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"Gehandelte Namen": Gehandelte Namen Herter, Strahm, Hobi

Basler CVP stellt Präsidium zur Disposition

Präsidentin Andrea Strahm bietet ihrer Partei einen Generationen-Wechsel an: Findungskommission sammelt Bewerbende


Von Peter Knechtli


Die Basler CVP-Präsidentin Andrea Strahm stellt ihr Amt zur Verfügung – nicht weil sie genug hat, sondern um einer geeigneten Nachwuchs-Kraft eine Chance zu geben. Gern würde sie aber auch vier Jahre weitermachen.


Die heute 61-jährige Juristin, Anwältin und OnlineReports-Kolumnistin hatte nach der Wahl des damaligen Parteichefs Lukas Engelberger zum Regierungsrat anfänglich interimistisch und ab Septmber 2014 offiziell das Präsidium der Basler CVP übernommen. Als unabhängiger Geist, der sowohl konservative wie progressive Haltungen vertritt – und diese auch öffentlich klar ungeschminkt äussert –, stiess sie parteiintern anfänglich auf einen gewissen Widerstand. Es tauchte die eine oder andere Frage auf, ob sie nach Ablauf der vierjährigen Amtszeit nochmals antreten werde.

Findungskommission nahm Arbeit auf

Inzwischen aber bewegt sie sich sicher auf dem politischen Parkett – und dennoch liessen sie und die Parteileitung eine Findungskommission unter dem Präsidium von Grossrat Oswald Inglin für die Neubestellung des Präsidiums einsetzen. Der Kommission gehören auch Manuela Hobi, Remo Gallacchi und Andrea Knellwolf an. Die Idee sei, dass auf diese Weise auch potenzielle Interessenten angesprochen werden können, die "Hemmungen" hätten, sich selbst anzubieten, sagte Inglin zu OnlineReports.

Anders als jedoch zu vermuten wäre, hegt Strahm keine Rücktritts-Gelüste: "Es ist nicht so, dass ich amtsmüde bin und von meinem Amt die Nase voll hätte", sagte sie auf Anfrage zu OnlineReports. Vielmehr will sie den Präsidiums-Sessel "warm halten für jemanden, der Partei-Karriere machen will".

Sprungbrett für Polit-Karriere

In ihrer kurzen Zeit als Parteipräsidentin blieb Andrea Strahm der Sprung in den Grossen Rat oder gar in den Nationalrat versagt. Aber ihren Vorgängern diente das Präsidium als Sprungbrett: Carlo Conti und Lukas Engelberger wurden Regierungsrat, Markus Lehmann Nationalrat.

Da sich ihre politischen Aufstiegs-Ambitionen in Grenzen halten, ihre Lust an der Parteiführung aber ungebrochen ist, will sie "so lange weiter machen, bis jemand Geeignetes will". Für Andrea Strahm "stimmen beide Lösungen": Gern machte sie Platz für eine Nachwuchs-Hoffnung, gern führt sie ihre Funktion aber auch weiter, wenn die Partei dies wünscht.

Wenig Begeisterung bei CVP-Nachwuchs

Doch einfach ist es derzeit nicht, christdemokratische Nachwuchskräfte zu finden, die eine politische Karriere im Visier haben. Zu den Hoffnungsträgerinnen zählt Manuela Hobi, die selbst der Findungskommission angehört. Die 28-jährige Anwältin, bereits Mitglied des Parteivorstands und ebenso Mitglied der regionalen SRG-Programmkommission, winkte gegenüber OnlineReports jedoch ab: "Ich stehe nicht zur Verfügung." Sie sei eben erst in ihren erlernten Beruf eingestiegen und wisse nicht, "wo es politisch mit mir hingeht". Sie hoffe, "dass Andrea Strahm weiter macht".

Auch der junge Kleinbasler Balz Herter (32), der 2009 schon in den Grossen Rat nachrückte, zweieinhalb Jahre später aus beruflichen Gründen zurücktrat und letzten Oktober erneut ins Kantonsparlament gewählt wurde, gibt sich reserviert – aber nicht kategorisch ablehnend: "Grundsätzlich wäre ich nicht abgeneigt", sagte er gegenüber OnlineReports.

Viel im Ausland unterwegs

Herter hat aber noch verschiedene andere zeitlich anspruchsvolle Verpflichtungen – wie das Grossrats-Mandat oder sein Vizepräsidium beim Feuerwehrverband beider Basel. Ausserdem sei er geschäftlich "sehr viel in Osteuropa, im Mittleren Osten und in Afrika unterwegs, was sich mit dem Amt nicht sehr gut vereinbaren lässt". Mit den jetzigen beruflichen Abwesenheiten, so Herter, "kann ich dieses Amt nicht übernehmen".

Klar ist der Fall auch für Parteileitungsmitglied Patrick Huber, den Präsidenten der Jungen CVP Basel-Stadt. Der Ökonom und Riehemer Einwohnerrat lehnt eine Kandidatur ebenfalls vorbehaltlos ab. An der Parteiversammlung vom 22. Mai wird sich die Personalfrage klären: Dann wird das Präsidium für die Dauer von vier Jahren gewählt.

3. Januar 2017


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BZ Basel
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