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"Etwas Enttäuschung": Messe-Präsident Vischer, HRS-CEO Kull

Messe und Totalunternehmen schiessen Gratis-Arbeitern den Lohn vor

Erstmals Zugeständnis von Arbeitsrechts-Verletzungen auf der Grossbaustelle der Messe Basel


Von Peter Knechtli


Die Messe Basel und das Totalunternehmen HRS wollen slowenischen Gratis-Arbeitern des Messe-Neubaus noch vor Weihnachten direkt ausgebliebene Löhne zahlen. "Wir wollen damit Verantwortung für nicht akzeptable Fehler übernehmen", sagte Messe-Präsident Ueli Vischer heute an einer Medienkonferenz.


Der Druck von Gewerkschaften, der Öffentlichkeit und auch der politisch Verantwortlichen auf die Bauherrin und den Generalunternehmer HRS Real Estate AG des spektakulären Basler Messe-Neubaus mit einem Auftragsvolumen von 450 Millionen Franken war zur gross geworden: Heute Mittwochmorgen gestanden sie erstmals ein, dass es auf der Baustelle zu "Verfehlungen" gekommen sei: Gratis-Arbeit, Lohndumping, Arbeitszeit-Überschreitungen.

Messe rechnet mit weiteren Fällen

Messe-Präsident Ueli Vischer sprach von bisher sechs Fällen des Verdachts auf Lohndumping – davon sei ein Fall erwiesen, in weiteren Fällen werde die Lohnbuchhaltung von den Kontrollinstanzen überprüft – und er zweifle nicht daran, "dass noch weitere Fälle ans Tageslicht kommen". Eine Gruppe slowenischer Stahlarbeiter aus Maribor, nach HRS-Angaben weniger als zehn Personen, hat wegen Insolvenz der Firma während Monaten gar keine Löhne erhalten. Das sei, räumte Vischer ein, "nicht akzeptabel". Alle beauftragten Firmen hätten sich an Verträge und Gesamtarbeitsverträge zu halten.

Im Sinne einer Härtefall-Regelung zeigen sich die Messe und der Totalunternehmer nun bereit, diesen Arbeitern "unbürokratisch und direkt, aber ohne Anerkennung einer Rechtspflicht" (so Ueli Vischer) die Löhne wenn möglich noch vor Weihnachten auszubezahlen. Unterstützung soll auch jener slowenische Bauarbeiter erhalten, der bei einem schweren Arbeitsunfall zwei Finger verlor und damit in seiner Erwerbstätigkeit lebenslänglich behindert sein wird.

"Wenige hunderttausend Franken"

Auf die Frage von OnlineReports nach der Höhe der freiwilligen Lohn- und Unterstützungszahlungen sprach Vischer von "wenigen hunderttausend Franken". Den Staat und die Steuerzahler koste die arbeitsrechtliche Auseinandersetzung "keinen Rappen". Wieviele schlecht behandelte Arbeiter von einer Direktzahlung profitieren können, konnte auch HRS-CEO Martin Kull nicht sagen.

Messe-Präsident Vischer verhehlte nicht, dass er "etwas enttäuscht" sei: Nachdem sich die Messe bei der Submission bemüht habe, viele Aufträge in die Region zu vergeben, hätten sich auch Firmen beworben, die gar nicht imstande waren, die geforderte Arbeit zu leisten. Die Folge war eine Verschachtelung von Sub- und Subsubunternehmen, die offenbar der Lohndrückerei Vorschub leistete.

Kritik bis in bürgerliche Kreise hinein

In die Kritik gerieten auch die rot-grünen Basler Regierungsräte, die dem Verwaltungsrat der Messe Basel angehören. In den Kantonsparlamenten beider Basel wurden drei Vorstösse eingereicht. Die Fälle von Lohndumping auf der prestigeträchtigen Baustelle sorgten bis weit in bürgerliche Kreise hinein für Empörung.

Auf dem Messe-Neubau, entworfen durch die Architekten Herzog&de Meuron, arbeiten täglich weit über tausend Beschäftigte unter Hochdruck. Die "Baselworld", weltweit grösste Uhren- und Schmuckmesse, müsse kommendes Frühjahr unter allen Umständen in den neuen Fazilitäten durchgeführt werden können, sagte Vischer. An dieser Messe realisierten die teilnehmenden Firmen "einen grossen Teil ihres Jahresumsatzes".

19. Dezember 2012


Über 100'000 Franken zu wenig Lohn

Die Paritätische Berufskommission für das Metallbaugewerbe des Kantons Basel-Stadt berichtete heute Mittwoch von einem belegten Fall von Lohn-Dumping. Die Offenlegung der Lohnbücher und respektive die Einreichung der vorhandenen Belege habe gezeigt, dass Mindestlohnverstösse und Verfehlungen im Bereich der Spesen von insgesamt rund 100'000 Franken vorliegen.

Folge: Eine Busse und die Weiterleitung des Verfahrens an den Kanton Basel-Stadt.


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"Wie kommt die Messe zu ihrem Geld?"

Wie blauäugig muss man sein, dass in der heutigen Zeit solche Vorkommnisse mit "Sub- und Subsubunternehmen" nicht bekannt sind? Das sind die Folgen unserer hochgepriesenen Marktwirtschaft. Vertrauen ist gut – Kontrollen wären aber besser. Nur fühlt sich da niemand zuständig. Oder akzeptiert man solches stillschweigend?

 

Am Schluss kann man natürlich mediengerecht und aus "lauter Barmherzigkeit" den Schaden übernehmen. Mich würde auch interessieren, wie die Messe resp. der Staat zu ihrem Geld kommt bei Firmen, die zahlungsunfähig sind oder schon gar nicht mehr existieren!


Bruno Heuberger, Oberwil



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"Während die Gastronomen und Hoteliers in Basel nach wie vor um jeden Gast froh sind, ätzen ihre Berufskollegen im Tessin über zu viele Touristen."

Basler Zeitung
Newsflash
vom 21. Juli 2020
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Ein Satz zum Ächzen.

RückSpiegel

 

Die BZ nahm die OnlineReports-Geschichte über den Abbruch des Hauses an der Basler Rufacherstrasse 73 auf. Die Basler Zeitung verzichtete auf eine Quellennennung.

Die BZ nahm die OnlineReports-Story über eine umstrittene Eichen-Fällung auf.

In ihrer News über das Debakel um die Wahl des Gemeindepräsidenten in Schönenbuch nahm die Basler Zeitung auf OnlineReports Bezug.

Die Basler Zeitung bezog sich in ihrem Artikel über die Kandidatensuche der Basler SVP auf ein Interview in OnlineReports.

In ihrem Beitrag über den Protest gegen das "General Sutter"-Denkmal in Rünenberg nahm die BZ auf OnlineReports Bezug.

Die BZ zog die OnlineReports-News über den Rücktritt von Beat Jans als IWB-Verwaltungsrat nach.

Auch das Regionaljournal zog die OnlineReports-Geschichte über Probleme in den Familiengärten nach, verzichtete aber vornehm auf eine Quellenangabe.

Die BZ nahm die OnlineReports-Recherche über die erneute Schliessung der Familiengärten an der Landesgrenze auf.

Die BZ nahm die OnlineReports-Nachricht über die Berufung des Staatsanwalts im Fall der FCZ-Schlägerei im Lehenmattquartier auf.

Das Regionaljournal griff die OnlineReports-Geschichte über Kurzarbeit bei BaZ und BZ auf.

Die BZ nahm die OnlineReports-Nachricht über die Stadtpräsidenten-Ambition von Kantonsspital-CEO Jürg Aebi auf.

Die Volksstimme nahm die OnlineReports-Story über den anstehenden Gerichtsfall zum Rothenflüher Blechpolizisten-Sprenger auf.

In ihrem Basler Medien-Epos nahm die Medienwoche auch auf OnlineReports Bezug.

Die Basler Zeitung, Prime News und die BZ berichteten unter Berufung auf OnlineReports über Adrian Plachesis Abgang bei Telebasel.

In ihren Bericht über den Abbruch des einstigen Kutscherhauses an der Rufacherstrasse in Basel bezogen sich 20 Minuten und die Basler Zeitung auf OnlineReports.

Die BZ nahm auf die OnlineReports-Recherche zum Konkurs der "Gallenacher"-Schule Bezog.

Die BZ nahm die OnlineReports-Meldung über die Beton-Elemente auf dem Basler Centralbahnplatz auf.

Die OnlineReports-News über die technische Panne bei Swisslos wurde von der BZ aufgenommen.

In ihrem Bericht über die Bereitschaft zur Regierungskandidatur von Beatriz Greuter zitierte die Basler Zeitung aus OnlineReports.

Die BZ online bezog sich in ihrem Bericht über den Tod des Baselbieter Lehrerverbands-Geschäftsführers Michael Weiss auf OnlineReports.

Die Volksstimme zitierte in ihrem Bericht über den Konkurs von "Die Medienmacher" aus OnlineReports.

Telebasel bezog sich im Bericht über den Widerstand gegen die Basler IBA-Rheinterrassen auf einen Bericht von OnlineReports.

Die Basler Zeitung nimmt in ihrem Bericht über den Neujahrs-Empfang der Handelskammer beider Basel auf OnlineReports Bezug.

Die BZ schrieb in derselben Ausgabe zwei OnlineReports-Meldungen ab, ohne die Quelle zu deklarieren. Wiederholungstat!

In ihrem Bericht über Verkehrsprobleme am Aeschenplatz zitierte die Basler Zeitung aus OnlineReports.

Die OnlineReports-Nachricht vom Tod des ersten Baselbieter Kantonsgerichtspräsidenten Peter Meier wurde von der BZ, Telebasel, der Basler Zeitung und vom SRF-Regionaljournal nachgezogen.

Telebasel, die BZ und die Badische Zeitung nahmen die OnlineReports-News über die technisch bedingte Umkehr einer "Austrian Airlines"-Maschine nach Wien auf

Die Basler Zeitung und die BZ nahmen die OnlineReports-Nachricht zum Tod des Konjunkturforschers Christoph Koellreuter auf.

20 minuten online, Blick, nau.ch, das SRF-Regionaljournal und Telebasel nahmen den OnlineReports-Primeur über den Unfalltod des Basler Umweltschützers Martin Vosseler auf.

nau.ch schrieb die OnlineReports-Recherche über den FDP-Wahlversand an Basler Neu- und Jungwähler zu einem eigenen Artikel um und verwertete auch die OnlineReports-Illustration dazu.

Weitere RückSpiegel

 

In einem Satz

 

Wegen der Corona-Situation haben der Gewerbeverband und das Erziehungsdepartement entschieden, die 8. Basler Berufs- und Weiterbildungsmesse  vom 15. bis 17. Oktober nicht durchzuführen.

Auf der A2 bei Birsfelden wurde in der Nacht des 3. August ein in der Region wohnhafter Italiener als Raser erwischt, der bei erlaubten 80 mit 140 Stundenkilometern in Richtung Bern/Luzern unterwegs war.

Der Kanton Basel-Stadt, die IWB und Pro Innerstadt Basel gaben heute den offiziellen Startschuss für die Erneuerung der Freien Strasse und der angrenzenden Gassen.

Weil bei Bauarbeiten am Hochbergerplatz ein Stromkabel durchtrennt wurde, kam es am 30. Juli kurz vor 7.30 Uhr in Teilen von Kleinhüningen zu einem Stromunterbruch.

Die Friedhöfe Basel schreiben die Dienstleistungen für die Einsargung und die Überführung von Verstorbenen im Rahmen der unentgeltlichen Bestattung neu aus.

Die Universität Basel hat entschieden, ihren Dies academicus auf Grund der Corona-Pandemie nicht durchzuführen.

Die Baselbieter Corona-Abklärungs- und Teststation befindet sich neuerdings im Spenglerpark in Münchenstein.

Daniela Martin wird neue Geschäftsführerin der Basel Sinfonietta.

Am 8. Juli wurde im Basler Rathaus die Initiative für echten Wohnschutz und das Referendum gegen das "mieterfeindliche Nichtwohnschutzgesetz" eingereicht.

Mit über 4'000 Unterschriften ist in Basel-Stadt das Referendum gegen den umstrittenen Bau des Hafenbeckens 3 zustande gekommen, so dass es am 29. November zur Volksabstimmung kommt.

2. Juli: Einreichung der Initiative "Basel baut Zukunft", die 50 Prozent gemeinnützigen Wohn- und Gewerberaum auf Transformations-Arealen verlangt.

Niggi Rechsteiner übernimmt die Geschäftsführung der Basler "Stiftung Sucht" und folgt damit auf Francesco Castelli, der die Stiftung während neun Jahren geführt hat.

Jeanne Locher, seit 2016 Vizepräsidentin des Gemeinderates, ist mit 1'276 Stimmen neue Gemeindepräsidentin von Münchenstein, während Herausforderer Daniel Altermatt (GLP) auf 906 Stimmen kam.

Eveline Sprecher (SP) wurde in Aesch mit 1'087 Stimmen zur Gemeindepräsidentin gewählt, wobei FDP-Gemeinderat Stephan Hohl 726 Stimmen und Andreas Spindler (SVP) 305 stimmen erzielte.

In Allschwil setzte sich FDP-Gemeindepräsidentin Nicole Nüssli mit 2'989 Stimmen klar gegen Gemeinderat Christoph Morat (SP) durch, der 1'696 Stimmen erzielte.

Mike Keller (FDP) bleibt mit 2'162 Stimmen Binninger Gemeindepräsident; seine grüne Herausforderin, Landrätin Rahel Bänziger Keel, kam auf 1'140 Stimmen.

"Teufelhof"-Chef Raphael Wyniger wird neuer Präsident des Basler Hotelier-Vereins und Nachfolger von Felix W. Hauser, der dieses Amt seit 2014 ausübte.

Der Baselbieter FDP-Landrat Heinz Lerf wurde heute Donnerstag, 25. Juni, mit 76 von 81 gültigen Stimmen zum Landratspräsidenten für das Amtsjahr 2020/2021 gewählt.

Die BLT und die AAGL nehmen ab Montag, 29. Juni, den Ticketverkauf durch das Fahrpersonal auf ihrem Liniennetz wieder auf.

Mit Carmen Kolp übernimmt zum 1. Juli erstmals eine Frau die Geschäftsführung der IG Kleinbasel (IGK), als Nachfolger von Benny Zeuggin.

An seiner Sitzung vom 22. Juni wählte der Vorstand der CVP Basel-Stadt Marco Natoli zum neuen Vizepräsidenten.

Nachdem die Baselbieter Polizei ihren Postenbetrieb aufgrund der Corona-Pandemie vorübergehend an einigen zentralen Standorten konzentriert hat, wird sie per 29. Juni alle Polizeiposten wieder öffnen.

OnlineReports-Kolumnistin Andrea Strahm wurde per brieflicher Wahl einstimmig als neue Präsidentin der CVP-Sektion Grossbasel-West gewählt.

Ein Baselbieter Automobilist fuhr mit seinem Mercedes auf einer 80 km/h-Strecke bei Schöftland AG mit 131 km/h in eine Tempokontrolle der Aargauer Kantonspolizei.

Die Gemeinde Gelterkinden ist mit 3'824 Franken pro Kopf (6'300 Einwohnende) verschuldet.