© Foto by Peter Knechtli, OnlineReports.ch


BL-Wirtschafts-Offensive mit neuen Förder-Akzenten

Die Zwischenbilanz zur Baselbieter Wirtschafts-Offensive zeigt: Niemand in der Welt hat aufs Baselbiet gewartet, aber die Offensive ist auf Kurs, was die Steuereinnahmen und die Perspektiven betrifft.
Liestal, 13. Januar 2015

Dies zeigt die Zwischenbilanz, die Volkswirtschaftsdirektor Thomas Weber (SVP), Baudirektorin Sabine Pegorari (FDP) und Wirtschaftsförderer Marc-André Giger heute Dienstagmorgen, knapp einen Monat vor den Wahlen, den Medien in Liestal präsentierten. Aus den Ausführungen wurden zwei zentrale Entwicklungen deutlich:

"Viele kleine Fische"

Die "grossen Fische" – am liebsten die Hauptsitze wertschöpfungsintensiver multinationaler Konzerne – haben bisher im Baselbiet nicht angebissen, wie Weber offen kommunizierte. Diese Feststellung mag ernüchternd klingen angesichts der Erwartung neuer Hightech-Unternehmen, die bei Lancierung der Wirtschafts-Offensive vor 18 Monaten teils von der Regierung, teils auch von der Wirtschaftskammer Baselland geweckt wurde.

Heute zeigt sich: Die Namen grosser Multis blieben aus. Doch, so relativierte Wirtschaftsminister Weber, "viele kleine Fische geben einen Schwarm". Er rechne zwar jährlich mit einer "kleinen einstelligen Zahl an Neuansiedlungen". Doch Volksinitiativen wie "Ecopop", die "Masseneinwanderung" oder "1:12" hätten international für "Unsicherheit" gesorgt. Der Fokus werde deshalb vielmehr auf die Dynamisierung der ansässigen Wirtschaft gelegt.

Durch Bestandespflege, steuerlich attraktive Angebote, Bürokratie-Abbau und sofortige Verfügbarkeit der wichtigsten Ansprechpersonen – bis hin zu Regierungsräten – sollen die Standortvorteile und die Planungssicherheit des Baselbiets als Trümpfe ausgespielt werden. Expansionswillige Unternehmen sollen dazu motiviert werden, im Baselbiet zu bleiben statt beispielsweise ins Ausland oder ins Untere Fricktal auszuweichen. Wichtig ist der Wirtschaftsförderung das Prinzip der Nachhaltigkeit: Firmen sollen dem Baselbiet langfristig erhalten bleiben und nicht schon nach wenigen (allenfalls steuererleichterten) Jahren wieder weiter ziehen.

Bezüglich Ertragsziel auf Kurs

Finanziell verbucht die Regierung das bisher in der Wirtschaftsförderung Erreichte als "erfolgreich". Die Zielsetzung, den Anteil der Unternehmenssteuern bis 2018 von 10 auf 15 Prozent zu erhöhen, ist realistisch: Für das Jahr 2014 erwartet Weber einen Anteil von 13 Prozent. Im vergangenen Jahr stieg im Baselbiet die Zahl der Arbeitsplätze vor allem in den Bereichen Life Sciences und Produktion um zwei Prozent. Dieses Jahr sollen es 2,2 Prozent sein. Dadurch rückt der Kanton wieder in den schweizerischen Durchschnitt auf.

Die Regierung zeigt sich optimistisch, auch wenn das Baselbiet – wie im Fall der Giesserei Erzenberg, der Harlan, der Frech-Hoch oder der vanBaerle – allenfalls den Wegzug oder gar die Schliessung hinnehmen muss. Andere Unternehmen wie Bayer, Novartis, CABB planen Investitionen von mehreren hundert Millionen Franken. Die aus Basel nach Pratteln ziehende Technologie-Firma Jaquet, an der Medienkonferenz durch Inhaber Marc Jaquet vertreten, plant Investitionen von 20 Millionen Franken.

Investor für ABB-Areal in Sicht

Als eine "Erfolgsgeschichte" bezeichnete Baudirektorin Pegoraro das Coop-Projekt im Prattler Entwicklungsgebiet Salina Raurica (Bild): In die grösste Baustelle des Kantons werden 300 Millionen Franken für 600 Arbeitsplätze investiert. Auf diesem Areal soll im Frühjahr bis zum Jahresende eine Testplanung durchgeführt werden, die Zonenplan-Revision als Voraussetzung ist weitgehend abgeschlossen. Laut dem Prattler Gemeindepräsidenten Beat Stingelin sind zu seiner eigenen Überraschung auf dem Buss-Areal mittlerweile 46 Firmen mit 1'200 Arbeitsplätzen entstanden.

Eine Lösung zeichnet sich laut Pegoraro auch auf dem Münchensteiner ABB-Areal ab. Sie sei "optimistisch", dass es zu einem Abschluss komme, sagte sie. Den Namen des Unternehmens wollte sie noch nicht nennen.

Betrieb am Welcome-Desk

Laut Wirtschaftsförderer Marc-André Giger gingen am Welcome-Desk in den letzten 15 Monaten 155 Anfragen ein – rund die Hälfte davon aus dem Baselbiet, rund zehn Prozent aus Basel-Stadt und ebenso viele aus dem Ausland. Nachfrage besteht nach Flächen zwischen 150 und 300'000 Quadratmetern. Aktiv war in den den letzten zwei Jahren auch die Regierung: Sie unternahm über 20 Firmenbesuche.

Noch am 13. November hatte der grüne Fraktionspräsident Klaus Kirchmayr in einem Postulat die Überprüfung der Wirtschafts-Offensive verlangt. Er zeigte sich darin "besorgt, dass die Hauptzielsetzungen und die daraus abgeleiteten Unterziele gefährdet sind". Heute Dienstagmorgen beantragte die Regierung, den Vorstoss entgegenzunehmen – und ihn abzuschreiben.

Bild von links: Marc-André Giger, Beat Stingelin, Sabine Pegoraro, Thomas Weber, Marc Jaquet




Weiterführende Links:
- 250 neue Arbeitsplätze: Coop baut Produktionszentrum
- "Wirtschafts-Offensive": Regierung legt Fahrplan vor
- Marc-André Giger wird Kapitän der Wirtschafts-Offensive
- BL-Wirtschafts-Offensive: Ab April Weber-Domäne
- Basler Traditions-Firma Jaquet zieht ins Baselbiet
- Tropeninstitut soll von der Socinstrasse ins Baselbiet ziehen
- Wirtschaftskammer ortet viel grösseres Potenzial für Salina Raurica


 Ihre Meinung zu dieser News
(Mails ohne kompletten Absender werden nicht bearbeitet)

www.onlinereports.ch - Das unabhängige News-Portal der Nordwestschweiz

© Das Copyright sämtlicher auf dem Portal www.onlinereports.ch enthaltenen multimedialer Inhalte (Text, Bild, Audio, Video) liegt bei der OnlineReports GmbH sowie bei den Autorinnen und Autoren. Alle Rechte vorbehalten. Nachdruck und Veröffentlichungen jeder Art nur gegen Honorar und mit schriftlichem Einverständnis der Redaktion von OnlineReports.ch.

Die Redaktion bedingt hiermit jegliche Verantwortung und Haftung für Werbe-Banner oder andere Beiträge von Dritten oder einzelnen Autoren ab, die eigene Beiträge, wenn auch mit Zustimmung der Redaktion, auf der Plattform von OnlineReports publizieren. OnlineReports bemüht sich nach bestem Wissen und Gewissen darum, Urheber- und andere Rechte von Dritten durch ihre Publikationen nicht zu verletzen. Wer dennoch eine Verletzung derartiger Rechte auf OnlineReports feststellt, wird gebeten, die Redaktion umgehend zu informieren, damit die beanstandeten Inhalte unverzüglich entfernt werden können.

Auf dieser Website gibt es Links zu Websites Dritter. Sobald Sie diese anklicken, verlassen Sie unseren Einflussbereich. Für fremde Websites, zu welchen von dieser Website aus ein Link besteht, übernimmt OnlineReports keine inhaltliche oder rechtliche Verantwortung. Dasselbe gilt für Websites Dritter, die auf OnlineReports verlinken.

fileadmin/templates/pics/gelesen.gif
"2020 wird ein ruhigeres Baustellenjahr"

Bau- und Verkehrsdepartement Basel-Stadt
Titel einer Medienmitteilung
vom 10. Januar 2020
fileadmin/templates/pics/gelesen.gif

Ist ja schliesslich Wahljahr.

Frisch pubertiert

Jahresrückblick? Nein, danke.
RückSpiegel


In ihrem Bericht über die Bereitschaft zur Regierungskandidatur von Beatriz Greuter zitierte die Basler Zeitung aus OnlineReports.

Die BZ online bezog sich in ihrem Bericht über den Tod des Baselbieter Lehrerverbands-Geschäftsführers Michael Weiss auf OnlineReports.

Die Volksstimme zitierte in ihrem Bericht über den Konkurs von "Die Medienmacher" aus OnlineReports.

Telebasel bezog sich im Bericht über den Widerstand gegen die Basler IBA-Rheinterrassen auf einen Bericht von OnlineReports.

Die Basler Zeitung nimmt in ihrem Bericht über den Neujahrs-Empfang der Handelskammer beider Basel auf OnlineReports Bezug.

Die BZ schrieb in derselben Ausgabe zwei OnlineReports-Meldungen ab, ohne die Quelle zu deklarieren. Wiederholungstat!

In ihrem Bericht über Verkehrsprobleme am Aeschenplatz zitierte die Basler Zeitung aus OnlineReports.

Die OnlineReports-Nachricht vom Tod des ersten Baselbieter Kantonsgerichtspräsidenten Peter Meier wurde von der BZ, Telebasel, der Basler Zeitung und vom SRF-Regionaljournal nachgezogen.

Telebasel, die BZ und die Badische Zeitung nahmen die OnlineReports-News über die technisch bedingte Umkehr einer "Austrian Airlines"-Maschine nach Wien auf

Die Basler Zeitung und die BZ nahmen die OnlineReports-Nachricht zum Tod des Konjunkturforschers Christoph Koellreuter auf.

20 minuten online, Blick, nau.ch, das SRF-Regionaljournal und Telebasel nahmen den OnlineReports-Primeur über den Unfalltod des Basler Umweltschützers Martin Vosseler auf.

nau.ch schrieb die OnlineReports-Recherche über den FDP-Wahlversand an Basler Neu- und Jungwähler zu einem eigenen Artikel um und verwertete auch die OnlineReports-Illustration dazu.

In der Besprechung des Films "Bruno Manser – Stimme des Regenwalds" nahm die BZ auf eine OnlineReports-Recherche Bezug.

Die BZ nahm den OnlineReports-Primeur über eine Rückzahlung der wegen Veruntreuung angeklagten ex-Kassierin der katholischen Kirchgemeinde Grellingen auf.

Die Basler Zeitung greift in ihrem Bericht über die E-Trottinett-Anarchie auf ein OnlineReports-Interview zurück.

In ihrem Bericht über die Hühnerhaltung auf einem Basler Mehrfamiienhaus nimmt die BZ Bezug auf eine frühere Recherche von OnlineReports.

Die BZ bezog sich in ihrer Recherche über die Abgänge von Kaderärzten am Kantonsspital Baselland auf einen Bericht in OnlineReports.

Die BZ berief sich in einem Bericht über die Massenkündigungen am Schorenweg auf eine OnlineReports-News.

Die Schweiz am Wochenende und die Basler Zeitung haben die OnlineReports-News über den Bombenalarm am EuroAirport aufgenommen.

Das SRF-Regionaljournal, Telebasel, die Schweiz am Wochenende und Prime News haben den OnlineReports-Primeur über die Schliessung des Basler Kinos "Rex" nachgezogen.

In ihrem Bericht über den Gelterkinder Antennenposter-Streit bezog sich die Basler Zeitung auf OnlineReports.

Die BZ nahm die OnlineReports-News über den Rücktritt der Basler Unispital-Verwaltungsrätin Irmtraut Gürkan aus dem Vorstand des Universitäts-Klinikums Heidelberg auf.

Weitere RückSpiegel

In einem Satz


Die Gemeinde Riehen spendet 10'000 Franken zugunsten eines Nothilfe-Projekts des Roten Kreuzes für Geflüchtete in Bosnien-Herzegowina.

Ein überparteiliches Komitee hat am 15. Januar bei der Basler Staatskanzlei die Unterschriften für die Initiative "für erschwingliche Parkgebühren" eingereicht.

Urs Bucher wird am 1. August 2020 die Leitung der Volksschulen Basel-Stadt übernehmen und damit die Nachfolge von Dieter Baur antreten, der zum Ende des Schuljahres in Pension geht.

Die 53-jährige Juristin Blanche Gilli ist seit Anfang 2020 neue Präsidentin des Vereins gemeinsame Opferhilfe beider Basel.

Der FC Basel leiht seinen 21-jährigen Innenverteidiger Yves Kaiser bis zum Ende der Saison 2019/2020 an den FC Schaffhausen aus der Challenge League aus.

Knut Schmidtke, Marc Schärer und Lucius Tamm werden per 1. April 2020 die Leitung des in Frick domizilierten Forschungsinstituts für biologischen Landbau FiBL von Urs Niggli übernehmen.

Die Baselbieter Grünen reichten am 12. Dezember ihre mit rund 1700 Unterschriften versehene Klimaschutz-Initiative ein, die das Ziel des Pariser Abkommens gesetzlich verankern will.

Die Basler SP-Bürgergemeinderätin Canan Özden tritt auf Anfang 2020 die Nachfolge der zurücktretenden Gabriella Matefi (SP) als Basler Bürgerrätin (Exekutive der Bürgergemeinde) an.

Das Theater Basel konnte im Jahr 2018/2019 die Anzahl der Besuchenden zum vierten Mal in Folge auf 183'705 Personen (+1,6 Prozent) erhöhen, während jedoch die Besucher-Einnahmen um 1,7 Prozent sanken.

Die neue grüne Baselbieter Landrätin Laura Grazioli übernimmt von der frisch gewählten Nationalrätin Florence Brenzikofer das freiwerdende Präsidium der Finanzkommission.

Paola Gallo, die ehemalige Geschäftsleiterin von "Surprise", übernimmt per 1. Oktober 2019 die Geschäftsführung der Job Factory Basel AG und der Stiftung Job Training.

Der 19-jährige Geografie- und Geschichtsstudent Nino Russano wird als Nachfolger von Nicolas Eichenberger neuer Präsident der Juso Basel-Stadt.

Der Basler Bürgerrat hat eine spürbare Senkung der Einbürgerungsgebühren beschlossen, von der sowohl ausländische als auch Schweizer Bewerbende profitieren.

Die Verlängerung der BVB-Tramlinie 3 nach Saint-Louis kostete rund 84 statt 93,7 Millionen Franken und ist somit um fast zehn Millionen Franken günstiger als geplant.

Die Baselbieter Regierung beantragt dem Landrat, dem Staatspersonal per 1. Januar 2020 einen Teuerungsausgleich von 0,5 Prozent auszurichten.

Die Forscherin Michaela Kneissel nimmt anstelle des Ende Jahr ausscheidenden Ulrich Vischer Einsitz im Universitätsrat der Universität Basel.

Nach dem Rücktritt der neuen Basler Regierungsrätin Tanja Soland aus dem Grossen Rat rückt die ehemalige Juso-Präsidentin Jessica Brandenburger ab 1. Dezember ins Parlament nach.

Die ausserordentliche Mitgliederversammlung des Jungen Grünen Bündnisses Nordwest vom 3. November 2019 wählte als Nachfolger von Dominik Beeler Simon Fankhauser in das Co-Präsidium.

Zu sieben Fällen von Sachbeschädigungen an Autos kam es in der Nacht von Freitag auf Samstag, 2. November, in der Umgebung der Tramhaltestelle "Vogesenstrasse" in Reinach.

Der Gemeinderat von Riehen erwartet für die Planperiode 2020 bis 2023 jährliche Defizite von 1,3 bis 2,5 Millionen Franken.

Susanne Wäfler-Müller (42) wird ab dem 1. Mai 2020 die Führung der Kantonsbibliothek Baselland übernehmen und auf Gerhard Matter folgen, der im Frühjahr in den Ruhestand gehen wird.

Zu Beginn des Schuljahrs 2021/22 wird Informatik als obligatorisches Fach in allen Baselbieter Gymnasien eingeführt.