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"Eine angemessene, längere Zeitperiode": Architektur-Objekt Messeplatz Basel

Basel-Stadt will Beteiligung an der MCH Group reduzieren

Neuer Investor soll mehr Einfluss haben, aber Standorte Basel und Zürich im Fokus behalten


Von Peter Knechtli


Seit heute Mittwochmorgen sind die Eckwerte der neuen Basler Messe-Struktur bekannt: Bedeutender Minderheitsanteil für einen neuen Investor, kleinere Beteiligung der öffentlichen Hand und Verkleinerung des Verwaltungsrates. Die Börse reagiert positiv.


Wenn ein neuer Investor einsteigt und es zu einer Kapitalerhöhung kommt, will der Kanton Basel-Stadt seinen Besitzanteil von derzeit 33,5 Prozent reduzieren, indem er auf die Bezugsrechte verzichtet. Dies beantragt die Regierung dem Grossen Rat. Mit diesem Verzicht wäre "sichergestellt, dass ein neuer Investor auf einen signifikanten Minderheitsanteil kommen könnte, auch wenn alle anderen Aktionäre ausser den öffentlich-rechtlichen Körperschaften ihr Bezugsrecht ausüben würden".

Wer dieser mögliche Investor ist, ist bisher nicht bekannt. Dass es sich um den aufmüpfigen Aktionär Erhard Lee als Vertreter einer bisherigen Investorengruppe handelt, ist ziemlich unwahrscheinlich.

Standort-Politik für Basel und Zürich

Die Regierung strebt an, dass die Aktionäre der öffentlichen Hand weiterhin über einen Aktienanteil von mindestens 33,33 Prozent verfügen, um mit einer Sperrminorität über Änderungen der Statuten bestimmen zu können, die unter anderem auch die Durchführung von Messen, Kongressen und weiteren Veranstaltungen in Basel und Zürich vorschreiben.

Um eine solche Mindestbeteiligung der öffentlich-rechtlichen Körperschaften im Anschluss an eine Kapitalerhöhung ohne Ausübung der Bezugsrechte wieder herzustellen und die Bilanz der MCH Group nachhaltig zu stärken, plant die Regierung eine Umwandlung des im Zusammenhang mit dem Messe-Neubau gewährten nachrangigen zinslosen Darlehens in der Höhe von 30 Millionen Franken in Aktienkapital. Ein zusätzlicher Antrag würde dem Parlament im Herbst unterbreitet werden.

Baselland will aussteigen

Derzeit hält Basel-Stadt 33,5 Prozent, Baselland 7,8 Prozent und Stadt sowie Kanton Zürich 7,7 Prozent. Baselland hat die Absicht bekundet, sich als Eignerin aus der Messe gestaffelt zurückzuziehen. Die Regierung war zur Auffassung gelangt, dass es sich bei der Beteiligung an der MCH Group AG in Form von Aktienkapital "nicht mehr um die Erfüllung einer öffentlichen Aufgabe" handle.

"So, wie es derzeit aussieht, wird es auch dabei bleiben", sagte Rolf Wirz, der Sprecher der Baselbieter Volkswirtschafts- und Gesundheitsdirektion, heute Mittwochmorgen gegenüber OnlineReports.

In ihrer Vorlage an den Grossen Rat hält die Basler Regierung fest, dass sie der beabsichtigten Transaktion nur zustimmen wird, wenn der neue Investor "eine formelle Vereinbarung mit der MCH Group AG unterzeichnet, die regeln soll, dass die rentablen Messen und Kongresse über eine angemessene, längere Zeitperiode weiterhin in Basel und Zürich durchgeführt werden".

Verkleinerter Verwaltungsrat

Ausserdem soll im Rahmen der beabsichtigten Kapitalerhöhung die statutarisch festgelegte Vinkulierung, wonach nur die öffentlich-rechtlichen Körperschaften mehr als fünf Prozent Stimmrechte ausüben dürfen, aufgehoben werden. Gleichzeitig soll der Verwaltungsrat verkleinert werden. Vorgesehen sind drei Sitze für den neuen Investor, drei Sitze für die öffentlichen Hände und, je nach endgültiger Grösse des Gremiums, ein bis drei Sitze für weitere Mitglieder – also eine Maximalgrösse von neun Mitgliedern.

Im Falle einer Kapitalerhöhung sollen die bisherigen privaten Aktionäre ein anteilmässiges Bezugsrecht erhalten. Falls die Verhandlungen unter diesen Strukturen und Konditionen erfolgreich abgeschlossen werden können und der Grosse Rat dem Verzicht auf das Bezugsrecht zustimmt, wird die MCH Group AG eine ausserordentliche Generalversammlung einberufen.

Zeitpunkt für den Rücktritt?

Nicht ausgeschlossen, dass MCH-Verwaltungsrats-Präsident Ueli Vischer die Gelegenheit nutzen wird, auf diesen Zeitpunkt hin zurückzutreten.

Die Börse reagierte positiv auf die heutige Ankündigung der Eckwerte: Nach Eröffnung legte die Aktie um bis gegen vier Prozent zu.

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3. Juni 2020

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