Werbung

© Foto by Ruedi Suter, OnlineReports.ch
"Ohne Information keine Willensbildung": OnlineReports-Jahresend-Essen

Wie finanziert sich eigentlich OnlineReports?

Auch durch Leserinnen und Lesern, die unser News-Angebot über den Recherchierfonds fördern


Von Peter Knechtli


Unsere Redaktion wird immer wieder gefragt, wie es OnlineReports seit über 14 Jahren schafft, sich trotz der Medien-Krise über Wasser zu halten. Wir wollen hier – in eigener Sache – darüber informieren und auch jenen Leserinnen und Lesern danken, die in wachsender Zahl unseren Recherchierfonds zugunsten Freier Mitarbeitender unterstützen.


1. Die Medien-Krise

Unter anderem durch das Aufkommen des Internets und der Gratiszeitungen, die insbesondere vom jungen Publikum häufig genutzt werden, sind insbesondere die Printmedien – Zeitungen und Zeitschriften – in eine Krise geraten. Die News-Produzenten boten ihre Online-Nachrichten kostenlos an. Sie gewöhnten ihr Publikum auf diese Weise daran, dass für journalistische Arbeit – auch professionelle – nichts mehr bezahlt wird.

Doch nicht nur die Printmedien bekamen ein Problem, auch die Online-Anbieter stellten plötzlich fest, dass es mit dem Gratis-Modell kaum möglich ist, eine Online-Plattform kostendeckend und schon gar nicht profitabel zu betreiben. Mit Werbung allein können die Kosten einer Redaktions-Crew und – nicht zu unterschätzen – der immer komplexeren hinterlegten Informatik nicht bezahlt werden. Denn journalistische Qualitäts-Arbeit ist nie Massenware, sondern immer individuell und zeitaufwändig erarbeitet. Glaubwürdige Information sollte ihren Preis haben.

2. Rezept Bezahlschranke ("Paywall")

Was nun? Die Zeitungsverlage sehen kaum einen andern Weg als jene der mühsamen Umerziehungsstrategie: Die Leserinnen und Leser sollen sich mit dem Gedanken vertraut machen müssen, dass Online-News-Angebote künftig kostenpflichtig werden. Auch Schweizer Verlagshäuser sind dabei, auf ihren Online-Plattformen eine sogenannte Bezahlschranke oder Paywall einzurichten. Denkbar sind verschiedene Bezahl-Möglichkeiten, unter anderem:

• Die Leserinnen und Leser können eine bestimmte Anzahl News pro Monate kostenlos abrufen – danach wird der Download kostenpflichtig.

• Die Leserinnen und Leser lösen, wie bei der Zeitung, ein Jahresabonnement und können für diesen Preis eine unbeschränkte Anzahl Artikel, Audios oder Videos abrufen.

• Jeder abgerufene Artikel (oder jedes Video) kostet einen sehr geringen Betrag von einigen Rappen.

Die Verlage sind aber zurückhaltend – vor allem aus einem Grund: Werden die Angebote kostenpflichtig, so ihre Befürchtung, sinkt die Zahl der Zugriffe – zumindest vorübergehend. Laut neusten Analysen werden die Umsätze mit bezahlten Inhalten ("paid content") zwar deutlich wachsen, doch wird das Wachstum bei Weitem nicht ausreichen, um die künftigen Rückgänge im Werbemarkt auszugleichen.

3. OnlineReports unter starkem Konkurrenzdruck

OnlineReports gilt als Pionier-Medium. Das News-Portal der Region Basel ist schweizweit die erste verlagsunabhängige, journalistisch inspirierte, täglich mehrfach aktualisierte Nachrichten-Plattform im Internet. In der zweiten Hälfte der neunziger Jahren waren wir lange Zeit allein auf weiter Flur.

Doch dann begannen die Zeitungen ihre Online-Auftritte auszubauen. Vergangenes Jahr kam die von einer Mäzenin finanzierte "TagesWoche" mit vergleichsweise immensen Personal-, Produktions- und Werbemitteln auf den Markt. Und neuerdings bauen auch das gebührenfinanzierte SRG-"Regionaljournal" sowie das massgeblich gebührenfinanzierte TeleBasel ihre Online-Angebote aus. Für OnlineReports – rein marktwirtschaftlich finanziert – entstand eine beträchtliche Konkurrenz.

4. Warum hat OnlineReports überlebt?

Dennoch kann das unabhängige News-Portal überleben. Warum? Viele Leserinnen und Leser glauben, bei OnlineReports handle es sich um eine mindestens zehnköpfige Redaktion. Irrtum! Die OnlineReports GmbH beschäftigt einen einzigen Festangestellten. Er wird über Werbeeinnahmen finanziert, die zusätzlich auch den gesamt Betrieb finanzieren. Daneben tragen aber rund ein Dutzend Freie Medienschaffende mit Recherchen, Reportagen, Nachrichten und Interviews zur Vielfalt von OnlineReports bei. Sie werden ausschliesslich über den vor einigen Jahren gegründeten OnlineReports-Recherchierfonds bezahlt. Die Montags-Kolumnistinnen und -Kolumnisten arbeiten auf freiwilliger Basis.

Damit dieses Modell aber funktioniert, sind harte Arbeit und viel Herzblut nötig: Unsere Konkurrenz hat zwischen 10- und 30-mal mehr Personal. Ausserdem beschäftigt OnlineReports kein Administrations-Personal: Der Chefredaktor ist gleichzeitig auch Geschäftsführer. Dank dieser super-schlanken Organisation konnte sich OnlineReports gegen gebührenfinanzierte oder gesponserte Konkurrenz behaupten. Auch wenn wir, bei allem Bemühen, nicht immer alle wichtigen Themen der Region abdecken können.

5. Leserinnen und Leser fördern den Recherchierfonds

Als OnlineReports den Recherchierfonds gründete, lag die unbeschwerte Hoffnung auf dem Prinzip der Freiwilligkeit: Sind unsere Leserinnen und Leser bereit, einen ihren Möglichkeiten angemessenen Beitrag in den Fonds zu leisten? Anfänglich kamen jährlich einige hundert Franken zusammen. Doch die Zahl der wiederkehrenden Unterstützenden wuchs – zwar nicht sprunghaft, aber kontinuierlich: Immer mehr Leserinnen und Leser dokumentierten mit einem Förderungsbeitrag Mitverantwortung für die Ermöglichung unabhängiger Inhalte. Eine wachsende Zahl von Sympathisanten unterstützt den Recherchierfonds inzwischen mit regelmässigen Förderbeiträgen.

Dadurch wurde es möglich, den Freien Mitarbeitenden Honorare zu zahlen wie sie auch die Konkurrenz am Aeschenplatz bietet (und auch nur annähernd fürstlich sind sie immer noch nicht).

Der Recherchierfonds wird regelmässig von einem unabhängigen Experten kontrolliert: Kaspar Müller, Präsident der "Ethos"-Stiftung.

6. Ein Dank an die OnlineReports-Förderer

Auch wenn wir mit dem Recherchierfonds nicht mit der grossen Kelle anrühren können (was auch nicht beabsichtigt ist), so hat sich diese Einrichtung in den letzten Jahren doch erfolgreich entwickelt und bewährt. Die zunehmende Vielfalt an journalistischen Leistungen, wie sie uns von aussen attestiert wird, ist zum grossen Teil das Verdienst jener Leserinnen und Leser, die auf OnlineReports nicht bloss kostenlos News abholen wollen, sondern freiwillig auch einen Beitrag dafür leisten, dass das unabhängige Nachrichten-Portal in der heutigen Form überleben kann. Ihnen möchten wir dafür ganz besonders danken.

7. Ein Aufruf

Ob die Region Basel auch künftig noch mit journalistischen Qualitätsmedien versorgt werden kann, liegt zu einem grösseren Teil als allgemein angenommen in der Verantwortung der Medienkonsumenten. Wer der Gratis-Strategie mit berechtigter Skepsis begegnet und unabhängige Medien durch einen eigenen Beitrag unterstützt, dokumentiert auch eine erhöhte staatspolitische Verantwortung: Ohne unabhängige Medien kein demokratischer Diskurs – ohne Information keine Willensbildung.

Deshalb: Bitte fördern Sie den OnlineReports-Recherchierfonds durch ein- oder mehrmalige freiwillige Beiträge oder durch ein Legat. Je stärker der Fonds, desto grösser die inhaltliche Vielfalt und desto breiter die thematische Abdeckung durch OnlineReports.

• Bitte senden Sie mir einen oder mehrere Einzahlungsscheine.

• Für Online-Unterstützung:
Basellandschaftliche Kantonalbank, Liestal
Postckeckkonto 40-44-0
IBAN CH84 0076 9055 8466 8200 1
OnlineReports Recherchierfonds, 4001 Basel

10. Dezember 2012

Weiterführende Links:


 Ihre Meinung zu diesem Artikel
(Mails ohne kompletten Absender werden nicht bearbeitet)

Was Sie auch noch interessieren könnte

Heikle Wahl-Werbung
auf dem Handy

28. Februar 2024

Problematisch: SP und Bider & Tanner versenden SMS von derselben Nummer.


Räppli-Krise treibt Fasnächtler
in beiden Basel um

7. Februar 2024

Das Wurfmaterial ist knapp – und seit Corona deutlich teurer.


Haltestelle Feldbergstrasse: Kante zu hoch gebaut

1. Februar 2024

Das Trottoir wird nochmals aufgerissen und die Tramstation temporär versetzt.


Reaktionen

Rechter Verbandsmitarbeiter unter linken Unternehmern

30. Januar 2024

Luca Urgese im Wahlkampf: "Lieber das Original statt die Kopie wählen."


BL-Hauseigentümer stossen
"Transparenz-Initiative" an

26. Januar 2024

Kantonsgericht statt Bundesgericht
soll künftig Verfassungs-Konformität prüfen.


Reaktionen

20 Jahre Joker in
Sissach – mit demselben Wirt

18. Januar 2024

Didi Wanner hat mit seinem Nachtlokal viele andere Clubs in der Region überlebt.


Neue Chefredaktorin Kleinbasler Zeitung: Melina Schneider

15. Januar 2024

Prime News in Bewegung: ein Abgang, zwei Neuzugänge, eine Beförderung.


Linard Candreia will weniger, dafür stärkere Gemeinden

12. Januar 2024

Interview mit dem SP-Landrat zu den darbenden Kommunen im Baselbiet.


Reaktionen

Kaum Kategorien-Wechsel
bei regionalen Strompreisen

28. Dezember 2023

Am beliebtesten ist das Standard-Produkt,
bei der EBL liegt Atomkraft auf Platz zwei.


Keine Führungen mehr
im Fernsehturm

8. Dezember 2023

Swisscom stellt die öffentlichen Besichtigungen auf St. Chrischona ein.


Reaktionen

www.onlinereports.ch - Das unabhängige News-Portal der Nordwestschweiz

© Das Copyright sämtlicher auf dem Portal www.onlinereports.ch enthaltenen multimedialer Inhalte (Text, Bild, Audio, Video) liegt bei der OnlineReports GmbH sowie bei den Autorinnen und Autoren. Alle Rechte vorbehalten. Nachdruck und Veröffentlichungen jeder Art nur gegen Honorar und mit schriftlichem Einverständnis der Redaktion von OnlineReports.ch.

Die Redaktion bedingt hiermit jegliche Verantwortung und Haftung für Werbe-Banner oder andere Beiträge von Dritten oder einzelnen Autoren ab, die eigene Beiträge, wenn auch mit Zustimmung der Redaktion, auf der Plattform von OnlineReports publizieren. OnlineReports bemüht sich nach bestem Wissen und Gewissen darum, Urheber- und andere Rechte von Dritten durch ihre Publikationen nicht zu verletzen. Wer dennoch eine Verletzung derartiger Rechte auf OnlineReports feststellt, wird gebeten, die Redaktion umgehend zu informieren, damit die beanstandeten Inhalte unverzüglich entfernt werden können.

Auf dieser Website gibt es Links zu Websites Dritter. Sobald Sie diese anklicken, verlassen Sie unseren Einflussbereich. Für fremde Websites, zu welchen von dieser Website aus ein Link besteht, übernimmt OnlineReports keine inhaltliche oder rechtliche Verantwortung. Dasselbe gilt für Websites Dritter, die auf OnlineReports verlinken.

https://www.onlinereports.ch/fileadmin/templates/pics/gelesen.gif
"Der frühere Lichthof wird zum Spatio"

bz
vom 28. Februar 2024
in einem Zwischentitel
https://www.onlinereports.ch/fileadmin/templates/pics/gelesen.gif

Fremdwörter sind Glücksache. Im Text steht "Patio", spanischer Begriff für (Innen-)Hof. Spazium ist auch hübsch.

RückSpiegel


Die bz zitiert den OnlineReports-Artikel über die Wiedereröffnung des Gefängnisses in Sissach.

Baseljetzt erzählt den OnlineReports-Artikel über die Räppli-Krise nach.

Das Regionaljournal Basel, Baseljetzt, BaZ und 20 Minuten vermelden mit Verweis auf OnlineReports den Baufehler bei der Tramhaltestelle Feldbergstrasse.

Die Basler Zeitung bezieht sich in einem Interview zu den Gemeindefusionen auf OnlineReports.

persoenlich.com und Klein Report vermelden mit Verweis auf OnlineReports die Personalrochade bei Prime News.

Die Volksstimme schreibt über die Wahl von Claudio Miozzari zum Grossratspräsidenten von Basel-Stadt und zitiert dabei OnlineReports.

In einem Artikel über die Leerstandsquote bei Büroflächen in Basel nimmt die bz den Bericht von OnlineReports über einen möglichen Umzug der Basler Polizei ins ehemalige Roche-Gebäude an der Viaduktstrasse auf.

Das Regionaljournal Basel und die bz berichten über die Bohrpläne der Schweizer Salinen im Röserental und beziehen sich dabei auf OnlineReports.

Landrat Thomas Noack zitiert in einem Carte-blanche-Beitrag in der Volksstimme aus dem OnlineReports-Artikel über die Finanzkrise in Baselbieter Gemeinden.

Die Nachrichtenagentur SDA nimmt Bezug auf OnlineReports und schreibt, dass SP-Nationalrätin Sarah Wyss für eine Regierungs-Kandidatur nicht zur Verfügung steht.

Baseljetzt und Klein Report vermelden mit Verweis auf OnlineReports, dass Swisscom die Führungen durch den Fernsehturm auf St. Chrischona einstellt.

20 Minuten und ein Podcast der Zeit nehmen den Artikel von OnlineReports über das Hupe-Verbot für das Kinderkarussell auf dem Münsterplatz auf.

Die bz zieht den OnlineReports-Artikel über die frühere Grellinger Kirchen-Kassiererin nach, die ihre Verurteilung vor Bundesgericht anficht.

Die Basler Zeitung und Happy Radio greifen die OnlineReports-Recherche zur Girema Bau AG auf.  

 

Weitere RückSpiegel

Werbung







In einem Satz


Cyril Bleisch übernimmt bei den Jungfreisinnigen Baselland das Präsidium von Lucio Sansano.

Die Basler Sozialdemokraten haben die SP queer Basel-Stadt gegründet und als neues Organ in den Statuten der Partei verankert.

Eiskunstläuferin Kimmy Repond und Wasserfahrer Adrian Rudin sind Basler Sportlerin beziehungsweise Basler Sportler des Jahres.

Jean-Luc Nordmann übergibt das Präsidium der Stiftung Tierpark Weihermätteli per 1. Januar 2024 an Martin Thommen.

Iris Graf steigt von der Projektleiterin und akademischen Mitarbeiterin der Baselbieter Fachstelle für die Gleichstellung von Frauen und Männern zur Leiterin auf.  

Sonja Kuhn,
ehemalige Co-Leiterin der Abteilung Kultur Basel-Stadt, ist neu Präsidentin der SRG Region Basel.

Florian Nagar-Hak und Saskia Bolz übernehmen die Leitung des Gesundheitszentrums Laufen, das zum Kantonsspital Baselland gehört.

Mohamed Almusibli übernimmt ab März 2024 die Direktion der Kunsthalle Basel von Elena Filipovic.

Marilena Baiatu ist neue Kommunikationsbeauftragte der Staatsanwaltschaft im Kanton Baselland und ersetzt Thomas Lyssy, der Ende November pensioniert wird.

 

Mitte-Landrat Simon Oberbeck folgt am 1. August 2024 als Geschäftsführer der Schweizerischen Vereinigung für Schifffahrtund Hafenwirtschaft auf André Auderset.

Die Junge SVP Basel-Stadt hat Demi Hablützel (25) einstimmig für zwei weitere Jahre als Präsidentin wiedergewählt.

Dominic Stöcklin wird neuer Leiter Marketing und Mitglied der Geschäftsleitung von Basel Tourismus.

 

Samir Stroh, aktuell Gemeindeverwalter in Brislach, übernimmt Anfang Mai 2024 die Leitung von Human Resources Basel-Stadt.

Das Sperber-Kollegium hat Sterneköchin Tanja Grandits zur "Ehrespalebärglemere 2023" ernannt.

Der mit 50'000 Franken dotierte Walder-Preis geht dieses Jahr an Konrad Knüsel, den Präsidenten des Vernetzungsprojekts Rodersdorf und des Naturschutzvereins Therwil.

Götz Arlt tritt am 1. Januar 2024 die Nachfolge von Christian Griss an und übernimmt die Stufenleitung der Sekundarschulen I im Bereich Volksschulen des Erziehungsdepartements Basel-Stadt.

Michael Gengenbacher tritt am 1. Februar 2024 seine neue Stelle als Chief Medical Officer (CMO) und Mitglied der Spitalleitung beim Bethesda Spital an.

Markus Zuber übernimmt am 1. Oktober die Leitung der St. Clara Forschung AG (St. Claraspital).

Das Präsidium der Juso Baselland besteht neu aus Clara Bonk, Angel Yakoub (Vize) und Toja Brenner (Vize).