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"Nationale Solidarität": FCB-Flagge am Basler Rathaus

Der FC Basel treibt eine Region vor die Himmelspforte

Noch nie liess sich Basel derart vom Fussballfieber anstecken wie vor dem Spiel gegen Liverpool


Von Peter Knechtli


Noch nie in der über hundertjährigen Geschichte des FC Basel war die emotionale Spannung so hoch wie in den Tagen vor dem vorläufigen Spiel der Spiele vom Dienstagabend: Der FCB trifft in einem vorentscheidenden Spiel der Champions League vor 29'500 Zuschauern im St. Jakobs-Park auf den englischen Rekordmeister FC Liverpool. Nur schon ein Unentschieden genügt den Rotblauen, um sich für die zweite Runde des bedeutendsten europäischen Klubwettbewerbs zu qualifizieren.


Noch lieber wäre den Fans natürlich, wenn der 3:0-Sieg einträfe, den die Mutter der beiden FCB-Stars Murat und Hakan Yakin prognostizierte. Tatsache aber ist heute schon: Nach dem Meisterschafts- und Cup-Sieg dieses Jahr ist der FC Basel mit seinen kämpferischen Mannschaftsleistungen in eine neue Dimension aufgerückt. Der FCB misst sich mit den europäischen Mega-Mannschaften.

Mäzenin Gigi Oeri aus dem Häuschen

Sehr zur Begeisterung der durch die Erfolgsserie ihrer Schützlinge aufgewühlten Fans. Spätestens seit dem zweiten Sieg der Basler gegen Spartak Moskau ist der Liverpool-Match Tagesgespräch. „Wir stehen ein Pünktchen vor dem Himmelstürchen“, offenbarte FCB-Mehrheitsaktionärin, Mäzenin und Hoffmann-La-Roche-Erbin Gigi Oeri gegenüber der Basler Zeitung ihre derzeitige Gemütsverfassung.

Dass die Basler sportlich-emotional vor der Himmelspforte angelangt sind, wird auch dadurch spürbar, dass in zahlreichen Wohnungen der Region bis ins Mittelland hinein FCB-Fähnchen hoffnungsvoll im Winde flattern. Selbst das Basler Rathaus, Sitz der Kantonsregierung, zeigt Flagge. Am Dienstag werden die FCB-Fahne, die baselstädtische Fahne sowie das rot-weisse England-Emblem die sandsteinrote Fassade am Marktplatz schmücken. Am Mittag werden der Vorstand des FC Basel und die Offiziellen des FC Liverpool zudem von der Regierung zum Mittagessen empfangen.

„Es ist schon eine spezielle Stimmung“, sagt Felix Drechsler, der Kommunikationschef der kantonalen Exekutive. Jetzt, wo Basel via Fussball an der europäischen Spitze mitspielt, verspürt er plötzlich so etwas wie eine in Basel selten wahrgenommene „nationale Solidarität“. Als Drechlser letzte Woche ein Seminar mit schweizerischen Informationsbeauftragten besuchte, „nahmen Unzählige mit mir Kontakt auf und zeigten, dass sie auch für Basel mitfieberten und dem FCB den Daumen drückten“. Drechsler: „Das ist mir noch nie passsiert.“

Glückstreffer für das Basler Stadtmarketing

Doch auch weit über die Grenzen hinaus ist Basel in aller Munde. Als sich der Basler Regierungspräsident Carlo Conti vergangene Woche auf einer Tourismus-Reise in Helsinki aufhielt, wurde er mehr als einmal auf die neue Rolle „seines“ Fussballclubs angesprochen. Dem Basler Stadtmarketing fällt das Werbe-Glück in den Schoss, dass sein berühmtester Club den Städtenamen „Basel“ trägt. Aber auch in der benachbarten südbadischen und elsässischen Nachbarschaft schlagen die Herzen für den FCB, für „Zubi“, für die Yakins, für Mario Cantaluppi, Julio Hernan Rossi, Christian Chimenez und wie die treffsicheren Schützlinge alle heissen.

Nur: Der Zugang in die Arena der Begeisterung bleibt vielen verwehrt. Der St. Jakobs-Park ist seit Wochen restlos ausverkauft. Zu über tausend Franken sollen Tickets in den letzten Tagen schon angeboten worden sein. Vereinzelte bieten ihre ergatterten Billets auch via Internet an.

Basel rechnet nicht mit Sicherheitsproblemen

Nicht besser geht es den Liverpool-Fans. 1'500 Schlachtenbummler sind zwar bereits im Besitz der begehrten Eintrittskarte. Doch mindestens nochmals soviele Supporter der „Reds“ werden ohne Ticket per Flugzeug, Bahn oder Bus anreisen. Für sie, aber auch für einheimische Pechvögel stehen in der Eishalle gleich neben dem St. Jakob-Park weitere 4'000 Plätze und eine Grossleinwand zur Verfügung, auf die der Match übertragen wird. In dieser Halle mit kostenpflichtigem Zutritt sorgen rigorose Eingangskontrollen dafür, dass die gleichen Hausverbote wie vor dem Stadion durchgesetzt werden. Zahlreiche Beizen sichern sich ebenfalls mit Grossleinwänden Kundschaft, die draussen vor den Toren des Schauplatzes bleiben muss.

Obschon für Basel wie für die englischen Gäste viel Ehre – und vor allem auch viel Geld – auf dem Spiel steht, geht die Basler Polizei von geordneten Begleitumständen aus. „Liverpool kennt disziplinierte Fans“, sagt der Basler Polizeisprecher Klaus Mannhart, das Auswärtsspiel „ging sehr gesittet ab“. Die Club-Begeisterten seien „problemlos den Anordnungen der Sicherheitskräfte“ gefolgt.

Basler schickten Fans in die Gegenrichtung

Offen sei indes, ob es vor dem Gästesektor oder nach dem Spiel in den Wirtschaften zu Scharmützeln komme. Vor dem Spiel soll unter anderem verhindert werden, dass Liverpooler Fans auf die Frage nach dem Weg zum St. Jakobs-Park durch FCB-Anhänger nicht per „3“er-Tram in die gegenteilige Richtung gelenkt werden und schliesslich im Niemandsland an der Landesgrenze landen – wie mit Gästen aus Valencia passiert. Jedenfalls kann sich die Basler Polizei laut Mannhart auf acht Liverpooler Polizei-Spezialisten abstützen, die die Szene kennen und auch Fans mit Stadionverbot identifizieren können.

Dass die Region unter dem Einfluss der Droge FCB steht, spürte dieser Tage auch Club-Sprecher Josef Zindel. Ein „extrem positiver Stress“ spiele sich derzeit auf der Geschäftsstelle ab. Eine Uefa-Sitzung jagt die andere. Und dazu: „335 akkreditierte Journalisten, Hunderte von Telefonen, Tausende von Mails.“ Doch wenn Basel gegen Liverpool gewinnt, so Zindel, „dann bin ich mindestens im siebten Himmel“. Welch ein Aufstieg zu feiern wäre: Vor ziemlich genau zehn Jahren schaffte Basel im Meisterschaftsspiel der B-Liga ein 0:0-Unentschieden – gegen Bümplitz.

11. November 2002


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