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"Scham der entlarvten Gier": Partner "Berest und ASE in Werbe-Flyer

Basler Gastro-Konzern war Partner von betrugsverdächtiger ASE

"ASE Investment"-Präsident sass im Berest-Verwaltungsrat / Flossen Gelder ahnungsloser Anleger?


Von Peter Knechtli


Das von der Finanzmarkt-Behörde kaltgestellte Fricker Anlageunternehmen "ASE Investment" pflegte fragwürdige personelle Verflechtungen – unter anderen in die Basler Firma Berest AG, die zahlreiche Restaurants und Hotels der gehobenen Klasse führt.


Noch herrscht dichter Nebel in der Affäre um die Anlagefirma "ASE Investment AG", deren Präsident Simon Müller und Geschäftsleiter Martin Schlegel durch die Eidgenössische Finanzmarktaufsicht (Finma) im April die Zeichnungsberechtigung entzogen wurde.

Geschäftsführer bleibt in U-Haft

"Mit Hochdruck", so Finma-Sprecher Tobias Lux zu OnlineReports, arbeite die mit der Untersuchung beauftragte Firma Transliq daran, sich einen Überblick zu verschaffen. Zum aktuellen Stand wollte sich Lux nicht konkret äussern: "Wie schnell wir vorankommen, hängt immer auch von der Qualität der Buchhaltung ab, die wir vorfinden." Daraus kann zumindest ein Zweifel an der Transparenz der ASE-Rechnungslegung interpretiert werden.

Martin Schlegel ist in Untersuchungshaft, Simon Müller auf freiem Fuss. Der Aargauer Oberstaatsanwalt Daniel von Däniken präzisierte gegenüber OnlineReports, dass gegen die Verantwortlichen wegen Verdachts auf Urkundenfälschung, ungetreue Geschäftsbesorgung und Betrug ermittelt wird. Geschäftsführer Schlegel werde, so von Däniken, "noch mehrere Wochen" in Untersuchungshaft bleiben.

Bankenkreise sprechen von 350 Millionen Franken

Unklar bleibt weiterhin das Anlage-Volumen der ASE Investment. War anfänglich von einem Betrag von 100 bis 200 Millionen Franken die Rede, ist heute aus dem Bankenumfeld von einer Summe bis 350 Millionen zu hören. Treuhandkreise gehen davon aus, dass die Zahl potenziell Geschädigter eher höher liegt als die 500 von der Finma vermuteten.

Zahlreiche Anleger aus der Nordwestschweiz mit Schwergewicht Fricktal, auch aus Hellikon, dem Wohnort des ehemaligen Präsidenten, bangen um ihr Erspartes. Unter den Anlegern sind laut einem Fricktaler Insider, "viele ältere Leute", die nebst dem Schock über den möglichen Verlust ihres Vermögens noch die Scham der entlarvten Gier empfinden.

Wie seriös die "ASE Investment" gewirtschaftet hat und wie vollständig sie ihre Kunden über den wahren Stand ihrer Vermögen ins Bild gesetzt hatte, bleibt derzeit noch Spekulation. Auffällig ist die physische Nähe der ASE-Filiale am Widenplatz 12 in Frick: Sie war im Gebäude der Aargauischen Kantonalbank eingemietet. Doch Kunden der Aargauer Staatsbank sind nicht zu Schaden gekommen. Nach Informationen von OnlineReports unterhielt die ASE zumindest in den letzten Jahren keine Kundenbeziehung zur Aargauischen Kantonalbank.

Fragwürdige Referenz für die Berest-Gruppe

Sicher ist aber auch, dass ein Teil der Basler Gastro-Szene von der Anleger-Affäre tangiert ist: Die "ASE Investment AG" war mit der Basler Restaurant-Gruppe "Berest AG" eng verflochten. Im Oktober 2010 warben Berest"-Präsident Johann Rudolf Meier und seine Frau Latifa in einer Publikation für zahlreiche wohlbekannte Restaurants in der Region Basel – vom "Löwenzorn" über den "Goldenen Sternen" bis zum Hotel Merian, vom Kloster Dornach über das "Rössli" in Oberwil und dem "Schloss Bottmingen" bis zum "Da Roberto".

Am Broschüren-Schluss figurierten als "Lieferanten/Partner" die Berest-Gruppe sowie die "ASE Investment AG" mit ihren Logos (Bild oben) – aus heutiger Sicht eine zweifelhafte Referenz.

Mehr noch: ASE-Präsident Müller gehörte dem Verwaltungsrat der Berest AG an. Im "Porträt der Schweizer Hotellerie- und Gastronomie-Gruppen" für das Jahr 2012 figuriert der offensichtlich vielbeschäftigte Simon Müller als Chef Treuhand und Finanzen in der Berest-Geschäftsleitung.

Müller aus Verwaltungsräten ausgeschieden

In der "Gesellschaft für Treuhandkompetenz" (GTK), die personell mit der Berest-Belegschaft  fast übereinstimmt, amtierte Müller als Verwaltungsratspräsident. Ende April, wenige Tage nach Bekanntwerden der ASE-Strafverfahren, schied Müller aus beiden Verwaltungsräten aus. Neu wird die GTK von Johann Rudolf Meier präsidiert. GTK-Revisionsstelle ist die Hergiswiler "Gesellschaft für Abschlussrevisionen AG (GFA), die auch die "ASE Investment" revidierte.

Meier gilt in der Branche als anerkannter Hotel- und Gastrofachmann. Die Berest-Gruppe erzielte letztes Jahr, so die Voraussagen inklusive Partnerbetriebe, 75 Millionen Franken Umsatz. Ihr Betätigungsfeld umfasst rund 40 Betriebe in der ganzen Deutschschweiz, die sie entweder in Eigenregie führt oder professionell berät bis hin zu Einkaufsgemeinschaften, die günstige Konditionen bieten. "Das ist ein Modell, das zu funktionieren scheint", sagte ein Gastro-Kenner zu OnlineReports. Die Firma sei bisher "nie in irgendeiner Weise negativ aufgefallen".

ASE-Geld in der Berest-Gruppe?

Doch die personelle Verbindung zwischen ASE und der Berest AG wirft die Frage auf, ob zwischen den beiden Firmen auch eine finanzielle Beziehung bestand – und ob beispielsweise die ASE Investoren-Gelder in Form von Darlehen oder Aktienkapital in die Berest investiert hatte. OnlineReports stellte an Chef Meier Fragen, worin die Partnerschaft zwischen der ASE und der Berest AG bestanden habe. Die Anfrage blieb bisher unbeantwortet.

Somit bleibt vorläufig ungeklärt, ob die Berest bei der ASE risikoreich investiert hat oder ob die ASE Geld in die Berest AG gesteckt hat. Fragen, an deren Beantwortung vermutlich auch die prominenten in der Berest zusammengeschlossenen Restaurants und Bars interessiert sein dürften. Offensichtlich nahm die Berest ihr Portfolio mit klingenden Betrieben aus dem Licht der Öffentlichkeit. So wurde die Berest-Website nach der ersten Veröffentlichung durch OnlineReports massiv abgeändert: Der prominente Link zur verschwisterten GTK verschwand ebenso wie die fotografische Laufband-Präsentation der Berest-Betriebe.

Für alle Beteiligten gilt die Unschuldsvermutung.

5. Mai 2012

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BZ online
Byline vom 18. Oktober 2019
zu einem Artikel über
umstrittene Wahlkampfhilfe
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Endlich eine Tageszeitung, welche die Gender-Thematik halbwegs ernst nimmt.

RückSpiegel


nau.ch schrieb die OnlineReports-Recherche über den FDP-Wahlversand an Basler Neu- und Jungwähler zu einem eigenen Artikel um und verwertete auch die OnlineReports-Illustration dazu.

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