Andrea Strahm: "Alles mit scharf"

<< [ 1 | (...) | 11 | 12 | 13 | 14 | 15 | 16 | 17 | 18 | 19 | 20 | (...) | 107 ] >>

Mal eine Ohrfeige: Schlagende Argumente

Und – zack! – schon hatten wir ein paar um die Ohren. Das ging einst ruckruckzackzack. Eine freche (aus unserer Sicht logische, stichhaltige, intelligente) Antwort, und schon zog unsere Mutter die Hand auf. Meistens waren wir rasch genug, um relativ schmerzfrei aus der Gefahrenzone zu kommen. Denn die schlagenden Argumente trainierten unsere Reflexe ausgezeichnet. Es war üblich, die Kinder zu ohrfeigen, auch in aller Öffentlichkeit. Kam einer jemandem sogenannt frech, dann gab es auch auf der Strasse eine Klatsche. Und jedermann nickte anerkennend, die oder der zeigt dem jungen Gemüse, wo Gott hockt. Und natürlich ohrfeigten auch die Lehrkräfte, die damals noch vornehmlich Lehrer waren, in dunklem Anzug mit Krawatte.

Das habe uns nicht geschadet, meinen manche – etwas auch Gölä –, und dreschen weiter auf ihre Kinder ein. Selbsterkenntnis ist nicht jedermanns Sache, und so wird die nächste Generation weiter verhauen. Natürlich hat es geschadet. Vor allem der Beziehung zu den Eltern. Es ist unglaublich erniedrigend, geschlagen zu werden, und es ist noch erniedrigender, sobald ein Kind realisiert, dass es die besseren Argumente hätte und die Schläge bloss ein Machtinstrument sind. Schläge sind immer ein Zeichen der Schwäche, das Ausnutzen physischer Stärke ist nichts als psychisches Versagen.

Soll erzieherisches Schlagen also speziell unter Strafe gestellt werden, zusätzlich zu den übrigen Körperverletzungs-Delikten? Der Nationalrat hat dies abgelehnt. Was richtig ist. Man stelle sich die Nachbarschafts-Polizei vor, die durch die Hecken lugt, und dann die Polizei ruft, sobald Eltern die Nerven verlieren. Denn das kann passieren, Eltern sind auch nur Menschen, und zuweilen geraten sie an den Anschlag. Ein Zeichen von Ohnmacht, wenn gar nichts mehr geht. Aber schlagen ist nie eine Lösung, und schlagen Eltern ihre Kinder aus Prinzip und gezielt, dann sind sie zu belangen. Die dazu erforderlichen Straftatbestände existieren, neue Gesetze braucht es also nicht.


"Die Eltern schreien Zeter und Mordio,
wenn der Nachwuchs
nicht schlank durch die Schule kommt."



S
zenenwechsel. Eine Schule in Therwil, Sekundarstufe, Zeitungsbericht vom 4. Mai 2017. Eine Schulklasse schreibe schlechte Noten, der Lehrer wiederhole die Arbeit nicht, es gebe "unvermittelt" Heftkontrollen,  und sauber geführte Hefte erhielten schlechte Noten. Der Lehrer soll zu streng sein, zwei Kinder seien bereits beim Psychiater. Die Elternpolizei läuft Amok, es ist ein Wirbel sondergleichen, das Medium dramatisiert.

Mit Verlaub: Läuft das nicht so, wenn einer ins Gymnasium will? Es gibt keine lockere Mathematik, nur richtig oder falsch. Das Matheheft muss nicht nur sauber sein, vielmehr müssen die Rechnungen korrekt dargestellt werden.  Es geht um Mathe, nicht um Ästhetik. Wer studieren will, muss schanzen. Schlechte Noten sind einfach die Konsequenz, wenn nicht gearbeitet wurde, und wären keine Zeile wert, eigentlich. Auf Baseldeutsch heisst es "liefere statt laafere", "liefern statt dumm schwatzen". Wenn wir einst nicht lieferten – siehe oben.

Womit wir wieder bei den Ohrfeigen wären. Dass die Kinder nicht körperlich gezüchtigt werden sollen, ist das eine. Aber dass sie eine derartige Macht über Lehrkräfte erhalten, ist letztlich ebenso verheerend. Wie peinlich wäre es uns gewesen, hätte ein Journalist auf Initiative unserer Eltern hin einen Artikel gegen unseren Lehrer verfasst!

Heute ist dies Alltag. Die Eltern schreien Zeter und Mordio, wenn der Nachwuchs nicht schlank durch die Schule kommt, etwas liefern sollte, und nicht liefert. Die Lehrkraft ist schuld. Immer. Fragt sich eigentlich jemand, was aus derartigen Jugendlichen werden soll? Wie lernen sie, zu bestehen, etwas auszuhalten, durchzuziehen? Dies, immerhin, wurde uns einst eingeprügelt.

22. Mai 2017
 Ihre Meinung zu dieser Kolumne
(Mails ohne kompletten Absender werden nicht bearbeitet)
Andrea Strahm, geboren 1955, arbeitet als Juristin auf dem Gebiet des geistigen Eigentums und war bis Mai 2017 Präsidentin der CVP Basel-Stadt. Sie geniesst es, ergänzend zu den von ihr täglich verfassten sachbezogenen und ernsthaften Eingaben und Verträgen in dieser Kolumne persönlich und emotional sein zu dürfen. Andrea Strahm gehörte während neun Jahren dem Vorstand des Neutralen Quartiervereins Neubad an, davon zwei Jahre als Co-Präsidentin. Die Mutter zweier Töchter lebt in Basel.

© Foto by OnlineReports.ch

andreastrahm@bluewin.ch

(Die Kolumnisten sind in ihrer Meinung frei;
sie braucht sich nicht mit jener der Redaktion zu decken.)

www.onlinereports.ch
© Das Copyright sämtlicher auf dem Portal www.onlinereports.ch enthaltenen multimedialer Inhalte (Text, Bild, Audio, Video) liegt bei der OnlineReports GmbH sowie bei den Autorinnen und Autoren. Alle Rechte vorbehalten. Nachdruck und Veröffentlichungen jeder Art nur gegen Honorar und mit schriftlichem Einverständnis der Redaktion von OnlineReports.ch.

Die Redaktion bedingt hiermit jegliche Verantwortung und Haftung für Werbe-Banner oder andere Beiträge von Dritten oder einzelnen Autoren ab, die eigenen Beiträge, wenn auch mit Zustimmung der Redaktion, auf der Plattform von OnlineReports publizieren. OnlineReports bemüht sich nach bestem Wissen und Gewissen darum, Urheber- und andere Rechte von Dritten durch ihre Publikationen nicht zu verletzen. Wer dennoch eine Verletzung derartiger Rechte auf OnlineReports feststellt, wird gebeten, die Redaktion umgehend zu informieren, damit die beanstandeten Inhalte unverzüglich entfernt werden können.

 

Theater Basel

"Medea" im Theater Basel
fileadmin/templates/pics/gelesen.gif
"Abfallkübel statt Herz"

BaZ und BZ Basel
Titel über gleich lautendem
Artikel zum Juventus-Aus
vom 13. April 2018
fileadmin/templates/pics/gelesen.gif

BaZ-Autorenzeile: SDA. BZ-Autorenzeile: Stefan Wyss. Wer suggeriert mehr Eigenleistung?

Alles mit scharf

Wachsen und Widerstand

"Und übrigens ..."

Zeit für Stau und Lottogewinn
RückSpiegel


Die BZ Basel zog die OnlineReports-News über den Einbürgerungs-Streit der drei baselstädtischen Bürgergemeinden mit dem Kanton Basel-Stadt und den Gang ans Bundesgericht nach.

Die Schweiz am Sonntag schrieb eine OnlineReports-Nachricht über die rechtlichen Schritte der Wirtschaftskammer Baselland gegen die "Basler Zeitung" ab.

In ihrem Artikel über Markus Ritters Abgang aus dem Basler Präsidialdepartement bezog sich die Basler Zeitung auf OnlineReports.

20 Minuten, die BZ Basel, theworldnews.net, die Basler Zeitung, die Tageswoche, die Bauernzeitung und Telebasel nahmen die OnlineReports-Story über das gescheiterte Projekt von "Urban Farmers" in Basel auf.

Die BZ Basel, die Basler Zeitung und das Regionaljournal zogen die OnlineReports-Meldung über die Schliessung der Basler Buchhandlung "Narrenschiff" nach.

Die Basler Zeitung nahm die OnlineReports-Nachricht vom Tode des früheren BLKB-Bankrats-Präsidenten Werner Degen auf.

In ihrem Bericht über die "FDP Baselland auf seltsamen Wegen" (Schlagzeile) nimmt die Basler Zeitung zentral auf einen OnlineReports-Primeur über den neu auftauchenden Namen Daniel Recher Bezug.

Die Kommentar-Plattform Infosperber geht auf die Berichterstattung von OnlineReports zum Mord an Martin Wagner ein.

In ihrem Kommentar zu "Lukas Engelberger, der Pressezensor" nimmt die Basler Zeitung eine Metapher ("medienrechtliche Namesburka") von OnlineReports auf.

InsideParadeplatz.ch empfahl den Lesern die Lektüre des OnlineReports Porträts des getöteten Medienanwalts Martin Wagner.

Die OnlineReports-Erstnachricht über den gewaltsamen Tod des Basler Wirtschaftsanwalts Martin Wagner in Rünenberg haben unter anderen der Tages-Anzeiger, BZ Basel, Le Temps, Tageswoche, 20 Minuten, Watson, Telebasel, die Volksstimme, der Blick und nau.ch aufgenommen.

Weitere RückSpiegel

In einem Satz


10'454 Patienten weist die Psychiatrie Baselland für das Geschäftsjahr 2017 aus.

Peter Brodmann wird neuer Baselbieter Kantonschemiker und Leiter des Amts für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen als Nachfolger von Peter Wenk, der Ende August in Pension geht.

• An der 1. Mai-Feier in Liestal wird etwas Ständerats-Vorwahlkampf spürbar, indem die grüne Nationalrätin Maya Graf und SP-Nationalrat Eric Nussbaumer mit als Hauptredner auftreten.

• Die Grünen Baselland nominieren im Hinblick auf die Delegiertenversammlung vom 5. Mai in Olten Landrätin Florence Brenzikofer als Vizepräsidentin der Grünen Schweiz.

• Der Gemeinderat von Birsfelden hat auf einen Vorstoss von Désirée Jaun (SP)beschlossen, als erste Gemeinde in der Nordwestschweiz die Auszeichnung als "Fair Trade Town" anzustreben.

• In der Amtsperiode 2018-2022 bilden die Grünliberalen (GLP) im Einwohnerrat Riehen gemeinsam mit dem parteilosen David Moor eine Fraktion.

• Die Basler Badesaison beginnt im beheizten Sportbad St. Jakob (28. April), in den unbeheizten Becken des Gartenbads St. Jakob (12. Mai), im Gartenbad Eglisee (19. Mai) und im Gartenbad Bachgraben infolge Sanierungsarbeiten (2. Juni 2018).

• Die SP Muttenz hat an ihrer Generalversammlung Kathrin Schweizer einstimmig als Regierungsrats-Kandidatin der SP Baselland nominiert.

• Nach fast zwanzig Jahren Tätigkeit verlässt Moderatorin Tamara Wernli Telebasel, weil sie sich künftig aufs Schreiben konzentrieren will.

• Die Gemeinde Riehen ist laut der Einschätzung des Gemeinderates "weiterhin kein Hotspot für kriminelle Aktivitäten".

Heidi Mück und Tonja Zürcher bleiben laut Wahl durch die Mitglieder für weitere zwei Jahre Co-Präsidentinnen von "Basta".

• Der frühere Basler Grossrat und FDP-Nationalrat Urs Schweizer tritt per 15. Mai 2018 nach 15 Jahren als Präsident des ACS beider Basel zurück.

• Nach den Kontrollen an der vergangenen Basler Fasnacht bleiben Pferde von Chaisen und Vorreitern weiterhin erlaubt.

• Die 43-jährige Elisabeth Heer Dietrich wurde mit 82 von 84 Stimmen glanzvoll zur neuen Baselbieter Landschreiberin gewählt.

• Die Revitalisierung der unteren Wiese hat sich aufgrund der vielen Hochwasser um den Jahreswechsel so stark verzögert, dass das Basler Tiefbaumt sie nicht rechtzeitig vor der Fischschonzeit abschliessen konnte und bis Ende Mai pausieren muss.

• Die Rechnung 2017 des Kantons Basel-Stadt schliesst mit einem Überschuss von 251 Millionen Franken ab und liegt damit 108 Millionen Franken über dem Budget.

Matthias Hubeli, Leiter des Polizeistützpunkts Liestal und stellvertretender Leiter der Sicherheitsabteilung Ost, wird Geschäftsführer des Eidgenössischen Schwing- und Älplerfests 2022 in Pratteln.

• Der von der Wirtschaftskammer Baselland eingereichten Gesetzesinitiative "Für eine faire steuerliche Behandlung der Wohnkosten" (Wohnkosten-Initiative) stellt die Regierung einen Gegenvorschlag gegenüber.

Naomi Reichlin und Florian Sennhauser gehören neu dem Vorstand der FDP-Sektion Liestal an.

Melchior Buchs (FDP) ist neuer Gemeindepräsident von Reinach, indem er mit 2'544 Stimmen die CVP-Kandidatin Béatrix von Sury (CVP) mit 2'452 Stimmen knapp schlug.

• Das Eidgenössische Schwing- und Älplerfest 2022 findet laut Beschluss des Eidgenössischen Schwingerverbands definitiv in Pratteln statt.

• Die Universität Basel erhält fünf von 39 neuen Förderungsprofessuren, die der Schweizerische Nationalfonds (SNF) dieses Jahr vergeben hat.

• Der Frauenanteil in den Aufsichtsgremien von staatsnahen baselstädtischen Betrieben liegt per 1. Januar 2018 bei 40,9 Prozent und übertrifft somit die geforderten 33,3 Prozent deutlich.

• Da SP-Landrat Hannes Schweizer per 31. März als Präsident der Bau- und Planungskommission zurückritt, schlägt die SP-Fraktion als seinen Nachfolger den Frenkendörfer Urs Kaufmann vor.