© Fotos by Peter Knechtli, OnlineReports.ch
"Dieser Schritt ist unabdingbar": Stress hinter Medien-Fassaden

Die "Basler Zeitung" führt Kurzarbeit ein – die "BZ" erwägt sie

Höhere Erwartung – geringere Ressourcen: Die Viren-Krise trifft die Print-Informationsmedien ganz besonders brutal


Von Peter Knechtli


Die Corona-Krise greift auch Medienunternehmen an: Die Redaktion der "Basler Zeitung" muss Kurzarbeit einführen, die "BZ" steht möglicherweise vor einem solchen Schritt. Auch Zeitungen werden jetzt in grossem Mass im Home-Office geschrieben.


Bisher war von Solo-Unternehmen und von Klein-KMU die Rede, die durch die Virus-Pandemie schlagartig in ihrer wirtschaftlichen Potenz getroffen wurden und noch werden. Es schien, als wären die Medienunternehmen immun gegen das Unsichtbare, und auf den Informationsfluss könne nach wie vor zuverlässig gezählt werden. Das trifft nicht zu. Corona trifft auch die Medienbetriebe mit aller Härte – insbesondere jene, die Printprodukte herausgeben, sind in verschiedenen physischen Bereichen stark betroffen.

OnlineReports befragte deshalb die Chefredaktoren der "Basler Zeitung" (Marcel Rohr) und der "BZ" (Patrick Marcolli). Während der "BZ"-Chef die Fragen selbst beantwortete, wurden die Fragen an den BaZ-Chef direkt aus der Zürcher Konzernzentrale durch die Tamedia-Kommunikations-Verantwortliche Nicole Bänninger beantwortet.

90 Prozent des Bruttolohns

Wie sie ausführte, seien die ökonomischen Auswirkungen der Corona-Krise "enorm und werden weiter zunehmen". Obwohl grosse Anstrengungen unternommen würden, den Umsatzeinbruch so gut wie möglich einzudämmen, werde dies "nicht reichen, den massiven wirtschaftlichen Schaden abzuwenden". Deshalb habe die Tamedia-Geschäftsführung "entschieden, Kurzarbeit einzuführen".

Dieser Entscheid betrifft nicht nur die "Basler Zeitung", sondern alle Bezahlzeitungen und Zeitschriften des Zürcher Medienhauses. Dieser Schritt sei "unabdingbar, um noch einschneidendere Massnahmen zu verhindern und die Zukunft unserer Medien zu sichern". Um die finanziellen Einbussen bei den Mitarbeitenden aber möglichst tief zu halten, wird das Unternehmen jenen, die in Kurzarbeit sind, "weiterhin mindestens 90 Prozent des Bruttolohnes zahlen".

Anzeigeneinbruch, Kosten herunterfahren

Laut BZ-Steuermann Patrick Marcolli erwäge vermutlich jedes Medienunternehmen mit einem Geschäftskonzept, das zumindest zum Teil von Werbeeinnahmen abhängt, in der momentanen Krise die Option Kurzarbeit: "Wir sind da keine Ausnahme." Ein Gesuch sei allerdings noch nicht gestellt worden.

Die derzeitigen Herausforderungen seien "riesengross" und "breit". "Währenddem uns im Bereich der Distribution für eine nicht gleich getaktete Zustellung teilweise Verständnis entgegen gebracht wird, können wir zum Beispiel dem Anzeigeneinbruch momentan relativ wenig entgegensetzen, ausser die Kosten so gut wie möglich herunterzufahren."

Noch nie so viele Leser erreicht

Nicole Bänninger von Tamedia betont das "enorm grosse" Informationsbedürfnis der Leserinnen und Leser: "Wir haben noch nie auch nur annähernd so viele Leserinnen und Leser erreicht wie im Moment." Von besonderem Interesse: vertiefende Artikel, Daten-Analysen und Service-Artikel. Leider aber brechen gleichzeitig die Werbeeinnahmen weg, während sich bei Ressorts wie dem "Sport" die Nachrichtenlage "schlagartig verändert" habe.

Überlegungen, die Zeitung bei Anhalten der Krise nur noch beispielsweise dreimal wöchentlich erscheinen zu lassen, sind bei Tamedia "kein Thema". Der "BZ"-Schriftleiter äussert sich zu dieser Frage unbestimmt: Die Krisensituation verändere sich laufend und teilweise einschneidend. Marcolli: "Wir müssen für möglichst alle Szenarien bereit sein, auch für eine langanhaltende Krise und weitere Mobilitätseinschränkungen in der Bevölkerung."

Auch Tamedia vom Corona-Virus betroffen

Deutlich seine Antwort auf den Gesundheitszustand seiner Mitarbeitenden: "In der bz-Redaktion gibt es bisher keine Infizierten." Nicole Bänninnger dazu: "Auch Tamedia ist vom Corona-Virus betroffen, zum Schutz der Persönlichkeit unserer Mitarbeitenden kommunizieren wir aber keine weiteren Angaben."

Auch bei der "Basler Zeitung" hat Tamedia bezüglich Sicherheit "verschiedene Massnahmen getroffen" und das Befolgen der Empfehlungen des Bundesamtes für Gesundheit angeordnet. Zudem seien "alle Mitarbeitende, die nicht unbedingt am Arbeitsplatz anwesend sein müssen, angehalten, bis auf weiteres von zu Hause aus zu arbeiten."

Auch bei der "BZ" arbeitet "die grosse Mehrheit" der Redaktion im Home Office, so dass "für die wenigen verbleibenden Anwesenden der vorgegebene Sicherheitsabstand jederzeit eingehalten wird", versichert Chef Marcolli.

Mehr über den Autor erfahren

25. März 2020


 Ihre Meinung zu diesem Artikel
(Mails ohne kompletten Absender werden nicht bearbeitet)

Was Sie auch noch interessieren könnte

Mainstream-Angebot macht
Basel zur Einkaufs-Wüste

23. November 2021

Triste Öffnungszeiten. Die Auswahl fehlt. Für das Besondere ist kein Platz.


Reaktionen

Ab 2035: Verbot von
Öl- und Gasheizungen

15. November 2021

Die Basler Klimakommission legt ihren
umfangreichen Forderungskatalog vor.


Wohnraum: "Die Verdrängung
in Basel existiert definitiv"

12. November 2021

Luisa Gehriger erforscht in Basel die
Ursachen und Folgen der Gentrifizierung.


Reaktionen

Betrüger Behring: Gläubiger
müssen weiter warten

4. November 2021

Aargauer Konkursamt überfordert:
Schwere Vorwürfe an Bundesanwaltschaft.


Reaktionen

Ein Wunderwerk holt Metall
aus Verbrennungs-Schlacke

29. Oktober 2021

Elbisgraben: Hier steht die modernste Anlage
für Metallrückgewinnung der Schweiz.


Reaktionen

Druck auf OnlineReports:
2'049.80 € für Döner-Fötteli

26. Oktober 2021

Das Bild ist im Jahresbericht 2011 des
Kantonslabors Basel-Stadt publiziert.


Reaktionen

"Wir wurden auf die
Schlachtbank geführt"

19. Oktober 2021

Wirtschaftskammer vs. "Basler Zeitung"
vor dem Baselbieter Kantonsgericht.


"Meine politischen Ambitionen
sind im Moment weit weg"

10. September 2021

Wirtschaftskammer-Direktor Christoph
Buser
im OnlineReports-Interview.


Die Martin Schlegel-Story:
Der exklusive ASE-Report

7. September 2021

Chefredaktor Peter Knechtli über die
zentrale Figur des Anlage-Skandals.


Erst fehlten die Gäste –
jetzt fehlt das Personal

25. August 2021

Wirteverbands-Präsident Maurus Ebneter
redet der Gastro-Branche ins Gewissen.


Reaktionen

www.onlinereports.ch - Das unabhängige News-Portal der Nordwestschweiz

© Das Copyright sämtlicher auf dem Portal www.onlinereports.ch enthaltenen multimedialer Inhalte (Text, Bild, Audio, Video) liegt bei der OnlineReports GmbH sowie bei den Autorinnen und Autoren. Alle Rechte vorbehalten. Nachdruck und Veröffentlichungen jeder Art nur gegen Honorar und mit schriftlichem Einverständnis der Redaktion von OnlineReports.ch.

Die Redaktion bedingt hiermit jegliche Verantwortung und Haftung für Werbe-Banner oder andere Beiträge von Dritten oder einzelnen Autoren ab, die eigene Beiträge, wenn auch mit Zustimmung der Redaktion, auf der Plattform von OnlineReports publizieren. OnlineReports bemüht sich nach bestem Wissen und Gewissen darum, Urheber- und andere Rechte von Dritten durch ihre Publikationen nicht zu verletzen. Wer dennoch eine Verletzung derartiger Rechte auf OnlineReports feststellt, wird gebeten, die Redaktion umgehend zu informieren, damit die beanstandeten Inhalte unverzüglich entfernt werden können.

Auf dieser Website gibt es Links zu Websites Dritter. Sobald Sie diese anklicken, verlassen Sie unseren Einflussbereich. Für fremde Websites, zu welchen von dieser Website aus ein Link besteht, übernimmt OnlineReports keine inhaltliche oder rechtliche Verantwortung. Dasselbe gilt für Websites Dritter, die auf OnlineReports verlinken.

https://www.onlinereports.ch/fileadmin/templates/pics/gelesen.gif
"Stella Weihofen, seit 2019 im Vorstand, wurde neu als Kassier gewählt."

Juso Basel-Stadt
in einer Medienmitteilung
vom 22. November 2021
https://www.onlinereports.ch/fileadmin/templates/pics/gelesen.gif

Gender-Polizei her: Stella ist eine Frau.

RückSpiegel


Die Medienwoche verlinkt auf den OnlineReports-Kommentar über das Medienrechts-Urteil des Baselbieter Kantonsgerichts zum Fall Wirtschaftskammer Baselland vs. "Basler Zeitung".

Der Tages-Anzeiger geht in seinem Bericht über die neue Post-Strategie auf OnlineReports-Nachrichten über die Verteuerung der Vereinspostfächer und die allgemeine Kostenpflicht für Postfächer ein.

In ihrem Beitrag über den Prozess der Wirtschaftskammer Baselland gegen einen ehemaligen Journalisten der "Basler Zeitung" nahm die Medienwoche auf OnlineReports Bezug.

20 Minuten nahm die OnlineReports-Geschichte über einen FCB-Hooligan und vor Appellationsgericht erfolglosen DNA-Verweigerer auf.

Die BZ Basel, Telebasel, Bajour und Prime News nahmen zum Rücktritt des Basler Nationalrats Christoph Eymann Bezug auf ein OnlineReports-Interview.

Die BZ Basel zog die OnlineReports-News über die Polizei-Kontrolle von Rechtsextremen in Bubendorf nach.

Telebasel nahm den OnlineReports-Primeur über die Sichtung einer Waschbären-Familie in Gelterkinden auf.

20 Minuten nahm die OnlineReports-Meldung über die Einleitung eines Ermittlungsverfahrens gegen den Basler Grossrat Eric W. auf.

20 Minuten, Telebasel und die BZ Basel nahmen die OnlineReports-News über die Durchführung der Basler Herbstmesse auf. Die Basler Zeitung kam einen Tag später und unterliess die Quellennennung.

Bajour nahm im Artikel über die Basler Nano-Forschung auf eine OnlineReports-Meldung Bezug.

Im Beitrag von Prime News über die "zunehmende Missachtung der Aufgabentrennung zwischen Staat und Medien" wird OnlineReports zitiert.

Telebasel und die BZ Basel nahmen die OnlineReports-News über den Grund des Tramunglücks vom Oktober 2019 auf.

Die OnlineReports-Erstmeldung über die zweite Beschwerde von ex ASE-Präsident Simon Müller vor Bundesgericht wurde von der BZ Basel aufgenommen.

Die Medienwoche nahm den OnlineReports-Leitartikel über die Förderung von Onlinemedien ohne Subventionen in ihr Monitoring auf.

Telebasel, 20 Minuten und Primenews nahmen die OnlineReports-Exklusivmeldung über den Ausnahmezustand im überfüllten Gartenbad St. Jakob auf.

Weitere RückSpiegel

 

In einem Satz


Weil bei der Baselbieter Polizei Beat Krattiger, Chef Sicherheitspolizei, in etwa zwei Jahren vorzeitig in Pension gehen will, kommt es ab 1. Januar aus Gründen der Kontinuität zu einer Stellen-Tausch mit Reto Zuber, dem bisherigen Chef Planung und Einsatz.

Aufgrund der aktuellen pandemischen Lage und der damit verbundenen Unsicherheiten wird die Basler Museumsnacht am 21. Januar abgesagt und voraussichtlich auf den Freitag, 20. Mai 2022 verschoben.

Wegen der stark zunehmenden Corona-Fallzahlen, der hohen Belastung des Gesundheitssystems und der aktuellen Entwicklung setzte die Baselbieter Regierung den Kantonalen Krisenstab wieder ein und reaktivierte den Pandemieplan.

Zum 125-Jahre-Jubiläum schenkt die Basler Regierung der F. Hoffmann-La Roche AG einen originalen Basilisken-Brunnen, der 2023 am künftigen Science Square auf dem Roche-Gelände an der Ecke Peter Rot-Strasse / Chrischonastrasse montiert werden soll.

Die Ost-West-Piste des EuroAirports wird ab 2. Dezember aufgrund der Verschiebung des magnetischen Nordpols von "08/26" zu "07/25" umbenannt.

Die Geschäftsleitung des Landrats hat angesichts der stark steigenden Corona-Fallzahlen beschlossen, dass an den Landratssitzungen per sofort wieder Maskenpflicht gilt.

24 Mitarbeitende der Baselbieter Polizei kommen auf Ersuchen der Genfer Regierung für Aufgaben bei der Durchführung der 12. WTO-Ministerkonferenz zum Einsatz.

Der Basler Journalist, Historiker und langjährige Grossbritannien- und Irlandkorresponent von Radio SRF, Martin Alioth, ist am 18. November nach schwerer Krankheit im Alter von 67 Jahren gestorben.

Der FC Basel überträgt der Rennbahnklinik in Muttenz per sofort die medizinische Versorgung der 1. Mannschaft, der Frauen- und der Nachwuchsabteilung.

Als Nachfolger der in Pension gehenden Yvonne Aellen wird Simon Leuenberger per 1. März 2022 die Leitung der Abteilung Grünflächen-Unterhalt der Stadtgärtnerei Basel.

Die Mitglieder des Schutzverbandes EuroAirport wählten am 11. November die Reinacher Einwohnerrätin Katrin Joos Reimer als neue Präsidentin und Nachfolgerin von Landrätin Rahel Bänziger.

Die Pharma-Firma Bachem AG hat am 11. November in Bubendorf den Grundstein für den Bau des bisher grössen Produktionsgebäudes gelegt, das bis zu 150 neue meist hochqualifizierte Arbeitsplätze bieten wird.

Die Fassade der Synagoge der Israelitischen Kultusgemeinde in Lörrach wurde am 8. November in der Dunkelheit mit zwei Eiern beworfen.

Für die demissionierenden Daniela Dolci Reidemeister, Gottlieb A. Keller und Sibylle Schürch treten Bernhard Berger, Annette Luther und Hans-Peter Wessels in Basler Universitätsrat ein.

Für die erstmalige Besetzung des Stiftungsrats der neuen Wohnbaustiftung und die Amtsdauer vom 1. Dezember 2021 bis 30. November 2025 wählte die Basler Regierung Sarah Barth, Agnes Dormann (Präsidentin), Manuela Jessica Scarpellino, Jürg Steiner und Felix Suter.

Eine klare Mehrheit der Justiz-, Sicherheits- und Sportkommission des Basler Grossen Rates folgt der Regeirung und empfiehlt die kantonale Volksinitiative "Grundrechte für Primaten" ohne Gegenvorschlag zur Ablehnung

Trotz Steuerfuss von 65 Prozent rechnet das Budget 2022 der Stadt Liestal mit einem Defizit von 4,7 Millionen Franken.

Tom Wiederkehr und Andrea Schäfer erhielten von der Basler Regierung den Zuschlag für den Betrieb des Pavillon-Cafés im Schützenmattpark ab 2023.

Bettina Buomberger (40) wechselt von der Baselbieter Bildungs-, Kultur- und Sportdirektion in die Finanz- und Kirchendirektion und übernimmt die Leitung des Personalamts an Stelle von Martin Lüthy, der den Kanton per 30. Oktober 2021 verlässt.

1'500 Unterschriften trägt die Petition an die Vertreter der Leimentaler Gemeinden, die mehr Velostrassen im Leimental fordert.

Die baselstädtische EVP nominiert Gemeinderätin Christine Kaufmann für das Riehener Gemeindepräsidium und gleichzeitig für den Gemeinderat, und Bürgerrat Daniele Agnolazza als Gemeinderat.

Flavio Casanova und Thomas Schneider werden neue Verwaltungsräte der Basler Verkehrs-Betriebe anstelle von Sibylle Oser und Kurt Altermatt, die nicht mehr zur Wiederwahl antreten.

Die SP Riehen nominierte den bereits amtierenden Gemeinderat Guido Vogel zusammen mit Grossrätin Edibe Gölgeli für den Gemeinderat.