© Foto by Peter Knechtli, OnlineReports.ch


Nur wenig Interesse an Umzugs-Projekt für Ältere

Ältere Menschen sollen grosse Wohnungen verlassen und in kleinere umziehen, damit mehr Wohnraum entsteht. Der Kanton Basel-Stadt hat Anreize geschaffen, die bislang selten genutzt worden sind. Jetzt sollen auch private Hauseigentümer mitmachen.
Basel, 31. August 2021

Der Kanton Basel-Stadt stellte vor vier Jahren ein nach seinen Worten "wegweisendes Projekt" vor, um die Wohnungsnot in der Stadt zu lindern: Ältere Menschen sollen aus Wohnungen, die ihnen zu gross geworden sind, in kleinere Wohnungen umziehen. Beispielsweise, wenn Kinder ausgezogen sind oder der Lebenspartner oder die -partnerin gestorben ist.

Für gesundheitlich angeschlagene, ältere Menschen könnte der Umzug interessant sein, wenn die neue Wohnung barrierefrei und mit einem Lift ausgestattet ist. Für den Kanton sind solche Umzüge interessant, weil dadurch Wohnraum gewonnen wird.


Ein Umzug bietet älteren Menschen finanziell meist wenig Anreiz, weil sie als langjährige Mieter für ihre grossen Wohnungen weniger bezahlen als für eine kleinere.

Finanziell lohnend, aber Bedingungen

Das Basler Projekt sieht deshalb vor, dass sich ein Umzug finanziell lohnt: Der Quadratmeterpreis der alten Wohnung wird als Berechnungsgrundlage für den Mietpreis der neuen Wohnung genommen. So kommt die Miete in einer kleineren Wohnung auf jeden Fall günstiger als in der grossen.


Das Angebot ist allerdings an mehrere einschränkende Kriterien gebunden: Die Mieter müssen über 65 Jahre alt sein und in einer Wohnung leben, die bereits dem Kanton ("Immobilien Basel-Stadt") gehört, respektive der Basler Gebäudeversicherung oder der Basler Pensionskasse. Auch die beabsichtigte, kleinere Wohnung muss von einer dieser drei Institutionen vermietet werden. Zudem muss die neue Wohnung mindestens zehn Prozent kleiner sein als die jetzige.

Nur 6 von 660 stiegen auf Angebot ein

Die staatliche Immobilienverwaltung hat inzwischen 660 Mieter angeschrieben, die dafür in Frage kämen, wie Sprecherin Barbara Neidhart gegenüber OnlineReports ausführte. Das Angebot sei zwar auf grosses Interesse gestossen, so Neidhart, aber tatsächlich zum Umzug hätten sich Mieter von nur gerade sechs Wohnungen gefunden. Das entspricht einer Quote von einem Prozent. "Das ist relativ wenig", sagt Barbara Neidhart und wertet dies dennoch als "Erfolg".

Das Pilotprojekt mit dem Namen "Sicheres Wohnen im Alter" wurde 2017 gestartet; seit 2020 ist es fester Bestandteil der Immobilien-Strategie des Kantons. Künftig will der Kanton das Projekt ausweiten: Auch private Liegenschaftseigentümer können sich neu am Projekt beteiligen.

Quartier nicht wechseln

In der Praxis zeigten sich offenbar mehrere Hürden: Ältere Menschen wollen meist nur in eine neue Wohnung im angestammten Quartier umziehen, damit sie ihre Kontakte weiter pflegen können. Eine solche Wohnung muss aber im Quartier erst frei werden, und erst noch dem Kanton gehören.

"Wir künden gewiss keinen Mietern, nur damit wir einen solchen Umzug einleiten", betont Barbara Neidhart. Ein Umzug kostet nicht nur viel Geld, er ist auch mit erheblicher Arbeit verbunden. Einen Wohnungswechsel verhindern zuweilen grosse, liebgewordene Gegenstände oder riesige Sammlungen, die in einer kleineren Wohnung keinen Platz mehr fänden.


Für Basel-Stadt dürfte das Projekt kaum nennenswerte Kosten gebracht haben, schätzt Neidhart. Bei der neuen, kleinen Wohnung muss der Kanton zwar auf einen Teil des vollen Mietpreises verzichten, dafür kann er für die freigewordenen, grossen Wohnungen einen leicht höheren Mietzins verlangen. Dabei dürften sich Kosten und Einnahmen in etwa die Waage halten, so Neidhart.



 Ihre Meinung zu dieser News
(Mails ohne kompletten Absender werden nicht bearbeitet)
https://www.onlinereports.ch/fileadmin/templates/pics/echo.gif

"Regierungsgesetz investorenfreundlich"

Das wäre ein gutes Modell, wenn es auch staatliche Regulierung enthalten würde, und zwar gegenüber den Rendite-treibenden Grossinvestoren wie CS, Zurich oder UBS, welche wöchentlich rücksichtslos 70-, 80- und 90-Jährige rauskünden. Leider ist aber das neue Regierungsgesetz investorenfreundlich und daher sowohl zahm wie gleichgültig gegenüber Älteren. Das soziale Basel muss daher auf ein überwältigendes Ja zur Wohnschutzinitiative hoffen, die am 28. November 2021 zur Abstimmung gelangt und die eigentlich eine Investorenverantwortungsinitiative ist.


Beat Leuthardt, Grossrat "Basta", Basel




"Fast unmöglich, eine geeignete Wohnung zu finden"

Das tönt alles sehr gut; besonders das mit dem "Barrierefrei". Aus eigener Erfahrung weiss ich, wie schwer, ja fast unmöglich es ist, eine geeignete Wohnung zu finden, die man nicht nur barrierefrei erreichen, sondern sich auch in ihr selbst bewegen kann. (Besonders das Badezimmer kann zur unüberwindbaren Hürde werden.)

Aber – es kommt noch etwas dazu: Wer jetzt seine Mietwohnung wechselt, bekommt  ein grosses Problem. Die wahnsinnige Ausweitung der Geldmengen durch die Zentralbanken und die Vergrösserung der Staatsschulden führt (durchaus im Interesse der Schuldner, auch des Staates) früher oder später zu Inflation; in der Folge zur Erhöhung der (Hypothekar-)Zinsen, und so ganz automatisch zur nicht unbedeutenden Erhöhung der Mieten.

Die Renten andererseits dürften eigentlich gar nicht steigen, weil die verfehlte Finanzpolitik schon jetzt die "arbeitende" Bevölkerung, insbesondere die Jugend, mittel und langfristig extrem benachteiligt.


Peter Waldner, Basel



www.onlinereports.ch - Das unabhängige News-Portal der Nordwestschweiz

© Das Copyright sämtlicher auf dem Portal www.onlinereports.ch enthaltenen multimedialer Inhalte (Text, Bild, Audio, Video) liegt bei der OnlineReports GmbH sowie bei den Autorinnen und Autoren. Alle Rechte vorbehalten. Nachdruck und Veröffentlichungen jeder Art nur gegen Honorar und mit schriftlichem Einverständnis der Redaktion von OnlineReports.ch.

Die Redaktion bedingt hiermit jegliche Verantwortung und Haftung für Werbe-Banner oder andere Beiträge von Dritten oder einzelnen Autoren ab, die eigene Beiträge, wenn auch mit Zustimmung der Redaktion, auf der Plattform von OnlineReports publizieren. OnlineReports bemüht sich nach bestem Wissen und Gewissen darum, Urheber- und andere Rechte von Dritten durch ihre Publikationen nicht zu verletzen. Wer dennoch eine Verletzung derartiger Rechte auf OnlineReports feststellt, wird gebeten, die Redaktion umgehend zu informieren, damit die beanstandeten Inhalte unverzüglich entfernt werden können.

Auf dieser Website gibt es Links zu Websites Dritter. Sobald Sie diese anklicken, verlassen Sie unseren Einflussbereich. Für fremde Websites, zu welchen von dieser Website aus ein Link besteht, übernimmt OnlineReports keine inhaltliche oder rechtliche Verantwortung. Dasselbe gilt für Websites Dritter, die auf OnlineReports verlinken.

Theater Basel

"Un sentiment de vie"
https://www.onlinereports.ch/fileadmin/templates/pics/gehort.gif
"weibliche Schriftstellerinnen"

Schweizer Radio SRF 2 Kultur
Kultur kompakt
vom 6. Oktober 2021
https://www.onlinereports.ch/fileadmin/templates/pics/gehort.gif

Genderpolitisch korrekt, es gibt heutzutage auch männliche Schriftstellerinnen.

RückSpiegel


20 Minuten nahm die OnlineReports-Geschichte über einen FCB-Hooligan und vor Appellationsgericht erfolglosen DNA-Verweigerer auf.

Die BZ Basel, Telebasel, Bajour und Prime News nahmen zum Rücktritt des Basler Nationalrats Christoph Eymann Bezug auf ein OnlineReports-Interview.

Die BZ Basel zog die OnlineReports-News über die Polizei-Kontrolle von Rechtsextremen in Bubendorf nach.

Telebasel nahm den OnlineReports-Primeur über die Sichtung einer Waschbären-Familie in Gelterkinden auf.

20 Minuten nahm die OnlineReports-Meldung über die Einleitung eines Ermittlungsverfahrens gegen den Basler Grossrat Eric W. auf.

20 Minuten, Telebasel und die BZ Basel nahmen die OnlineReports-News über die Durchführung der Basler Herbstmesse auf. Die Basler Zeitung kam einen Tag später und unterliess die Quellennennung.

Bajour nahm im Artikel über die Basler Nano-Forschung auf eine OnlineReports-Meldung Bezug.

Im Beitrag von Prime News über die "zunehmende Missachtung der Aufgabentrennung zwischen Staat und Medien" wird OnlineReports zitiert.

Telebasel und die BZ Basel nahmen die OnlineReports-News über den Grund des Tramunglücks vom Oktober 2019 auf.

Die OnlineReports-Erstmeldung über die zweite Beschwerde von ex ASE-Präsident Simon Müller vor Bundesgericht wurde von der BZ Basel aufgenommen.

Die Medienwoche nahm den OnlineReports-Leitartikel über die Förderung von Onlinemedien ohne Subventionen in ihr Monitoring auf.

Telebasel, 20 Minuten und Primenews nahmen die OnlineReports-Exklusivmeldung über den Ausnahmezustand im überfüllten Gartenbad St. Jakob auf.

Weitere RückSpiegel

 

In einem Satz


Die grünliberale Fraktion wählt Grossrat Bülent Pekerman ins Büro des Basler Grossen Rates und nominiert ihn damit im kommenden Jahr für das Amt des Statthalters und im 2023 zum ersten Grossratspräsidenten der GLP.

Das Basler Silvester-Feuerwerk kann auch dieses Jahr wegen der Corona-Pandemie nicht stattfinden.

Die frühere Baselbieter SP-Landrätin und Landrats-Präsidentin Heidy Strub ist am 21. September im Alter von 83 Jahren gestorben.

Die Birsfelder EVP-Landrätin Sara Fritz tritt nach zwölf Jahren zurück, um ihren Muttenzer Parteikollegen Thomas Buser nachrücken zu lassen.

Der Kanton Basel-Stadt budgetiert für das Jahr 2022 einen Überschuss von 78 Millionen Franken.

Ab dem 1. Oktober übernimmt Jonathan Koellreuter die Leitung des Portfolio-Managements bei Immobilien Basel-Stadt (IBS).

Raffael Kubalek wird per 1. Oktober neuer stellvertretender Generalsekretär in der Baselbieter Sicherheitsdirektion und Nachfolger von Katrin Bartels, die Gemeindeverwalterin von Arlesheim wird.

Laut Beschluss der Mitgliederversammlung stehen Patricia von Falkenstein als Präsidentin und Michael Hug als Vize "für (mindestens) vier weitere Jahre" (so die offizielle Medienmitteilung) der Basler LDP vor.

Der 52-jährige Museumsfachmann Werner Hanak übernimmt auf 15. Oktober 2021 die stellvertretende Leitung der Abteilung Kultur Basel-Stadt.

Die Basler Regierung beantragt für die Weiterführung der kantonalen Entwicklungs-Zusammenarbeit für die Jahre 2022 bis 2025 Ausgaben in der Höhe von acht Millionen Franken.

Im Baselbiet sinkt der Leerwohnungsbestand auf 1 Prozent, was einem noch tieferen Wert entspricht, der derzeit in Basel-Stadt gilt.

Die Baselbieter Juso haben am 16. August über 2’100 Unterschriften für ihre Initiative "ÖV für alle" eingereicht, die das U-Abo für alle im Kanton wohnhaften Personen gebührenfrei machen will.

Die imposante Kanada-Pappel auf dem Basler Wiesendamm steht nicht mehr stabil und ihr Stammfuss ist teilweise faul, weshalb sie am 16. August gefällt und durch einen Jungbaum ersetzt wird.

Der 30-jährige Rechtsverteidiger Michael Lang wechselt per sofort von Borussia Mönchengladbach zurück zum FC Basel.

Barbara Rentsch wird neue Geschäftsleiterin der staatlichen Liegenschafts-Verwaltung Immobilien Basel-Stadt (IBS) und Nachfolgerin von Rolf Borner, der das Finanzdepartement per Ende Juli verlassen wird.

Christoph Gloor wird per 1. Juli neuer Präsident der Stiftung des Kunstmuseums Basel als Nachfolger von Markus Altwegg.

Sämtliche Nacht-S-Bahnen, Nachttrams und Nachtbusse des TNW-Nachtnetzes verkehren ab dem ersten Wochenende im Juli wieder gemäss Fahrplan.

Hptm Pascal Geiger wird per 1. Juli 2021 die Leitung der Sicherheitspolizei Ost von Hptm Armin Reichenstein übernehmen, der intern in die Verkehrspolizei wechselt.

Das Basler Gesundheitsdepartement hebt die befristete Verfügung "Allgemeine Maskentragpflicht und Konsumationsverbot von Speisen und Getränken auf Allmend in der Steinenvorstadt" per Samstag, 26. Juni, auf.

Corinne Hügli wird per 1. Oktober neue Leiterin des Statistischen Amts Baselland und Nachfolgerin von Johann Christoffel, der Ende September in den Ruhestand tritt.

Als Nachfolger von Felix Keller übernimmt am 1. Juli Simon Oberbeck das Präsidium der Baselbieter CVP/GLP-Fraktion.

Der diplomierte Ingenieur Florian Kaufmann wird per 1. September im Baselbieter Amt für Raumplanung die Leitung der Abteilung Öffentlicher Verkehr übernehmen (Nachfolge von Eva Juhasz).