Tod vor Gorilladame Goma: Ex-Zolli-Direktor Ernst Lang

Ein Vierteljahrhundert prägte Ernst M. Lang als vielseitiger Direktor den Basler Zoo. Nun hat er sich mit 101 Jahren verabschiedet - noch vor seiner Freundin Goma, dem uralten Gorillaweibchen.
Basel, 30. Oktober 2014

Nur fünf Tage nach seinem 101. Geburstag ist der einstige Basler Zoo-Direktor Ernst M. Lang am 21. Oktober verstorben. Dies gibt heute der Zolli in einer Medienmitteilung bekannt. Der Zolli trauere "um eine einzigartige Persönlichkeit, die dem Zoo Basel ein Vierteljahrhundert (1953-1978) als Direktor vorgestanden und die Entwicklung des Zoo Basel massgeblich geprägt" habe, heisst es im Schreiben.

Lang war ursprünglich Doktor der Tiermedizin. 1953 übernahm er die Direktion des Basler Zoos und leitete diesen 25 Jahre. Dem Zolli verhalf er zu einer erstaunlichen Publizität, die weit über die Landesgrenzen reichte. Ernst Lang wusste früh schon mit den Zootieren interessante und emotional bewegende Medienauftritte zu veranstalten. Er wusste das noch junge Fernsehen ebenso einzubinden wie Radio und Presse. Als guter Erzähler brachte er den Menschen mit nachvollziehbaren Vergleichen die Persönlichkeit und Eigenheiten der Tiere näher, wie nach ihm kein anderer Direktor mehr. Überdies verfasste er mehrere populäre Bücher und wissenschaftliche Werke.

Wildfänge und Diktatoren


Ernst Lang hatte auch bedeutende Zuchterfolge vorzuweisen. Statt nur Einzeltiere zu zeigen, bemühte er sich um die Schaffung von Zuchtgruppen. Zoogeschichte schrieb er auch mit dem – heute verpönten – Einfangen von Wildtieren für den Basler Zoo. Bis heute war er stolz auf den "seit Hannibal grössten Elefantentransport aus Afrika nach Europa". Damit meinte er den 1952 durchgeführten Transport fünf junger, im Busch von Tansania (damals Tanganjika) eingefangener Elefanten von Ostafrika mit dem Schiff durch den Suezkanal nach Genua und von dort per Eisenbahn nach Basel. Der Reisegesellschaft gehörte auch die später berühmt gewordene Elefantin Ruaha an.

Seine Afrika-Verbindungen auch zu üblen Diktatoren wie Zaires Mobutu habe er nur der Tiere wegen unterhalten, entschuldigte sich Lang einmal gegenüber OnlineReports. So schenkte Potentat Mobutu, damals auch von der Basler Regierung empfangen und regelmässig Basel besuchend, dem Zolli Okapis – und Lang konnte in der ostkongolesischen Okapi-Station Epulu sein Wissen einbringen und mit Schweizer Tierexperten besetzen.

Wegweisende Zuchterfolge und Tieranlagen

1956 überwachte Lang die Geburt von Rudra, dem ersten je in einem Zoo geborenen Panzernashorn. Der Zolli schreibt: "Das Züchten von exotischen Tieren in Menschenhand galt lange Zeit als unerreichbares Ziel. Ernst Lang machte sich die Fortschritte in der Veterinärmedizin und der Tierernährung zu Nutze und durfte miterleben, dass Tierarten wie Panzernashörner, Flamingos, Brillenbären, Bongos, Somali-Wildesel und Okapis erstmals im Zoo Nachwuchs bekamen."

Im Vierteljahrhundert, während dem der unterdessen auch zu Professorenwürden gelangte Lang Zollidirektor war, wurden auch zukunftsweisende Anlagen eröffnet und das Gelände des Zolli erweitert. Das 1969 gebaute Affenhaus war laut Zolli "ein Pionierschritt". Und das 1972 eröffnete Vivarium sowie der 1977 eingeweihte Kinderzolli würden sich bis heute bewähren.

Der Affe hat den Menschen überlebt

Lange Zeit mit seiner deutschen und früh verstorbenen Frau Trude verheiratet, das Paar hatte zwei Söhne, heiratete Lang im hohen Alter nochmals. Dem Zolli blieb Ernst M. Lang auch nach seiner Pension verbunden. Bis vor kurzem noch besuchte er den Zoo vor allem einer Dame wegen, die mit 55 Jahren ebenfalls schon ein sehr hohes Alter für ihre Art erreichte: Goma, den ersten in einem europäischen Zoo geborenen Gorilla.

Goma wurde im Haus der Familie Lang am Pelikanweg aufgezogen. Jedes Mal wenn Ernst Lang ins Affenhaus kam und Goma ihn erblickte, kam es zu einer berührenden Szene des Wiedersehens. Die Äffin hatte sichtbar Freude – und ihr alter Ziehvater auch. Nun hat der Affe den Menschen überlebt. Ernst Lang, den die Bedrohung der grossen Affen in der Wildnis zunehmend bekümmerte, wird es recht sein, dass er sich zuerst verabschieden musste.

Das aktuelle Bild zu Langs 100-jährigem Geburtstag




Weiterführende Links:
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- Ruaha, Basels bekanntester Ilp, wurde der Wildnis entrissen
- Massaker und Menschenraub im Weltzentrum der Okapis von Epulu
- Zoo Basel erwägt Nothilfe für gebrandschatzte Okapi-Station
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In ihrem Artikel über Markus Ritters Abgang aus dem Basler Präsidialdepartement bezog sich die Basler Zeitung auf OnlineReports.

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In einem Satz


• Der 33-jährige FCB-Mittelfeldspieler Geoffroy Serey Die hat den bis zum 30. Juni 2019 laufenden Vertrag vorzeitig um ein weiteres Jahr verlängert.

• Der 41-jährige Betriebsökonom Daniel Arni, derzeit noch Leiter der Fachstelle Messen und Märkte im Präsidialdepartement, wird ab Dezember neuer Leiter der Basler Allmendverwaltung und Nachfolger von Niklaus Hofmann.

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• Die Basler Kantonalbank eröffnet am 27. August direkt vis-à-vis des Badischen Bahnhofs ihre neue Filiale Rosental, was schon am 25. August gefeiert wird.

• Der FCB-Captain und Innenverteidiger Marek Suchy hat sich am 12. August im Spiel gegen den FC Sion einen Teilriss der Achillessehne am linken Fuss zugezogen und fällt damit für unbestimmte Zeit aus.

• Die Wirtschafts- und Abgabekommission des Grossen Rates unterstützt den "Basler Kompromiss" zur Umsetzung der Steuervorlage 17 und stimmt dem Ratschlag der Regierung mit einer Änderung zu.

• Nach zwei Jahren wechselt in Basel-Stadt das Präsidium der Fraktion "Grünes Bündnis" wieder von "Basta" (Beatrice Messerli) zu den Grünen (Jürg Stöcklin).

Pierre Lavielle, der Präsident des EuroAirport-Verwaltungsrats, ist am 2. August unerwartet gestorben.

• Verschiedene Baselbieter Gemeinden wie Therwil oder Gelterkinden haben aufgrund der Trockenheit ein totales Verbot des Abbrennens von jeglichen Feuerwerkskörpern (Raketen, Vulkane, Heuler usw.) erlassen, bevor auch der Kantonale Krisenstab ein generelles Verbot aussprach.

• Der Riehener CVP-Einwohnerrat Patrick Huber tritt von seinem Amt als Vizepräsident der Basler CVP und als Leiter der Arbeitsgruppe Wirtschaft auf Ende Juli zurück.

Patrick Huber wird im August neuer Geschäftsführer der Basler Bankenvereinigung (BBVg) als Nachfolger von Raphael Vannoni.
 
"Parterre Basel" ist die neue Pächterin des Basler Konzertlokals "Atlantis" am Klosterberg.

Ueli O. Kräuchi, Geschäftsführer des Verbandes Basellandschaftlicher Gemeinden (VBLG), gibt die Leitung der VBLG-Geschäftsstelle per 31. März 2019 altershalber ab.

• Das Bürgerspital Basel übernimmt per 1. Januar 2019 die Spektrum Werkstätte für Menschen mit einer psychischen Beeinträchtigung der Universitären Psychiatrischen Kliniken (UPK) Basel.

• Die Gewerkschaft Unia hat am 4. Juli 2'300 Unterschriften für das Referendum gegen längere Ladenöffnungszeiten eingereicht.

• Der Basler Gewerbeverband reichte zusammen mit den Parteien FDP und SVP, der "IG Lysbüchel" sowie verschiedenen Branchenverbänden das Referendum "gegen die Fehlplanung Lysbüchel" mit 2'972 Unterschriften ein.

Dominique Tellenbach, bisheriger Direktor der Berufsfachschule Basel, wird ab 1. Februar 2019 neuer Rektor der beiden Gewerblich-industriellen Berufsfachschulen Liestal und Muttenz.

Alexander Lenzlinger wird ab 1. August neuer Finanzchef der IWB und Nachfolger von Michael Ackermann, der eine längere berufliche Auszeit nimmt.

• Die Grünen Baselland folgten dem Vorstand und nominierten Isaac Reber für die Regierungsratswahlen 2019 (dritte Amtsperiode).

• Die Basler Grünliberalen lancieren in Riehen eine Petition zum Thema Kunststoff-Recycling, die sowohl in Riehen wie in Basel eingereicht wird.

• Seit 1. Juni ist Bettina Bühler als Nachfolgerin von Birgit Sachweh Geschäftsführerin des Frauenhauses beider Basel.

• Laut einer Studie des Versicherungskonzerns "Baloise" ist Fussball die "gefährlichste Sportart der Welt", da sich jeder vierte Sportunfall in dieser Gattung ereignet.

Anja Bandi übernimmt Anfang Juni von Marc Lüthi die Gesamtleitung der Abteilung Bestattungswesen der Stadtgärtnerei Basel.

• Noch eine neue Aufgabe für die Baselbieter FDP-Nationalrätin Daniela Schneeberger: Sie wird anstelle der zurücktretenden Christine Gorrengourt Verwaltungsrätin der BLT.

Erfolgreich verlief der ausserordentliche Sirenentest am 23. Mai in beiden Basel.

• Der Baselbieter FDP-Landrat Andreas Dürr wurde als Nachfolger von Urs Schweizer zum neuen Präsidenten des ACS beider Basel gewählt.

• Die Basler Energieversorgerin IWB steigerte 2017 den Umsatz auf 739 Millionen Franken, doch fiel der Jahresgewinn mit 74 Millionen Franken wegen Wertberichtigungen und Rückstellungen um 33 Millionen Franken niedriger aus als im Vorjahr.

• Die Baselbieter FDP-Nationalrätin Daniela Schneeberger wurde zur Vizepräsidentin des Schweizerischen Gewerbeverbands gewählt.