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Vier Jahre unbedingt für ex-Kirchgemeindepräsidenten

Der frühere Präsident der katholischen Kirchgemeinde Birsfelden wurde heute Mittwochnachmittag vom Baselbieter Strafgericht wegen Veruntreuung und Urkundenfälschung zu einer unbedingten Freiheitsstrafe von vier Jahren verurteilt.
Birsfelden/Muttenz, 18. November 2015

Der heute 57-jährige Ökonom und Treuhänder hatte während mehr als elf Jahren aus den Kassen zahlreicher Kunden Geld abgezweigt und für einen luxuriösen Lebensstil verwendet. Staatsanwältin Rahel Keller hatte fünfeinhalb Jahre gefordert.

Die Schadenssumme von über 2,6 Millionen Franken, die zwischen Oktober 2002 und November 2013 anfiel, gab der Angeschuldigte für zahlreiche Besuche und Beschenkungen von Prostituierten, opulente Essen, teure Weine und exklusive Ferien aus. Schon zuvor war er deliktisch tätig, doch sind diese Sachverhalte verjährt.

Vertrauen der Kunden missbraucht

Zu den 15 Geschädigten zählen die katholische Kirchgemeinde Birsfelden, in welcher der Angeklagte auch als Finanzchef firmierte und auch den Zahlungsverkehr abwickelte. Ihren Schaden bezifferte die Kirche auf 724'000 Franken. Auch der Hauseigentümerverband Basel-Stadt (968'000 Franken), die Birsfelder Kultur-Institution "Roxy" (163'000 Franken), verschiedene Firmen und Stockwerkeigentümer-Gemeinschaften gehören zu den Parteien, aus deren Vermögen der Angeschuldigte sich zum eigenen Vergnügen bereicherte.

Offensichtlich genoss – und missbrauchte – der nun in erster Instanz Verurteilte das Vertrauen seiner Kunden. Während mehr als einem Jahrzehnt fälschte er in langen Nächten Hunderte Bankbelege, vertuschte seine kriminellen Handlungen durch Falschverbuchungen und frisierte Jahresrechnungen. Tauchten mal zu einzelnen Positionen kritische Fragen auf, schwindelte er eine plausible Antwort herbei.

Geständig und kooperativ

Was Strafgerichtspräsident Andreas Schröder in seiner knapp anderthalbstündigen Urteilsbegründung nochmals Revue passieren liess, ist ein filmreifer Stoff: Der kommunale katholische Kirchen-Obere als Lebemann auf Kosten seiner Kunden. Bildlich: Bei 10'000 Franken regulärem Monatseinkommen verprasste er 20'000 Franken aus deliktischen Quellen.

Als die Finanzierung seines fantastischen Lebensstils zu platzen drohte, zeigte er sich vor zwei Jahren selbst an. Ebenso war er voll geständig und so kooperativ, dass er die Strafverfolger selbst auf Fakten zu seinem Nachteil hinwies. "Sie wollten reinen Tisch machen und das ist Ihnen vollumfänglich zu attestieren", sagte der Richter zum Angeschuldigten und begründete damit die deutliche Reduktion des Strafmasses gegenüber dem Antrag der Staatsanwaltschaft.

Unfähig zu "tätiger Reue"

Allerdings liess es der Vater von zwei Kindern im Alter von 13 und 18 Jahren offensichtlich an Selbstreflexion fehlen. So hatte er seine planmässigen Delikte in der Hauptverhandlung nur bereut, ohne aber in den zwei Jahren seit der Selbstanzeige irgend eine Spur von "tätiger Reue" (Schröder) folgen zu lassen. Deshalb war es dem Gericht nicht möglich, hinter seine Motiv-Fassade – Kompensation eines Minderwertigkeitsgefühls? – zu leuchten und ihm nur eine teilbedingte Strafe zu auferlegen, die ihm eine gewisse Erwerbstätigkeit ermöglicht hätte.

Nun stehen dem Untreuhänder Kosten und Gebühren allein aus dem Strafverfahren in sechsstelliger Höhe ins Haus. Da kaum noch substanzielle Vermögenswerte vorhanden sind, dürften die Geschädigten so gut wie leer ausgehen. "Mehr als ein Porto", so eine Insider-Quelle, liege wohl nicht mehr drin.

Ein anderer Treuhänder aus Sissach geriet im Jahr 2010 in die Schlagzeilen: Der ehemalige Gemeinderat hatte aus verschiedenen ihm anvertrauten Kassen – auch von Gemeinden – Geld in sechsstelliger Höhe abgezweigt und  zum eigenen Wohl ausgegeben.




Weiterführende Links:
- ex-Kirchgemeindepräsident griff massiv in die Kasse
- Strafanzeigen gegen bekannten Sissacher Treuhänder
- Ungetreuer Kirchenpräsident: Fünf Jahre Freiheitsstrafe


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Weitere RückSpiegel

In einem Satz


• Da die Prämien der obligatorischen Krankenversicherung in Basel-Stadt im kommenden Jahr um durchschnittlich 4,5 Prozent ansteigen, passt die Regierung die Prämienbeiträge des Kantons für Haushalte mit bescheidenem Einkommen im gleichen Umfang an.

• Für den 9. Basler Pop-Preis sind folgende Bands nominiert: Alma Negra (Electronic World Music, Basel), Audio Dope (Electronic Music, Basel), Schammasch (Avantgarde Metal, Liestal), We Invented Paris (Indie-Pop, Liestal) und
Zeal & Ardor (Black Metal/Gospel, Basel.

• Weil sich FDP und SVP nicht auf eine gemeinsame Kandidatur für die Ersatzwahl in den Stadtrat von Liestal einigen konnten und "alle offiziell Kandidierenden wählbar" sind, verzichtet die CVP auf eine Wahlempfehlung.

• Die Wettbewerbs-Kommission hat entschieden, den geplanten Zusammenschluss zwischen dem Universitätsspital Basel und dem Kantonsspital Baselland ohne Auflagen zu genehmigen.

Endress+Hauser übernimmt die deutsche IMKO Micromodultechnik GmbH mit Sitz in Ettlingen, einen Hersteller innovativer Systeme zur Feuchtemessung, und beschäftigt die 19 Mitarbeitenden weiter.

• Verhaftet wurde ein 25-jähriger Spanier, der dringend verdächtigt wird, am 10. September eine Frau im Basler Erlenmattquartier vergewaltigt zu haben.

• Bei der Einreise von Frankreich nach Basel wurde ein etwa 50-jähriger Bulgare erwischt, der 800 Gramm Kokain mit sich führte.

• Die 57-jährige Juristin und frühere Leiterin der Basler Sozialhilfe Nicole Wagner wird Mitglied der Stiftung Habitat, wo sie die zurücktretende Beatrice Oeri ersetzt. 

• Nachdem im Baselbiet die Initiative zum Ausbau des Hochleistungsstrassennetzes rechtsgültig zustande gekommen ist, hat sich das Initiativekomitee aufgrund der laufenden Arbeiten zu einem allfälligen Gegenvorschlag mit einer Unterbrechung der Behandlungsfrist bis maximal 30. September 2019 einverstanden erklärt.

• Die Baselbieter Apotheken dürfen neu – mit Auflagen – nicht nur Grippe-Impfungen, sondern auch weitere Impfungen und Folge-Impfungen durchführen.

• Ab 9. September ist die Umfahrung Liestal im Bereich des Ergolzviadukts wieder ohne Einschränkungen befahrbar.

• Der Kanton Basel-Stadt rechnet für das Jahr 2018 mit einem Budgetüberschuss von 138 Millionen Franken.

Gottlieb Keller, Mitglied der Konzernleitung und Chefjustitiar der Hoffmann-La Roche, hat in der Deutschen Botschaft in Bern das Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland erhalten.

• Die Fraktion "Grünes Bündnis" des Bürgergemeinderats Basel nominierte Brigitta Gerber einstimmig für das Amt als Bürgerrätin.

• Den städtebaulichen Wettbewerb zur Bebauung des Felix Platter-Areals in Basel hat das Team Enzmann Fischer Partner AG / Lorenz Eugster Landschaftsarchitektur und Städtebau GmbH gewonnen.

• Die Gemeinderäte der direkt betroffenen Gemeinden des Leimentals – von Binningen bis Burg – befürworten übereinstimmend den Bau der Tramlinie 17 über den Margarethenstich, da diese einen "klaren Mehrwert" darstelle.

Monique Juillerat, bisher als Mitglied der Geschäftsleitung von "familea" für die externe und interne Kommunikation verantwortlich, wird ab 1. September neue Kommunikations-Verantwortliche der Baselbieter Bildungs-, Kultur- und Sportdirektion.

• Der Kanton Baselland verkauft das "Chuenimatt-Areal" der Bricks Group AG zur Realisierung des Konzeptes "Tri-innova", das eine schrittweise Entwicklung von unterschiedlich grossen Flächen für Dienstleistungs-, Labor-, Produktionsnutzungen sowie Co-working vorsieht.

Spitex Muttenz schliesst die Pflegewohnung Seminarstrasse per 30. November dieses Jahres.

• Die Schweizerischen Rheinhäfen (SRH) verkaufen ihren Anteil an der Rheinhafen-Gesellschaft Weil am Rhein an die Stadt Weil am Rhein.

• Das Rote Kreuz Basel eröffnet am 11. August einen neuen Secondhand-Kleiderladen im Kleinbasel, konkret: am Claraplatz.

• Der 47-jährige Ökonom Michael Harr, verheiratet und Vater zweier Kinder, übernimmt ab 1. August die Geschäftsleitung der Pro Senectute beider Basel.

• Die Basler Regierung legte die Abgeltung der Staatsgarantie durch die Basler Kantonalbank (BKB) für die Jahre 2017 bis 2020 auf jährlich 8,8 Millionen Franken fest.

• Mit Datum vom 1. Juli wird die Kunstkommission für das Kunstmuseum Basel vom Rechts-Professor Felix Uhlmann präsidiert, der den langjährigen Vorsitzenden Peter Mosimann ablöst.

• Die Basler Regierung hat der Bau- und Finanzgesellschaft Zum Greifen AG den Zuschlag für Bau und den Betrieb eines neuen Quartierparkings unter dem Landhof-Areal erteilt.

• Die von der UNICEF erst kürzlich rezertifizierte "kinderfreundliche Gemeinde" Riehen gibt ihr Wissen an 40 Bürgermeister aus Südkorea weiter, die die Basler Landgemeinde besuchen.

• Da der Vereinszweck erfüllt sei, hat die Generalversammlung den "Verein Kunschti Eglisee" am 16. Juni mit 30 zu 4 Stimmen aufgelöst.

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• Der Kanton Basel-Stadt führt eine neue, zusammenhängende Fussgängerorientierung ein, mit der sich ortsunkundige Gäste, aber auch Einheimische in Basel künftig durch neue Stadtpläne auf Stelen besser zurechtfinden sollen.

• Die kantonale Volksinitiative "Recht auf Wohnen" wurde mit bisher 3'188 gültigen Stimmen der Basler Staatskanzlei überreicht.

• Der Therwiler Gemeindepräsident Reto Wolf löst kommenden September Elisabeth Schneider-Schneiter im Präsidium der "Starken Region Basel/Nordwestschweiz" ab.

Dominik Prétôt, der frühere CEO von Telebasel, wird per 1. Januar 2018 mit einem 50 Prozent-Pensum neuer Informations-Beauftragter der Römisch-katholischen Landeskirche Baselland.