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"Vereint repräsentieren": "Lefa"-Messe-Manager Walo Dalhäuser

"Fokussierte Lebensmittel-Messen sind nicht repräsentativ"

Walo Dalhäuser zur neuen Lebensmittel-Fachmesse "Lefa" - im Frühling 2006 erstmals in Basel


Von Peter Knechtli


Im Mai 2006 lanciert die Messe Schweiz mit der Lebensmittel-Fachmesse "Lefa" eine neuartige Präsentation, in der sich die ganze Branche erstmals vereinigt darstellt. Messe-Manager Walo Dalhäuser erläutert im OnlineReports-Interview Hintergründe einer Fachmesse, die im Portfolio der Messe Schweiz zu den mittelgrossen zählt, aber "Potenzial hat".


OnlineReports: Im Mai 2006 bietet die Messe Schweiz erstmals eine Lebensmittelfachmesse an. Aus welchem Grund ist diese Messe entstanden?

Walo Dalhäuser: Wirtschaftlich bedingte Konzentrationsprozesse wirken sich immer härter auf stark fokussierte Fachmessen aus, so auch auf die ehemalige "Mefa", die "Schweizer Metzgerei-Fachausstellung". Dies hat dazu geführt, dass die Messe Schweiz nach 40 Jahren erfolgreicher Durchführung der "Mefa" gefordert war, das Messekonzept den neuen Marktbedingungen anzupassen. Dabei hat sich gezeigt, dass in der Schweiz eine umfassende Präsentations-Plattform für die Lebensmittelindustrie fehlt. Im Gegensatz zu anderen, thematisch stark eingeschränkten Fachmessen ermöglicht die "Lefa" der Lebensmittelbranche, sich umfassend und vereint zu präsentieren.

OnlineReports: Wie zeigte sich diese Branche bisher dem Publikum?

Dalhäuser: Die Messelandschaft Schweiz weist eine Vielzahl an stark fokussierten, kleinen Fachmessen für die Lebensmittelindustrie auf. Ihnen ist allen gemeinsam, dass sie nicht die gesamte Branche umfassend und vereint repräsentieren.

"Welche Messen langfristig erwünscht sind,
wird der Markt entscheiden."




OnlineReports: Gibt es Messen, die aufgrund der neuen "Lefa" jetzt nicht mehr stattfinden?

Dalhäuser: Mit der Lancierung der "Lefa", führen wir die ehemalige "Mefa" nicht mehr durch. Sie wird Bestandteil der "Lefa" sein. Welche Messen langfristig erwünscht sind, wird der Markt entscheiden.

OnlineReports: An wen richtet sich die neue "Lefa"?

Dalhäuser: An alle, die in der Lebensmittelindustrie sowie im Gross- und Detailhandel tätig sind. Also vom Produzenten über die Zulieferindustrie bis zum Detailhandel.

OnlineReports: Aus welchen Unterbranchen setzt sich die Lebensmittelindustrie zusammen?

Dalhäuser: Auf der einen Seite die gesamte Lebensmittel- und Getränkeproduktion, dann die gesamte Fabrikationstechnik und Zulieferindustrie sowie der Bereich Ladenbau und Ladeneinrichtung. Ergänzt werden diese Unterbranchen mit dem Handel, den Dienstleistern, aber auch den Bereichen Bildung und Weiterbildung.

OnlineReports: Um unseren Leserinnen und Lesern ein Bild zu geben: Können Sie uns einige wichtige Anbieter im Lebensmittelmarkt nennen?

Dalhäuser: Beispielsweise Produzenten von Milch, Brot, Käse, Fleisch, Convenience-Produkten, Tiefkühlprodukten. Hinzu kommt der Bereich von Maschinen, Apparaten, Werkzeugen, Kühlgeräten - also die Zulieferindustrie, die die Mitteln liefern, um die Lebensmittel zu produzieren. Der dritte Teil der Anbieter stammt aus den Bereichen Ladenbau, Vitrinen, Kassen, Waagen, Verpackung , Dekoration. Diese decken die Bedürfnisse des Detailhandels ab, also den Verkauf an die Konsumierenden.

OnlineReports: Welche Rolle spielt der Detailhandel innerhalb der "Lefa"?

Dalhäuser: Eine sehr, sehr wichtige. Der Detailhandel ist unsere wichtigste Besucherzielgruppe nebst dem Grosshandel.

"Die Branche muss auch Imageprobleme
ihrer Berufsbilder überwinden."




OnlineReports: Welches sind die aktuellen Probleme der Lebensmittelindustrie?

Dalhäuser: Wie in jeder anderen Branche beeinflussen verschiedene Faktoren die Lebensmittelindustrie. Innerhalb der letzten Jahre haben sich gesetzliche Auflagen, Anpassungen an die europäischen Normen wie auch wirtschaftlich bedingte Faktoren auf die Lebensmittelindustrie ausgewirkt. Zu den grössten Herausforderungen der nächsten Jahre zählen gesetzliche Auflagen, Anpassung an die europäischen Normen, Warenrückverfolgung, ethische Warenbeschaffung, Margenpolitik, erhöhter Konkurrenzdruck, ein verändertes Verhalten der Konsumenten wegen der Wirtschaftslage sowie die Überwindung von Imageproblemen innerhalb der Berufsbilder.

OnlineReports: An wen richtet sich die "Lefa" und wie viele Besuchende erwarten Sie?

Dalhäuser: Die "Lefa" richtet sich an Entscheidungsträger und Fachbesucher aus der Lebensmittelindustrie, dem Gross- und Detailhandel aus der Schweiz und dem angrenzendem Ausland. Bei einem Potenzial von rund 400 Ausstellern und einer Netto-Ausstellungsfläche von rund 20'000 Quadratmetern für die "Lefa 06" gehen wir von 25'000 Fachbesuchern aus.

OnlineReports: Sie sprechen von einem Sonder-Erlebnisbereich "Retail Fascination" – Faszination Detailhandel. Was ist damit gemeint?

Dalhäuser: Eben dass der Detailhandel faszinierend ist. Wir alle kommen tagtäglich mit dem Detailhandel in irgendwelcher Form in Berührung. Wenn wir ein Brot kaufen, wenn wir eine Zeitung lesen, wenn wir Fernsehen schauen, egal, von morgens bis abends begleitet uns der Detailhandel, das ist doch faszinierend. Diese Faszination werden wir mit der "Retail Fascination" aufzeigen, die faszinierend sein wird, glauben Sie mir. Mehr darüber werden wir zu einem späteren Zeitpunkt kommunizieren.

"Die 'Retail Fascination' machen wir
teils auch der Öffentlichkeit zugänglich."




OnlineReports: Das tönt interessant. Aber wird die "Retail Fascination" auch für die breite Öffentlichkeit zugänglich sein?

Dalhäuser: Die "Retail Fascination" findet innerhalb der "Lefa" statt, die eine Fachmesse ist und sich in erster Linie an das Fachpublikum richtet. Wir prüfen jedoch die Möglichkeit, die "Retail Fascination" der breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen, in dem wir sie zum Beispiel zeitlich über die "Lefa" hinaus verlängern.

OnlineReports: Heisst dies, dass der Detailhandel vor einer neuen Blüte steht?

Dalhäuser: Der Handel blüht seit über zweitausend Jahren. In welcher Form dies in Zukunft sein wird, wer am meisten davon profitieren wird, wie sich das Konsumverhalten verändern wird – dies sind Faktoren, die sich immer wieder verändern werden.

OnlineReports: Eine persönliche Frage. Was bedeutet Ihnen kulinarische Genüsse und welches ist Ihre Lieblingsspeise/Ihr Lieblingsgetränk?

Dalhäuser: Sehr viel, ich bin so erzogen worden. Aufgewachsen auf einem Landwirtschaftsbetrieb mit einem dazu gehörenden Landgasthof. Meine Eltern waren fast Selbstversorger und stets auf Qualität bedacht. Eigenes Gemüse, Früchte, Brot, Fleisch haben mich schon als kleines Kind gelehrt, was gut und was nicht gut ist. Eine eigentliche Lieblingsspeise habe ich nicht, ich esse alles, was frisch und gut und vor allem mit guten Grundprodukten zubereitet ist. Wenn ich schon ein Lieblingsgericht nennen muss, dann eine veritable "Berner-Platte". Auch Krustentiere könnte ich jeden Tag essen. Lieblingsgetränk sind Rotweine aus dem Bordeaux und Weissweine aus Italien. Immer verbunden mit Mineralwasser.

21. September 2004


> DER GESPRÄCHSPARTNER

Interview-Partner Walo Dalhäuser (46) ist Leiter der Gastronomie- und Detailhandelsmessen der Messe Schweiz und in dieser Funkton auch verantwortlich für die neue Lebensmittelfachmesse ("Lefa"), die vom 7. bis 10. Mai 2006 erstmals in Basel stattfindet. Dalhäuser, gebürtiger Solothurner, ist gelernter Kaufmann und diplomierter Hotelier/Restaurateur und wohnt in Binningen.


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