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"Aufgabe als Projektleiter": Restukturierungs-Opfer Meyer

Graue Basler Polizei-Eminenz Rolf Meyer wird abserviert

Der einflussreiche bisherige Kommandant-Stellvertreter wird "Projektleiter" und verlässt die operative Polizei


Von Peter Knechtli


Als stellvertretender Basler Polizeikommandant war Rolf Meyer auch unter den Offizieren umstritten. Jetzt schiebt ihn eine Führungs-Reorganisation aus dem uniformierten Polizeidienst in den Bereich Services.


Heute Dienstag atmeten im Basler Justiz- und Sicherheitsdepartement nicht wenige Korpsangehörige auf: Der frisch eingesetzte Polizeikommandant Oberst Martin Roth wird Chef einer von Regierungsrat Baschi Dürr erneuerten Führungsstruktur, in der die langjährige Graue Eminenz im Polizeikommando, Oberstleutnant Rolf Meyer (Bild), entmachtet wird.

Meyers Funktion wird abgeschafft

Die Funktion des stellvertretenden Kommandanten, die Meyer unter mehreren Chefs innehatte, wurde abgeschafft, was Roths Führungsposition festigt. Meyer verlässt die operative Polizei und übernimmt innerhalb des Departementes "im Bereich Services eine Aufgabe als Projektleiter", wie das JSD heute mitteilte.

Er war seit Mitte 1990 in verschiedenen Funktionen als Offizier bei der Kantonspolizei tätig. Am 1. November 1999 wurde er als neuer Stabschef Mitglied der Polizeileitung und per 1. September 2004 Kommandant-Stellvertreter. Abgeschafft wird auch die Funktion des Stabschefs, die der neue Kommandant Roth bisher ausübte.

Sechs Abteilungen auf einer Stufe

Die Reorganisation, die auf 1. Juni umgesetzt wird, sieht sechs Abteilungen auf der gleichen Hierarchiestufe vor. Neu organisiert wird die Abteilung Logistik (Ausbildung und Rekrutierung, Organisation und Technik sowie Finanzen), neu geschaffen werden die Abteilung Operationen (Planung und Einsatz, Führungsunterstützung, Kantonale Krisenorganisation) und die Kommandoabteilung (Recht, Kommunikation sowie weitere Stabsdienste).

Die drei bisherigen operativen Abteilungen Sicherheitspolizei, Spezialformationen und Verkehr bleiben bis auf wenige Verschiebungen unverändert. Die Leitungen der neu organisierten beziehungsweise geschaffenen Abteilungen werden öffentlich ausgeschrieben. Die Stellvertretung des Kommandanten wird künftig durch eine Leitungsperson einer der operativen Abteilungen wahrgenommen werden.

Im Zentrum der Dienstwagen-Affäre

Meyer war im Zusammenhang mit der sogenannten Dienstwagen-Affäre ins Gerede geraten. Gegen ihn hatten auch mehr als ein halbes Dutzend Polizeioffiziere Front gemacht.

9. Januar 2018

Weiterführende Links:


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"In mehrfacher Hinsicht genial"

Das obige Foto von Rolf Meyer im Beitrag über die Reorganisation im Polizeidepartement ist schlicht weg in mehrfacher Hinsicht genial! Erstens ist es technisch sehr gut gelungen (Grössenverhältnis, Schärfe etc.) Und es zeigt schonungslos und ehrlich den Gemütszustand an, den Rolf Meyer im Moment hat. Sein Ausdruck fasst die schwierigen Monate zusammen, die er hinter sich hat und zeigt seine Erkenntnis, dass die meisten Freunde, die man hat nur da sind, wenn man in der Sonne steht.

Das Foto zeigt aber auch einen Rolf Meyer, der versteht, dass er für seine Fehler oder für das, was andere für Fehler halten, büssen muss und man sieht, dass sein Verständnis dafür Grenzen hat. Und dann zeigt das Bild auch noch eine bittere Enttäuschung im Gesicht des Offiziers. Und eine Müdigkeit.

Ich wünsche ihm jedenfalls, dass der Online-Fotograf dereinst wieder ein Bild schiessen kann von einem regenerierten Rolf Meyer bei einer Aufgabe, die ihn erfüllt und die dankbarer ist. So gut das Foto ist – es ist schöner, wenn man glücklichere und zufriedenere Menschen fotografieren kann.


Daniel Thiriet, Riehen



"Falscher Eindruck"

Wie gut oder schlecht das ist, wird sich weisen. Fest steht, dass Oberst Martin Roth damit im operativen Bereich sehr viel mehr direkte Verantwortung übernimmt als seine Vorgänger. Ich glaube darum nicht, dass der Sinn in der "Festigung" seiner Führungsposition steckt, sondern viel mehr in der tatsächlichen Übernahme der eigentlichen operativen Verantwortung und Führung. Gefestigt wird tatsächlich die Position der Abteilungsleiter.

Ohne persönliche Kenntnis der Strukturen in der Polizei, aber aus meiner Sicht einer guten, straffen Organisation, scheint es eine gute Sache zu sein. Ganz einfach nur, weil ich grundsätzlich befürworte, dass die Kompetenzen jeweils dem tiefst möglichen Level zugeordnet sein sollten, mit Stellvertretung "nach oben". Darum – je flacher die Hierarchie desto klarer und schneller die Entscheidungsfindung.

Schade nur, dass durch die Headline mit dem "abserviert" ein falscher Eindruck entsteht. Oberstleutnant Rolf Meyer wäre nicht so lange in seiner sicher schweren "Sandwich-Position" gewesen, wenn er nicht zu gut ist, um "abserviert" zu werden.


Peter Waldner, Basel


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"Die bisherigen Ermittlungen der Kriminalpolizei der Staatsanwaltschaft ergaben, dass es (...) nach dem Handtieren mit einer Kleinstmenge einer Chemikalie zu einer Explosion kam."

Staatsanwaltschaft Basel-Stadt
in einer Medienmitteilung
vom 21. August 2018
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So gefährlich können Handtierchen sein.

Frisch pubertiert

Küssen, nicht spucken!
RückSpiegel


In seinem Artikel über medienpolitische Entscheide der Wettbewerbskommission erwähnt Rainer Stadler in der NZZ auch OnlineReports.

Roland Stark, Kolumnist der Basler Zeitung, nahm in seinem Text über Meinungsvielfalt auf OnlineReports Bezug.

In der Meldung über das neue Basler Nachrichten-Portal "Prime News" bezogen sich die BZ Basel, Nachrichtenagentur SDA und das Branchenmagazin Persönlich auf OnlineReports.

Das SRF-Regionaljournal bezog sich in seiner Meldung über die Selbst-Vergiftung des Basler Museumsdirektors Michael Kessler auf OnlineReports.

Die BZ Basel nahm die OnlineReports-News über den Streit der Basler SVP mit ihrem Grossrat Patrick Hafner über Ausstände bei den Mandatabgaben auf.

Das SRF-Regionaljournal und die Schweiz am Wochenende nahmen auf die OnlineReports-Recherche über den durch die Suva verfügten Baustopp am neuen Werkhof in Sissach Bezug.

Die WochenZeitung verweist darauf, dass textfokussierte Nachrichtenportale wie OnlineReports gemäss dem Entwurf des neuen Bundesgesetzes über elektronische Medien nicht in den Genuss einer Bundesförderung kämen.

20 Minuten
entlarvte die von OnlineReports vermeldete Besetzung des Gewächshauses auf dem Dreispitz-Lok-Depot als Scheinbesetzung.

Die Basler Zeitung nahm in ihrem Bericht über den Rückzug des potenziellen Baselbieter FDP-Regierungs-Kandidaten Daniel Recher Bezug auf OnlineReports.

20 minuten online
bezog sich im Bericht über die Email-Affäre um Joël Thüring auf OnlineReports.

Die BZ Basel nahm in ihrer Meldung über Christian Kellers Abgang bei der "Basler Zeitung" Bezug auf eine vorangegangene Nachricht in OnlineReports.

Barfi.ch
und die Gundeldinger Zeitung zogen die OnlineReports-Meldung über den Velofriedhof am Basler Bahnhof SBB weiter.

Die OnlineReports-Erstnachricht vom Tod des ehemaligen Basler Regierungsrates Lukas "Cheese" Burckhardt wurde von Barfi.ch, der BZ Basel, die Basler Zeitung, vom SRF-Regionaljournal und von der Nachrichtenagentur SDA aufgenommen.

Die BZ Basel nahm die OnlineReports-Meldung über die Anschlussberufung der Staatsanwaltschaft zum Urteil gegen den Basler Datenschnüffler-Polizisten auf.

Die BZ Basel zog die OnlineReports-News über den Einbürgerungs-Streit der drei baselstädtischen Bürgergemeinden mit dem Kanton Basel-Stadt und den Gang ans Bundesgericht nach.

Die Schweiz am Sonntag schrieb eine OnlineReports-Nachricht über die rechtlichen Schritte der Wirtschaftskammer Baselland gegen die "Basler Zeitung" ab.

In ihrem Artikel über Markus Ritters Abgang aus dem Basler Präsidialdepartement bezog sich die Basler Zeitung auf OnlineReports.

Weitere RückSpiegel

In einem Satz


• Der FCB-Captain und Innenverteidiger Marek Suchy hat sich am 12. August im Spiel gegen den FC Sion einen Teilriss der Achillessehne am linken Fuss zugezogen und fällt damit für unbestimmte Zeit aus.

• Die Wirtschafts- und Abgabekommission des Grossen Rates unterstützt den "Basler Kompromiss" zur Umsetzung der Steuervorlage 17 und stimmt dem Ratschlag der Regierung mit einer Änderung zu.

• Nach zwei Jahren wechselt in Basel-Stadt das Präsidium der Fraktion "Grünes Bündnis" wieder von "Basta" (Beatrice Messerli) zu den Grünen (Jürg Stöcklin).

Pierre Lavielle, der Präsident des EuroAirport-Verwaltungsrats, ist am 2. August unerwartet gestorben.

• Verschiedene Baselbieter Gemeinden wie Therwil oder Gelterkinden haben aufgrund der Trockenheit ein totales Verbot des Abbrennens von jeglichen Feuerwerkskörpern (Raketen, Vulkane, Heuler usw.) erlassen, bevor auch der Kantonale Krisenstab ein generelles Verbot aussprach.

• Der Riehener CVP-Einwohnerrat Patrick Huber tritt von seinem Amt als Vizepräsident der Basler CVP und als Leiter der Arbeitsgruppe Wirtschaft auf Ende Juli zurück.

Patrick Huber wird im August neuer Geschäftsführer der Basler Bankenvereinigung (BBVg) als Nachfolger von Raphael Vannoni.
 
"Parterre Basel" ist die neue Pächterin des Basler Konzertlokals "Atlantis" am Klosterberg.

Ueli O. Kräuchi, Geschäftsführer des Verbandes Basellandschaftlicher Gemeinden (VBLG), gibt die Leitung der VBLG-Geschäftsstelle per 31. März 2019 altershalber ab.

• Das Bürgerspital Basel übernimmt per 1. Januar 2019 die Spektrum Werkstätte für Menschen mit einer psychischen Beeinträchtigung der Universitären Psychiatrischen Kliniken (UPK) Basel.

• Die Gewerkschaft Unia hat am 4. Juli 2'300 Unterschriften für das Referendum gegen längere Ladenöffnungszeiten eingereicht.

• Der Basler Gewerbeverband reichte zusammen mit den Parteien FDP und SVP, der "IG Lysbüchel" sowie verschiedenen Branchenverbänden das Referendum "gegen die Fehlplanung Lysbüchel" mit 2'972 Unterschriften ein.

Dominique Tellenbach, bisheriger Direktor der Berufsfachschule Basel, wird ab 1. Februar 2019 neuer Rektor der beiden Gewerblich-industriellen Berufsfachschulen Liestal und Muttenz.

Alexander Lenzlinger wird ab 1. August neuer Finanzchef der IWB und Nachfolger von Michael Ackermann, der eine längere berufliche Auszeit nimmt.

• Die Grünen Baselland folgten dem Vorstand und nominierten Isaac Reber für die Regierungsratswahlen 2019 (dritte Amtsperiode).

• Die Basler Grünliberalen lancieren in Riehen eine Petition zum Thema Kunststoff-Recycling, die sowohl in Riehen wie in Basel eingereicht wird.

• Seit 1. Juni ist Bettina Bühler als Nachfolgerin von Birgit Sachweh Geschäftsführerin des Frauenhauses beider Basel.

• Laut einer Studie des Versicherungskonzerns "Baloise" ist Fussball die "gefährlichste Sportart der Welt", da sich jeder vierte Sportunfall in dieser Gattung ereignet.

Anja Bandi übernimmt Anfang Juni von Marc Lüthi die Gesamtleitung der Abteilung Bestattungswesen der Stadtgärtnerei Basel.

• Noch eine neue Aufgabe für die Baselbieter FDP-Nationalrätin Daniela Schneeberger: Sie wird anstelle der zurücktretenden Christine Gorrengourt Verwaltungsrätin der BLT.

Erfolgreich verlief der ausserordentliche Sirenentest am 23. Mai in beiden Basel.

• Der Baselbieter FDP-Landrat Andreas Dürr wurde als Nachfolger von Urs Schweizer zum neuen Präsidenten des ACS beider Basel gewählt.

• Die Basler Energieversorgerin IWB steigerte 2017 den Umsatz auf 739 Millionen Franken, doch fiel der Jahresgewinn mit 74 Millionen Franken wegen Wertberichtigungen und Rückstellungen um 33 Millionen Franken niedriger aus als im Vorjahr.

• Die Baselbieter FDP-Nationalrätin Daniela Schneeberger wurde zur Vizepräsidentin des Schweizerischen Gewerbeverbands gewählt.