© Foto by Sarah Keller, OnlineReports.ch
"Ursächliche Probleme": Rettung-Chef Walliser (rechts), Vorgesetzter Dürr links*

An der Spitze der Basler Sanität sollen Köpfe rollen

Grossrätliche Geschäftsprüfungskommission fordert "personelle Massnahmen" in der Leitung des Unruheherds


Von Fabian Schwarzenbach


Die Geschäftsprüfungskommission (GPK) des Basler Grossen Rates empfiehlt "umgehend personelle Massnahmen in der Leitung von Sanität und Rettung zu ergreifen". Das ist die Erkenntnis aus einer detaillierten Untersuchung.


Ob der Leiter Sanität, Hanspeter Altermatt, und der Kommandant der Rettung, Dominik Walliser, entlassen werden müssen, liess GPK-Präsident Tobit Schäfer (SP) an der Medienkonferenz heute Donnerstagmorgen offen: "Wie das Departement die Empfehlung der Geschäftsprüfer umsetzt, ist seine Sache." Grundsätzlich dürfe die Parlamentskommission auch nur Empfehlungen abgeben. Mit "Leitung der Sanität" meint die GPK alle verantwortlichen Personen bis hin zu Departementsvorsteher Baschi Dürr.

Unfähigkeit und Fehlverhalten

Die Oberaufsichtskommission des Parlamentes zählt mehrere Punkte auf, die sie zu dieser Empfehlung brachten. Es bestehe auf der Führungsebene eine Unfähigkeit, ein Klima des gegenseitigen Vertrauens und der Wertschätzung zu schaffen.

Dieser Vorwurf kam zusammen mit Mobbing-Vorwürfen bereits früh an die Öffentlichkeit. Die untersuchenden Politiker bestätigen ihn nun, entlasten aber die Leitung gleichzeitig von den Mobbingvorwürfen. "Die Beschwerde und Nöten der Mitarbeitenden sind nicht auf absichtliches Schikanieren zurückzuführen", erklärte Grossrat Thomas Strahm (LDP), der die Subkommission zur Sanität leitete. Die GPK sieht viel eher ein "konkretes, situatives Fehlverhalten der Führung". Weiter sei die Leitung der Sanität "grundsätzlich überfordert". Dies wirke sich negativ auf die Kommunikation und den Führungsstil aus. Eine Beruhigung des Verhältnisses zwischen Basis und Leitung sei nicht feststellbar.

Die Kommission befürchtet im Gegenteil, dass die Lage sich verschärfe und eskaliere. Eine Entspannung des Konfliktes scheitere nach wie vor an der Überforderung der Verantwortlichen. Zuletzt leide die Sanität an der langjährig andauernden personellen Unterdotierung. Die GPK glaubt nicht, dass die von Regierungsrat Dürr angekündigten Massnahmen die "ursächlichen Probleme" löse.

Gass hat Problem verharmlost

"Die Angelegenheit ist 2012 von Seiten des Departementes zu wenig ernst genommen worden", bemängelt die GPK weiter. Eine Kritik am damaligen Departementsvorsteher Hanspeter Gass? "Die Führung geht ganz nach oben", weicht Strahm aus. Konkret bestätigen mochte er den Vorwurf nicht und erklärt, dass die Kommission grundsätzlich keine Namen nenne. An anderer Stelle weist sie zusätzlich darauf hin, dass der Wechsel an der Departementsspitze "Möglichkeiten eröffne". "Die Verantwortung muss wahrgenommen werden", meinte Strahm und nahm damit den neuen Vorsteher in die Pflicht.

Der Personal- und Organisationsentwicklungsprozess des Zentralen Personaldienstes wurde bereits mehrfach öffentlich kritisiert. Die GPK schliesst sich dieser Kritik indirekt an, da sie den Prozess als "kontraproduktiv" bezeichnet. "Er lenkt von Führungsfehlern ab", meinte Strahm. Der ZPD kann demnach diesen Prozess erfolglos beenden.

Lob für die Sanitäts-Arbeit

Strahm lobt die Arbeit der Rettungssanitäterinnen und -sanitäter explizit. Die Mitarbeitenden seien hochmotiviert, engagiert und arbeiteten konstruktiv an Lösungen für die Herausforderungen der täglichen Arbeit, stellt die GPK erfreut fest. "Trotzdem besteht beim Arbeitgeber Sanität ein Imageschaden", stellte Strahm fest. Daher sei die Rekrutierung erschwert.

Die von OnlineReports aufgedeckten Probleme – wie die allgemeine Pager-Tragpflicht oder die temporäre Einstellung von Rettungssanitätern – hat die GPK ebenfalls untersucht. Allerdings seien die Führungs-, Struktur- und Kommunikationsprobleme gravierender, und um die habe sich die GPK gekümmert, sagte Strahm.

Regierungsrat Baschi Dürr hatte OnlineReports, als er seine Massnahmen bei der Sanität erläuterte, erklärt, dass er keine Personalpolitik via Medien betreibe. Die Frage nach personellen Änderungen in der Leitung der Sanität stand damals bereits im Raum. Das Justiz- und Sicherheitsdepartement hat für den Nachmittag eine Medienmitteilung in Aussicht gestellt.

 

* Begrüssung bei Dürrs Stellenantritt Anfang Februar dieses Jahres

11. Juli 2013

Weiterführende Links:


Departement Dürr: Unkonkret


Die Stellungnahme des Basler Sicherheitsdepartements ist unverbindlich. So heisst es, zum weiteren Abbau der Zeitguthaben werde es "eine Personalaufstockung geben". Das Volumen wird nicht detailliert bezeichnet. Zur umstrittenen Pager-Tragpflicht lässt das Departement verlauten, es werde derzeit überprüft, wie damit "generell weiter verfahren werden soll".


 Ihre Meinung zu diesem Artikel
(Mails ohne kompletten Absender werden nicht bearbeitet)

Was Sie auch noch interessieren könnte

SP will als "Fortschritts-
Partei" zu neuen Mehrheiten

29. November 2022

BL-Regierungs-Kandidat Thomas Noack
selbstbewusst: "Ich bin der Profilierteste".


Baselbieter Kantonsärzte geben
sich die Klinke in die Hand

28. November 2022

Samuel Erny: Nach knapp zweieinhalb
Jahren wechselt er ins Basler Krebsregister.


In der SVP-Fraktion ist
er der "grünste Landrat"

15. November 2022

GPK-Präsident und Nachwuchshoffnung
Florian Spiegel im OnlineReports-Porträt.


Kathrin Schweizer: Mehr
Schutz für Gewaltopfer

9. November 2022

Verdoppelung des Personalbestands als
Folge der gesellschaftlichen Verrohung.


Basel-Stadt ermittelt wegen
Faustschlag gegen Stiefvater

5. November 2022

Tat des jungen Marokkaners in Muttenz
könnte für ihn ernsthafte Folgen haben.


Anonyme Website will
Verunsicherung auslösen

25. Oktober 2022

Sie behauptet, Kanton und Gemeinden
seien heimlich privatisiert worden.


Reaktionen

Basler Biozentrum-Manager
im Kritik-Gewitter

19. Oktober 2022

Grosser Rat debattierte den PUK-Bericht
über das Planungs- und Kostendebakel.


Will Sandra Sollberger die
Strassen- und Klimadirektion?

17. Oktober 2022

Baselland: Bürgerliche Regierungs-
Kandidaturen
erstmals vor den Medien.


Reaktionen

23 Jahre nach Bluttat: Ist
Kanton Baselland haftbar?

5. Oktober 2022

Familiendrama: Der traumatisierte Bruder
des Täters beantragt eine staatliche Rente.


Baselbieter SVP-Funktionär
bejubelt Russen-Annektion

3. Oktober 2022

Putin-Verehrer Wilhelm Wyss gehört dem Vorstand einer Ortssektion an.


Reaktionen

www.onlinereports.ch - Das unabhängige News-Portal der Nordwestschweiz

© Das Copyright sämtlicher auf dem Portal www.onlinereports.ch enthaltenen multimedialer Inhalte (Text, Bild, Audio, Video) liegt bei der OnlineReports GmbH sowie bei den Autorinnen und Autoren. Alle Rechte vorbehalten. Nachdruck und Veröffentlichungen jeder Art nur gegen Honorar und mit schriftlichem Einverständnis der Redaktion von OnlineReports.ch.

Die Redaktion bedingt hiermit jegliche Verantwortung und Haftung für Werbe-Banner oder andere Beiträge von Dritten oder einzelnen Autoren ab, die eigene Beiträge, wenn auch mit Zustimmung der Redaktion, auf der Plattform von OnlineReports publizieren. OnlineReports bemüht sich nach bestem Wissen und Gewissen darum, Urheber- und andere Rechte von Dritten durch ihre Publikationen nicht zu verletzen. Wer dennoch eine Verletzung derartiger Rechte auf OnlineReports feststellt, wird gebeten, die Redaktion umgehend zu informieren, damit die beanstandeten Inhalte unverzüglich entfernt werden können.

Auf dieser Website gibt es Links zu Websites Dritter. Sobald Sie diese anklicken, verlassen Sie unseren Einflussbereich. Für fremde Websites, zu welchen von dieser Website aus ein Link besteht, übernimmt OnlineReports keine inhaltliche oder rechtliche Verantwortung. Dasselbe gilt für Websites Dritter, die auf OnlineReports verlinken.

https://www.onlinereports.ch/fileadmin/templates/pics/gesehen.gif
Telebasel
Wahlberichterstattung
über Kilchberg BL
vom 27. November 2022
https://www.onlinereports.ch/fileadmin/templates/pics/gesehen.gif

Der Basler Lokalsender glänzt jetzt auch mit Hintergrundbild von Kilchberg am Zürichsee.

RückSpiegel


20 Minuten nahm die OnlineReports-Recherche über den Angriff auf den Stiefvater vor dem Muttenzer Gerichtsgebäude auf.

Die Basler Zeitung und die BZ Basel nahmen die OnlineReports-News über die Rückkehr von Christine Keller in den Basler Grossen Rat auf.

In ihrer Analyse über die unklare Gesundheitsversorgung des Laufentals ging die Basler Zeitung auf eine OnlineReports-Recherche ein.

Telebasel konfrontierte die SVP-Regierungsrats-Kandidatin Sandra Sollberger mit einem Kommentar aus OnlineReports (worauf sie die Stellungnahme verweigerte).

Die BZ Basel und die Basler Zeitung nahmen den OnlineReports-Bericht über Pläne zum Abbruch des Spitals Laufen auf.

Die OnlineReports-News über den Wechsel des Telefon-Anbieters durch die Basler Verwaltung wurde von der BZ Basel und Happy Radio aufgenommen.

In seiner Aufstellung über "Politiker, die Wasser predigen und Wein trinken", nahm der Nebelspalter auch auf einen Artikel in OnlineReports Bezug.

20 Minuten griff die OnlineReports-Meldung über einen Autolenker, der bei der verbotenen Fahrt durch eine Einbahnstrasse in Birsfelden eine Radfahrerin schwer verletzte, auf.

Die OnlineReports-Nachricht vom Tod des früheren Baselbieter Regierungsrats Urs Wüthrich nahmen Telebasel, die BZ Basel, die Basler Zeitung, das SRF-Regionaljournal, Prime News, die Nachrichtenagentur SDA, 20 Minuten und Happy Radio auf.

Die BZ Basel nahm die OnlineReports-Recherche über Lärm-Überschreitungen im Osten des Gundeldinger-Quartiers auf.

Auf die OnlineReports-News über den Rücktritt der Laufener Finanzkommission reagierte die BZ Basel mit einem Nachzug.

Die Basler Zeitung nahm in ihrer Analyse der Basler FDP auf einen OnlineReports-Artikel aus dem Jahr 2005 Bezug.

Die BZ Basel nahm in ihrem Bericht über den Protest gegen entwässerte Basler Brunnen auf OnlineReports Bezug.

Die OnlineReports-News über stehengelassene BVB-Buspassagiere wurde von der BZ Basel aufgenommen.

Die BZ Basel und die Basler Zeitung nahmen die OnlineReports-News über die Aufnahme von Frauen in die drei Kleinbasler Ehrengesellschaften auf.

Die BZ Basel zog die OnlineReports-News über Login-Probleme bei der Basler Kantonalbank (BKB) nach. Ebenso das Regionaljournal, das aber keine Quelle nannte.

Die BZ Basel und das SRF-Regionaljournal nahmen die OnlineReports-Meldung vom Tod des ehemaligen Baselbieter LdU-Nationalrats Claudius Alder auf.

In ihrem Bericht über den Störungs-Aufruf von "Basel nazifrei" zitierte die Basler Zeitung aus OnlineReports.

Weitere RückSpiegel

 

In einem Satz


Heiko Vogel (47), der frühere Cheftrainer, kehrt am 1. Januar 2023 als Sportdirektor zum FC Basel zurück, um den "gesamten operativen Fussball-Alltag des FCB" zu verantworten.

Die Baselbieter Regierung hat die Mietung von Räumlichkeiten für das Amt für Migration und Bürgerrecht im Helvetia Tower in Pratteln beschlossen.

Auf die im Februar zurücktretende "Basta"-Grossrätin Beatrice Messerli (70) wird die Präsidentin des Jungen Grünen Bündnisses Nordwest, die Klimaaktivistin Fina Girard (Jahrgang 2001) folgen.

Lorenz Amiet, bisher Vizepräsident, wird neuer Präsident der SVP-Grossratsfraktion als Nachfolger von Pascal Messerli, der neu Parteipräsident wurde.

In Lörrach bewarf dieser Tage ein Unbekannter die Fassade der Synagoge der Israelitischen Kultusgemeinde mit Eiern.

Am Riehenring entsiegelt das Basler Bau- und Verkehrsdepartement als Versuch ab 31. Oktober insgesamt 14 Parkfelder, so dass dort zukünftig Regenwasser in den Untergrund geleitet wird.

Witterungsbedingt muss die Eröffnung der Kunsteisbahn Eglisee in diesem Jahr um zwei Wochen nach hinten verschoben werden, nämlich auf den 12. November.

Ab 1. November müssen sämtliche Personen, die den Kanton in strategischen Führungsorganen der Beteiligungen des Kantons Basel-Landschaft vertreten, ihre Vergütungen offenlegen.

Der Kanton Baselland beteiligt sich mit 900'000 Franken an der von der Wirtschaftskammer organisierten grössten Berufswahlmesse der Schweiz.

Am 29. Oktober, ab 10.15 Uhr, findet an der Oristalstrasse 100 A in Liestal die öffentliche Fahrzeug-Versteigerung von rund 140 Velos diverser Marken, 4 Autos (BMW X6 xDrive30d, Honda Civic 2.0i Typ R, VW T5 Kombi D 4M BMT, VW Polo Blue GT) und ein Arbeitsanhänger (BZS MA MA MA) statt.

Die Kunsteisbahn Margarethen eröffnet am 22. Oktober, die Eislaufsaison und eine Woche später; ab dem 29. Oktober, ist auch die Kunsteisbahn Eglisee geöffnet.

Die Evangelische Volkspartei Baselland (EVP) feierte am vergangenen 9. Oktober mit Partei- und ihren 100. Geburtstag.

Das Bau- und Verkehrsdepartement erteilt der Wyniger Gruppe den Zuschlag für den Betrieb der Flora-Buvette ab 2023; es soll sich um die "erste klimaneutrale Buvette" handeln.

Per 1. Januar 2023 übernimmt Christopher Henry Tütsch (49) die Geschäftsleitung des Ausländerdienstes Baselland als Nachfolger von Oliver Bolliger, der zum selben Zeitpunkt die Geschäftsleitung der Stiftung Wohnhilfe in Basel übernimmt.

Die Delegierten des Gewerbeverbandes Basel-Stadt haben am 20. September Hansjörg Wilde zum neuen Präsidenten gewählt.

Nach einjährigem Studium am Basler Gymnasium Kirschgarten konnten dieses Jahr 65 junge Erwachsene ihre Passerelle-Ausweise entgegennehmen, die ihnen nach der Berufs- oder Fachmatur den Zugang zu sämtlichen Studiengängen an den Schweizer Hochschulen ermöglichen.

In Muttenz beim Hallenbad beginnen im September /Oktober die Bohrarbeiten zur Erkundung des Untergrundes, da es dort zu Dolineneinstürzen und grossflächigen Absenkungen gekommen ist.

Der Verein "Treffpunkt Arlesheim" (ehemals "Verkehrsverein Arlesheim") beschloss bei einer Gegenstimme und einer Enthaltung, sich aufzulösen.

Gleichzeitig mit dem Start der Bundeskampagne zum Energiesparen senkt die Basler Regierung die Heiztemperatur in seinen Verwaltungsgebäuden auf 19 Grad Celsius.

Der Liestaler Stadtrat hat beschlossen, den "Engel-Saal" unter dem Namen "Stadtsaal" in eigener Regie zu betreiben, womit er den Liestaler Vereinen zukünftig zu vergünstigten Konditionen angeboten werden kann.

Die Baumann & Cie übernimmt rückwirkend per 30. Juni 100 Prozent der Aktien der Vögeli Vermögensverwaltung AG.

In Basel-Stadt ist am 19. August die aus Lehrerkreisen angeregte Initiative zur Erweiterung der Integrativen Schule durch heilpädagogisch geführte Förderklassen eingereicht worden.

Die beiden Ludotheken Bläsi und St. Johann der Robi-Spiel-Aktionen werden nach 2022 nicht weiter betrieben.

Anouk Feurer, die Co-Präsidentin des "Jungen grünen Bündnisses Nordwest", ist Nachrückende für die zurücktretende grüne Basler Grossrätin Michelle Lachenmeier.