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© Foto by Thomi Jourdan


Mobilfunk-Anschlag auf EVP-Politiker Thomi Jourdan

Muttenz, 5. November 2015

Der Streit um eine Mobilfunk-Antenne auf dem Hallenbad in Muttenz hat militante Formen angenommen: Auf die Familie von EVP-Gemeinderat Thomi Jourdan (Bild) wurde am Dienstagabend nach 23 Uhr ein Anschlag verübt. Ein mit einer Mobilfunk-Antenne gekennzeichneter Steinsbrocken in der Grösse einer doppelten Faust wurde mit voller Wucht durch die Haustüre der Familie Jourdan geworfen und verfehlte nur um Haaresbreite Jourdans Ehefrau im Wohnzimmer. Zudem entstand beträchtlicher Sachschaden.

Die kantonale EVP verurteilt "diese politisch motivierte Tat" aufs Schärfste. Jourdan setze sich seit vielen Jahren sehr engagiert für unseren Kanton und die Gemeinde Muttenz ein. Dass er es dabei nicht immer allen recht machen könne, verstehe sich von selbst. Die EVP ruft dazu auf, alle Mitmenschen mit Respekt und Anstand zu behandeln.

Hintergrund des Anschlags dürfte der heftige Streit sein, der um eine geplante Mobilfunk-Antenne auf dem Dach des Muttenzer Hallenbades installiert werden soll. Gegen die Antenne formierte sich starker Widerstand. Jourdan ist zuständig für das Departement Hochbau, in das Mobilfunk-Antennen auch fallen. Dem Gemeinderat wird vorgeworfen, er habe das Projekt "heimlich durchsetzen" ("Basler Zeitung") wollen. Das Baugesuch war offenbar nur im Amtsblatt publiziert worden – und erst noch während den Ferien.

Die Polizei, die den Fall bisher nicht vermeldet hat, war vor Ort. Jourdan erstattete Strafanzeige. Gegenüber OnlineReports erklärte er, der Gemeinderat habe die emotionale Wirkung auf die Bevölkerung in der Umgebung des Hallenbads unterschätzt. Auf die Publikation im Amtsblatt habe er aber keinen Einfluss gehabt, dies falle in die Kompetenz des Kantons.

Gemeinderat will Antennen-Vertrag auflösen

Die sechsköpfige Familie steht laut dem Gemeinderat "durch diesen hinterlistigen Anschlag unter Schock". Jourdan habe sich bis auf weiteres aus dem Gemeinderatsamt dispensieren lassen.

Der Gemeinderat verurteilte den Anschlag schärfstens. Er sei "jedoch nicht bereit, für eine Mobilfunkantenne die Gesundheit seiner Mitglieder aufs Spiel zu setzen und wird daher aufgrund dieses niederträchtigen Vorfalls eine Diskussion mit Sunrise Communications über eine Vertragsauflösung aufnehmen".



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