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Kontaktlinsen-Werbung auf dem Handy: Umstrittene digitale Wurfsendung

Per Stalin-Orgel auf den Handy-Display

Kommerz mit SMS: Forsche Werbetreibende peilen das Natel mit rechtlich fragwürdigen Mailings an


Von Peter Knechtli


Im Kampf um Online-Kunden ist Produkte-Anbietern fast jedes Mittel recht. Wilde Werber haben jetzt die Displays der Natel-Benützer im Visier. Als Technik wird das Kurz-Mail-System SMS genutzt. Handy-Benützer befürchten eine neue Kommerz-Welle, Juristen halten unverlangte Massen-Mailings per SMS gar für gesetzeswidrig.


Der Genfer Optikermeister Martin Mischler beweist auch Sehschärfe, wenn es ums eigene Geschäft geht. Agil nutzt mit der Natel-Kurzmeldung SMS zur Verbreitung seiner Werbe-Botschaften neuste Kommunikations-Technologie.

Wie aus einer virtuellen Stalin-Orgel feuert er seinen Lockruf - 20prozentiger Rabatt für Kontaktlinsen-Pflegemittel bei Bestellung via Internet - während fast drei Wochen Tag für Tag auf die Displays von 5'000 Handys mit Swisscom-Nummern. Dabei geht er nicht etwa ziellos vor. "Ich ordne die Handy-Nummern nach Postleitzahl und schicke die Mails zwischen 16 und 18 Uhr ab", verriet Mischler seine Strategie der SonntagsZeitung. "So wird mein Angebot in den bedienten Regionen ein Thema und die Empfänger sind nach der Heimkehr zu Hause so richtig motiviert, unsere Homepage zu besuchen."

"Besuchs-Statistik explodiert"

Die Wirkung jedenfalls scheint enorm. "Die Besuchs-Statistik meiner Website explodiert förmlich", freut sich Mischler. "Seit dem Versand herrscht darauf fünf- bis zehnmal mehr Verkehr." Auch die Bestellungen nehmen laut Mail-Manager Mischler "markant" zu. Nach Bearbeitung aller 60'000 Handy-Besitzer, die nicht per Sternchen im Telefonbuch ausdrücklich Werbe-Abstinenz wünschen, rechnet er mit 3'000 bis 6'000 neuen Kunden.

Doch diese Erfolgsquote, von der weniger aggressive Werber nur träumen, trübt zuweilen auch die Stimmung der Empfänger. "Ich finde solche Werbebotschaften eine Zumutung", reagierte ein Basler Software-Unternehmer, der fachlich leicht in der Lage wäre, ebenfalls digitale Massen-Mailings loszuschicken (Fachjargon: "Spamming"), sich aber bewusst Zurückhaltung auferlegt.

Den Vorteil haben die schnellen Frechen

Immer unverfrorener attackieren heute forsche Geschäftemacher potenzielle Kundschaft auf digitale Art, die früher in der Form endloser Reklame-Bandwürmer im Nu die Faxrollen der Zielpersonen leerten. Ob bei Fax, E-Mail oder jetzt bei SMS: Den grössten Nutzen ziehen jene schnellen Frechen, die ein neues Medium bewerben, bevor öffentliche Kritik einsetzt.

So provozierte der Handy-Verkäufer Ericsson letzten Jahreswechsel erste hässige Reaktionen, als er den Mobilkunden per SMS "frohe Weihnachten" wünschte. Vergangenen August war es die Telekommunikationsfirma GTN Telecom, die einen Zürcher Werbeberater - wie zahlreiche weitere Handy-Besitzer - mit dem Slogan zur Weissglut trieben, "50 Prozent Ihrer Telefonrechnung einzusparen". Obschon sich der Adressat telefonisch gegen diese Belästigung verwahrte, tauchte sie an zwei folgenden Tagen erneut auf seinem Display auf.

Handy-Nummern ab Swisscom-CD

"Nein, das ist nicht illegal, ich habe mich da mit meinem Anwalt schon abgesichert", wehrt SMS-Werber Mischler ab. Die 60'000 Handy-Besitzer in den drei grossen Schweizer Sprachregionen, die er ab Swisscom-Telefonbuch-CD eigenhändig "herauskopiert" hat, "sind der Werbung nicht abgeneigt".

"Missbräuchlich ist dies nicht", meint Andreas Sutter, Stabschef des Bundesamtes für Kommunikation (Bakom). Anders als in Österreich, wo das SMS-Spamming "per Gesetz explizit verboten ist", gibt es in der Schweiz "keine Vorschriften, weder dafür noch dagegen". Wenn dagegen die bekannten Einzelbeispiele Schule machten und jeder Natel-Besitzer täglich SMS-Werbebotschaften erhalte, "dann wird natürlich ein Verbot provoziert".

Werbebotschaften "illegal"

Noch viele stärkere Zweifel an der juristische Korrektheit des Digital-Kommerzes hegt der auf Internet und Kommunikationsfragen spezialisierte Luzerner Rechtsanwalt Lukas Fässler. Nach seiner Meinung verstösst das SMS-Spamming gegen das Gesetz über den unlauteren Wettbewerb (UWG): "Ich halte solche Werbebotschaften für illegal, weil sie unlauter sind. Wer ungebeten über Natel mit Werbebotschaften beglückt wird, wird ohne seinen Willen überrumpelt und belästigt."

Es sei zudem nicht auszuschliessen, dass einzelne Abonnenten wie jene von "Natel easy" für die nichtgewünschte Werbebotschaft "auch noch bezahlen müssen, da jeder Anruf auf ihrem Guthaben eine Belastung auslöst". Damit entstehe dem Natel-Kunden auch ein gewisser finanzieller Schaden, "den er nicht einfach so hinzunehmen hat".

Von der Reklamation bis zur Klage

Die Ratschläge, die Vertraute des Problems abgeben, sind unterschiedlich. Swisscom-Sprecher Sepp Huber empfiehlt, "direkt beim Absender der Werbung zu reklamieren". Bakom-Stabschef Sutter appelliert an die "Selbstregulierung". Fachanwalt Fässler empfiehlt zusätzlich eine Strafanzeige und die Benachrichtigung des Bakom: "Denn wo plötzlich viele reklamierende Natel-Kunden sind, wird auch die Behörde hellhörig und sie wird dann handeln müssen, wenn Verletzungen des UWG vorliegen." Möglicher Strafrahmen bei vorsätzlichem Gesetzesverstoss: Gefängnis oder Busse bis zu 100'000 Franken.

SMS-Spammer Mischler erhält pro Aussand etwa fünfzig Reaktionen: "Solche, die meine Message nicht begreifen oder ausrufen, aber auch ganz witzige Stellungnahmen." Dennoch weiss der Optiker, dass er die Duldsamkeit der Mobil-Telefonierer nicht strapazieren darf: "Dies ist meine erste und vermutlich auch einzige Aktion. Ich will ja die Leute nicht verrückt machen."

Tipp von OnlineReports-Leser Bruno Heuberger, Oberwil:
Es gibt ein einfaches Rezept: Handy-Nummer nicht mehr registrieren lassen!

3. Oktober 1999


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"Das Ermächtigungsgesetz der Nazis ist natürlich das bekannteste. Aber es gib tja auch noch andere."

BZ Basel
vom 11. Oktober 2017
die zurücktretende Basler
Juso-Präsidentin Mirjam Kohler
zitierend
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Tja!

"Und übrigens ..."

Waschmaschinen gegen Gemüse
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Weitere RückSpiegel

In einem Satz


• Da die Prämien der obligatorischen Krankenversicherung in Basel-Stadt im kommenden Jahr um durchschnittlich 4,5 Prozent ansteigen, passt die Regierung die Prämienbeiträge des Kantons für Haushalte mit bescheidenem Einkommen im gleichen Umfang an.

• Für den 9. Basler Pop-Preis sind folgende Bands nominiert: Alma Negra (Electronic World Music, Basel), Audio Dope (Electronic Music, Basel), Schammasch (Avantgarde Metal, Liestal), We Invented Paris (Indie-Pop, Liestal) und
Zeal & Ardor (Black Metal/Gospel, Basel.

• Weil sich FDP und SVP nicht auf eine gemeinsame Kandidatur für die Ersatzwahl in den Stadtrat von Liestal einigen konnten und "alle offiziell Kandidierenden wählbar" sind, verzichtet die CVP auf eine Wahlempfehlung.

• Die Wettbewerbs-Kommission hat entschieden, den geplanten Zusammenschluss zwischen dem Universitätsspital Basel und dem Kantonsspital Baselland ohne Auflagen zu genehmigen.

Endress+Hauser übernimmt die deutsche IMKO Micromodultechnik GmbH mit Sitz in Ettlingen, einen Hersteller innovativer Systeme zur Feuchtemessung, und beschäftigt die 19 Mitarbeitenden weiter.

• Verhaftet wurde ein 25-jähriger Spanier, der dringend verdächtigt wird, am 10. September eine Frau im Basler Erlenmattquartier vergewaltigt zu haben.

• Bei der Einreise von Frankreich nach Basel wurde ein etwa 50-jähriger Bulgare erwischt, der 800 Gramm Kokain mit sich führte.

• Die 57-jährige Juristin und frühere Leiterin der Basler Sozialhilfe Nicole Wagner wird Mitglied der Stiftung Habitat, wo sie die zurücktretende Beatrice Oeri ersetzt. 

• Nachdem im Baselbiet die Initiative zum Ausbau des Hochleistungsstrassennetzes rechtsgültig zustande gekommen ist, hat sich das Initiativekomitee aufgrund der laufenden Arbeiten zu einem allfälligen Gegenvorschlag mit einer Unterbrechung der Behandlungsfrist bis maximal 30. September 2019 einverstanden erklärt.

• Die Baselbieter Apotheken dürfen neu – mit Auflagen – nicht nur Grippe-Impfungen, sondern auch weitere Impfungen und Folge-Impfungen durchführen.

• Ab 9. September ist die Umfahrung Liestal im Bereich des Ergolzviadukts wieder ohne Einschränkungen befahrbar.

• Der Kanton Basel-Stadt rechnet für das Jahr 2018 mit einem Budgetüberschuss von 138 Millionen Franken.

Gottlieb Keller, Mitglied der Konzernleitung und Chefjustitiar der Hoffmann-La Roche, hat in der Deutschen Botschaft in Bern das Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland erhalten.

• Die Fraktion "Grünes Bündnis" des Bürgergemeinderats Basel nominierte Brigitta Gerber einstimmig für das Amt als Bürgerrätin.

• Den städtebaulichen Wettbewerb zur Bebauung des Felix Platter-Areals in Basel hat das Team Enzmann Fischer Partner AG / Lorenz Eugster Landschaftsarchitektur und Städtebau GmbH gewonnen.

• Die Gemeinderäte der direkt betroffenen Gemeinden des Leimentals – von Binningen bis Burg – befürworten übereinstimmend den Bau der Tramlinie 17 über den Margarethenstich, da diese einen "klaren Mehrwert" darstelle.

Monique Juillerat, bisher als Mitglied der Geschäftsleitung von "familea" für die externe und interne Kommunikation verantwortlich, wird ab 1. September neue Kommunikations-Verantwortliche der Baselbieter Bildungs-, Kultur- und Sportdirektion.

• Der Kanton Baselland verkauft das "Chuenimatt-Areal" der Bricks Group AG zur Realisierung des Konzeptes "Tri-innova", das eine schrittweise Entwicklung von unterschiedlich grossen Flächen für Dienstleistungs-, Labor-, Produktionsnutzungen sowie Co-working vorsieht.

Spitex Muttenz schliesst die Pflegewohnung Seminarstrasse per 30. November dieses Jahres.

• Die Schweizerischen Rheinhäfen (SRH) verkaufen ihren Anteil an der Rheinhafen-Gesellschaft Weil am Rhein an die Stadt Weil am Rhein.

• Das Rote Kreuz Basel eröffnet am 11. August einen neuen Secondhand-Kleiderladen im Kleinbasel, konkret: am Claraplatz.

• Der 47-jährige Ökonom Michael Harr, verheiratet und Vater zweier Kinder, übernimmt ab 1. August die Geschäftsleitung der Pro Senectute beider Basel.

• Die Basler Regierung legte die Abgeltung der Staatsgarantie durch die Basler Kantonalbank (BKB) für die Jahre 2017 bis 2020 auf jährlich 8,8 Millionen Franken fest.

• Mit Datum vom 1. Juli wird die Kunstkommission für das Kunstmuseum Basel vom Rechts-Professor Felix Uhlmann präsidiert, der den langjährigen Vorsitzenden Peter Mosimann ablöst.

• Die Basler Regierung hat der Bau- und Finanzgesellschaft Zum Greifen AG den Zuschlag für Bau und den Betrieb eines neuen Quartierparkings unter dem Landhof-Areal erteilt.

• Die von der UNICEF erst kürzlich rezertifizierte "kinderfreundliche Gemeinde" Riehen gibt ihr Wissen an 40 Bürgermeister aus Südkorea weiter, die die Basler Landgemeinde besuchen.

• Da der Vereinszweck erfüllt sei, hat die Generalversammlung den "Verein Kunschti Eglisee" am 16. Juni mit 30 zu 4 Stimmen aufgelöst.

• Nationalrat Christoph Eymann, der ehemalige Vorsteher des Basler Erziehungsdepartements, wurde als neues Mitglied in den Verwaltungsrat des Karger Verlags gewählt.

• Der Kanton Basel-Stadt führt eine neue, zusammenhängende Fussgängerorientierung ein, mit der sich ortsunkundige Gäste, aber auch Einheimische in Basel künftig durch neue Stadtpläne auf Stelen besser zurechtfinden sollen.

• Die kantonale Volksinitiative "Recht auf Wohnen" wurde mit bisher 3'188 gültigen Stimmen der Basler Staatskanzlei überreicht.

• Der Therwiler Gemeindepräsident Reto Wolf löst kommenden September Elisabeth Schneider-Schneiter im Präsidium der "Starken Region Basel/Nordwestschweiz" ab.

Dominik Prétôt, der frühere CEO von Telebasel, wird per 1. Januar 2018 mit einem 50 Prozent-Pensum neuer Informations-Beauftragter der Römisch-katholischen Landeskirche Baselland.