Werbung

© Collage by OnlineReports/SVP Baselland
Peter Riebli (links) fordert Johannes Sutter heraus.

Bei der SVP Baselland kommt es zum Showdown: Peter Riebli gegen Johannes Sutter

Die Situation spitzt sich zu: Landrätin Caroline Mall zieht ihre Kandidatur für das Parteipräsidium zurück. An ihrer Stelle kandidiert am 25. April der abgesetzte Chef der Landratsfraktion.


Von Alessandra Paone


In Arboldswil schneit es an diesem Mittwochmorgen im April. "Es gibt nicht nur in der SVP Baselland Stürme, sondern auch hier bei uns", sagt Johannes Sutter, als OnlineReports mit ihm telefoniert.

Sutter ist Gemeindepräsident in Arboldswil, Vizepräsident der Baselbieter SVP und Kandidat für das Präsidium der Kantonalpartei. Eigentlich hätte er an der Generalversammlung vom 25. April gegen Landrätin Caroline Mall antreten sollen, die sich ebenfalls als Kandidatin für die Parteileitung zur Verfügung gestellt hat.

Mall verzichtet nun aber auf ihre Kandidatur. An ihrer Stelle bewirbt sich Peter Riebli für das Präsidium. Der 68-jährige Politiker aus Buckten ist vergangene Woche als Chef der SVP-Fraktion im Landrat abgesetzt worden – mit ihm auch die beiden Vizepräsidenten Andi Trüssel und Caroline Mall.

Rieblis Absetzung scheint nun den rechten Parteiflügel mobilisiert zu haben. In einem gemeinsamen Communiqué nehmen Mall, Nationalrat Thomas de Courten, der frühere Nationalrat Caspar Baader und der ehemalige Regierungsrat Thomas Weber Stellung zu den jüngsten Ereignissen.

 

Riebli bleibt im Fall einer Wahl im Landrat

 

Die Abwahl sei "ohne substanzielle inhaltliche Begründung" erfolgt und habe auch an der Parteibasis für "Unverständnis" gesorgt, heisst es im Schreiben. Landrätin Mall habe deshalb "im Gesamtinteresse" beschlossen, Peter Riebli den Vorrang zu lassen.

Riebli bestätigt auf Anfrage, dass Mall auf ihn zugekommen sei. "Meine Kandidatur war ihre Idee, nicht meine", sagt er. Auch hätten sich andere "notable und verdiente Politiker" – damit dürften die Unterzeichnenden der Medienmitteilung gemeint sein – bei ihm gemeldet und ihm ihr Bedauern für die aktuelle Situation ausgedrückt.

Tatsächlich attestieren Mall und Co. Riebli im Communiqué "ausgezeichnete politische Arbeit in der SVP-Fraktion, als Präsident der SVP Sissach und Umgebung und als Mitglied der Parteileitung". Er werde weit über die Parteigrenzen hinaus geschätzt und geachtet. Die Abwahl des Fraktionspräsidiums, verbunden mit öffentlich ausgetragenen Auseinandersetzungen, widerspreche dem Gesamtinteresse der Partei. Ihre Kritik richtet sich primär an den scheidenden Parteipräsidenten Dominik Straumann. Ihm und seinem Team sei es nicht gelungen, die "Differenzen rechtzeitig intern zu bereinigen".

Riebli wollte ursprünglich nach der Parteiversammlung als Landrat zurücktreten. Nun sieht die Situation aber anders aus: Sollte er zum Parteipräsidenten gewählt werden, will er im Kantonsparlament bleiben. Es sei besser für die Partei und die Fraktion, ein Landratsmitglied als Parteichef zu haben. Dass Straumann nicht mehr im Landrat politisiere, sei fraktions- und parteiintern immer wieder kritisiert worden, betont Riebli. 

 

Was passiert mit Sarah Regez?

 

Mit Riebli als Parteipräsident bekommt auch der Fall Sarah Regez ein anderes Gewicht. Riebli hat die umstrittene SVP-Politikerin immer unterstützt und sich selbst dann nicht von ihr distanziert, als ihre Nähe zu rechtsextremistischen Kreisen bekannt wurde. Daran hat sich nichts geändert. "Sarah Regez hat nichts gesagt oder getan, was das Parteiprogramm der SVP verletzen würde", sagt Riebli und ergänzt: "Aber wenn ich gewählt werde, rückt Sarah Regez vorläufig nicht in den Landrat nach."

Rieblis Kandidatur ändert nichts an Johannes Sutters Plänen: Er will nach wie vor Präsident werden. "Ich betrachte es als Kompliment: Die Gegenseite hatte offenbar Angst, mit Caroline Mall gegen mich zu verlieren, und hat in letzter Sekunde das Rössli gewechselt", sagt Sutter zu OnlineReports.

 

Wie der April: "Jeden Tag etwas Neues"

 

Sutter vergleicht die SVP mit dem Aprilwetter: "Jeden Tag etwas Neues." Es sei jetzt höchste Zeit für eine Hochsommer-Periode. Der Arboldswiler Gemeindepräsident und Unternehmer wünscht sich für seine Partei vor allem Ruhe. Und genau diese wolle er als Präsident wieder hineinbringen. Denn anders als von den Medien geschrieben, sei er keinem Lager zuzuschreiben.

 

"Ich bin neutral und werde im Fall einer Wahl die Parteileitung paritätisch zusammensetzen", erklärt Sutter. Sowohl das Riebli-Lager als auch jenes, das die Absetzung des Fraktionspräsidiums gefordert hat, sollen vertreten sein. "Und auch diejenigen, die sich aus dem Streit heraushalten, weil ihnen das ganze Theater zu dumm ist."

Zu Letzteren gehören etwa Nationalrätin Sandra Sollberger oder der frühere Parteipräsident Dieter Spiess. Beide unterstützen Sutters Kandidatur.

Am 25. April kommt es zum grossen Showdown – sofern vorher nichts mehr passiert.

17. April 2024

Weiterführende Links:


 Ihre Meinung zu diesem Artikel
(Mails ohne kompletten Absender werden nicht bearbeitet)
https://www.onlinereports.ch/fileadmin/templates/pics/echo.gif

"Alarmglocken läuten"

Es ist schon eigenartig, dass Übervater Blocher bei all den Auseinandersetzungen nicht erwähnt wird! Schliesslich sind es seine Leute, die Herren de Courten und Baader, welche sich hinter Herrn Riebli stellen. Herr Blocher hat kürzlich in einem NZZ-Interview mehr als weniger deutlich Frau Regez Rückendeckung gegeben. Sein Flirt mit Rechtsextremen ist eigentlich seit Jahrzehnten(!) bekannt, wurde von den Medien aber immer wieder "vergessen". Rechtsextremismus scheint für Blocher & Co offenbar kaum einer Fussnote wert. Oder vielleicht doch ein gangbarer Weg? Herr Rieblis Worte "Sarah Regez hat nichts gesagt oder getan, was das Parteiprogramm der SVP verletzen würde" sollten unsere Alarmglocken läuten lassen.


Peter Flubacher, Basel




"Als Grüner dafür"

Als Grüner bin ich dafür, dass Herr Riebli als Präsident gewählt wird. Das macht diese Partei noch unwählbarer.


Ruedi Basler, Liestal



Was Sie auch noch interessieren könnte

Kapo BS: Vernichtendes
Zeugnis für Martin Roth

21. Juni 2024

Das Basler Polizeikorps ist unzufrieden mit seinem Kommandanten – muss er gehen?


Reaktionen

Aurel Schmidt stirbt
im Alter von 89 Jahren

18. Juni 2024

Noch auf dem Totenbett schrieb
der Journalist an einem neuen Buch.


Viele Journalisten verlassen
die Branche – wir bleiben

18. Juni 2024

Das erste Jahr OnlineReports mit
Alessandra Paone und Jan Amsler.


Reaktionen

Salzabbau im Röserental:
Grillparty gegen Widerstand

13. Juni 2024

Die Schweizer Salinen gehen proaktiv
auf die Öffentlichkeit zu.


Regierungsgebäude Liestal: 
Die grosse Einweihung

11. Juni 2024

Nach einem Jahr kehrt der Baselbieter Landrat zurück an die Rathausstrasse.
 


Energiegesetz: Dieses Ja
erfordert Behutsamkeit

9. Juni 2024

Der Kommentar zur bedeutenden Abstimmung im Baselbiet.


Reaktionen

Ferdi Pulver gewinnt
die Wahl in Reinach

9. Juni 2024

Die zwei grössten Baselbieter Gemeinden haben weiterhin bürgerliche Präsidenten.


Ist Esther Roth schuld
an der Eskalation?

6. Juni 2024

Affäre um Sulzers "Zigeuner": Basler GPK kritisiert Baselbieter Kulturchefin scharf.


Reaktionen

Kritischer Spaziergang
durch Münchenstein

5. Juni 2024

Wakkerpreis: Wie entwickelt sich die Gemeinde entlang des St. Alban-Teichs?


Eine Jahrzehnt-Abstimmung,
als Konsens inszeniert

31. Mai 2024

Der Kommentar über die merkwürdig lange
Stille
um das Baselbieter Energiegesetz.


Reaktionen

www.onlinereports.ch - Das unabhängige News-Portal der Nordwestschweiz

© Das Copyright sämtlicher auf dem Portal www.onlinereports.ch enthaltenen multimedialer Inhalte (Text, Bild, Audio, Video) liegt bei der OnlineReports GmbH sowie bei den Autorinnen und Autoren. Alle Rechte vorbehalten. Nachdruck und Veröffentlichungen jeder Art nur gegen Honorar und mit schriftlichem Einverständnis der Redaktion von OnlineReports.ch.

Die Redaktion bedingt hiermit jegliche Verantwortung und Haftung für Werbe-Banner oder andere Beiträge von Dritten oder einzelnen Autoren ab, die eigene Beiträge, wenn auch mit Zustimmung der Redaktion, auf der Plattform von OnlineReports publizieren. OnlineReports bemüht sich nach bestem Wissen und Gewissen darum, Urheber- und andere Rechte von Dritten durch ihre Publikationen nicht zu verletzen. Wer dennoch eine Verletzung derartiger Rechte auf OnlineReports feststellt, wird gebeten, die Redaktion umgehend zu informieren, damit die beanstandeten Inhalte unverzüglich entfernt werden können.

Auf dieser Website gibt es Links zu Websites Dritter. Sobald Sie diese anklicken, verlassen Sie unseren Einflussbereich. Für fremde Websites, zu welchen von dieser Website aus ein Link besteht, übernimmt OnlineReports keine inhaltliche oder rechtliche Verantwortung. Dasselbe gilt für Websites Dritter, die auf OnlineReports verlinken.

https://www.onlinereports.ch/fileadmin/templates/pics/gelesen.gif
"Zwei Unfälle mit Velofahrerenden"

Watson
in einem Titel
in der Rubrik Polizeirapport
am 20. Juni 2024
https://www.onlinereports.ch/fileadmin/templates/pics/gelesen.gif

Am Ende die Velofahrer?

RückSpiegel

 

Die bz vermeldet den Tod von Aurel Schmidt und bezieht sich dabei auf OnlineReports.

Baseljetzt, bz, Volksstimme, SDA und Happy Radio nehmen die Recherche von OnlineReports über den geschassten CEO Marcel Allemann auf.

Die bz berichtet, dass Landrat Hannes Hänggi das Mitte-Präsidium übernehmen will, und verweist dabei auf OnlineReports.

Das Portal kath.ch nimmt die OnlineReports-Recherche über die Pläne der Basler Hicret-Moschee in Reinach im Medienspiegel auf.

Baseljetzt nimmt die Recherche von OnlineReports über den "Fuck SVP"-Schriftzug am Nebiker-Turm in Sissach auf.

In ihrem Bericht über die Wahl des neuen Baelbieter SVP-Präsidenten zitiert die Basler Zeitung aus einem OnlineReports-Kommentar.

 

Das Regionaljournal Basel veweist in einem Beitrag über die Probleme der Kitas im Baselbiet auf OnlineReports.

Der Klein Report nimmt die Recherche von OnlineReports über Roger Blums Buch über die Basellandschaftliche Zeitung auf.

Die BaZ bezieht sich in einem Artikel über die Zerwürfnisse in der Baselbieter SVP auf OnlineReports.

Die bz verweist in einem Bericht über die Kita-Krise im Baselbiet auf OnlineReports.

BaZ, Baseljetzt und Happy Radio nehmen die OnlineReports-News über das geplante Ministertreffen in Basel auf.

Der Sonntagsblick zitiert OnlineReports in einer grossen Recherche über die Baselbieter SVP-Politikerin Sarah Regez.

Baseljetzt verweist im Bericht über Basler Schiffsunfälle auf ein OnlineReports-Video.

Die Volksstimme greift die OnlineReports-Recherche über das Aus des Textildruck-Unternehmens Permatrend auf.
 

Weitere RückSpiegel

Werbung







In einem Satz


Markus Jordi, langjähriges Mitglied der SBB-Konzernleitung, übernimmt am 1. Januar 2025 den Vorsitz des Fachhochschulrats der Fachhochschule Nordwestschweiz.

Karoline Sutter und Urs Berger treten nach über zehn Jahren per 31. März 2025 aus dem Bankrat der Basler Kantonalbank zurück, die Vakanzen werden demnächst ausgeschrieben.

Jacqueline Herrmann und Alexander Bieger lösen Brigitte Jäggi ab, die als Rektorin des Gymnasiums Muttenz in Pension geht.

Bettina Zeugin folgt als Präsidentin von insieme Baselland auf Röbi Ziegler.

Der frühere Baselbieter SP-Regierungsrat Peter Schmid gibt das Präsidium des Freundevereins Zoo Basel an seine Parteikollegin und Landrätin Miriam Locher ab.

Eine Findungskommission sucht eine Nachfolge für Anna Schmid, Direktorin des Museums der Kulturen Basel, die 2025 in Pension geht.

Grünen-Politikerin Flavia Müller aus Allschwil rückt für Biljana Grasarevic in den Baselbieter Landrat nach.

Doppel-Pensionierung am Euro-Airport: Direktor Matthias Suhr geht Ende März 2025, sein Stellvertreter Marc Steuer Ende Dezember 2025 in den Ruhestand.

Jo Krebs
übergibt nach über 23 Jahren seine Stelle als Leiter Unternehmenskommunikation von Primeo Energie an Nachfolger Fabian Hildbrand.

Die Israelitische Gemeinde Basel wählt mit Steffi Bollag als Nachfolgerin von Emmanuel Ullmann erstmals eine Frau zur Präsidentin.

Sabina Brocal wird am
1. August Förderchefin der Abteilung Kultur im Präsidialdepartement Basel-Stadt.

Die Stadtreinigung des Basler Tiefbauamts wird ab 12. August neu von Markus Müller geleitet, sein Vorgänger Dominik Egli geht in Pension.

Christoph Jorns wird am 1. Juli Finanzchef der Basler Lebensversichererin Pax als Nachfolger von Alex Flückiger.

Mirjam Christ-Crain
 von der Universität Basel erhält den mit 200'000 Franken dotierten Otto-Naegeli-Preis für ihre patientenorientierte klinische Forschung.

Kimrobin Birrer übernimmt das Parteisekretariat der GLP Baselland von Yves Krebs.

Barbara Staehelin hat am
1. Mai das Verwaltungsrats-Präsidium des Kantonsspitals Baselland von Madeleine Stöckli übernommen.

Die Baselbieter Regierung hat Kathrin Choffat und Roger Müller als neue Mitglieder des Bankrats der BLKB für die laufende Amtsperiode bis Mitte 2027 gewählt. 

Der Baselbieter Regierungsrat hat Raphael Giossi zum Nachfolger des langjährigen kantonalen Bieneninspektors Marcel Strub gewählt.

Cyril Bleisch übernimmt bei den Jungfreisinnigen Baselland das Präsidium von Lucio Sansano.

Die Basler Sozialdemokraten haben die SP queer Basel-Stadt gegründet und als neues Organ in den Statuten der Partei verankert.

Eiskunstläuferin Kimmy Repond und Wasserfahrer Adrian Rudin sind Basler Sportlerin beziehungsweise Basler Sportler des Jahres.