, oder zähneknirschend das Geld für diese Installation bewilligen, obwohl sie nie und nimmer ein derartiges Projekt hochgefahren hätten.

Es gibt unzählige derartige Beispiele im Bereich Kunst und Soziales. Nicht wahr: Da macht eine Institution Politik, setzt etwas hin, schafft Bedürfnisse, und zwingt dann den Steuerzahler, dies zu subventionieren. Auch wenn dieser andere Prioritäten hätte. Auch wenn diese Institution mit besagtem Geld Menschen in Basel helfen könnte, die es wirklich nötig hätten. Das "Nice to have" wird zu "Must have". Und damit nicht genug: All diese Projekte ziehen wieder einen Rattenschwanz von institutionellem Kontrollkram nach sich, und so wächst und wächst der Staatsapparat, und alle fragen sich warum. Auch die, die all diese Dinge wollen.

Bevor mir nun der Kopf abgesägt wird: Ich habe nichts gegen Kindertankstellen. Aber ich habe schwer etwas dagegen, dass Sachzwänge geschaffen werden, die dem Parlament die Möglichkeit nehmen, aus eigener Initiative zu entscheiden, wofür Geld ausgegeben werden soll. Da macht jemand Politik, der dafür nicht gewählt wurde. Und das Rathaus muss Bedürfnisse befriedigen, die nie da waren, die andere mit ihren Angeboten erst geschaffen haben. Das ist nicht in Ordnung.

24. April 2017
 Ihre Meinung zu dieser Kolumne
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Andrea Strahm, geboren 1955, arbeitet als Juristin auf dem Gebiet des geistigen Eigentums und war bis Mai 2017 Präsidentin der CVP Basel-Stadt. Sie geniesst es, ergänzend zu den von ihr täglich verfassten sachbezogenen und ernsthaften Eingaben und Verträgen in dieser Kolumne persönlich und emotional sein zu dürfen. Andrea Strahm gehörte während neun Jahren dem Vorstand des Neutralen Quartiervereins Neubad an, davon zwei Jahre als Co-Präsidentin. Die Mutter zweier Töchter lebt in Basel.

© Foto by OnlineReports.ch

andreastrahm@bluewin.ch

(Die Kolumnisten sind in ihrer Meinung frei;
sie braucht sich nicht mit jener der Redaktion zu decken.)
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"Verbreitung falscher Legenden"

Gegen Pauschalvorwürfe und die permanente Verbreitung von falschen Legenden ist schwer anzukämpfen. Am ehesten vielleicht mit Bildung. Ich empfehle die Lektüre des kürzlich erschienenen CMS-Magazins RADAR Nr. 1 April 2017, downloadbar unter folgendem Link: www.cms-basel.ch/de/medien/publikationen.html


Toni Schürmann, Christoph Merian Stiftung, Kommunikation, Basel



"Schleichende Art von Realitätsverlust"

Volltreffer Frau Strahm!

Wir leben in der unsäglich feudalen Situation, in der ein Teil der MitbürgerInnen sich darauf konzentrieren kann: Was gibt es noch nicht, was könnte man noch unter die Menschen bringen. Hier jetzt ungeachtet, wer es bezahlen muss, wir als Steuerzahler oder wir als Konsumenten. Zum Beispiel auch diese unnötigen, wie heissen sie schon wieder? "Mouschen", meint die 4-jährige Noa in breitem Bäärndüütsch. Und die wohlhabende Grossmutter der 3-jährigen Jessica fragt nach der Chorprobe in die Runde: Wer hat noch von diesen, wie heissen sie schon wieder? die an der Kasse nach jedem Einkauf abgegeben werden? Mein Enkelkind braucht nur noch 3, dann hat sie alle!

Ebenfalls in dieses Kapitel gehört die saloppe Beurteilung eines neuen Produkts: "Aber es macht es doch viel einfacher, bequemer!" Das elektrische Trottinett, der batteriebetriebene Schwingbesen, das Fahrrad mit Öldruckbremsen, der nicht mehr weg zu denkende Komfort der motorbetriebenen Fensterregulierung bei den Autos oder ihre fernbedienbare Türschliessanlage.

Dir liebe LeserIn kommen noch prägnantere Beispiele in den Sinn. Sie schleichen sich in den Komfortalltag, nisten sich selbstverständlich ein und Seltene fragen nach der Notwendigkeit oder nach der ökologischen Verträglichkeit. Das ist eine schleichende Art von Realitäts-, von Verhältnismässigkeits-Verlust.

Viele Menschen heute leiden nicht daran, dass sie lachen, statt nachzudenken, sondern daran, dass sie nicht wissen, worüber sie lachen und warum sie aufgehört haben, nachzudenken. Es ist keine Schande dieses Zitat von Neil Postman aus "Wir amüsieren uns zu Tode", zweimal zu lesen! Mangelt es uns an Ernsthaftigkeit?


Viktor Krummenacher, Bottmingen



"Nicht die Idee der CMS"

Liebe Andrea, zur Kindertankstelle einfach noch dies: Die Kindertankstelle, auf die du anspielst, ist nicht die Idee der CMS. Sie ist aus dem Mitwirkungsverfahren gemäss § 55 entstanden, als die Stadtgärtnerei erkannte, dass die Liesbergermatte erneuert werden muss. Die mitwirkenden Organisationen (Eltern, Lehrpersonen, SchülerInnen plus die Organisationen rund um die Quartierkoordination Gundeldingen) entwickelten zusammen mit den involvierten Abteilungen der Kantonalen Verwaltung Ideen zur Umgestaltung.

Ideen kosten. Die CMS sprang ein. Es war aber klar, dass sie nicht unendlich zahlt. Wäre das Projekt kein Erfolg gewesen, hätte man es wieder gestrichen. Quintessenz aus diesem Beispiel? Müsste man den Mitwirkungsartikel streichen? Oder müssten von Anfang an in die Mitwirkungsprojekt-Budgets Gelder für Ideen eingestellt werden?


Beatrice Isler, Basel


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RückSpiegel


In einer Buchbesprechung über LSD zitierte die Basler Zeitung aus einem OnlineReports-Bericht aus dem Jahr 2006.

La Liberté zitiert in einer Vorschau Peter Knechtli zur geplanten Fusion der öffentlichen Spitäler in der Region Basel.

In ihrem Bericht über den Verkauf der "Winkler Livecom" durch die MCH Group zitiert die Basler Zeitung einen OnlineReports-Bericht aus dem Jahr 2007.

In ihrer Analyse über die Zukunft der Basler Medienlandschaft ging die BZ Basel auch auf OnlineReports ein.

Die BZ Basel schrieb OnlineReports eine Meldung über eine Baselbieter Richter-Karriere ab.

Die Basler Zeitung und Telebasel griffen die OnlineReports-Recherche über die aggressive Mietzins-Erhöhung der Schweizerischen Rheinhäfen gegenüber dem privaten Sportboot-Hafen auf.

Telebasel zitierte zur Einleitung des "Sonntalks" über Prämienverbilligungen aus dem OnlineReports-Kommentar "Anton Lauber muss sozialer werden".

Die NZZ nimmt in ihren Hintergrund-Artikel über "Basel in der Abseitsfalle" auf einen OnlineReports-Leitartikel Bezug.

Eine Kolumne in der Basler Zeitung erinnert daran, dass OnlineReports über die Verlegung der Tram-Haltestelle vom Spalentor in die Spalenvorstadt berichtet hat.

Die Basler Zeitung publiziert aus Anlass des 20-jährigen Bestehens von OnlineReports ein ausführliches Porträt zur Entwicklungsgeschichte.

Prime News führte aus Anlass des 20-jährigen Bestehens von OnlineReports ein ausführliches Interview mit Chefredaktor Peter Knechtli.

In ihrem Bericht über einen hartnäckigen Streit um das Basler Restaurant "Löwenzorn" nimmt die Basler Zeitung auf einen früheren OnlineReports-Bericht Bezug.

Die Nachrichtenagentur SDA erwähnt OnlineReports und seine schwarzen Zahlen seit zwanzig Jahren im Zusammenhang mit der Einstellung der "Tageswoche".

Der Basler Zeitung fiel in einem Leserbrief in OnlineReports auf, dass der frühere Baselbieter Polizeisprecher auf der SVP-Liste für den Landrat kandidiert.

Telebasel, nau.ch und 20 Minuten bezogen sich in ihren Beiträgen über Sachbeschädigungen gegen die Jüdische Genossenschafts-Metzgerei auf OnlineReports.

Im Interview mit Claudia Sigel geht die Basler Zeitung auf eine Aussage der Baselbieter CVP-Präsidentin Brigitte Müller in einem OnlineReports-Interview ein.

In ihrem Bericht über das Ja der Wettbewerbs-Kommission zur Übernahme der "Basler Zeitung" durch Tamedia erwähnt die NZZ auch OnlineReports.

Die BZ Basel, Telebasel und die Basler Zeitung nahmen die OnlineReports-Nachricht vom Tod der FCB-Legende Peter Ramseier auf.

Prime News geht in ihrem Überblick über die Perspektiven des Medienplatzes Basel auch auf OnlineReports ein.

Die Basler Zeitung geht in ihrem Bericht über den "Spagat der CVP-Präsidentin" Brigitte Müller auf ihre Aussagen im OnlineReports-Interview ein.

Die Basler Zeitung, die Basellandschaftliche Zeitung, Prime News und Telebasel zitierten in ihren Berichten zur Baselbieter CVP aus dem OnlineReports-Interview mit Parteipräsidentin Brigitte Müller.

Weitere RückSpiegel

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"Er nimmts mit einem Lächeln"

BZ Basel
vom 23. Januar 2019
über die Verurteilung von
Cristiano Ronaldo zu
18,8 Millionen Euro
wegen Steuerbetrugs
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Das sind die Götter der heutigen Zeit.

In einem Satz


Mit 18'000 Besuchenden, davon 14'000 Kindern und Jugendlichen und über 300 Schulklassen verzeichnet die "tunBasel" einen Besucherrekord, der sogar das Spitzenjahr 2017 übertraf.

• Die Juso Basel-Stadt haben ihre Nationalrats-Bewerbenden nominiert: Seyran Dilekci (20), Nicolas Eichenberger (28), Livia Kläui (21), Nino Russano (18) und Lucas Wirz (29).

Jochen Kirsch wird neuer Direktor der "Mission 21" und somit Nachfolger von Claudia Bandixen, die Ende August in Pension geht.

• Die Grünliberalen Frauen Schweiz haben die bisherige Vizepräsidentin, die Oberwilerin Tanja Haller, zu ihrer neuen Präsidentin gewählt.

Titus Hell ist als Nachfolger von David Pavlu zum neuen Präsidenten der Jungfreisinnigen Basel-Stadt (JFBS) gewählt worden.

Anna Ott gibt das Amt als Vizepräsidentin der Grünen Baselland aufgrund ihres Masterstudiums in Nordeuropa ab; eine Nachfolge steht noch nicht fest.

• Das von der Fondation Franz Weber massgeblich unterstützte Referendum gegen ein Ozeanium auf der Basler "Heuwaage" ist mit 4'649 Unterschriften zustande gekommen.

• Der Reinacher Gemeinderat hat beschlossen, ab Februar 2019 mit einem neuen TV-Sendeformat zu starten, das wöchentliche Fernsehsendungen mit Inhalten aus Gemeinde und Vereinen bietet.

• Der Basler "Basta"-Grossrat Daniel Spirgi tritt per 12. Februar 2019 nach nur zweieinhalb Jahren aus dem Kantonsparlament zurück, der Grüne Jérôme Thiriet rückt nach.

Henriette Götz wird am 1. Mai 2019 die Nachfolge von Danièle Gross als Kaufmännische Direktorin am Theater Basel antreten.

• Mit 12'673 Studierenden und Doktorierenden, die sich im Herbstsemester 2018 für ein Studium an der Universität Basel eingeschrieben haben, ist die Gesamtzahl der Studierenden im Vergleich zum Vorjahr leicht zurückgegangen.

• Der EuroAirport begrüsste am 4. Dezember seinen 8 Millionsten Passagier und erzielte damit die höchste Jahres-Frequenz seit Gründung im Jahr 1946.

Erik Rummer (48) ist seit 2002 bei den IWB, seit 2016 als Leiter Public Relations, übernimmt auf Jahresbeginn die Leitung des Bereichs Kommunikation & Marketing und folgt damit auf Lars Knuchel, der sich selbstständig macht.

• Die Baselbieter Regierung will bei der Staatssteuer den Vergütungszins für das Jahr 2019 bei 0,2 Prozent belassen, ebenso bleibt der Verzugszins bei 6 Prozent.

• Die Bau- und Raumplanungs-Kommission des Basler Grossen Rates spricht sich für den Neubau von Staatsarchiv und Naturhistorischem Museum im St. Johann-Quartier aus.

Matthias Gysin, heute Verwaltungsleiter in der Gemeinde Aesch, wird ab 1. April 2019 neuer Geschäftsführer des "Verbandes Basellandschaftlicher Gemeinden" (VBLG) und Nachfolger von Ueli O. Kräuchi.

• Das Projekt eines Ozeaniums des Basler Zoos hat mit starkem Wellengang zu kämpfen: Das gegnerische Komitee reichte fast 5'000 Referendums-Unterschriften ein, wodurch es zu einer Volksabstimmung kommen wird.

Yvette Harder wird per 18. März 2019 neue Generalsekretärin des Basler Finanzdepartements und damit Nachfolgerin von Alexandra Schilling, die in die Kommandoabteilung der Kantonspolizei wechselte.

• Der frühere Baselbieter SP-Regierungsrat Urs Wüthrich-Pelloli übernahm an der ordentlichen Mitgliederversammlung des Fördervereins Universität Basel von Jean-Luc Nordmann das Präsidium.