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Wieder acht Entlassungen auf der BaZ-Redaktion

Basel, 21. Februar 2011

Was OnlineReports letzte Freitagnacht ankündigte, machte BaZ-Chefredaktor Markus Somm heute Montagmorgen wahr: Er sprach acht Kündigungen aus, nach Informationen von OnlineReports sechs Mitglieder seiner Redaktion und zwei Layouter. Unter den Entlassenen befinden sich zwei Frauen, unter ihnen die langjährige Lokalredaktorin Claudia Kocher, und vier Männer – darunter Inlandredaktor Stefan Boss, Bundeshaus-Redaktor Ruedi Studer (dessen Entlassung seit einiger Zeit bekannt ist), der talentierte Teilzeit-Inlandredaktor Renato Beck, den es nur ein Jahr nach der Journalisten-Ausbildung traf, und der frühere Inland-Chef Benedikt Vogel, heutiger Deutschland-Korrespondent mit Sitz in Berlin. Vogel vertrat nicht nur im Fall um den provokativen deutschen Gesellschaftskritiker Thilo Sarrazin eine ganz andere Meinung als Chef Somm. Die Kündigungen wurden mit "wirtschaftlichen Gründen" gerechtfertigt. Die Entlassenen sollen unter den bestehenden Sozialplan fallen.

Die sechs redaktionellen Kündigungen betreffen drei Stellen des Inland-Ressorts, zwei Stellen im Ressort Basel-Stadt und eine Stelle im Auslandressort, darunter auch einige kritische Geister. Nicht allen ist die "wirtschaftliche" Begründung der Entlassung plausibel: Somm stellte als Blattmacher und Mitglied der Chefredaktion Eugen Sorg, als Produzentin Eva Neugebauer und als Lokalredaktorin Monika Zech ein. Zechs Einstellung bei der BaZ nahm indes noch vor Stellenantritt des neuen Chefredaktors ihren Anfang und auf eine offizielle Ausschreibung hin. Ebenso akquirierte Somm Max Frenkel, der, so erzählen sich Redaktoren, für seine umstrittenen Samstagskolumnen auf Seite zwei monatlich mit rund 4'000 Franken entschädigt wird.

Aus dem Kreis der Entlassenen wurde gegenüber OnlineReports die Vermutung geäussert, es könnten "zum Teil auch politische Motive" mitgespielt haben. Als Verleger Moritz Suter und Chefredaktor Somm der Redaktion um 16 Uhr über die Entlassungen informierten, soll Suter den Wunsch nach wirtschaftsfreundlicher Berichterstattung geäussert haben.

Die Redaktion der "Basler Zeitung" zählt aktuell knapp 90 Vollzeitstellen, die Freien Mitarbeitenden nicht eingerechnet. Der Informationskonzern gibt sich bei seinem Stellenabbau wortkarg: "Ausser diesem Communiqué werden keine weiteren Informationen erteilt!", heisst es am Ende desselben.

Von sich aus gekündigt haben Alexander Marzahn und Annette Scharnberg von der Kulturredaktion.




Weiterführende Links:
- Der "Basler Zeitung" stehen wieder unruhige Zeiten bevor
- BaZ-Verleger Suter sammelt Geld für das Theater Basel
- BaZ Bundeshaus: Studer muss gehen, Mensch kommt


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"Warum werden dreifache Familienväter auf die Strasse gestellt?"

Herr Somm bleibt seinem Masterplan treu, die "Basler Zeitung" auf nationalkonservativen Kurs zu trimmen. Auch die neueste Kündigungsrunde trifft Journalist/innen, die tendenziell linksliberale Positionen vertreten und sich nicht gescheut haben, auch einmal kritische Antithesen zu den zahlreichen (und stets prominent platzierten) Kommentaren aus Sommscher Feder zu formulieren. Der Chefredaktor macht für die ausgesprochenen Kündigungen aber natürlich ausschliesslich wirtschaftliche Gründe geltend und weist eine politisch motivierte Selektion weit von sich. Wenn den Entlassungen aber rein monetäre Kriterien zugrunde liegen, warum werden dann, wie im Falle des langjährigen BaZ-Mitarbeiters Stefan Boss, dreifache Familienväter auf die Strasse gesetzt?


Marco Riesch, Basel




"Meine bescheidene Rettungsaktion"

Es mutet zynisch an, wenn Moritz Suter zu einer Rettungsaktion für das Basler Theater aufruft und gleichzeitig bei der BaZ kompetente Journalistinnen und Journalisten entlassen werden. Ich werde die Zeitung weiter als kritische Bürgerin begleiten, mein BaZ-Abonnement behalten und damit einen kleinen Beitrag leisten, damit die Zeitung rsp. die dort arbeitenden Journalistinen und Journalisten nicht noch mehr unter Druck kommen. Das ist meine bescheidene Rettungsaktion für die "Basler Zeitung".


Silvia Schenker, Nationalrätin, Basel




"Diese Zeitung wird nicht gerettet, sondern ..."

Bei der BaZ wird offensichtlich nicht in erster Linie abgebaut, sondern vor allem ideologisch umgebaut. Wenn ein Max Frenkel für nur vier Kolumnen von dubioser Qualität 4'000 Franken im Monat bekommt, ist etwas faul im Staate Sutermark. Soll das Sparen sein? Diese Zeitung wird nicht gerettet, sondern mit Bedacht kaputt gemacht. Wer nach vollzogener Exekution davon profitieren will, wird sich zeigen.


Esther Murbach, Basel




"Typisch für den rechtslastigen Chefredaktor"

Die Entlassungen bei der "Basler Zeitung" sind im Fall von Claudia Kocher typisch für den rechtslastigen Chefredaktor. Claudia Kochers Ehemann ist SP-Politiker und jetzt muss die ausgezeichnete Journalistin über die Klinge springen. Kommentar überflüssig, aber schade um die Lücke im Lokalressort.


Regina Erb, Journalistin BR, Basel




"Verantwortliche sorgsam ausgespart"

In dem Bericht und in den Reaktionen tauchen viele Namen auf, nur die Verantwortlichen für das finanzielle Desaster werden sorgsam ausgespart. Warum schreibt niemand über die Truppe um den ehemaligen Verleger Hagemann, die eindrücklich bewiesen hat, wie umsichtig und verantwortungsvoll bürgerliche Unternehmer mit Geld (und Mitarbeitenden) umgehen können.


Roland Stark, Basel




"Freue mich über Frenkel und Sorg"

Max Frenkel und Eugen Sorg sind mir bestens bekannt. Freue mich sehr über diese Neuzugänge. Sie haben immer Substanzielles zu berichten. Bravo!


Maria Delfintzis, Zürich




"Sparsamkeit mit Informationen scheint Programm zu sein"

Der Informationskonzern gibt sich nicht nur bei diesem Stellenabbau wortkarg - die Sparsamkeit mit Informationen scheint programmatisch zu sein und von ganz oben bis nach ganz unten zu reichen. Herr Somm hat den Entlassenen sicher noch einen Maulkorb umgehängt, damit sie ja "niemandem nichts" sagen.

 

Ausser Frenkel und seinen unsäglichen Kolumnen kenne ich niemanden von den Neuen. Was haben die für eine politische Einstellung: Sind sie wie Somm stramm auf SVP-Kurs oder dürfen sie noch selbst denken?


Gaby Burgermeister, Basel




"Journalistische Kompetenz scheint nicht gefragt zu sein"

Wenn Herr Somm es sich offenbar leisten kann, mit Benedikt Vogel einen der wenigen BaZ-Journalisten, der diese Berufsbezeichnung wirklich verdient, zu entlassen, so wünsche ich ihm viel Glück bei der Suche nach vergleichbaren Talenten. Jemanden mit ähnlich viel Sprachkompetenz und politischem Gespür zu finden, dürfte nicht ganz leicht sein. Wenn man aber sieht, welches "Niveau" mit beispielsweise Herrn Frenkel zusätzlich angestellt wurde, scheint journalistische Kompetenz auch gar nicht unbedingt gefragt zu sein.


Marc Borer, Birsfelden



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"Steuervoralge 17"

CVP
Communiqué vom
11. Dezember 2018
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Kein gutes Omen, wenn die Vorlage schon zur Alge mutiert ist.

RückSpiegel


Telebasel zitierte zur Einleitung des "Sonntalks" über Prämienverbilligungen aus dem OnlineReports-Kommentar "Anton Lauber muss sozialer werden".

Die NZZ nimmt in ihren Hintergrund-Artikel über "Basel in der Abseitsfalle" auf einen OnlineReports-Leitartikel Bezug.

Eine Kolumne in der Basler Zeitung erinnert daran, dass OnlineReports über die Verlegung der Tram-Haltestelle vom Spalentor in die Spalenvorstadt berichtet hat.

Die Basler Zeitung publiziert aus Anlass des 20-jährigen Bestehens von OnlineReports ein ausführliches Porträt zur Entwicklungsgeschichte.

Prime News führte aus Anlass des 20-jährigen Bestehens von OnlineReports ein ausführliches Interview mit Chefredaktor Peter Knechtli.

In ihrem Bericht über einen hartnäckigen Streit um das Basler Restaurant "Löwenzorn" nimmt die Basler Zeitung auf einen früheren OnlineReports-Bericht Bezug.

Die Nachrichtenagentur SDA erwähnt OnlineReports und seine schwarzen Zahlen seit zwanzig Jahren im Zusammenhang mit der Einstellung der "Tageswoche".

Der Basler Zeitung fiel in einem Leserbrief in OnlineReports auf, dass der frühere Baselbieter Polizeisprecher auf der SVP-Liste für den Landrat kandidiert.

Telebasel, nau.ch und 20 Minuten bezogen sich in ihren Beiträgen über Sachbeschädigungen gegen die Jüdische Genossenschafts-Metzgerei auf OnlineReports.

Im Interview mit Claudia Sigel geht die Basler Zeitung auf eine Aussage der Baselbieter CVP-Präsidentin Brigitte Müller in einem OnlineReports-Interview ein.

In ihrem Bericht über das Ja der Wettbewerbs-Kommission zur Übernahme der "Basler Zeitung" durch Tamedia erwähnt die NZZ auch OnlineReports.

Die BZ Basel, Telebasel und die Basler Zeitung nahmen die OnlineReports-Nachricht vom Tod der FCB-Legende Peter Ramseier auf.

Prime News geht in ihrem Überblick über die Perspektiven des Medienplatzes Basel auch auf OnlineReports ein.

Die Basler Zeitung geht in ihrem Bericht über den "Spagat der CVP-Präsidentin" Brigitte Müller auf ihre Aussagen im OnlineReports-Interview ein.

Die Basler Zeitung, die Basellandschaftliche Zeitung, Prime News und Telebasel zitierten in ihren Berichten zur Baselbieter CVP aus dem OnlineReports-Interview mit Parteipräsidentin Brigitte Müller.

Weitere RückSpiegel

In einem Satz


• Die Baselbieter Regierung will bei der Staatssteuer den Vergütungszins für das Jahr 2019 bei 0,2 Prozent belassen, ebenso bleibt der Verzugszins bei 6 Prozent.

• Die Bau- und Raumplanungs-Kommission des Basler Grossen Rates spricht sich für den Neubau von Staatsarchiv und Naturhistorischem Museum im St. Johann-Quartier aus.

Matthias Gysin, heute Verwaltungsleiter in der Gemeinde Aesch, wird ab 1. April 2019 neuer Geschäftsführer des "Verbandes Basellandschaftlicher Gemeinden" (VBLG) und Nachfolger von Ueli O. Kräuchi.

• Das Projekt eines Ozeaniums des Basler Zoos hat mit starkem Wellengang zu kämpfen: Das gegnerische Komitee reichte fast 5'000 Referendums-Unterschriften ein, wodurch es zu einer Volksabstimmung kommen wird.

Yvette Harder wird per 18. März 2019 neue Generalsekretärin des Basler Finanzdepartements und damit Nachfolgerin von Alexandra Schilling, die in die Kommandoabteilung der Kantonspolizei wechselte.

• Der frühere Baselbieter SP-Regierungsrat Urs Wüthrich-Pelloli übernahm an der ordentlichen Mitgliederversammlung des Fördervereins Universität Basel von Jean-Luc Nordmann das Präsidium.

• In weniger als sieben Wochen sammelte das parteiunabhängige Komitee "Kein Parkhaus unter dem Tschudi-Park" mehr als 3500 Unterschrift'en für seine Petition.

• Die Baselbieter Regierung beantragt dem Landrat, dem Staatspersonal für das Jahr 2019 einen Teuerungsausgleich von 1,4 Prozent auszurichten.

Elena Hermann wird neue Leiterin der Staatlichen Schlichtungsstelle für Mietstreitigkeiten Basel-Stadt und löst Ernst Jost ab, der per Ende Jahr in Pension gehen wird.

• Das Basler Komitee gegen die kantonale Vorlage zur "Steuervorlage 17", das sich aus linken Parteien und Gewerkschaften rekrutiert, hat 3'300 Unterschriften für das Referendum gesammelt.

Andreas Häner, von 2009 bis 2015 schon Vorstandsmitglied, wird neuer Geschäftsführer des Basler Heimatschutzes und damit Nachfolger von Paul Dilitz, der nach elfjähriger Tätigkeit in den Ruhestand tritt.

Daniel Roth (61) wird im Baselbiet neuer Leiter des Rechtsdienstes von Regierung und Landrat, als Nachfolger von Hans Jakob Speich, der sich vorzeitig pensionieren lässt.

Irene Heinimann wird neue Baselbieter Kantonsapothekerin und folgt als bisherige Stellvertreterin auf Hans-Martin Grünig, der Ende Dezember in Pension geht.

• Vertiefte Kostenkontrollen zum Umbau der Kunsteisbahn Sissach zur geschlossenen Halle zeigen, dass der Bau bis zu zehn Prozent teurer wird als vorgesehen.

• Der Baselbieter alt Landratspräsident Jürg Degen und der Läufelfinger Gemeindepräsident Dieter Forter sind von "Pro Bahn Schweiz" für ihr Engagement zur Erhaltung des "Läufelfingerlis" mit dem Preis "Premio Pro Spez 2018" ausgezeichnet worden.

Steigende Bildungs- und Sozialkosten belasten das Ergebnis der Gemeinde Reinach, so dass für 2019 ein Defizit von 1,67 Millionen Franken budgetiert werden muss.

Olivier Aebi wird per 1. Februar 2019 neuer CEO des Basler Ingenieur- und Planungsunternehmens Gruner AG und Nachfolger von Kurt Rau ab, der die Gruner-Gruppe interimistisch leitet.

• Aufgrund einer umfassenden Kontrolle der Stadtgärtnerei müssen im Kanton Basel-Stadt 229 Bäume zum grössten Teil aus Sicherheitsgründen gefällt und ersetzt werden; die Liste der betroffenen Bäume wird im Kantonsblatt vom 10. Oktober publiziert.

Andrea Schenker-Wicki, die Rektorin der Universität Basel, ist durch den Universitätsrat für weitere vier Jahre bestätigt worden.

• Am 1. Oktober beginnen in Basel die Vorarbeiten für den Bau des unterirdischen Kunstmuseum-Parkings mit der Umlegung unterirdischer Leitungen.