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Operette gewonnen, Gesang zerronnen

Basel, 2. Oktober 2017

Die Sparten durchmischen, will der Basler Theaterdirektor Andreas Beck. Durchgeschüttelt hat er sie bei der Schmacht-Operette "Die Blume von Hawaii" des jüdischen Komponisten Paul Abraham, der in der US-Emigration psychisch zugrunde ging.

Zuerst im Off dann auf der Drehbühne wie ein Zirkusorchester zur Schau gestellt, fetzt die 16köpfige Combo des Ensemble Phoenix Basel unter der anfeuernden Leitung von Musikdirektor Jürg Henneberger, dass die Wände im Halbrund der Villa des Gouverneurs und im Schloss der heimkehrenden Prinzessin Laya wackeln.

Die Phönizianer, die sonst in der "Gare du Nord" die Neue Musik-Freaks das Fürchten lehren, heizen mit Charleston, Waltz und paradetüchtiger Nationalhymne im zackigen Marschrhythmus tüchtig ein. Dazu singt und hüpft eine weitere 16er-Crew nicht wie ein säuselnder Background-Choir, sondern echt kammergeil, dass der Sound in die Knochen geht.

Sie schauspielern und verrenken sich

Und was führen die neun Protagonisten On Stage und auf den Treppen ohne Geländer vor? Sie schauspielern und verrenken sich, was Zunge und Gebärde hergeben mit Anspielungen auf das national befeuerte Amerika und seine damaligen Expansionsgelüste Richtung Blumeninsel. Das plätschert eine Weile dahin, bis sie endlich zum Gesang anheben. Dabei geht die Operette fast unter, weil die Damen und Herrschaften von der redenden Zunft nicht singen und zumeist auch keine Noten lesen können.
 
Die an der Schläfe angeklebten Mikrofone vermögen zwar dank raffiniertem Soundmix die Stimmen in Klangwolken einzulullen. Aber die Operette, die aus der Versenkung der dreissiger Jahre geholt wird, ist damit nur halbherzig gerettet.

Die Regie (Frank Hilbrich) ist bemüht, das Retro-Spiel mit Gags und Polit-Anspielungen aufzumischen und die Figuren, zumal Gouverneur Harrison mit seinem teuflischen Sekretär Buffy wie die kreischenden Weiber der alternden Bessie und der feschen Raka ausser Atem zu halten. Doch das Minus der matten Stimmen dämpft den Gesamteindruck einer gut gemeinten Koproduktion der drei Sparten, wobei Tanzmeister Richard Wherlock gewiss keine Hand angelegt hat, um den Burschen und Mädels mehr beizubringen, als Beine zu schwingen und Hüften wackeln zu lassen.

Das Paradies am Meeresstrand und die von Cellokantilenen veredelten und von Trompetensignalen gekrönten Songs haben überstanden, und die verwelkte Blume darf wieder aufgehen. Ob die  Neufassung der Revue-Operette auch beim älteren Publikum ankommt, wird sich bei den weiteren Vorstellungen erst zeigen. Das Premierenpublikum war schon mal begeistert.



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"Dem Publikum gefiel es"

Dem Kritiker scheint entgangen zu sein, dass es sich bei der Operette um eine Schauspielproduktion gehandelt hat. Statt die Singstimmen zu verurteilen, hätte sich der Kritiker lieber über den ungebärdigen Spass der Schauspieler freuen können. Dem anwesenden Premiere-Publikum hat es, dem Applaus nach, gefallen.


Jacques Reiner, Basel



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Weihnachts-Geschichte aus Israel
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Weitere RückSpiegel

In einem Satz


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• Über tausend Personen verlangen in einer Petition der SP Gelterkinden die Einführung von Tempo 30.

• Im zweiten Wahlgang der Liestaler Stadtrats-Ersatzwahl vom 14. Januar 2018 treten Marie-Theres Beeler (geboren 1959, Grüne) und Karin Jeitziner (geboren 1961, FDP) an.

Marco Greiner, Regierungssprecher und Vizestaatsschreiber von Basel-Stadt, ist neuer Präsident der Schweizerischen Informations-Konferenz öffentlicher Verwaltungen.

• Die Basler CVP hat ihre mit 3'910 Unterschriften versehene Krankenkassen-Initiative eingereicht, die verlangt, dass selbstbezahlte Prämien für die obligatorische Krankenpflege-Versicherung vom steuerbaren Einkommen abgezogen werden können

• Mit der Jus-Studentin Laetitia Block als Nachfolgerin von Pascal Messerli steht erstmals eine Frau an der Spitze der Jungen SVP Basel-Stadt.

• Das Basler Ristorante Cibo Mediterraneo ist der künftige Betreiber der neuen Buvette am St. Alban-Rheinweg.

Reto Meyer, Inhaber und Geschäftsführer der WS Kommunikation in Basel, kauft per Jahreswechsel sämliche Anteile der BSSM Werbeagentur von Urs Schneider und Hannes Müller.

Jana Wachtl (38) wird als Nachfolgerin von Sabine Kubli auf Jahresbeginn neue Leiterin der Baselbieter Fachstelle "Gleichstellung für Frauen und Männer".

• Das Basler Energieunternehmen IWB plant, im Februar 2018 elf neue Ladesäulen für Elektrofahrzeuge in Quartierstrassen auf Allmend zu installieren.

• Entgegen der Parole der kantonalen CVP sagte der CVP-Wahlreis Liestal Nein zum "8. Generellen Leistungsauftrag für den öffentlichen Verkehr" und damit Ja zum "Läufelfingerli".

Raymond Cron wird als Nachfolger von Andreas Büttiker ab 1. Januar 2018 neues Verwaltungsratsmitglied des EuroAirport Basel-Mulhouse-Freiburg.

• Der Basler Grosse Rat hat die Standesinitiative der SP gegen der Schliessung von Quartier-Poststellen überwiesen.

• Die bürgerlichen Jungparteien von Basel-Stadt ziehen ihre Zweirad-Initiative zurück, da sie mit dem vom Grossen Rat beschlossenen Gegenvorschlag ihre Hauptforderungen als erfüllt betrachten.

• Die Baselbieter Wahlen des Landrats und des Regierungsrats für die Amtsperiode vom 1. Juli 2019 bis 30. Juni 2023 finden am 31. März 2019 statt.

• Weil mit dem als Gegenvorschlag verabschiedeten neuen Bürgerrechtsgesetz und den Anpassungen auf Bundesebene die Anliegen der Initianten erfüllt sind, zieht die SVP Basel-Stadt ihre Volksinitiative "Keine Einbürgerung von Kriminellen und Sozialhilfeempfängern" zurück.

• Mit der Gründung der Sektion Waldenburg wollen die Grünen Baselland im Wahlkreis Waldenburg den verlorenen Landratssitz zurück erobern.