© Foto by OnlineReports.ch
"Jeder hat seine eigene Strategie": Basler Kantonalbank-Chef Werner Sigg

Die Wege gehen auseinander

Eine Fusion der Kantonalbanken von Basel-Stadt und Baselland ist für längere Zeit vom Tisch


Von Peter Knechtli


Noch vor wenigen Jahren schien es nur eine Frage der Zeit zu sein, bis sich die Basler Kantonalbank (BKB) und die Basellandschaftliche Kantonalbank (BLKB) zu einem einzigen Geldinstitut zusammenschliessen. Wer in den Archiven zurück blättert, trifft immerhin schon auf den Begriff "Kantonalbanken beider Basel". Heute ist die Fusions-Idee vom Tisch.


Für BKB-Direktionspräsident Werner Sigg ist klar: "So wenig sich die beiden Basler Halbkantone in absehbarer Zeit zu einem Kanton vereinigen, so wenig wird auch die Kantonalbank beider Basel entstehen." Dabei sähe der Banker durchaus auch Vorteile: "Wirtschaftlich würde eine solche Fusion sehr viel Sinn machen". Politisch aber stehe eine derartige Entwicklung nicht auf der Traktandenliste.

Die Chefs wollen eigene Überzeugungen realisieren

Nun werden die Kantonalbanken am Rhein mit Werner Sigg und an der Ergolz mit Paul Nyffeler, früherer Baselbieter Finanzdirektor, von profilierten Persönlichkeiten geführt, die gern ihre eigenen Vorstellungen umzusetzen pflegen. Sigg sagt es so: "Ich habe 40jährige Banklaufbahn hinter mir. Ich verstehe auf diesem Gebiet viel. Herr Nyffeler hat eine andere Karriere. Er war sehr lange erfolgreicher Politiker und kam dann ins Bankgeschäft. Wenn es ums Politische geht, ist er mir bei weitem überlegen."

Zwar treffen sich die Bankspitzen "in regelmässigen Abständen". Sigg wie BLKL-Generalsekretär Rudolf Messerli sprechen von einem "guten Kontakt", aber "wir sind im Markt auch Konkurrenten". So beschränken sich die gemeinsamen Aktivitäten auf wenige Beispiele. Der markanteste Kooperationspunkt ist die vor drei Jahren gegründete Sourcag AG, eine heute 180 Mitarbeitende starke gemeinsame Dienstleistungsgesellschaft für Wertschriftenadministration und Zahlungsverkehr mit Sitz in Münchenstein BL. Das Ziel sei es, so Sigg, weitere Banken als Kunden zu akquirieren. "Doch so weit sind wir noch nicht, das müssen wir offen zugeben." Weitere nennenswerte Kooperationen gibt es keine, vom telefonischen Konto-Abfragesystem oder der Abwicklung von Baselbieter Börsengeschäften über das SWX-Mitglied BKB einmal abgesehen.

Basler Expansion mit Private Banking

"Jeder hat seine eigenen strategischen Schwerpunkte", sagt Werner Sigg. Basel ist derzeit dabei, die Eigenkapitalrendite der mediokren Bank Coop innerhalb der nächsten drei Jahre von zehn auf das heutige BKB-Niveau von 16 Prozent zu erhöhen. In Genf, wo die BKB vor erst einem Jahr eine personelle und räumliche Zusammenarbeit im Private-Banking-Bereich mit der MFC Merchant Bank einging, wurde die Zusammenarbeit "im gegenseitigen Einvernehmen aufgelöst". Die Geschäfte, die MFC über die BKB abwickeln wollte, behagten den Baslern nicht (Sigg: "etwas ungewöhnliche Transaktionen", "grosser spekulativer Einschlag").

Bisher hat das Genfer Engagement laut Sigg "nicht gekostet, aber auch nichts gebracht". Doch mit einem Totalbestand von 12 Leuten soll jetzt das Geschäft wie in Zürich zum Blühen gebracht werden. In der Limmatstadt, wo die Basler Kantonalbank mit Private Banking ihre Expansionsstrategie begann, verwalten 20 Profis 2,5 Milliarden Franken Vermögen.

Überraschender Kauf der Atag Asset Management

Im Windschatten der Basler stieg auch die Basellandschaftliche Kantonalbank ins private Banking ein - dafür um so markanter: Mit der Übernahme der Atag Asset Management (AAM), die zwischen 300 und 400 Millionen Franken gekostet haben dürfte, wuchs das verwaltete Vermögen auf 20 Milliarden Franken an. Gleichzeitig ist die BLKB somit an sieben Schweizer Standorten aktiv. Jüngste AAM-Filiale ist jene in Aarau, wo Chef Peter Steiner von der Aargauer Kantonalbank abgeworben werden konnte.

Eines allerdings wird in beiden Kantonalbanken absehbar sein: Ein Generationenwechsel. Beide Direktionspräsidenten sind 61jährig und somit berechtigt, ihre Nachfolge gelegentlich zu regeln. Doch dies ändert nichts daran, dass die beiden Banken weiterhin getrennte Wege gehen.

2. Januar 2001


 Ihre Meinung zu diesem Artikel
(Mails ohne kompletten Absender werden nicht bearbeitet)

www.onlinereports.ch - Das unabhängige News-Portal der Nordwestschweiz

© Das Copyright sämtlicher auf dem Portal www.onlinereports.ch enthaltenen multimedialer Inhalte (Text, Bild, Audio, Video) liegt bei der OnlineReports GmbH sowie bei den Autorinnen und Autoren. Alle Rechte vorbehalten. Nachdruck und Veröffentlichungen jeder Art nur gegen Honorar und mit schriftlichem Einverständnis der Redaktion von OnlineReports.ch.

Die Redaktion bedingt hiermit jegliche Verantwortung und Haftung für Werbe-Banner oder andere Beiträge von Dritten oder einzelnen Autoren ab, die eigene Beiträge, wenn auch mit Zustimmung der Redaktion, auf der Plattform von OnlineReports publizieren. OnlineReports bemüht sich nach bestem Wissen und Gewissen darum, Urheber- und andere Rechte von Dritten durch ihre Publikationen nicht zu verletzen. Wer dennoch eine Verletzung derartiger Rechte auf OnlineReports feststellt, wird gebeten, die Redaktion umgehend zu informieren, damit die beanstandeten Inhalte unverzüglich entfernt werden können.

Auf dieser Website gibt es Links zu Websites Dritter. Sobald Sie diese anklicken, verlassen Sie unseren Einflussbereich. Für fremde Websites, zu welchen von dieser Website aus ein Link besteht, übernimmt OnlineReports keine inhaltliche oder rechtliche Verantwortung. Dasselbe gilt für Websites Dritter, die auf OnlineReports verlinken.

fileadmin/templates/pics/gelesen.gif
"Die Temperaturen kratzen heute am Gefrierpunkt."

BZ Basel
Newsletter
vom 1. Dezember 2017
fileadmin/templates/pics/gelesen.gif

Hinterliessen sie Spuren, die Temperaturen?

"Und übrigens ..."

Weihnachts-Geschichte aus Israel
RückSpiegel


Die Basler Zeitung zog die OnlineReports-News über den Entscheid des Basler Appellationsgerichts gegen die Nichtanhandnahme der Strafanzeigen von Staatsanwältin Eva Eichenberger und Strafgerichtspräsident Lucius Hagemann durch die Obwaldner Oberstaatsanwältin Esther Omlin im Fall "Lehrer H." nach.

In ihrem Artikel über die "Berlusconisierung von links" zitiert die Weltwoche aus dem "dem gutinformierten Basler Internetdienst OnlineReports".

In seinem Bericht über die Gefährlichkeit des Basler Centralbahnplatzes geht Barfi auf einen OnlineReports-Bericht aus dem Jahr 2001 ein, der damals schon die Probleme thematisierte.

Blick, Tages-Anzeiger, Basler Zeitung, BZ Basel, 20 Minuten und Barfi bezogen sich in ihren Artikeln über die Schüsse einen Mann in der Basler Innenstadt auf einen News-Primeur von OnlineReports.

Der Tages-Anzeiger und 20 Minuten nahmen in ihren Berichten über den gefährlichen Zwischenfall mit einem Intercity-Zuges der SBB in Stein-Säckingen auf OnlineReports Bezug.

In ihrem Interview mit der neuen BVB-Präsidentin Yvonne Hunkeler nahm die Basler Zeitung auf OnlineReports Bezug.

Die Basler Zeitung nahm den OnlineReports-Feature über den Einbruch im Restaurant "Dalbestübli" auf.

Die Volksstimme zitierte in ihrer Presseschau über die Säuli-Metzgete in Sissach aus der OnlineReports-Reportage.

Im Bericht über Rechtsprobleme des Bordells an der Basler Amerbachstrasse zitiert Barfi aus OnlineReports.

Ausführlich geht die Basler Zeitung auf einen kritischen OnlineReports-Gastkommentar über den Eigenmietwert-Steuerfall um Rösly M. ein.

In seinem Beitrag über "Die Basler Sinnkrise" zitiert der Tages-Anzeiger aus dem OnlineReports-Leitartikel "Willkommen im Baselbiet: Nichts geht mehr", in dem es um einen "Kanton in der Sinn-Krise" geht.

barfi, die BZ Basel, die Tageswoche, die Badische Zeitung und das Baublatt haben die OnlineReports-Story über den Abbruch des "Rostbalkens" und die geplanten Hochhäuser beim Basler Bahnhof SBB aufgenommen.
 
Infosperber.ch geht in einem Kommentar über das "Dauer-Bashing" der Behörden durch die Medien auf die Konter-Position von OnlineReports ein.

Die Basler Zeitung nahm in ihrer Berichterstattung über den "Fall Wessels" auf einen OnlineReports-Kommentar Bezug.

Die Basler Zeitung, die BZ Basel, die SDA und die Badische Zeitung gingen auf den OnlineReports-Primeur über die Berufung des türkischen Basler Polizei-Assistenten gegen den Strafbefehl der Staatsanwaltschaft ein.

20 Minuten online nahm die OnlineReports-News über die Basler verkehrs-Betriebe (BVB) an der Grenze ihrer Belastung auf.

Die BZ Basel und das Regionaljournal gingen aktuell auf die OnlineReports-Recherche über einen Manipulations-Versuch der BVB-Direktion im Vorfeld der Wahlen in die Personalkommission ein.

Barfi zog die OnlineReports-Story über die umstrittene Umnutzung des "FKK-Clubs" in ein Bordell an der Amerbachstrasse in Basel nach.

Der Landbote nahm die OnlineReports-Story über den Stromeinkauf der Gemeinde Muttenz beim Stadtwerk Winterthur auf.

Die OnlineReports-News über den Personalabbau auf der Basler Hauptpost wurde durch Telebasel aufgenommen.

Telebasel online ging in seinem Bericht über die SP-Prämieninitiative auf einen Kommentar von OnlineReports ein. 

Die Weltwoche zitierte in ihrem Bericht über den Basler Scharia-Befürworter Aziz Osmanoglu aus einem Gerichts-Bericht von OnlineReports.

Weitere RückSpiegel

In einem Satz


Elisabeth Pestalozzi, seit August 2016 stellvertretende Chefredaktorin von Radio SRF, wird im zweiten Quartal 2018 neue Kommunikationsleiterin der Christoph Merian Stiftung.

• Über tausend Personen verlangen in einer Petition der SP Gelterkinden die Einführung von Tempo 30.

• Im zweiten Wahlgang der Liestaler Stadtrats-Ersatzwahl vom 14. Januar 2018 treten Marie-Theres Beeler (geboren 1959, Grüne) und Karin Jeitziner (geboren 1961, FDP) an.

Marco Greiner, Regierungssprecher und Vizestaatsschreiber von Basel-Stadt, ist neuer Präsident der Schweizerischen Informations-Konferenz öffentlicher Verwaltungen.

• Die Basler CVP hat ihre mit 3'910 Unterschriften versehene Krankenkassen-Initiative eingereicht, die verlangt, dass selbstbezahlte Prämien für die obligatorische Krankenpflege-Versicherung vom steuerbaren Einkommen abgezogen werden können

• Mit der Jus-Studentin Laetitia Block als Nachfolgerin von Pascal Messerli steht erstmals eine Frau an der Spitze der Jungen SVP Basel-Stadt.

• Das Basler Ristorante Cibo Mediterraneo ist der künftige Betreiber der neuen Buvette am St. Alban-Rheinweg.

Reto Meyer, Inhaber und Geschäftsführer der WS Kommunikation in Basel, kauft per Jahreswechsel sämliche Anteile der BSSM Werbeagentur von Urs Schneider und Hannes Müller.

Jana Wachtl (38) wird als Nachfolgerin von Sabine Kubli auf Jahresbeginn neue Leiterin der Baselbieter Fachstelle "Gleichstellung für Frauen und Männer".

• Das Basler Energieunternehmen IWB plant, im Februar 2018 elf neue Ladesäulen für Elektrofahrzeuge in Quartierstrassen auf Allmend zu installieren.

• Entgegen der Parole der kantonalen CVP sagte der CVP-Wahlreis Liestal Nein zum "8. Generellen Leistungsauftrag für den öffentlichen Verkehr" und damit Ja zum "Läufelfingerli".

Raymond Cron wird als Nachfolger von Andreas Büttiker ab 1. Januar 2018 neues Verwaltungsratsmitglied des EuroAirport Basel-Mulhouse-Freiburg.

• Der Basler Grosse Rat hat die Standesinitiative der SP gegen der Schliessung von Quartier-Poststellen überwiesen.

• Die bürgerlichen Jungparteien von Basel-Stadt ziehen ihre Zweirad-Initiative zurück, da sie mit dem vom Grossen Rat beschlossenen Gegenvorschlag ihre Hauptforderungen als erfüllt betrachten.

• Die Baselbieter Wahlen des Landrats und des Regierungsrats für die Amtsperiode vom 1. Juli 2019 bis 30. Juni 2023 finden am 31. März 2019 statt.

• Weil mit dem als Gegenvorschlag verabschiedeten neuen Bürgerrechtsgesetz und den Anpassungen auf Bundesebene die Anliegen der Initianten erfüllt sind, zieht die SVP Basel-Stadt ihre Volksinitiative "Keine Einbürgerung von Kriminellen und Sozialhilfeempfängern" zurück.

• Mit der Gründung der Sektion Waldenburg wollen die Grünen Baselland im Wahlkreis Waldenburg den verlorenen Landratssitz zurück erobern.