Kunst-Streit an Eymanns Erziehungs-Sitz "beigelegt": Künstlerin erhält 15'000 Franken

Der Streit um das abgelehnte Kunstwerk in der Eingangshalle des Basler Erziehungsdepartements ist beigelegt. Dies erklärte Michael Koechlin, Leiter des staatlichen Ressorts Kultur, nach einer Aussprache von Regierungsrat Christoph Eymann mit der Kunstkreditkommission gegenüber OnlineReports.
Basel, 2. Oktober 2002

Zum Knatsch war es gekommen, nachdem die Basler Regierung auf Antrag Eymanns just in der Sommerpause die Realisierung einer Installation von Soja Feldmeier abgelehnt hatte. Dies, obschon die Kunstkreditkommission das Projekt unter vier Vorschlägen von Basler Kunstschaffenden als Sieger bewertet und zur Verwirklichung vorgeschlagen hatte.

Die Künstlerin hatte den Eingangsbereich des Departementssitzes in zwei Wartezonen unterteilen wollen, die an die Märchenstationen - Grimm-Märchen via Telefonhörer - hätten erinnern sollen, wie sie seit den siebziger Jahren in Verkaufsgeschäften eingerichtet waren. Seinen Ablehnungsantrag begründete Eymann gegenüber der Kommission laut "Programmzeitung" damit, es sei "besonders heikel, im Eingangsbereich des Departements, das auch für Kultur zuständig ist, ein Kunstwerk zu installieren". Im Gespräch mit OnlineReports führte Michael Koechlin indes ein anderes Argument ins Feld: Feldmeiers Werk sei fälschlicherweise davon ausgegangen, dass es sich beim Eingangsbereich des Departementssitzes um eine Wartezone handle. Koechlin: "Genaus dies sollte es nicht sein."

Hedy Graber, Beauftragte für Kulturprojekte im Erziehungsdepartement und Vorsitzende der Kunstkreditkommission, betonte dagegen auf Anfrage, der Kommission sei von Seiten der Architekten, Innenarchitekten und des Departements letzten Herbst mündlich klar erklärt worden, es handle sich beim Eingangsbereich um eine "Warte- und Durchgangszone". Dies sei auch in der von der Regierung genehmigten Ausschreibung so festgehalten gewesen. Der staatliche Vertreter in der Kommission, Departementssekretär Markus Grolimund, habe zwar das ausgewählte Projekt am 19. April nicht unterstützt, aber auch nicht vehement bekämpft. An ihren eigenen Entscheid vermochte sich Hedy Graber nicht mehr zu erinnern: "Ich weiss nicht mehr, für wen ich gestimmt habe." Mit zum Konflikt beigetragen habe der Umstand, dass Eymann seine Ablehnung gegenüber der Regierung (mangelnde Akzeptanz, Verwendung der Mittel) anders begründet habe als gegenüber der Kommission (Einganghalle kein Ort für Kunst).

Laut Koechlin ist Eymann "nicht grundsätzlich gegen Kunst am Bau", auch werde die fachliche Kompetenz der Kunstkreditkommission keineswegs angezweifelt. Aber die Kommission habe ein "zu wenig klares Bild darüber gehabt, was die Funktion der Halle ist". Feldmeiers Warteansatz hätte ein "völlig falsches Signal" gegeben. An einer Aussprache mit der Kunstkreditkommission letzte Woche räumte Eymann Fehler im Vorgehen ein. Die Besprechung mit der Kommission hätte vor dem Entscheid der Regierung stattfinden müssen. Eymann machte der Künstlerin für die Nicht-Realisierung ein finanzielles Angebot, das zwar "etwas" (Koechlin) unter ihren eigenen Vorstellungen liegt, aber das die Kommission der Künstlerin zur Annahme empfiehlt. Wie OnlineReports aus anderer Quelle erfuhr, verlangte die Künstlerin 22'000 Franken, Eymann bietet ihr 15'000 Franken an. Laut Hedy Graber ist Sonja Feldmeier bereit, das Angebot anzunehmen.

Die Kunstkreditkommission bildet nun aufgrund dieses "Kommunikationsproblems" (Koechlin) eine Gruppe, die Modell-Vorschläge über den künftigen Umgang mit Kunst am öffentlichen Bau ausarbeitet. Ausserdem soll der Regierung bis 3. Oktober ein Brief der Kommission zugehen. Koechlins Fazit: "Es ist jetzt wieder Frieden. Der Fall ist erledigt."



 Ihre Meinung zu dieser News
(Mails ohne kompletten Absender werden nicht bearbeitet)

www.onlinereports.ch - Das unabhängige News-Portal der Nordwestschweiz

© Das Copyright sämtlicher auf dem Portal www.onlinereports.ch enthaltenen multimedialer Inhalte (Text, Bild, Audio, Video) liegt bei der OnlineReports GmbH sowie bei den Autorinnen und Autoren. Alle Rechte vorbehalten. Nachdruck und Veröffentlichungen jeder Art nur gegen Honorar und mit schriftlichem Einverständnis der Redaktion von OnlineReports.ch.

Die Redaktion bedingt hiermit jegliche Verantwortung und Haftung für Werbe-Banner oder andere Beiträge von Dritten oder einzelnen Autoren ab, die eigene Beiträge, wenn auch mit Zustimmung der Redaktion, auf der Plattform von OnlineReports publizieren. OnlineReports bemüht sich nach bestem Wissen und Gewissen darum, Urheber- und andere Rechte von Dritten durch ihre Publikationen nicht zu verletzen. Wer dennoch eine Verletzung derartiger Rechte auf OnlineReports feststellt, wird gebeten, die Redaktion umgehend zu informieren, damit die beanstandeten Inhalte unverzüglich entfernt werden können.

Auf dieser Website gibt es Links zu Websites Dritter. Sobald Sie diese anklicken, verlassen Sie unseren Einflussbereich. Für fremde Websites, zu welchen von dieser Website aus ein Link besteht, übernimmt OnlineReports keine inhaltliche oder rechtliche Verantwortung. Dasselbe gilt für Websites Dritter, die auf OnlineReports verlinken.

https://www.onlinereports.ch/fileadmin/templates/pics/gelesen.gif
"Anpralldämper"

Kantonspolizei Basel-Stadt
in einer Unfallmeldung
vom 7. November 2022
https://www.onlinereports.ch/fileadmin/templates/pics/gelesen.gif

Er dämpft sogar Buchstaben weg.

RückSpiegel


matthiaszehnder.ch nimmt die beiden News-Artikel aus OnlineReports zum Anlass, sich über die schrumpfende Kulturberichterstattung in den Schweizer Medien Gedanken zu machen.

Bajour zitierte OnlineReports in seinem Bericht über die Verwicklung von Bundesratskandidatin Eva Herzog in umstrittene Basler Geschäfte.

In ihrer Recherche über die sterbende Kulturberichterstattung in Basler Medien bezieht sich Bajour auf OnlineReports.

20 Minuten nahm die OnlineReports-Recherche über den Angriff auf den Stiefvater vor dem Muttenzer Gerichtsgebäude auf.

Die Basler Zeitung und die BZ Basel nahmen die OnlineReports-News über die Rückkehr von Christine Keller in den Basler Grossen Rat auf.

In ihrer Analyse über die unklare Gesundheitsversorgung des Laufentals ging die Basler Zeitung auf eine OnlineReports-Recherche ein.

Telebasel konfrontierte die SVP-Regierungsrats-Kandidatin Sandra Sollberger mit einem Kommentar aus OnlineReports (worauf sie die Stellungnahme verweigerte).

Die BZ Basel und die Basler Zeitung nahmen den OnlineReports-Bericht über Pläne zum Abbruch des Spitals Laufen auf.

Die OnlineReports-News über den Wechsel des Telefon-Anbieters durch die Basler Verwaltung wurde von der BZ Basel und Happy Radio aufgenommen.

In seiner Aufstellung über "Politiker, die Wasser predigen und Wein trinken", nahm der Nebelspalter auch auf einen Artikel in OnlineReports Bezug.

20 Minuten griff die OnlineReports-Meldung über einen Autolenker, der bei der verbotenen Fahrt durch eine Einbahnstrasse in Birsfelden eine Radfahrerin schwer verletzte, auf.

Die OnlineReports-Nachricht vom Tod des früheren Baselbieter Regierungsrats Urs Wüthrich nahmen Telebasel, die BZ Basel, die Basler Zeitung, das SRF-Regionaljournal, Prime News, die Nachrichtenagentur SDA, 20 Minuten und Happy Radio auf.

Die BZ Basel nahm die OnlineReports-Recherche über Lärm-Überschreitungen im Osten des Gundeldinger-Quartiers auf.

Auf die OnlineReports-News über den Rücktritt der Laufener Finanzkommission reagierte die BZ Basel mit einem Nachzug.

Die Basler Zeitung nahm in ihrer Analyse der Basler FDP auf einen OnlineReports-Artikel aus dem Jahr 2005 Bezug.

Die BZ Basel nahm in ihrem Bericht über den Protest gegen entwässerte Basler Brunnen auf OnlineReports Bezug.

Die OnlineReports-News über stehengelassene BVB-Buspassagiere wurde von der BZ Basel aufgenommen.

Die BZ Basel und die Basler Zeitung nahmen die OnlineReports-News über die Aufnahme von Frauen in die drei Kleinbasler Ehrengesellschaften auf.

Die BZ Basel zog die OnlineReports-News über Login-Probleme bei der Basler Kantonalbank (BKB) nach. Ebenso das Regionaljournal, das aber keine Quelle nannte.

Die BZ Basel und das SRF-Regionaljournal nahmen die OnlineReports-Meldung vom Tod des ehemaligen Baselbieter LdU-Nationalrats Claudius Alder auf.

In ihrem Bericht über den Störungs-Aufruf von "Basel nazifrei" zitierte die Basler Zeitung aus OnlineReports.

Weitere RückSpiegel

 

In einem Satz


Nicola Goepfert, seit Juni Mitglied des Basler Grossen Ratse, wurde als neuer Co-Präsident der Links-Partei "Basta" gewählt.

Heiko Vogel (47), der frühere Cheftrainer, kehrt am 1. Januar 2023 als Sportdirektor zum FC Basel zurück, um den "gesamten operativen Fussball-Alltag des FCB" zu verantworten.

Die Baselbieter Regierung hat die Mietung von Räumlichkeiten für das Amt für Migration und Bürgerrecht im Helvetia Tower in Pratteln beschlossen.

Auf die im Februar zurücktretende "Basta"-Grossrätin Beatrice Messerli (70) wird die Präsidentin des Jungen Grünen Bündnisses Nordwest, die Klimaaktivistin Fina Girard (Jahrgang 2001) folgen.

Lorenz Amiet, bisher Vizepräsident, wird neuer Präsident der SVP-Grossratsfraktion als Nachfolger von Pascal Messerli, der neu Parteipräsident wurde.

In Lörrach bewarf dieser Tage ein Unbekannter die Fassade der Synagoge der Israelitischen Kultusgemeinde mit Eiern.

Am Riehenring entsiegelt das Basler Bau- und Verkehrsdepartement als Versuch ab 31. Oktober insgesamt 14 Parkfelder, so dass dort zukünftig Regenwasser in den Untergrund geleitet wird.

Witterungsbedingt muss die Eröffnung der Kunsteisbahn Eglisee in diesem Jahr um zwei Wochen nach hinten verschoben werden, nämlich auf den 12. November.

Ab 1. November müssen sämtliche Personen, die den Kanton in strategischen Führungsorganen der Beteiligungen des Kantons Basel-Landschaft vertreten, ihre Vergütungen offenlegen.

Der Kanton Baselland beteiligt sich mit 900'000 Franken an der von der Wirtschaftskammer organisierten grössten Berufswahlmesse der Schweiz.

Am 29. Oktober, ab 10.15 Uhr, findet an der Oristalstrasse 100 A in Liestal die öffentliche Fahrzeug-Versteigerung von rund 140 Velos diverser Marken, 4 Autos (BMW X6 xDrive30d, Honda Civic 2.0i Typ R, VW T5 Kombi D 4M BMT, VW Polo Blue GT) und ein Arbeitsanhänger (BZS MA MA MA) statt.

Die Kunsteisbahn Margarethen eröffnet am 22. Oktober, die Eislaufsaison und eine Woche später; ab dem 29. Oktober, ist auch die Kunsteisbahn Eglisee geöffnet.

Die Evangelische Volkspartei Baselland (EVP) feierte am vergangenen 9. Oktober mit Partei- und ihren 100. Geburtstag.

Das Bau- und Verkehrsdepartement erteilt der Wyniger Gruppe den Zuschlag für den Betrieb der Flora-Buvette ab 2023; es soll sich um die "erste klimaneutrale Buvette" handeln.

Per 1. Januar 2023 übernimmt Christopher Henry Tütsch (49) die Geschäftsleitung des Ausländerdienstes Baselland als Nachfolger von Oliver Bolliger, der zum selben Zeitpunkt die Geschäftsleitung der Stiftung Wohnhilfe in Basel übernimmt.

Die Delegierten des Gewerbeverbandes Basel-Stadt haben am 20. September Hansjörg Wilde zum neuen Präsidenten gewählt.

Nach einjährigem Studium am Basler Gymnasium Kirschgarten konnten dieses Jahr 65 junge Erwachsene ihre Passerelle-Ausweise entgegennehmen, die ihnen nach der Berufs- oder Fachmatur den Zugang zu sämtlichen Studiengängen an den Schweizer Hochschulen ermöglichen.

In Muttenz beim Hallenbad beginnen im September /Oktober die Bohrarbeiten zur Erkundung des Untergrundes, da es dort zu Dolineneinstürzen und grossflächigen Absenkungen gekommen ist.