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Sesselkleber: Ein Stuhl-Gang kann höchst politisch sein

Liestal, 13. Mai 2017

Im Baselbiet steht die Volksabstimmung über die Aufhebung der Amtszeit-Beschränkung vor der Tür. Die Jungsozialisten, um action nie verlegen, lancierten diesen Donnerstag einen Stuhl-Gang: Den bürgerlichen Landrätinnen und Landräten Dominik Straumann (SVP, Muttenz), Rosmarie Brunner (SVP, Muttenz), Rolf Richterich (FDP, Laufen) und Marianne Hollinger (FDP, Aesch) stellten sie einen Stuhl samt "Uhu"-Kleber ("Strong&Safe") vor die Haustüre.

Damit fordern die Jusos die Gegner einer Amtszeit-Beschränkung auf, "sich an diesen Sessel zu kleben und ihren Sitz im Parlament für die nächste Generation freizugeben". 16 Landrats-Jahre reichen, finden nicht nur die Juso. Die 1972 im Baselbiet eingeführte Amtszeit-Beschränkung sei seither bereits zweimal vom Volk bestätigt worden und habe sich bewährt.

Doch nun meldet sich SVP-Fraktionspräsident Dominik Straumann zu Wort. Er findet die Aktion "durchaus originell". Doch: "Habt Ihr vergessen, wie lange regionale SP-Vertreterinnen und SP-Vertreter schon kommunale und nationale Parlamentssitze besetzen? Und dies, obwohl eure Statuten in Art. 48 interne Amtszeit-Beschränkungen vorsehen, aber regelmässig missachtet werden?"

So sässen die Baselbieter SP-Nationalrätin Susanne Leutenegger Oberholzer, die Basler Ständerätin Anita Fetz und der Baselbieter Ständerat Claude Janiak seit 1999 und somit je seit 19 Jahren im Bundesparlament. Bitte? Wir kommen auf 18 Jahre.

Zudem untertreibt Straumann freundlich: Ihre vier Jahre als Poch-Nationalrätin hinzu gerechnet (1985-1989) kommt Fetz auf 22 Jahre Bundeshaus-Erfahrung. Zeitlich analoge Sitzfähigkeit bewies Leutenegger Oberholzer, die
schon von 1987 bis 1991 für die Poch/Grünen in der Grossen Kammer sass. Es ist links also alles noch viel schlimmer als von Straumann dokumentiert.

Er wirft den SP-Novizen Adil Koller und Jan Kirchmayr vor, sie hätten nur durch vorzeitige Rücktritte den Sprung in den heiligen Landrats-Saal geschafft. Und dann wird Straumann, als wäre der SVP strategisches Nachrücken gänzlich unvertraut, todernst: "Wenn das der Weg ist, wie in der SP der Nachwuchs gefördert wird, darf man diese undemokratische Haltung – nicht mehr der Wähler bestimmt – als fragwürdig betrachten."

Darum hat Straumann den "Sessel" heute Samstagmorgen an
Susanne Leutenegger Oberholzer "weitergeleitet", wie er schreibt, "mit der Bitte, diesen ihren etwas übermütigen Jungkolleginnen und -kollegen mit dem entsprechenden Kommentar wieder zurückzugeben". Ob derzeit auch andere Stühle im Baselbiet auf Reisen sind, ist nicht bekannt.



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"Sehr undemokratisch"

So originell die Aktion dieser jungen Politiker auch ist – es soll nach wie vor ausschliesslich dem Volk vorbehalten bleiben, zu wählen, wen es will. Eine Amtszeit-Beschränkung mag ja dort noch erträglich sein, wo durch diktatorische Macht die "Sesselkleberei" erzwungen werden könnte; aber davon sind wir in der Schweiz doch sehr weit entfernt.

Nun gut – die "Jugend" darf etwas stürmisch sein. Aber sie muss erkennen, dass es sehr undemokratisch ist, wenn man politische Gegner aus den Räten spedieren will, einfach nur, weil sie durch ihre Leistung so anerkannt im Volk sind, dass sie immer und immer wieder gewählt werden. Die Jungsozialisten wollen doch sicher nicht dem Wahlvolk Unfähigkeit unterstellen, gezielt und überlegt zu wählen – oder?


Peter Waldner, Basel



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BZ Basel
vom 17. April 2019
über Regula Rytz
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Sie regularisiert einfach zuviel.

RückSpiegel


Die Nachrichtenagentur SDA nahm die OnlineReports-News über die Berufung im Fall des pädophilen Sekundarlehrers auf.

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In ihrem Bericht über einen hartnäckigen Streit um das Basler Restaurant "Löwenzorn" nimmt die Basler Zeitung auf einen früheren OnlineReports-Bericht Bezug.

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Weitere RückSpiegel

In einem Satz


• Der Arzt, Uni-Dozent, LDP-Grossrat, Meister E.E. Zunft zum Goldenen Stern und Aktivfasnächtler Raoul Furlano ist neuer Obersperber des Basler Sperber-Kollegiums.

• Eine Baselbieter Rentnerin übergab einem "falschen Polizisten" Schmuck im Wert von mehreren 10'000 Franken.

• Bei einem budgetierten Gewinn von 3 Millionen Franken schloss die Baselbieter Staatsrechnung mit einem Überschuss von 56 Millionen Franken.

• Die "Starke Schule Baselland" hat den Rückzug der Initiative "Niveaugetrennter Unterricht in Promotionsfächern" bekanntgegeben.

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• Die Rechnung 2018 des Kantons Basel-Stadt schliesst mit einem Überschuss von 283 Millionen Franken ab und liegt damit um 150 Millionen Franken über dem Budget.

• Die Universität Basel vergibt den Auftrag zur Realisierung des Ersatzneubaus Departement Biomedizin an das Basler Architekturbüro Burckhardt+Partner.

• Der Ständerat hat am 7. März einstimmig die Aufnahme der Projektierungskosten für die Durchmesserstrecke Herzstück in den Bahnausbauschritt 2035 beschlossen.

Michael Wilke wird neuer Leiter der Fachstelle Diversität und Integration in der Kantons- und Stadtentwicklung Basel-Stadt und Nachfolger von Andreas Räss, der neuer Leiter des Baselbieter Amts für Migration und Bürgerrechte wird.

• Die Einführung von Mitarbeitergesprächen und einer leistungsabhängigen Lohnentwicklung bei den Baselbieter Kantonsangestellten führt dazu, dass die "Liga der Baselbieter Steuerzahler" ihre Verfassungsinitiative "Für eine vernünftige staatliche Personalpolitik" zurückzieht.

• Die Basler Regierung spricht sich im Rahmen der Konsultation zum Entwurf des institutionellen Abkommens Schweiz-EU für eine Unterstützung des vorliegenden Abkommens aus.

• Die Basler Verkehrs-Betriebe (BVB) haben mit fast 128 Millionen Fahrgästen letztes Jahr 2,2 Prozent weniger Fahrgäste befördert – dies vor allem wegen Gleiserneuerungs-Arbeiten.

• Das von SVP- und FDP-Kreisen getragene Komitee gegen das vom Grossen Rat beschlossene Neubauprojekt "Naturhistorisches Museum / Staatsarchiv" hat fristgerecht das Referendum mit über 2'700 Unterschriften eingereicht.

• Das Basler Tiefbauamt erteilt Gabriel Pellicanò und Alfredo Ogi den Zuschlag für den Betrieb des Gastro-Kiosks "Hamburgeria Pellicano" an der Feldbergstrasse, der ab Frühjahr in Betrieb gehen soll.

• Mit 18'000 Besuchenden, davon 14'000 Kindern und Jugendlichen und über 300 Schulklassen verzeichnet die "tunBasel" einen Besucherrekord, der sogar das Spitzenjahr 2017 übertraf.

• Die Juso Basel-Stadt haben ihre Nationalrats-Bewerbenden nominiert: Seyran Dilekci (20), Nicolas Eichenberger (28), Livia Kläui (21), Nino Russano (18) und Lucas Wirz (29).

Jochen Kirsch wird neuer Direktor der "Mission 21" und somit Nachfolger von Claudia Bandixen, die Ende August in Pension geht.

• Die Grünliberalen Frauen Schweiz haben die bisherige Vizepräsidentin, die Oberwilerin Tanja Haller, zu ihrer neuen Präsidentin gewählt.