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Wo einst das Astronomische Institut einquartiert war, werden Schaffens- und Erlebnisräume für Seniorinnen und Senioren angeboten.

Kosmos Space: Senioren-Projekt auf dem Bruderholz stand kurz vor dem Aus

Haarscharf konnte der gemeinnützige und von den Kantonen geförderte Verein die Auflösung abwenden. Trotzdem trat der gesamte Vorstand zurück.


Von Alessandra Paone


Als in der Corona-Krise klar wurde, wie viele Aktivitäten und soziale Kontakte für ältere Menschen wegfallen, dachten sich wohl die Initianten des Vereins Kosmos Space: Jetzt erst recht! Im Herbst 2020 starteten sie ihr Projekt. 

Auf dem Margarethenhügel, wo einst das Astronomische Institut der Uni Basel stationiert war, sollten ältere Menschen die Möglichkeit erhalten, ihren Ruhestand aktiv zu gestalten, indem sie eigene Dienstleistungen anbieten wie zum Beispiel Deutschunterricht für Fremdsprachige, Mal- oder Schreibkurse. Oder indem sie selbst an generationenübergreifenden Projekten teilnehmen.

Der Plan der Verantwortlichen, zu denen die Uni-Professorin Daniela Finke und der Unternehmer Daniel Wiener gehören, ging aber nicht wie gewünscht auf. Die Pandemie verzögerte die Umbauarbeiten am Gebäude. Aber noch viel schlimmer: Es fehlten die Einnahmen.

 

Verein wies "buchmässige Überschuldung" auf

 

Die finanzielle Lage präsentierte sich derart schlecht, dass das mit der Revision beauftragte Büro in seinem Bericht vom 5. Juni 2023 schrieb: "Wir machen darauf aufmerksam, dass die Jahresrechnung des Vereins Kosmos Space eine buchmässige Überschuldung ausweist." Das Fremdkapital sei "weder auf Basis von Fortführungs- noch von Veräusserungswerten gedeckt". Es bestünden "erhebliche Zweifel", dass der Verein die Unternehmenstätigkeit fortführen könne.

Mit anderen Worten: Schafft es der Verein nicht, die Löcher zu stopfen, muss er aufgelöst werden. Dass Kosmos Space kurz vor dem Aus stand, darüber wusste in der Öffentlichkeit aber kaum jemand Bescheid. Dabei wäre die Situation durchaus von Interesse gewesen, wird der Verein doch auch mit Geldern aus dem Lotteriefonds der Kantone Basel-Stadt und Baselland unterstützt.

Lange war nicht klar, ob es dem Verein gelingen würde, die Mittel aufzubringen. Recherchen von OnlineReports zeigen nun: Die Auflösung konnte haarscharf abgewendet werden – aber nur dank der Christoph Merian Stiftung (CMS), die im vergangenen Sommer einen Zusatzbeitrag über 27'000 Franken sprach.

 

Christoph Merian Stiftung spricht zusätzliche Gelder

 

Die CMS unterstützt Kosmos Space von Beginn weg, zuletzt mit je 50'000 Franken für die Jahre 2022 und 2023. Zu allen geförderten Projekten gehöre eine von beiden Seiten unterzeichnete Fördervereinbarung, sagt CMS-Sprecherin Elisabeth Pestalozzi. Im Fall von Kosmos Space bedeutet dies unter anderem: Der Verein muss den ordentlichen Betrieb sicherstellen und ein nachhaltiges Finanzierungskonzept erarbeiten.

Doch offenbar verlieh das zusätzliche Geld dem Vorstand keinen neuen Elan. Dieser trat am 28. November an einer ausserordentlichen Mitgliederversammlung in corpore zurück. Es war ein leiser Abgang, den der Verein weder aktiv kommunizierte noch auf seiner Website erwähnte. Im Gegenteil: Daniela Finke war dort noch lange nach ihrem Rücktritt als Präsidentin aufgeführt. 

Nun scheint sich aber etwas zu tun. Der Verein hat bald eine neue Website, wie auf der Homepage zu erfahren ist. Vor allem aber hat er bereits einen neuen Vorstand. Präsidentin ist die Opernsängerin Emma Stirnimann. Zum Gremium gehören ausserdem die Künstlerin Ruth Bucher in der Funktion als Vizepräsidentin und Informatik-Unternehmer Markus Reichhardt, der die Aufgabe des Kassiers übernommen hat.

 

Mehr Mieteinnamen statt Stiftungsgelder

 

"Mir war wichtig, dass das Angebot erhalten bleibt", sagt Stirnimann zu OnlineReports. Deshalb habe sie beschlossen, sich im Vorstand zu engagieren. "Ich kenne und teile die Philosophie des Vereins." Die 54-Jährige ist seit dem 1. November 2021 Mieterin im Haus auf dem Bruderholz. Im Raum Einhorn bietet sie Sprechtechnik-Unterricht an.

 

"Es hat mir bisher zu wenig gelebt": Emma Stirnimann. © Foto ZVG

Stirnimann wünscht sich mehr Betrieb an der Venusstrasse 7. "Es hat bisher zu wenig gelebt", sagt die Kosmos-Präsidentin. Dies will der Vorstand vor allem mit Mieterinnen und Mietern erreichen, die die vorhandenen Räume tageweise oder dauerhaft nutzen. Auch sollen mehr Anlässe und Veranstaltungen stattfinden wie beispielsweise Konferenzen, Seminare oder Feiern. Davon erhofft man sich mehr und regelmässige Einnahmen, um den Aufwand zu decken.

Bis anhin habe sich der Verein vorwiegend durch Stiftungsgelder finanziert, sagt Stirnimann. Da diese Beiträge jedoch an Projekte gebunden seien, könne man sie nicht anders einsetzen. "Unsere Stromrechnungen können wir damit nicht bezahlen." Die Präsidentin betont, dass der Vorstand die Zusammenarbeit mit Stiftungen auch in Zukunft weiterführen möchte. Der Hauptfokus soll aber darauf liegen, Mieterinnen und Mietern zu gewinnen.

Stirnimann ist überzeugt, dass Kosmos Space "mit diesem soliden Konzept" finanziell wieder gut dastehen wird. "Wir haben schon viele interessierte Mieterinnen und Mieter und müssen nur noch aussuchen, welche Berufsgattung am besten zu uns passt", sagt sie.

 

Mietvertrag auf dem Bruderholz läuft 2025 aus

 

Doch selbst wenn die eingeleiteten Massnahmen Wirkung zeigen sollten, könnte der Verein schon bald mit dem nächsten Problem konfrontiert sein: Er ist an der Venusstrasse nur als Zwischenmieter einquartiert, und der Vertrag mit Immobilien Basel-Stadt läuft Ende 2025 aus. Was danach mit der Liegenschaft geschieht, ist noch offen. Zurzeit liefen verschiedene Abklärungen, es sei aber noch nichts spruchreif, schreibt die Behörde auf Anfrage.

Kosmos Space sei sehr an einer Verlängerung des Mietvertrags interessiert, sagt Stirnimann. Sollte das nicht klappen, würde dies aber nicht das Ende bedeuten. Der Verein sei nicht an einen bestimmten Ort gebunden.

Doch ob der Name andernorts noch passt?

23. Januar 2024


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