© Foto by Universitätsspital Basel
"Wir sind sehr gut aufgestellt": Überlebenshilfe Beatmungsmaschine

Corona: An Beatmungsgeräten sollte es vorläufig nicht mangeln

Die Spitäler der Region halten sich zu den Zahlen eher bedeckt, geben aber beruhigende Antworten


Von Christian Hilzinger


Wer bei der Lungenkrankheit durch das Coronavirus sehr schwer erkrankt, ist auf künstliche Beatmung angewiesen. Im Bruderholzspital, das zur Baselbieter Referenzklinik für Covid-19-Patienten erklärt wurde, sollen 60 Beatmungsgeräte eingesetzt werden. Ein Mangel an diesen lebenserhaltenden Geräten ist derzeit nicht in Sicht.


Am Dienstag beschloss der Bundesrat äusserst einschneidende Massnahmen, wonach nur noch Lebensmittelläden und Apotheken geöffnet haben dürfen. Das Ziel: Die Ausbreitung des Coronavirus zu dämpfen, damit die Spitäler nicht von schwerkranken Corona-Patienten überlaufen werden.

Am vergangenen Sonntagmorgen hat die Baselbieter Regierung das Bruderholzspital zum Referenzspital und somit zum alleinigen kantonalen Behandlungsort für alle Coronafälle bestimmt. Kommenden Freitag startet dort der Betrieb. Rein organisatorisch scheint alles klar.

Fünf Prozent künstlich beatmet

Der springende Punkt in der Versorgung von schwer getroffenen Corona-Patienten sind die Beatmungsgeräte. Sie sind der sogenannte "Flaschenhals". Überstiege die Zahl der Schwerstkranke deutlich die Zahl der Beatmungsmaschinen, müssten einige Patienten sterben, wie es in Italien geschehen ist. Gerade deshalb setzen die Behörden alles daran, dass der Anstieg der Corona-Infizierten nur sehr langsam verläuft, damit das Gesundheitssystem nicht kollabiert.

Allerdings benötigt längst nicht jeder Kranke Hilfe durch ein Beatmungsgerät. 80 Prozent der Covid-19-Erkrankungen verlaufen mild, haben Studien berechnet. Der allergrösste Teil der Bevölkerung wird die Coronavirus-Krankheit sehr gut überstehen, einige werden nicht einmal etwas davon bemerken. 20 Prozent der Fälle verlaufen schwerer, und von Ärzten in Norditalien ist bekannt, dass zehn Prozent der Fälle intensive medizinische Betreuung benötigen. Und etwa fünf Prozent müssen künstlich beatmet werden.

Bruderholzspital "nicht voll ausgelastet"

Das Bruderholzspital wird derzeit eingerichtet. "Gemäss Epidemiologie rechnen wir mit 60 Beatmungsplätzen und bereiten uns entsprechend vor", sagt Anita Kuoni, die Mediensprecherin des Kantonsspitals Baselland, gegenüber OnlineReports. Derzeit habe es genügend Beatmungsgeräte. "Wir sind nicht voll ausgelastet", so Anita Kuoni. Dieselbe beruhigende Antwort gibt auch das Universitätsspital Basel.

Mit konkreten Zahlen geben sich einige Verantwortliche zurückhaltend. "Wir haben genügend Atemgeräte für den Bedarf im Moment. Genaue Zahlen geben wir weder zu Patienten noch zu Geräten raus," schreibt Nicolas Drechsler, Mediensprecher des Basler Universitätsspital. Der Direktor dieser Klinik, Werner Kübler, gibt sich offener: Es seien derzeit etwa 20 Corona-Patienten im Basler Universitätsspital, davon liegen etwa fünf Kranke auf der Intensivstation.

Privatspitäler im engen Austausch

Wie viele Beatmungsgeräte die Basler Privatspitäler zur Verfügung stellen könnten, bleibt unklar. So sagt Anja Oswald, die Präsidentin der Basler Privatspitäler, auf die Frage von OnlineReports, die Privatspitäler-Vereinigung sei "in engem Austausch" mit den Gesundheitsbehörden beider Basel. Die Führung liege "sinnvollerweise bei den entsprechenden Departementen".

Unispital-Direktor Werner Kübler sprach im SRF-Interview nur von einem einzigen Privatspital in der Region, das Covid-19-Patienten behandelt. Seit heute Mittwoch ist bekannt, dass fünf Baselbieter Privatspitäler das Bruderholzspital mit Personal und Geräten unterstützen.

Armee könnte schweizweit 100 Geräte liefern

Auch die Armee gibt sich etwas bedeckt bezüglich der Unterstützung mit Beatmungsmaschinen, für die das Sanitätsdienstliche Koordinationsgremium des Koordinierten Sanitätsdienstes (Sanko) zuständig ist. Dieser Unterausschuss des Bundesstabs Bevölkerungsschutz der Armee erteilt entsprechende Aufträge zur Verteilung solcher Beatmungsgeräte.

Armeesprecher Stefan Hofer zu OnlineReports: "Seitens der Armee können landesweit maximal 100 Beatmungsgeräte zur Verfügung gestellt werden." Die Bedienung der Beatmungsgeräte und die Intensivpflege können allerdngs nur Spezialisten ausführen. Da können die 8'000 Armeeangehörigen kaum helfen, die der Bundesrat aufgeboten hat.

Bangen um Pflege-Grenzgänger

Wenn in der Regel fünf Prozent der Infizierten künstlich beatmet werden müssen, würden – rein rechnerisch – die 60 Beatmungsgeräte im Bruderholzspital für 1'200 Coronavirus-Patienten ausreichen. Von solchen Fallzahlen ist die Region noch weit entfernt. Gleichzeitig sollen die Massnahmen des Bundesrats die Ausbreitung der Pandemie verlangsamen. "Im Vergleich mit anderen Ländern sind wir sehr gut aufgestellt", bekräftigte Werner Kübler. Wie gut die Massnahmen des Bundesrats wirken, bleibt offen: Ein solcher Ausnahmezustand ist noch nie getestet worden.

Grössere Ungewissheit löst beim Unispital-Direktor die Frage aus, ob die Deutschen und Franzosen ihre Grenzen genügend weit offen lassen, damit die Pendlerinnen und Pendler unter dem regionalen Spitalpersonal auch weiterhin zur Arbeit in die Schweiz einreisen dürfen.

18. März 2020

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