© Fotos by Peter Knechtli, OnlineReports.ch
"Ein solches Verhalten ist inakzeptabel": "Prime News"-Chef Keller

Christian Keller: "Mein dieses Jahr deklarierter Lohn ist Null"

Der Gründer und Chef der Basler Online-Plattform "Prime News" im Interview über das erste Betriebsjahr


Von Peter Knechtli


In seinem ersten Jahr als Gründer und Chef der Basler Online-Plattform "Prime News" habe er "sicher mehr geschrieben als ein durchschnittlicher BZ- oder BaZ-Journalist". Das sagt Christian Keller, der sich im grossen Interview mit OnlineReports über seine neuen Erfahrungen als Unternehmer äussert und an einigen Exponenten "des Staates" kein gutes Haar lässt.


OnlineReports: Am 13. August ist Geburtstag. Gratulation zum Überleben des ersten Betriebsjahres als autonome News- und Serviceplattform.

Christian Keller: Vielen Dank.

OnlineReports: Was ist eigentlich mit "Serviceplattform" gemeint?

Keller: Wir bieten auch interaktive Tools – beispielsweise, wenn jemand wissen will, wo in Basel der einzige Parkplatz noch frei ist.

OnlineReports: Du bist bekannt als erbarmungslos selbstkritischer Publizist. Wie bist Du mit Deinem ersten Jahr als Medienunternehmer zufrieden?



Keller: Das ist eine gute Frage. Ich werde nie zufrieden sein, sonst wird man träge und dann kann man den Laden gleich dichtmachen. Ich bin aber insofern zufrieden, als wir jetzt nach einem sehr brutalen und lehrreichen Jahr eine klare Perspektive haben, wie wir am Markt selbsttragend werden und langfristig überleben können.

OnlineReports: Ist "Prime News" schon über dem Berg?

Keller: Was heisst das? Definiere das!

OnlineReports: Dass sich Gewinn abzeichnet.

Keller: Da kommt es darauf an, wieviel Aufwand wir durch Auftragsvergabe betreiben. Wir können hier variabel arbeiten. Aber ich möchte mehr Output haben. Insofern sind wir noch nicht über dem Berg. Da brauchen wir sicher noch ein Jahr. Wir haben jetzt mehr Werbeabschlüsse und mehr Kooperationen und wir wollen mit Eigenleistungen eine journalistische Referenz werden.


"Drei Festangestellte könnte ich
jetzt noch nicht finanzieren."


OnlineReports: Wie hoch ist der erste Jahres-Umsatz?

Keller: Hmmm – wie hoch ist er bei OnlineReports?

OnlineReports: Ich stelle jetzt die Fragen. Also: Wie hoch?

Keller: Das sage ich jetzt nicht. Sagen wir es so. Ich allein könnte gut davon leben. Aber drei Festangestellte könnte ich noch nicht finanzieren.

OnlineReports: Wie hoch ist Dein Budget für die Freien Mitarbeitenden?

Keller: Das können monatlich mal 5'000, mal 10'000 Franken sein.

OnlineReports: Die Lesenden müssen ein Jahres- oder Tages-Abo lösen oder vor der Lektüre 15 Sekunden Werbung über sich ergehen lassen. Wie beurteilst Du das Bezahl-Modell von "Prime News"?

Keller: Das Bezahlmodell war der Grund, weshalb ich diese Plattform überhaupt gegründet habe. Ich wollte schon immer etwas Eigenes machen, weil mich die Gratiskultur nicht überzeugt. Bei uns hat der Leser eine grosse Vielfalt, zu entscheiden, welchen Zugang er wählen will. Neu wird die Möglichkeit hinzukommen, dass der Leser seine E-Mail-Adresse angibt, statt ein Werbevideo anzuschauen. Er erhält dann beispielsweise von einer Confiserie Informationen zu speziellen Aktionen. Die Gegenleistung ist die Freischaltung des Artikels.

OnlineReports: Was wird von den Kunden eher akzeptiert – das 79 Franken-Abo oder der Werbefilm?

Keller: Ganz klar der Werbefilm.

OnlineReports: Wieviele Jahres-Abonnenten hat "Prime News" aktuell?



Keller: Rund 450 Abonnenten, die wirklich bezahlt haben.

OnlineReports: Würdest Du Fördergeld vom Staat annehmen?

Keller: Auf keinen Fall.

OnlineReports: Aber soll der Staat auf Online-Portalen werben – beispielsweise für Kampagnen jeder Art?

Keller: Damit hätte ich kein Problem, wenn der Staat dies will.


"Wir sind staatskritisch, unternehmens-
freundlich und offen für alle Meinungen."


OnlineReports: Welche politische Grundhaltung will "Prime News" vertreten?

Keller: Erstens: Staatskritisch. Zweitens: Dezidiert unternehmensfreundlich. Drittens: Offen für alle Meinungen. Es gibt keine Vorzugsbehandlung für irgendeine Partei. Die Relevanz einer Geschichte darf nichts damit zu tun haben, ob wir die gleiche Meinung vertreten oder eben eine andere. Redaktionsintern leben wir den Diskurs. Ich persönlich bin klar bürgerlich und KMU-nahe verortet, andere stehen weiter links und halten Krisensitzungen ab, wenn ich einen Kommentar ankündige. Aber das wird schon noch.

OnlineReports: 
Mit "Prime" im Namen suggerierst Du eine gewisse Exklusivstellung. Womit überragt "Prime News" alle andern?

Keller: Ich würde den Namen nicht überinterpretieren. Der Name soll leicht in Erinnerung bleiben und für Qualität und Glaubwürdigkeit bürgen. Wir haben Erfolg, wenn wir konstant einen guten Job machen. Die vollmundigen "Wir retten den Journalismus"-Sprüche überlasse ich gerne anderen.

OnlineReports: "Prime News" ist stark in der Gastro-Berichterstattung. Ist es Dein Bruder, der als früherer Beizer hauptsächlich Input liefert?

Keller: Nein, wirklich nicht.

OnlineReports: Kannst Du Dir vorstellen, in Deinem Nach-Journalismus-Lebensabschnitt eine Basler In-Beiz zu führen?

Keller: Nein, ich bin und bleibe Journalist. Aber eine "Prime News"-Bar wäre natürlich genial.

OnlineReports: Welcher Story-Typ ist auf "Prime News" am erfolgreichsten?



Keller: (überlegt lange) Wir haben mittlerweile eine Kernleserschaft, die alles cool findet. Auch bieten wir einmal wöchentlich eine Kulturgeschichte. Gut laufen auch die Kommentare oder Geschichten wie jene über die geforderte Einschränkung des Fleischkonsums.

OnlineReports: Die Videos auf "Prime News" haben, von wenigen Ausnahmen abgesehen, nur bescheidene Abrufzahlen. Interviews mit Politikern erreichen zwischen 17 und 58 Hits. Das Interview mit Eva Herzog zur Abstimmung über den Ausgang der Steuerreform erzielte gerade mal 62 Aufrufe. Lohnt sich der relativ hohe Bearbeitungs-Aufwand im Vergleich zum Ertrag?

Keller: Es geht um Mehrwert und den Anspruch, den wir vertreten. Ich will, dass die Leute, die hier mitarbeiten, auch lernen, mit dem Bewegtbild umzugehen und fokussiert klare Fragen zu stellen. Wir hatten aber auch ein Video – es ging um eine Schlägerei vor einer Bar –, das an einem Tag 25'000 Aufrufe verzeichnete.



OnlineReports: Gut, aber mit gestalteten TV-Beiträgen kann man Eure Video-Clips nicht vergleichen.

Keller: Wir hatten auch gestaltete Beiträge. Aber in der Regel hast Du Recht.


"Ich habe sicher mehr geschrieben
als ein BZ- oder BaZ-Journalist."


OnlineReports: Welches war der News-Knüller im ersten Jahr?



Keller: Die FCB-Frauenfussball-Mannschaft, die am Gala-Abend des FC Basel als Servicepersonal eingesetzt wurde und Lose verkaufen musste. Da hat sogar CNN angerufen. Unsere Geschichte, dass das Personal in der Notruf-Zentrale nicht Englisch spricht, hat "20 Minuten" mit einem Millionen-Publikum aufgenommen.

OnlineReports: Welches war die Fehlleistung des ersten Jahres?

Keller: (überlegt lange) Eigentlich keine. Wir hatten zum Glück keinen Artikel, der nachweislich falsch gewesen wäre. Wir machten viele Geschichten nicht, wenn das Bauchgefühl schlecht war. Gerade im Zusammenhang mit den Landratswahlen wurden uns viele Halbgeschichten angeboten, die wir bewusst nicht realisierten.

OnlineReports: Die Frontseite wirkt deutlich kommerzieller als zu Beginn: Gesponserter Inhalt, Gewinnspiele mit der "Baloise", Promotionspartner, Publireportagen. Das Image des Nachrichtenportals wird durch die Vermischung von journalistischen und kommerziellen Inhalten verwässert. Muss das sein, um kommerziell über die Runden zu kommen?



Keller: Ja. Solange die Glaubwürdigkeit nicht darunter leidet. Viel schlimmer sind Portale, die mit Google-Werbung durchsetzt sind.

OnlineReports: Die typischen "Keller"-Knüller, die zu BaZ-Zeiten ärgerte oder freute, sind seltener geworden. Bist Du als Chefredaktor und Geschäftsführer zu stark absorbiert mit Management-Aufgaben?



Keller: Ja, das stimmt, es war im positiven Sinn das härteste Jahr, das ich je erlebt habe. Ich möchte nicht, dass dies hier einfach mein Portal ist. Ich möchte Talente fördern, die sich etablieren und den Betrieb auch aufrechterhalten, wenn ich einmal ausfalle. Aber ich habe in diesem Jahr sicher mehr geschrieben als ein durchschnittlicher BZ- oder BaZ-Journalist. Wir arbeiten ganz sicher mehr als 200 Prozent.

OnlineReports: Bei "Prime News" geht es nach einem Taucher im April seit Mai aufwärts mit den Visits und Page Impressions. Welches ist das Ziel für das zweite Betriebsjahr?

Keller: Wir wollen uns weiter etablieren und die Reichweite erhöhen. Es geht aber auch darum, Werbeverträge zu erneuern und die Budgets der Werbekunden zu erhöhen.



OnlineReports: Verlangen die Werbekunden, dass "Prime News" über sie schreiben?

Keller: Das hatten wir noch nie. Aber bei Pressekonferenzen muss ich in der Regel absagen, wenn wir keine Partnerschaft vereinbart haben. Wir schrieben übrigens über Werbekunden auch schon negative Geschichten. Das war nie ein Problem.


"Ich verdiene sehr, sehr, sehr wenig.
Unter dem Strich nichts."


OnlineReports: Wie hoch ist der Prozentanteil an Besuchern, die "Prime News" über die sogenannten Sozialen Medien erreichen?

Keller: Sehr hoch. Insgesamt beträgt der Anteil rund 50 Prozent. Den Hauptteil davon macht Facebook aus. Neu bieten wir unseren täglichen Newsletter auch per "WhatsApp" an. Etwa 90 Prozent der Empfänger klicken an.

OnlineReports: Wie gross ist jetzt eigentlich der Personalbestand in Vollstellen umgerechnet? Auf Fotos ist ein stattliches Team von über einem Dutzend Personen zu sehen.



Keller: Durchschnittlich 300 Stellenprozent.

OnlineReports: Wieviele Festangestellte, wieviele Freie und wieviele Praktikanten?

Keller: Derzeit sind es zwei Festangestellte und die Praktikantin mit einer 60 Prozent-Stelle sowie sieben freie Mitarbeitende. Meine Frau, die teilzeit für die Kinder-Spitex arbeitet, führt nebenbei Datenbanken nach und hält mir zu Hause den Rücken frei.

OnlineReports: Erhalten die Praktikanten Lohn?

Keller: Ja, 800 Franken monatlich bei einer Dreitagewoche.

OnlineReports: Du warst bei der BaZ immerhin Ressortleiter und hast sicherlich anständig verdient. Wir gehen von 140'000 Franken aus …

Keller:  dieser Lohn wäre bei dem Aufwand, den ich als Lokalchef hatte, eine Beleidigung gewesen. (lacht)

OnlineReports: Weshalb bist Du nach dem Abgang von Markus Somm auch gegangen?

Keller: Ich wäre ohnehin gegangen, weil ich mich schon fast ein Jahr vorher mit dem Gedanken trug, etwas Eigenes zu machen. Mein Abgang hat mit jenem von Markus Somm keinen Zusammenhang.

OnlineReports: Wieviel verdienst Du bei "Prime News" ?

Keller: Sehr, sehr, sehr wenig. Unter dem Strich nichts, da ich habe von den Reserven gelebt habe. Ich freue mich auf die Steuerrechnung nächstes Jahr. Mein dieses Jahr deklarierter Lohn ist Null.

OnlineReports: Und dennoch kannst Du Deine fünfköpfige Familie ernähren?

Keller: Sie sind alle ein bisschen dünn, schau sie Dir einmal an (lacht).

OnlineReports: Gibt es einen versteckten Financier?

Keller: Nein. Ich habe eigenes Geld in die Firma investiert und mir zum Teil die einbezahlten zinslosen Darlehen zurückbezahlt, um mir so etwas wie einen Lohn zu zahlen. Ich habe aber nie so bescheiden gelebt und musste in meinem Erwerbsleben noch nie mit so wenig Geld auskommen wie in diesem ersten Jahr.

OnlineReports: Wieviel hast Du investiert?

Keller: Wahrscheinlich etwa 80'000 Franken. Wenn ich nun sähe, dass unser Angebot nicht gefragt ist, dann müsste ich es stoppen.


"Ich bewundere in Basel-Stadt die Linke,
wie konsequent sie politisiert."


OnlineReports: Christian Mensch schrieb nach eurem Start im August 2018, Knechtli habe mit OnlineReports "eine finanzierbare Nische gefunden. Keller bietet mit frischem Elan die modernisierte Variante". Inwiefern diente Euch OnlineReports als Vorbild oder Inspiration?

Keller: Ein riesiges Vorbild, das von Journalisten viel zu oft belächelt wird. Du hast es mit OnlineReports als Einziger geschafft, über zwanzig Jahre zu überleben. Das haben Andere nicht geschafft. Sie machen alle Verluste. Du hast Dir mit sehr glaubwürdigem Journalismus auch auf der Werbeseite einen Namen gemacht.



OnlineReports: Empfindest Du OnlineReports als Konkurrenz?

Keller: Nein, ich glaube nicht. Es ist eine andere Form.

OnlineReports: Wie nimmst Du die Basler Politik und die Parteien wahr?

Keller: Ich bewundere in Basel-Stadt die Linke, wie konsequent sie politisiert. Sie können Wahlkampf machen und ziehen ihre Linie durch. Mit dem Bürgerlichen habe ich Mitleid, weil bei jeder Wahl irgendeine Partei ausschert und damit die Sache kaputt macht. Vergleiche einmal die Ständerats-Wahlkampagne: Jene der Sozialdemokratin Eva Herzog ist einfach besser als jene der Liberalen Patricia von Falkenstein. Herzog hat eine bessere Website, eine klare Strategie und zeigt genau, wofür sie steht. Bei von Falkenstein haben wir eine SVP, die ausscherte, was ein fundamentaler Fehler war und allein schon Streit gibt.

OnlineReports: Bist Du zufrieden mit der Art, wie die Politiker kommunizieren?



Keller: Ich habe mir schon überlegt, ob ich eine Firma gründen soll, um sie zu beraten …

OnlineReports: … Hallo? Und gleichzeitig als Journalist arbeiten?



Keller: (lacht) Nein, das geht natürlich nicht. Aber von der freisinnigen Regierungsrats-Kandidatin Nadine Gautschi erscheint ein Porträt mitten in den Sommerferien. Das würde ich nie zulassen.

OnlineReports: Wie beurteilst Du die Leistungen der staatlichen Kommunikations-Beauftragten? Sind sie kooperativ und selbstkritisch oder eher Imagepolierer im Dienste ihrer Regierungsräte?

Keller: Sie sind schon sehr auf das Image ihrer Vorgesetzten bedacht. Man kann fast nur noch schriftlich mit den Departementen kommunizieren. Ich aber möchte den Amtsleiter am Telefon haben und nicht den Pressesprecher. Das ist viel zu wenig möglich und hängt damit zusammen, dass die Amtsleiter vor den Journalisten Angst haben. Viele Medienmitteilungen sind einfach Schrott. Man kann sie nicht brauchen. Allerdings müssen auch wir Journalisten fair mit den Beamten umgehen.


"Als Unternehmer habe ich viel grösseren
Druck, weil ich Löhne zahlen muss."


OnlineReports: Hat sich in Deiner neuen Funktion Dein Anspruch an Fairness gegenüber Auskunftspersonen verändert gegenüber den Zeiten, als Du bei der "Basler Zeitung" angestellt warst?

Keller: In meiner Funktion als Unternehmer habe ich den viel grösseren Druck, weil ich Löhne zahlen muss. Das führt dazu, dass ich mir ganz andere Fragen stellen muss – Fragen, die mir anfänglich teils schlaflose Nächte bereiteten. Ich hatte mit dem Staat haarsträubende Erlebnisse. So erhielt ich ein eingeschriebenes Verwarnungsschreiben der BVG-Aufsicht, wir hätten uns nicht angemeldet, was völliger Unsinn war. Im Gegenteil: Wir hatten uns extra gemeinsam mit der Versicherung abgesprochen, um ja keinen Fehler zu machen. Auf dem Schreiben der BVG-Aufsicht ist keine Kontaktperson, keine Telefonnummer und keine Mail-Adresse aufgeführt, an die ich mich wenden könnte.

OnlineReports: Da bist Du nahe am Basler Gewerbeverband, der "den Staat" auch immer wieder kritisiert.

Keller: Da hat der Gewerbeverband auch recht. Es gibt zu viele Beispiele, die mir zeigen, dass man beim Staat nicht willkommen ist, wenn man sich selbstständig macht.

OnlineReports: Wem würdest Du den Kaktus für die schlechteste Kommunikationsleistung übergeben?

Keller: Das wäre eindeutig der Basler Bau- und Verkehrsdirektor Hans-Peter Wessels. Als die Trams nicht mehr nach St-Louis fuhren wollte ich von ihm eine Stellungnahme. Da wurde nur gelacht und mir von der Pressestelle mitgeteilt, er sage dazu nichts. Ein solches Verhalten ist inakzeptabel. Eine weitere Kaktus-Kandidatin ist Yvonne Hunkeler, die Verwaltungsrats-Präsidentin der Basler Verkehrsbetriebe. Es war ungenügend und eine Enttäuschung, wie sie das Debakel mit Direktor Erich Lagler kommunizierte und erst mal noch mit ihm Mitleid hatte. Auch die "Tesla-Affäre" im Sicherheitsdepartement von Baschi Dürr war schlecht kommuniziert.

OnlineReports: Da zeichnet sich ja eine Kakteen-Plantage ab!

Keller: Die Kommunikation respektive Nicht-Kommunikation seitens der Basler Regierung zum Asylsuchenden, der trotz eines Urteils des Bundesverwaltungsgericht nicht nach Österreich ausgeschafft wird, hat alles übertroffen. Die Regierung stand nicht hin, sondern schob ihren Mediensprecher Marco Greiner vor. Was für eine schwache Leistung. Eigentlich eines doppelten Kaktus' würdig.

OnlineReports: Gab es Fälle von juristischen Drohungen oder Forderungen, bestimmte Artikel vom Netz zu nehmen?

Keller: Nein. Es gab einzelne Detailfehler, die wir jedoch umgehend korrigierten.

OnlineReports: Wie beurteilst Du das Medienklima in Basel generell?

Keller: Mich beschäftigen eher die klassischen Verlage wie BZ oder die BaZ, weil die Zeitungsmodelle in dieser Form nicht überleben werden. Deshalb wird es weitere Entlassungen geben.

OnlineReports: Und die "Basler Zeitung" unter neuer Leitung?

Keller: Über die Konkurrenz soll man nicht reden – oder wenn, dann nur gut.

Mehr über den Autor erfahren

25. Juli 2019

Weiterführende Links:


Gesprächspartner




Christian Keller (36), ist Gründer, Chefredaktor und Geschäftsführer der Basler News- und Serviceplattform "Prime News", die am 13. August 2018 online ging. Er war zuvor Lokalressort-Leiter der "Basler Zeitung". Der promovierte Historiker ist verheiratet, Vater von drei Kindern und wohnt in Binningen BL. Die Redaktion hat ihren Sitz an der Birsigstrasse in Basel.
 


 Ihre Meinung zu diesem Artikel
(Mails ohne kompletten Absender werden nicht bearbeitet)
https://www.onlinereports.ch/fileadmin/templates/pics/echo.gif

"Dienststellen für Informations-Verhinderung"

Die kostspieligen departementalen Kommunikations-Abteilungen sollten ehrlicherweise in Dienststellen für Informations-Verhinderung umgetauft werden.


Roland Stark, derzeit Ernen VS




"Wichtige Ergänzung im Mediendschungel"

Lieber Peter, lieber Christian, ich empfinde Euch absolut nicht als Konkurrenten, sondern je als gute, wichtige Ergänzung im Mediendschungel. Ihr seid näher als manch ein anderer Journalist bei der Basis, was nur gut tut. Weiter so!!


Beatrice Isler, Basel




"Es braucht eigentlich keine Mediensprecher mehr"

Danke für dieses Interview. Da kommt mir übrigens der nicht ganz neue Gedanke, dass es eigentlich keine Mediensprecher mehr braucht, weil sie gezwungenermassen ihre Chefs oder Chefinnen verteidigen müssen und schon immer mussten. Das stimmt für alle, auch für die Unternehmen, nicht nur für den Staat.

Es braucht freilich Mitarbeiter, die Fragen klären, Informationen liefern und Gespräche arrangieren. Mehr nicht. Die Erkenntnis kommt bei mir allerdings reichlich spät. Doch hat sich auch dieses Umfeld völlig verändert. Aber der Wahrheit kommt man auch beim direkten Gespräch mit dem Chef höchstens ein klein wenig näher. In der Summe aller Fake-News spielt das keine wirkliche Rolle.


Klaus Kocher, Aesch



Was Sie auch noch interessieren könnte

Mainstream-Angebot macht
Basel zur Einkaufs-Wüste

23. November 2021

Triste Öffnungszeiten. Die Auswahl fehlt. Für das Besondere ist kein Platz.


Reaktionen

Ab 2035: Verbot von
Öl- und Gasheizungen

15. November 2021

Die Basler Klimakommission legt ihren
umfangreichen Forderungskatalog vor.


Wohnraum: "Die Verdrängung
in Basel existiert definitiv"

12. November 2021

Luisa Gehriger erforscht in Basel die
Ursachen und Folgen der Gentrifizierung.


Reaktionen

Betrüger Behring: Gläubiger
müssen weiter warten

4. November 2021

Aargauer Konkursamt überfordert:
Schwere Vorwürfe an Bundesanwaltschaft.


Reaktionen

Ein Wunderwerk holt Metall
aus Verbrennungs-Schlacke

29. Oktober 2021

Elbisgraben: Hier steht die modernste Anlage
für Metallrückgewinnung der Schweiz.


Reaktionen

Druck auf OnlineReports:
2'049.80 € für Döner-Fötteli

26. Oktober 2021

Das Bild ist im Jahresbericht 2011 des
Kantonslabors Basel-Stadt publiziert.


Reaktionen

"Wir wurden auf die
Schlachtbank geführt"

19. Oktober 2021

Wirtschaftskammer vs. "Basler Zeitung"
vor dem Baselbieter Kantonsgericht.


"Meine politischen Ambitionen
sind im Moment weit weg"

10. September 2021

Wirtschaftskammer-Direktor Christoph
Buser
im OnlineReports-Interview.


Die Martin Schlegel-Story:
Der exklusive ASE-Report

7. September 2021

Chefredaktor Peter Knechtli über die
zentrale Figur des Anlage-Skandals.


Erst fehlten die Gäste –
jetzt fehlt das Personal

25. August 2021

Wirteverbands-Präsident Maurus Ebneter
redet der Gastro-Branche ins Gewissen.


Reaktionen

www.onlinereports.ch - Das unabhängige News-Portal der Nordwestschweiz

© Das Copyright sämtlicher auf dem Portal www.onlinereports.ch enthaltenen multimedialer Inhalte (Text, Bild, Audio, Video) liegt bei der OnlineReports GmbH sowie bei den Autorinnen und Autoren. Alle Rechte vorbehalten. Nachdruck und Veröffentlichungen jeder Art nur gegen Honorar und mit schriftlichem Einverständnis der Redaktion von OnlineReports.ch.

Die Redaktion bedingt hiermit jegliche Verantwortung und Haftung für Werbe-Banner oder andere Beiträge von Dritten oder einzelnen Autoren ab, die eigene Beiträge, wenn auch mit Zustimmung der Redaktion, auf der Plattform von OnlineReports publizieren. OnlineReports bemüht sich nach bestem Wissen und Gewissen darum, Urheber- und andere Rechte von Dritten durch ihre Publikationen nicht zu verletzen. Wer dennoch eine Verletzung derartiger Rechte auf OnlineReports feststellt, wird gebeten, die Redaktion umgehend zu informieren, damit die beanstandeten Inhalte unverzüglich entfernt werden können.

Auf dieser Website gibt es Links zu Websites Dritter. Sobald Sie diese anklicken, verlassen Sie unseren Einflussbereich. Für fremde Websites, zu welchen von dieser Website aus ein Link besteht, übernimmt OnlineReports keine inhaltliche oder rechtliche Verantwortung. Dasselbe gilt für Websites Dritter, die auf OnlineReports verlinken.

Theater Basel

"Verlorene Illusionen"
https://www.onlinereports.ch/fileadmin/templates/pics/gelesen.gif
"Gemeinden zufrieden mit ihrem Verband (VBLG)"

Verband Basellandschaftlicher Gemeinden
Titel einer Medienmitteilung
vom 22. November
https://www.onlinereports.ch/fileadmin/templates/pics/gelesen.gif

Wär hätte das gedacht! Umfragen in eigener Sache als PR-Instrument.

RückSpiegel


In ihrer Story über die amtliche Schliessung des Bistro "Cheesmeyer" in Sissach nahm die BZ auf OnlineReports Bezug.

Die BZ, Telebasel und Happy Radio nahmen die OnlineReports-Meldung über den Tod des Kleinbasler "Modezars" Roland Vögtli auf.

Die Medienwoche verlinkt auf den OnlineReports-Kommentar über das Medienrechts-Urteil des Baselbieter Kantonsgerichts zum Fall Wirtschaftskammer Baselland vs. "Basler Zeitung".

Der Tages-Anzeiger geht in seinem Bericht über die neue Post-Strategie auf OnlineReports-Nachrichten über die Verteuerung der Vereinspostfächer und die allgemeine Kostenpflicht für Postfächer ein.

In ihrem Beitrag über den Prozess der Wirtschaftskammer Baselland gegen einen ehemaligen Journalisten der "Basler Zeitung" nahm die Medienwoche auf OnlineReports Bezug.

20 Minuten nahm die OnlineReports-Geschichte über einen FCB-Hooligan und vor Appellationsgericht erfolglosen DNA-Verweigerer auf.

Die BZ Basel, Telebasel, Bajour und Prime News nahmen zum Rücktritt des Basler Nationalrats Christoph Eymann Bezug auf ein OnlineReports-Interview.

Die BZ Basel zog die OnlineReports-News über die Polizei-Kontrolle von Rechtsextremen in Bubendorf nach.

Telebasel nahm den OnlineReports-Primeur über die Sichtung einer Waschbären-Familie in Gelterkinden auf.

20 Minuten nahm die OnlineReports-Meldung über die Einleitung eines Ermittlungsverfahrens gegen den Basler Grossrat Eric W. auf.

20 Minuten, Telebasel und die BZ Basel nahmen die OnlineReports-News über die Durchführung der Basler Herbstmesse auf. Die Basler Zeitung kam einen Tag später und unterliess die Quellennennung.

Bajour nahm im Artikel über die Basler Nano-Forschung auf eine OnlineReports-Meldung Bezug.

Im Beitrag von Prime News über die "zunehmende Missachtung der Aufgabentrennung zwischen Staat und Medien" wird OnlineReports zitiert.

Telebasel und die BZ Basel nahmen die OnlineReports-News über den Grund des Tramunglücks vom Oktober 2019 auf.

Die OnlineReports-Erstmeldung über die zweite Beschwerde von ex ASE-Präsident Simon Müller vor Bundesgericht wurde von der BZ Basel aufgenommen.

Die Medienwoche nahm den OnlineReports-Leitartikel über die Förderung von Onlinemedien ohne Subventionen in ihr Monitoring auf.

Telebasel, 20 Minuten und Primenews nahmen die OnlineReports-Exklusivmeldung über den Ausnahmezustand im überfüllten Gartenbad St. Jakob auf.

Weitere RückSpiegel

 

In einem Satz


Weil bei der Baselbieter Polizei Beat Krattiger, Chef Sicherheitspolizei, in etwa zwei Jahren vorzeitig in Pension gehen will, kommt es ab 1. Januar aus Gründen der Kontinuität zu einem Stellen-Tausch mit Reto Zuber, dem bisherigen Chef Planung und Einsatz.

Aufgrund der aktuellen pandemischen Lage und der damit verbundenen Unsicherheiten wird die Basler Museumsnacht am 21. Januar abgesagt und voraussichtlich auf den Freitag, 20. Mai 2022 verschoben.

Wegen der stark zunehmenden Corona-Fallzahlen, der hohen Belastung des Gesundheitssystems und der aktuellen Entwicklung setzte die Baselbieter Regierung den Kantonalen Krisenstab wieder ein und reaktivierte den Pandemieplan.

Zum 125-Jahre-Jubiläum schenkt die Basler Regierung der F. Hoffmann-La Roche AG einen originalen Basilisken-Brunnen, der 2023 am künftigen Science Square auf dem Roche-Gelände an der Ecke Peter Rot-Strasse / Chrischonastrasse montiert werden soll.

Die Ost-West-Piste des EuroAirports wird ab 2. Dezember aufgrund der Verschiebung des magnetischen Nordpols von "08/26" zu "07/25" umbenannt.

Die Geschäftsleitung des Landrats hat angesichts der stark steigenden Corona-Fallzahlen beschlossen, dass an den Landratssitzungen per sofort wieder Maskenpflicht gilt.

24 Mitarbeitende der Baselbieter Polizei kommen auf Ersuchen der Genfer Regierung für Aufgaben bei der Durchführung der 12. WTO-Ministerkonferenz zum Einsatz.

Der Basler Journalist, Historiker und langjährige Grossbritannien- und Irlandkorresponent von Radio SRF, Martin Alioth, ist am 18. November nach schwerer Krankheit im Alter von 67 Jahren gestorben.

Der FC Basel überträgt der Rennbahnklinik in Muttenz per sofort die medizinische Versorgung der 1. Mannschaft, der Frauen- und der Nachwuchsabteilung.

Als Nachfolger der in Pension gehenden Yvonne Aellen wird Simon Leuenberger per 1. März 2022 die Leitung der Abteilung Grünflächen-Unterhalt der Stadtgärtnerei Basel.

Die Mitglieder des Schutzverbandes EuroAirport wählten am 11. November die Reinacher Einwohnerrätin Katrin Joos Reimer als neue Präsidentin und Nachfolgerin von Landrätin Rahel Bänziger.

Die Pharma-Firma Bachem AG hat am 11. November in Bubendorf den Grundstein für den Bau des bisher grössen Produktionsgebäudes gelegt, das bis zu 150 neue meist hochqualifizierte Arbeitsplätze bieten wird.

Die Fassade der Synagoge der Israelitischen Kultusgemeinde in Lörrach wurde am 8. November in der Dunkelheit mit zwei Eiern beworfen.

Für die demissionierenden Daniela Dolci Reidemeister, Gottlieb A. Keller und Sibylle Schürch treten Bernhard Berger, Annette Luther und Hans-Peter Wessels in Basler Universitätsrat ein.

Für die erstmalige Besetzung des Stiftungsrats der neuen Wohnbaustiftung und die Amtsdauer vom 1. Dezember 2021 bis 30. November 2025 wählte die Basler Regierung Sarah Barth, Agnes Dormann (Präsidentin), Manuela Jessica Scarpellino, Jürg Steiner und Felix Suter.

Eine klare Mehrheit der Justiz-, Sicherheits- und Sportkommission des Basler Grossen Rates folgt der Regeirung und empfiehlt die kantonale Volksinitiative "Grundrechte für Primaten" ohne Gegenvorschlag zur Ablehnung

Trotz Steuerfuss von 65 Prozent rechnet das Budget 2022 der Stadt Liestal mit einem Defizit von 4,7 Millionen Franken.

Tom Wiederkehr und Andrea Schäfer erhielten von der Basler Regierung den Zuschlag für den Betrieb des Pavillon-Cafés im Schützenmattpark ab 2023.

Bettina Buomberger (40) wechselt von der Baselbieter Bildungs-, Kultur- und Sportdirektion in die Finanz- und Kirchendirektion und übernimmt die Leitung des Personalamts an Stelle von Martin Lüthy, der den Kanton per 30. Oktober 2021 verlässt.

1'500 Unterschriften trägt die Petition an die Vertreter der Leimentaler Gemeinden, die mehr Velostrassen im Leimental fordert.

Die baselstädtische EVP nominiert Gemeinderätin Christine Kaufmann für das Riehener Gemeindepräsidium und gleichzeitig für den Gemeinderat, und Bürgerrat Daniele Agnolazza als Gemeinderat.

Flavio Casanova und Thomas Schneider werden neue Verwaltungsräte der Basler Verkehrs-Betriebe anstelle von Sibylle Oser und Kurt Altermatt, die nicht mehr zur Wiederwahl antreten.

Die SP Riehen nominierte den bereits amtierenden Gemeinderat Guido Vogel zusammen mit Grossrätin Edibe Gölgeli für den Gemeinderat.