© Foto by EBL drg
"Hier geht es um die Zukunft": Zukunftstechnologie Solarkraftwerk

EBL und IWB steigen in spanisches Solarkraftwerk ein

Energieversorger der Region Basel machen weiter ernst mit Einstieg in nachhaltige Energiequellen


Von Marc Gusewski


Die Elektra Baselland (EBL) und die Industriellen Werke Basel (IWB) beteiligen sich mit 57 Millionen Schweizer Franken am Solarkraftwerk Puerto Errado bei Murcia in Spanien. Geplant ist, weitere Schweizer Partner für die Solarenergie zu gewinnen.


"Hier geht es um ein Zukunftsprojekt. In 50 Jahren soll man sagen können, dass die EBL im Jahr 2009 einen verdammt mutigen Entscheid getroffen hat." Mit diesen Worten gab EBL-Direktor Urs Steiner heute Mittwoch die Richtung seines neusten Projekts vor. Geplant ist, dass sich die Baselbieter Energiegenossenschaft in Spanien an einem neuen, von Experten als "chancenreich" beurteilten Solarwärmekraftwerksprojekt mit rund 31 Millionen Franken beteiligt. Weitere 18 Millionen wollen die IWB beisteuern, sofern der Grosse Rat mitzieht. Geht das Solarkraftwerk voraussichtlich Ende 2011 ans Netz, wird es dank der spanischen Solarenergieförderung sogar mit leichtem finanziellem Überschuss arbeiten, geben sich die Beteiligten zuversichtlich.  

Pilotprojekt verspricht wettbewerbsfähigen Solarstrom

Das Projekt, an dem sich EBL und IWB die Mehrheitsrechte sichern, bedient sich der noch unerprobten, finanziell aber als sehr konkurrenzfähig eingeschätzten Fresnel-Technologie. Verfeinert wurde die Funktionsweise von der Karlsruher Pionierfirma "Novatec Biosol", die drei entscheidende Systemverbesserungen erreichte und sich patentieren liess. Im Kern geht es darum, dass die Kollektorfelder zur "Sammlung" des Sonnenlichts aus ungewölbten Spiegeln sind. Flachspiegel zentrieren das besonders intensive Sonnenlicht Spaniens auf einen fix-montierten Verdampfer-Kreislauf, der die Strom erzeugende Dampfturbine versorgt.

Im Vergleich zu den eher bekannten Parabolspiegel-Solarkraftwerken, wie man sie aus Kalifornien kennt, spricht man hier von Infrastruktur- und Wartungseinsparungen von 30 bis 40 Prozent. Erste Erfahrungen mit einer im April errichteten Testanlage "Puerte Errado 1" bestätigten die Annahmen, so die Novatec-Verantwortlichen.

Bereits liegen Zusagen der spanischen Regionalbehörden für die zweite Kraftwerks-Tranche vor, an der sich die Schweizer beteiligen wollen. Im September wird zudem die Bewilligung der spanischen Solarstromförderung erwartet. Ein weiteres Plus: Der Fresnel-Solarstrom benötigt praktisch kein Putz- und Kühlwasser, was, so Novatec-Gründer und Geschäftsleiter Martin Selig, "in den sonnenreichen, aber wasserarmen Regionen der Welt die Stromproduktion deutlich umweltfreundlicher macht, wenn nicht entscheidend ist für das Funktionieren."

EBL und IWB wollen Technologie-Führerschaft


Für den EBL-Verwaltungsratspräsidenten Reinhold Tschopp ist der Schritt nach Spanien denn auch der Erste: "Wir wollen der Schweiz den Zugang zur Technologieführerschaft auf diesem Gebiet sichern." Dies ist der Grund, weshalb sich auch die Basler IWB an "Puerto Errado" beteiligen, wie der IWB-Verantwortliche Bernhard Brodbeck erklärte.

Laut Urs Steiner ist geplant, weitere schweizerische Partner für nächste Kraftwerksprojekte zu gewinnen. Dabei stehe vor allem der Erfahrungsvorsprung im Vordergrund des Interesses. Die Transitierung von Strom von Spanien in die Schweiz wäre technisch zwar möglich, verbietet sich allerdings aus wirtschaftlichen Gründen, so Beat Andrist von der EBL: "Wir wollen da profitabel arbeiten, wo es möglich ist. Auch so tragen wir zur Förderung von grünem Strom in Europa bei."

Der Einstieg in Energieversorgung der Zukunft

Klar ist: Die Technologie erzeugt etwa dreimal teureren Strom als zum Beispiel im neuen Rheinfelder Wasserkraftwerk bereitgestellt werden wird. Deshalb ist "Puerto Errado" nur durch die Solarkraftwerke-Vorrangregelung Spaniens zu finanzieren. Insgesamt wird mit Kosten von rund 150 Millionen Euro (etwa 225 Millionen Schweizer Franken) gerechnet, woran die Schweizer das Eigenkapital beisteuern. Das Investitionskapital sichert voraussichtlich ein internationales Bankenkonsortium ohne Schweizer Beteiligung zu marktüblichen Bedingungen, was, so EBL-Finanzenchef Peter Schafroth, "schwer genug zu erreichen war".

Zusätzlich profitieren EBL und IWB davon, dass die Bundesrepublik Deutschland die Produktionsstätte voraussichtlich über eine Exportrisiko-Bürgschaft, die so genannten Hermes-Bürgschaften, absichert und damit belehnbar macht. In Liestal war heute Mittwoch die Freude über das Projekt gross: "Das ist der Einstieg in die Energieversorgung der Zukunft, während alle anderen darüber nur reden", sagte Urs Steiner. Aber er warnte vor überzogenen Erwartungen: "Beim Bau vom Grosskraftwerk Grande Dixence im Wallis ist zuerst auch manche Spitzhacke erst zerbrochen, bevor der Strom ins Netz abgegeben werden konnte."

5. August 2009

Weiterführende Links:


 Ihre Meinung zu diesem Artikel
(Mails ohne kompletten Absender werden nicht bearbeitet)

www.onlinereports.ch - Das unabhängige News-Portal der Nordwestschweiz

© Das Copyright sämtlicher auf dem Portal www.onlinereports.ch enthaltenen multimedialer Inhalte (Text, Bild, Audio, Video) liegt bei der OnlineReports GmbH sowie bei den Autorinnen und Autoren. Alle Rechte vorbehalten. Nachdruck und Veröffentlichungen jeder Art nur gegen Honorar und mit schriftlichem Einverständnis der Redaktion von OnlineReports.ch.

Die Redaktion bedingt hiermit jegliche Verantwortung und Haftung für Werbe-Banner oder andere Beiträge von Dritten oder einzelnen Autoren ab, die eigene Beiträge, wenn auch mit Zustimmung der Redaktion, auf der Plattform von OnlineReports publizieren. OnlineReports bemüht sich nach bestem Wissen und Gewissen darum, Urheber- und andere Rechte von Dritten durch ihre Publikationen nicht zu verletzen. Wer dennoch eine Verletzung derartiger Rechte auf OnlineReports feststellt, wird gebeten, die Redaktion umgehend zu informieren, damit die beanstandeten Inhalte unverzüglich entfernt werden können.

Auf dieser Website gibt es Links zu Websites Dritter. Sobald Sie diese anklicken, verlassen Sie unseren Einflussbereich. Für fremde Websites, zu welchen von dieser Website aus ein Link besteht, übernimmt OnlineReports keine inhaltliche oder rechtliche Verantwortung. Dasselbe gilt für Websites Dritter, die auf OnlineReports verlinken.

Frisch pubertiert

Küssen, nicht spucken!
fileadmin/templates/pics/gelesen.gif
"Nun will auch dieses den Exitus schaffen."

BZ Basel
vom 1. Juni 2018
über den Wegzug des
Naturhistorischen Museums
in Basel
fileadmin/templates/pics/gelesen.gif

Hoffen wir, dass beim Exodus die letale Dosis ausbleibt.

RückSpiegel


Die Basler Zeitung nahm in ihrem Bericht über den Rückzug des potenziellen Baselbieter FDP-Regierungs-Kandidaten Daniel Recher Bezug auf OnlineReports.

20 minuten online
bezog sich im Bericht über die Email-Affäre um Joël Thüring auf OnlineReports.

Die BZ Basel nahm in ihrer Meldung über Christian Kellers Abgang bei der "Basler Zeitung" Bezug auf eine vorangegangene Nachricht in OnlineReports.

Barfi.ch
und die Gundeldinger Zeitung zogen die OnlineReports-Meldung über den Velofriedhof am Basler Bahnhof SBB weiter.

Die OnlineReports-Erstnachricht vom Tod des ehemaligen Basler Regierungsrates Lukas "Cheese" Burckhardt wurde von Barfi.ch, der BZ Basel, die Basler Zeitung, vom SRF-Regionaljournal und von der Nachrichtenagentur SDA aufgenommen.

Die BZ Basel nahm die OnlineReports-Meldung über die Anschlussberufung der Staatsanwaltschaft zum Urteil gegen den Basler Datenschnüffler-Polizisten auf.

Die BZ Basel zog die OnlineReports-News über den Einbürgerungs-Streit der drei baselstädtischen Bürgergemeinden mit dem Kanton Basel-Stadt und den Gang ans Bundesgericht nach.

Die Schweiz am Sonntag schrieb eine OnlineReports-Nachricht über die rechtlichen Schritte der Wirtschaftskammer Baselland gegen die "Basler Zeitung" ab.

In ihrem Artikel über Markus Ritters Abgang aus dem Basler Präsidialdepartement bezog sich die Basler Zeitung auf OnlineReports.

20 Minuten, die BZ Basel, theworldnews.net, die Basler Zeitung, die Tageswoche, die Bauernzeitung und Telebasel nahmen die OnlineReports-Story über das gescheiterte Projekt von "Urban Farmers" in Basel auf.

Die BZ Basel, die Basler Zeitung und das Regionaljournal zogen die OnlineReports-Meldung über die Schliessung der Basler Buchhandlung "Narrenschiff" nach.

Die Basler Zeitung nahm die OnlineReports-Nachricht vom Tode des früheren BLKB-Bankrats-Präsidenten Werner Degen auf.

In ihrem Bericht über die "FDP Baselland auf seltsamen Wegen" (Schlagzeile) nimmt die Basler Zeitung zentral auf einen OnlineReports-Primeur über den neu auftauchenden Namen Daniel Recher Bezug.

Die Kommentar-Plattform Infosperber geht auf die Berichterstattung von OnlineReports zum Mord an Martin Wagner ein.

In ihrem Kommentar zu "Lukas Engelberger, der Pressezensor" nimmt die Basler Zeitung eine Metapher ("medienrechtliche Namesburka") von OnlineReports auf.

InsideParadeplatz.ch empfahl den Lesern die Lektüre des OnlineReports Porträts des getöteten Medienanwalts Martin Wagner.

Die OnlineReports-Erstnachricht über den gewaltsamen Tod des Basler Wirtschaftsanwalts Martin Wagner in Rünenberg haben unter anderen der Tages-Anzeiger, BZ Basel, Le Temps, Tageswoche, 20 Minuten, Watson, Telebasel, die Volksstimme, der Blick und nau.ch aufgenommen.

Weitere RückSpiegel

In einem Satz


• Die Grünen Baselland folgten dem Vorstand und nominierten Isaac Reber für die Regierungsratswahlen 2019 (dritte Amtsperiode).

• Die Basler Grünliberalen lancieren in Riehen eine Petition zum Thema Kunststoff-Recycling, die sowohl in Riehen wie in Basel eingereicht wird.

• Seit 1. Juni ist Bettina Bühler als Nachfolgerin von Birgit Sachweh Geschäftsführerin des Frauenhauses beider Basel.

• Laut einer Studie des Versicherungskonzerns "Baloise" ist Fussball die "gefährlichste Sportart der Welt", da sich jeder vierte Sportunfall in dieser Gattung ereignet.

Anja Bandi übernimmt Anfang Juni von Marc Lüthi die Gesamtleitung der Abteilung Bestattungswesen der Stadtgärtnerei Basel.

• Noch eine neue Aufgabe für die Baselbieter FDP-Nationalrätin Daniela Schneeberger: Sie wird anstelle der zurücktretenden Christine Gorrengourt Verwaltungsrätin der BLT.

Erfolgreich verlief der ausserordentliche Sirenentest am 23. Mai in beiden Basel.

• Der Baselbieter FDP-Landrat Andreas Dürr wurde als Nachfolger von Urs Schweizer zum neuen Präsidenten des ACS beider Basel gewählt.

• Die Basler Energieversorgerin IWB steigerte 2017 den Umsatz auf 739 Millionen Franken, doch fiel der Jahresgewinn mit 74 Millionen Franken wegen Wertberichtigungen und Rückstellungen um 33 Millionen Franken niedriger aus als im Vorjahr.

• Die Baselbieter FDP-Nationalrätin Daniela Schneeberger wurde zur Vizepräsidentin des Schweizerischen Gewerbeverbands gewählt.

• Nach Konditionstrainer Marco Walker verlässt nun auch Fitness-Chef Werner Leuthard (56) per Ende Saison den FC Basel.

Barbara Gafner soll zur neuen Vorsteherin der unabhängigen staatlichen Finanzkontrolle des Kantons Baselland gewählt werden.

• Die Baselbieter FDP-Sektionen Binningen und Bottmingen haben in getrennten Abstimmungen die Fusion zur FDP Binningen-Bottmingen beschlossen.

• Die BKB-Filiale am Basler Neuweilerplatz 1, während der letzten Monate umfassend modernisiert, wurde am 5. Mai mit einem Eröffnungsfest für das Quartier neu eröffnet.

• Die Baselbieter Grünen werden in der Oberwiler Dorfpolitik aktiv, indem sie die Themen und das personelle
Engagement der sich auflösenden Neuen Liste Oberwil (NLO) übernehmen.

• Der Basler Erziehungsdirektor Conradin Cramer übernimmt per 1. Mai das Präsidium der Stiftung "éducation21", einer Fachagentur der Schweizerischen Erziehungsdirektoren-Konferenz (EDK), die sich der Bildung für nachhaltige Entwicklung widmet.

10'454 Patienten weist die Psychiatrie Baselland für das Geschäftsjahr 2017 aus.

Peter Brodmann wird neuer Baselbieter Kantonschemiker und Leiter des Amts für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen als Nachfolger von Peter Wenk, der Ende August in Pension geht.

• Die Grünen Baselland nominieren im Hinblick auf die Delegiertenversammlung vom 5. Mai in Olten Landrätin Florence Brenzikofer als Vizepräsidentin der Grünen Schweiz.

• Der Gemeinderat von Birsfelden hat auf einen Vorstoss von Désirée Jaun (SP)beschlossen, als erste Gemeinde in der Nordwestschweiz die Auszeichnung als "Fair Trade Town" anzustreben.

• In der Amtsperiode 2018-2022 bilden die Grünliberalen (GLP) im Einwohnerrat Riehen gemeinsam mit dem parteilosen David Moor eine Fraktion.

• Die Basler Badesaison beginnt im beheizten Sportbad St. Jakob (28. April), in den unbeheizten Becken des Gartenbads St. Jakob (12. Mai), im Gartenbad Eglisee (19. Mai) und im Gartenbad Bachgraben infolge Sanierungsarbeiten (2. Juni 2018).

• Die SP Muttenz hat an ihrer Generalversammlung Kathrin Schweizer einstimmig als Regierungsrats-Kandidatin der SP Baselland nominiert.

• Nach fast zwanzig Jahren Tätigkeit verlässt Moderatorin Tamara Wernli Telebasel, weil sie sich künftig aufs Schreiben konzentrieren will.

• Die Gemeinde Riehen ist laut der Einschätzung des Gemeinderates "weiterhin kein Hotspot für kriminelle Aktivitäten".

Heidi Mück und Tonja Zürcher bleiben laut Wahl durch die Mitglieder für weitere zwei Jahre Co-Präsidentinnen von "Basta".