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"Von überall her erreichen uns Hilferufe": "Chilchacher"-Versammlung in Tenniken

Wirtschaft, Wachstum und Wiesen im Werte-Wandel

Zweimal geht es um bedrohte Freiflächen: Was das "Hafenbecken 3" in Basel mit dem "Chilchacher" in Tenniken zu tun hat


Von Peter Knechtli


Ich habe mich in einem Punkt geirrt, als ich letzten Sommer über die Klimajugend schrieb und die Vermutung äusserte, ihr könnte auf diesem Protest-Marathon bald die Puste ausgehen. Heute ist das Sorgen-Virus der Jugend nicht nur auf die Welt der Erwachsenen, sondern der Entscheidungsträger und Meinungsführer weltweit übergesprungen. Auch Protestbewegungen sind globalisiert.



Eine so ungeheure überkontinentale Breitenwirkung wäre noch vor zwei Jahrzehnten nicht denkbar gewesen. Die letzten grossen Ausbrüche des Volksempfindens in der analogen Welt – die Jugendunruhen der achtundsechziger Jahre und später der Kampf gegen die Atomenergie oder Demos gegen den Irak-Krieg – waren vor allem grossstädtisch konzentriert oder regional verankert.



Und heute: Die Klimaproteste sind der grosse unübersehbare und von den Medien prominent begleitete Vulkanausbruch. Gleichzeitig scheint mir im Bewusstsein der Bevölkerung ein stiller, aber ebenso unübersehbarer Werte-Wandel erkennbar: die Wachstums-Skepsis, die bewusste Prüfung von Infrastruktur-Vorhaben auf ihre Umweltverträglichkeit und Zukunftstauglichkeit. Es ist nicht Wirtschaftsfeindlichkeit, sondern perspektivische Abschätzung.

Die deutliche Ablehnung des Ozeaniums, dem riesigen Meerestier-Aquarium auf der Basler "Heuwaage", war in keiner Weise damit zu begründen, die Basler liebten ihren Zoologischen Garten nicht mehr. Natürlich lieben sie ihren Zolli weiterhin! Aber das Projekt in seiner exotischen Affiche entsprach insbesondere mit seinen tierethischen und verkehrspolitischen Fragwürdigkeiten dem Zeitgeist im modernen Sinn nicht mehr. In den achtziger Jahren hätte das Ozeanium seine Prüfung an der Urne vermutlich noch bestanden.




"Ökonomische Interessen müssen
heute ein öffentliches Assessment bestehen."


S
o sehr der Pendlerverkehrs-Kollaps auf der A2 östlich von Basel täglich bedauert werden muss, so unsicher ist heute, ob die Bevölkerung noch bereit wäre, Hunderte Millionen Franken in neue Strassenbauprojekte freizugeben. Negative Volksentscheide der letzten Jahre im Baselbiet – Langmattstrasse in Oberwil vor einem Jahr oder die Entwicklungsplanung Leimental-Birseck-Allschwil ("Elba") im Juni 2015 – sprechen eine andere Sprache, die soeben in den Baselbieter Gemeindewahlen ihre Bestätigung fand.



Grüne und rote Parteien sind die Sieger. In Pratteln sind neuerdings sowohl Gemeinderat wie Einwohnerrat links-grün dominiert, im Reinacher Parlament verdreifachten die Grünen ihre Sitzzahl, währenddem die FDP verlor und die SVP ein eigentliches "Debakel" ("Basler Zeitung") erlitt.



Die Meta-Ebene der Klimaschutz-Debatte hat die Wahlen sicherlich beeinflusst. Aber nicht nur sie. Vielmehr dürfte der Werte-Wandel mitgespielt haben: Die lokale Bevölkerung verschliesst sich dem wirtschaftlichen Fortschritt nicht, aber sie schaut auf der Mikro-Ebene viel genauer hin.

 Anders ausgedrückt: Ökonomische Interessen müssen ein öffentliches Assessment bestehen.

Im Oberbaselbieter 900 Seelen-Dorf Tenniken lässt sich dies in diesen Wochen schön nachweisen. Nicht weniger als rund hundert Interessierte fanden sich kürzlich im vollbesetzen "Gemeindesaal" ein (Aufmacherbild), wo kaum ein Wort häufiger fiel als "Identität": Eine kommunale Bürgerinitiative wehrt sich vehement gegen eine Überbauung des "Chilchachers". In zwei Wochen sammelte sie 290 Unterschriften zur Erhaltung der markanten Grünfläche.



Die beinahe rechteckige Hektare Wiesland, die sich südlich der Kirche wie ein Riegel zwischen bebautes Land und den Stockenrain schiebt, soll mit bis zu 70 neuen Wohnungen überbaut werden und damit die Dorfbevölkerung auf einen Schlag um bis zu 20 Prozent oder 200 Einwohner anwachsen lassen.



Die idyllische Wiese, früher teilweise von Pfarrer und Siegrist als Pflanzblätz und Baumgarten genutzt, gehört der Stiftung "Kirchengut Baselland" und ist der Zone für öffentliche Werke und Anlagen (OeWA) zugeteilt.



Diese Stiftung hat die Aufgabe, die Kirchen, Pfarrhäuser und Nebengebäude mit den dazugehörigen Arealen "dauernd und im guten Zustand" zu erhalten und den evangelisch-reformierten Kirchgemeinden am Ort zur Verfügung zu stellen. Die übrigen Vermögensbestandteile sollen "nach kaufmännischen und den denkmalpflegerischen Grundsätzen" bewirtschaftet werden.


"Selbst die Fledermaus-Population an der Kirche
steht heute hoch im Kurs."


W
o Wachstum und mehr Steuererträge früher die Augen der Gemeinderäte hätten leuchten lassen, stehen die Zeichen jetzt auf "Halt!". Ein Fachgutachten der "Stiftung für Landschaftsschutz" attestiert dem Bauprojekt eine "schwere Beeinträchtigung der planerischen Schutz- und Entwicklungsziele" und dem natürlichen Gelände einen "identitätsstiftenden Freiraum" (so Autorin Franziska Grossenbacher).

 Priorität habe die Verdichtung nach innen.

Ob politisch rechts oder links, ist nicht mehr erheblich. Was früher kaum Schutz erfuhr, ist heute öffentlich hoch im Kurs: die Fledermaus-Population an der Kirche, die "spannungsvolle Topografie", der "unglaubliche Kontrast zum Ortsbild", "Ruhe", "Kontemplation" am Schlittelhang. Hansjörg Stalder vom Baselbieter Heimatschutz, rief dazu auf, "der Banalisierung des Ortsbildes entgegen zu wirken".



Der Widerstand ist mobilisiert. Still sass der Riehener Anwalt Heinrich Ueberwasser als Berater der "Chilchacher"-Aktivisten in der Frontreihe. Angereist war auch Vera Weber. Die Chefin der "Fondation Franz Weber", die schon im Kampf gegen das Ozeanium eine massgebliche Rolle spielte, sprach von einem "paradiesischen Grünraum", kritisierte die "Bauen, bauen, bauen!"-Strategie der unter Anlagedruck stehenden Investoren und rief den "Chilchacher"-Freunden unter Applaus entgegen: "Gehen Sie auf die Barrikaden – und wir werden Sie dabei unterstützen."



Nicht unmöglich, dass die Überbauung scheitert. Der Gemeinderat hält sich im Urteil zurück und wird dafür kritisiert. Letztlich muss die Gemeindeversammlung über den Quartierplan entscheiden, falls es überhaupt so weit kommt. Anwalt Ueberwasser ist sogar der Meinung, dass das Raumplanungsgesetz das Bauprojekt gar nicht zulässt. Zudem bestünde die Möglichkeit, die heute bestehende Zone für öffentliche Werke und Anlagen (ÖWA) in eine Denkmalschutz- oder Landwirtschaftszone umzufirmieren.

Tenniken ist kein Einzelfall, wie Vera Weber fast beschwörend meinte: "Von überall her erreichen uns Hilferufe. Sind wir denn noch in den sechziger Jahren?"



Ein Hilferuf könnte sie nächstens auch aus Basel erreichen, wo es ebenso um eine bedrohte Freifläche geht. Dort lanciert fast ein Dutzend Institutionen und Firmenvertreter aus einem bunten Bouquet an Interessen – Naturschützer, Anrainer, Wachstumskritiker, unternehmerische Konkurrenten – das Referendum gegen den Kredit von 195 Millionen Franken zum Bau des neuen 330 Meter langen Hafenbeckens 3. Der Schiffs-Zubringer wäre zwingender Bestandteil des "Gateway Basel Nord".




"Führende politische Terminal-Supporter
sind Mitglieder der SP."


D
ieses trimodale Terminal mit seinen benachbarten vier Lastwagen- und sechs 750 Meter langen Umschlaggleisen wird angepriesen als für den Standort Basel bedeutungsvolles Zentrum für den Güterumschlag auf Bahn und Strasse. Das im kantonalen Richtplan als Logistikfläche eingetragene Basel Nord biete laut den Promotoren "die raumplanerisch einmalige Gelegenheit, Strasse, Schiene und Binnenschifffahrt zu verknüpfen" und ausserdem den "einzigen Standort in der Schweiz, wo mit vertretbarem finanziellen Aufwand 750 Meter lange Umschlaggleise realisierbar sind".



Führende Supporter des neuen Terminals sind Wirtschaftsminister Christoph Brutschin und Rheinhäfen-Präsident Ralph Lewin, Brutschins Vorgänger im Regierungsamt – beide SP-Mitglieder.



Diese Mega-Infrastruktur würde dort gebaut, was früher "Niemandsland" hiess, heute aber als 20 Hektar grosser Trockenlebensraum Schutz-Status geniesst: auf dem stillgelegten Rangierbahnhof der Deutschen Bahn.

Der Widerstand gegen das "Gateway"-Vorläuferprojekt "Hafenbecken 3" irritiert zunächst. Zumal die möglichen Betreiber auf ihrer nicht ganz aktuellen Website schreiben, in den Schweizerischen Rheinhäfen zeichneten sich "bereits ab 2019 Kapazitätsengpässe beim Containerumschlag ab".


Der Grosse Rat stimmte dem Hafenkredit überdeutlich zu, die Kritiker gingen regelrecht unter. Die Bevölkerung ging bisher davon aus, es mit einem sowohl der Wirtschaft wie auch dem Umweltschutz dienenden Infrastruktur-Plan zu tun zu haben. Wer sollte ernsthaft ein Vorhaben bodigen, das aus Basel eine Güterverkehrs-Drehscheibe par excellence macht!



Jetzt bringt das Referendums-Komitee mit Wucht Thesen an die Öffentlichkeit, die von den Befürwortern bisher nicht oder nur ungern angesprochen wurden. Es herrscht angesichts widersprüchlicher Behauptungen dringender Klärungsbedarf.

Die Promotoren versprechen, dass statt heute nur zehn künftig 50 Prozent Ladungen ab und zum Schiff mit der Bahn transportiert werden. Gegner dagegen behaupten, in Basel Nord werde künftig noch mehr Schwerverkehr zirkulieren. Der Präsident der nicht in das Projekt eingebundenen "Swissterminal AG" sagt, die Mehrheit der Güter würden in Hafenbecken 3 "von Schiff und Bahn auf Lastwagen verladen". Die Hafenbecken-Gegner behaupten weiter, das "Gateway Basel Nord" sei so durchrationalisiert, dass kaum neue Arbeitsplätze entstünden. Die Promotoren hingegen versprechen 580 neue Arbeitsplätze ab 2030. Von den Standorten der ökologischen Ausgleichsflächen ist nicht die Rede.

Dieses Projekt ist ebenso wie die Containerbranche insgesamt für Laien kaum durchschaubar. Hier haben Akteure das Sagen, die von ihrem Insiderwissen profitieren, das der Öffentlichkeit nicht zugänglich ist. Im Grossen Rat herrschte während der Hafendebatte Schwarm-Verhalten: Dazu sagt man nicht Nein. Punkt. Volksvertreter äussern Zweifel daran, dass hier alle Parlamentarier en connaissance de cause abgestimmt haben.

Möglicherweise sind wir in einer Zeit angekommen, in der Ruderalflächen höheren gesellschaftlichen Status besitzen als ein wachstumsgetriebenes Mega-Verladeprojekt, dessen Nachhaltigkeit und Sinn sich der Stimmbevölkerung nicht wirklich erschliesst. Der Abstimmungskampf wird zeigen, ob das neue Hafenbecken und seine benachbarte riesige Trockenwiese auch von der Bevölkerung als ein schützenswerter "Chilchacher" empfunden wird.

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26. Februar 2020

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"Das ist keine Bagatelle, das ist skandalös"

Die Replik von Claude Janiak enthält neben einem unnötigen Angriff auf den Naturschutz reihenweise Behauptungen und Andeutungen, die zu hinterfragen sind.

"Wo wenn nicht an der Grenze zu Deutschland sollen die Güter von der Strasse und vom Wasser auf die Schiene verlagert werden?" ist eine typische "Gateway Basel Nord"-Frage, die vieles suggeriert, das nicht oder nur halb stimmt:

1. Es kommen praktisch keine Container auf der Strasse an die Schweizer Grenze! Sie kommen auf der Schiene oder (weniger) auf dem Schiff. Erst hier gehen sie auf die Strasse, weil der Kunde dies für die Endzustellung so möchte. 2. Weil bei jedem Gateway die Container aufgrund von wirtschaftlichen Tatsachen überwiegend auf die Strasse gehen werden, wäre eine zentrale Lage im Land wesentlich sinnvoller, weil dadurch die An-/Abfahrtswege für Lastwagen vom/zum Endkunden im Schnitt kürzer werden. 3. In Zukunft werden immer mehr Container von den Mittelmeerhäfen im Süden kommen, nicht von der Nordsee. Da ist Basel der allerdümmste Ort für ein Gateway!

Dass ein trimodaler Güterumschlag in der Schweiz nur in Basel möglich ist, ist irrelevant, weil sein Nutzen wesentlich geringer ist, als es intuitiv scheint. Die Verantwortlichen haben das Gateway zunächst jahrelang im Mittelland geplant, was alleine schon belegt, dass für ihre Pläne der Rheinanschluss nicht wichtig ist – wie sie in Interviews auch zugegeben haben und wie Berichte des Bundes feststellen.

Die angesprochenen Verfilzungen sind offensichtlich und publiziert, keine Polemik. Man muss kein Verschwörungstheoretiker sein, um zu sehen, dass beim Zusammenspiel Bundesamt für Verkehr (BAV)-SBB Cargo-Gateway Basel Nord AG-Rheinhäfen-Basler Regierung einige Interessen und Involvierte in sehr ungünstiger Weise aufeinander treffen. Das BAV beispielsweise beurteilt das Projekt keineswegs objektiv, sondern möchte es unter Einsatz aller Mittel durchbringen. Eines der zwei Bundesgerichtsurteile gegen das Projekt war direkt gegen das BAV gerichtet, weil es geltende Rechtsgrundsätze verletzt hat, um das Projekt möglichst rasch durchzuboxen. Das ist keine Bagatelle, das ist skandalös.

Die ganz grosse Lüge hinter diesem Projekt ist aber, dass es primär um Güterverlagerung geht. Wenn es wirklich primär um Verlagerung ginge, würde man zum Beispiel ein Projekt "Gateway Limmattal" machen (wie ursprünglich geplant!), den bestehenden, drei Kilometer langen Rangierbahnhof Muttenz nutzen oder schlicht die Verladekosten auf den Zug subventionieren. Auf gar keinen Fall ist es nötig, dafür ein Naturschutzgebiet zu zerstören.

Das wirkliche Ziel von Gateway Basel Nord ist der Bahntransport zwischen den Meereshäfen und der Schweiz, der heute schon mit der Bahn erfolgt! SBB Cargo hat dies aber verschlafen und braucht das Gateway nun im Konkurrenzkampf mit anderen Bahngesellschaften. Das ist legitim, aber nicht unter dermassen überrissenem Einsatz von Steuergeldern, nicht auf einem bundesrechtlich geschützten Naturschutzgebiet und nicht unter Missachtung rechtlicher Normen. Dass die SBB nicht primär am Containertransport in der Schweiz interessiert ist, beweist sie seit Jahren durch den systematischen Abbau von Anschlussgleisen und kleine Verladestationen.

Gateway Basel Nord AG und Hafendirektion informieren Bevölkerung und Politik unvollständig und teils falsch. Viele Ihrer Behauptungen dienen nur dazu, das Projekt nach mehr aussehen zu lassen, als es ist. Sie machen das geschickt – man könnte auch sagen: schamlos.

Würde Gateway Basel Nord zu einer nennenswerten Verlagerung auf die Schiene führen? Vom Projekt unabhängige Fachleute sagen klar nein. Und der Stimmbürger weiss auch ohne Fachleute: Wenn die Promotoren eines hunderte Millionen Franken schweren Projektes behaupten, es würden künftig 50 statt 10 Prozent der Container innerhalb der Schweiz auf die Bahn gehen, kann man froh sein, wenn schon nur 15 bis 20 Prozent eintreffen.

Glaube versetzt Berge, aber leider keine Container.


Oliver Balmer, Präsident Pro Natura Basel und Komitee "Nein zum Hafenbecken 3", Basel




"Es hat zuviel an Menge"

Danke, lieber Claude, dass du das Stichwort ’Güterverlagerung’ in die Diskussion einbringst. Mir geht es überhaupt nicht darum, dieses oder das unermüdliche Schaffen von SP-Menschen, auch deines, in Sachen Alpen querender Güterverkehr (’Alpeninitiative’) in Zweifel zu ziehen. Ich war übrigens einer der Erstunterzeichner dieser Initiative.

Natürlich brauchen wir diese Verlagerung – nur: Wieviel in der Gesamtmenge dieser meist sinnlosen Hin- und Herschiebereien oft zweifelhaftester Güter (siehe mein Stichwort "hart an der Kriminalität") vermag unser Oekosystem überhaupt noch ertragen? Und natürlich brauchen wir den Schutz unserer gesamten Umwelt, übrigens nicht nur in unserer Region, sondern weltweit. Stichwort: Seetransporte.

Ich habe während meiner Zeit in Tecknau enorm viel gesehen und erlebt punkto Güterverkehr und oft mit Fachleuten der Gütertraktion darüber reden können. Mein Eindruck war und ist: Es hat zuviel an Menge! Und dies in der Luft, auf den Schienen und Strassen und zu Wasser. Wenn Grosskonzerne die Logistikfirmen mit dem Containerverlad als ihre fahrbaren Ersatzteillager auf Abruf missbrauchen, so hat dies mit einem umweltverträglichen Wirtschaftssystem einfach nichts mehr zu tun. Das ist diese elende Oekonomen-Krankheit, die da heisst: "Mit möglichst wenig Input möglichst grossen Ouput zu erzielen." Die externen Verluste interessieren nicht!

Und da komme ich eben auf den von mir kritisierten Ansatz betreffend Gateway Basel Nord: Die Politikerschaft und die involvierten Organisationen der Logistikbranche machen sich zu Komplizen eines völlig falschen Wirtschaftens – weltweit! Gerade jetzt müssen wir mit einer Fassungslosigkeit sondergleichen erleben, wohin die hemmungslosen globalisierten Waren- und Menschenströme führen. Weniger wäre eindeutig mehr.


Ueli Pfister, Gelterkinden




"Es geht zu allererst um die Güterverlagerung"

Am 20. Februar 1994 hat das Schweizer Volk der Alpeninitiative zugestimmt. Sie verlangt bekanntlich, dass der alpenquerende Gütertransitverkehr von Grenze zu Grenze erfolgt auf der Schiene erfolgt und der Bundesrat die notwendigen Massnahmen trifft. Gestützt darauf sind das Verkehrsverlagerungsgesetz und das Gütertransportgesetz verabschiedet worden. Viele der von Ueli Pfister erwähnten "SP-Koryphäen", zur Zeit allen voran Simonetta Sommaruga, kämpfen dafür, dass das Verlagerungsziel, von dem wir noch weit entfernt sind, erreicht wird. Ich bin stolz auf die Mitstreiter aus SP und allen politischen Lagern.
 
Für Basel Nord setze ich mich deshalb, seit ich in Bern Verkehrspolitik betrieben habe, ein, weil es  in erster Linie der Umsetzung des Verlagerungsziels dient. Auch die Bemühungen, möglichst viele Güter auf dem Wasser anstatt auf der Strasse in die Schweiz zu transportieren, stimmen mit dem Verlagerungsziel überein. Wo wenn nicht an der Grenze zu Deutschland sollen die Güter von der Strasse und vom Wasser auf  die Schiene verlagert werden? Sind sie einmal auf der Strasse, werden sie quer durchs Land darauf bleiben. Ein trimodaler Güterumschlag kann an keinem anderen Ort in der Schweiz realisiert werden.

Die von Ueli Pfister übernommenen Behauptungen eines Teils der Schiffsführer-Gilde betreffend Manövrierfähigkeit der Schiffe sind längst widerlegt. Das Projekt hat im Rahmen der Beratungen des Gütertransportgesetzes das Eidgenössische Parlament überzeugt. Der Bundesrat stuft Gateway Basel Nord samt dem dazugehörigen Logistikkonzept als Projekt von nationaler Bedeutung ein. Auch das Bundesamt für Verkehr steht voll dahinter. Die Weko hat grünes Licht gegeben, alles in einem transparenten Verfahren. Es sind noch Rechtsverfahren offen, bei denen es nur darum geht, wer von welchen Verfahrensrechten Gebrauch machen kann. Von undurchsichtigen und unredlichen Verfilzungen zu sprechen, ohne dies mit einem Wort zu belegen, ist reine Polemik. Mit der deutlichen Zustimmung des Grossen Rates zum Hafenbecken 3 mit den Stimmen von auch weniger gut bezahlten "SP-Koryphäen" hat die Politik sich einmal mehr zu Basel Nord bekannt.

Leider kommt im Artikel von Peter Knechtli das Wort "Güterverlagerung" nicht vor. Aber darum geht es zu allererst. Und selbstverständlich sind wirtschaftliche Interessen des Logistikstandorts Basel vorhanden. Was ist daran unanständig? Es braucht einen Interessensausgleich zwischen den Anliegen der Verkehrspolitik und dem Schutz des ökologisch wertvollen Lebensraumes. Es ist legitim, für den Erhalt der schützenswerten Arten zu kämpfen. Alle involvierten Stellen sind bemüht, entsprechende Ausgleichsflächen zu finden. Wenn indessen das übergeordnete Ziel des Projektes, die verfassungsmässig abgestützte Verlagerungspolitik "von Grenze zu Grenze", ausgeblendet und wie von Pro Natura Fundamentalopposition betrieben wird, erweisen sich die hehren Beteuerungen, sich nur für die Umwelt einzusetzen, als wenig glaubwürdig. Denn Verkehrsverlagerung ist wichtiger Bestandteil des Schutzes der Umwelt vor Immissionen aller Art.


Claude Janiak, ehemaliger Ständerat BL und Präsident der KVF-S, Binningen




"Es kann nicht sein, was nicht sein darf"

Sehr treffend, Peter Knechtlis Umschreibung der Geheimwelt, genannt Logistikbranche. Ich kenne die ja aus eigener Erfahrung, sei es zu Luft, auf Schiene, Strasse oder Wasser: Immer hart an der Grenze zu kriminellen Handlungen. Und da nehme ich die Rheinhäfen mit ihren zum Teil verzweifelt ausrufenden Sprechern – Sprecherinnen gibts in dieser Branche ja kaum, ausser auf dem EuroAirport - überhaupt nicht aus. Kinder, die Angst haben im dunklen Keller, singen auch lau.

Es scheint so, als die seit Jahren geäusserten Warnungen der professionellen Schiffsführer-Gilde wegen der enorm waghalsigen Ein-, Ausfahrts- und Wendemanöver in und aus diesem vermaledeiten Hafenbecken 3 einfach ignoriert würden. Es kann nicht sein, was nicht sein darf, wenn übergrosse ökonomische Interessen zu undurchsichtigen und unredlichen Verfilzungen führen – auch mithilfe teuer bezahlter SP-Koryphäen! Geschieht dann aber wieder mal eine gröbere Havarie, leiden Umwelt und Bevölkerung, und die Allgemeinheit darf anschliessend die Scherben zusammenwischen.

Zum Thema "Chilchacher" in Tenniken und dem stattfinden drohenden Idenditätsverlust: Lesen Sie meine Antwort auf Steffi Luethi-Brüderlin und die anschliessenden Kommentare zur Story über das "Rosskopf-Häuschen".


Ueli Pfister, Gelterkinden




"Ich bin gegen die Überbauung"

Ich bin sowohl gegen die Überbauung des Kirchengrundstücks, ich war auch gegen das Abholzen von mehreren tausend Kirschbäumen, nur hat das niemanden interessiert und ich bin sei eh und je gegen den Bau des Hafenbecken 3, der nicht nichts bringt, nur horrende Kosten verursacht und gewissen Profiteuren Gewinn bringt.

Ich bin sehr für Landschaftsschutz und deswegen bin ich voll gegen die Greta-Bewegung, die von Grosskonzernen und Regierungen ins Leben gerufen wurde, sonst hätte Greta nicht am WEF dabei sein können und von Regierungsvertretern empfangen werden können. Genau diese Regierungsvertreter, die sich so für Greta einsetzen, pfeifen auf den Landschaftsschutz und installieren Windmühlen, die die Vögel töten. Auch die vielgepriesenen Wärmepumpen sind nicht ohne Tücken. Solarzellen werden unter schrecklichen Bedingungen in China hergestellt und die Materialen von Kindern in Afrika abgebaut. Die Smart Phones, ohne die Gretas Bewegung nie möglich gewesen wäre, sind gesundheitsgefährdend und ihre Materialen werden auch unter unmenschlichen Bedingungen produziert.

Guy Morin, unser ehemaliger grüner Stadtpräsident, hat einmal erklärt, er wolle aus Basel Klein-Shanghai machen. Das hätte bedeutet, dass man alle Einfamilienhäuser eliminiert, die ganze Altstadt, alle Gärten und dafür Betonbauten hinstellt. Danke Nein!!! Die Grünen sind nicht grün, es sind Wassermelonen, aussen grün für die Dummen und innen rot, was den wahren Charakter zeigt. Umweltschutz ist nicht ihre Sache – im Gegenteil.


Alexandra Nogawa, Basel



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Theater Basel

"Verlorene Illusionen"
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"Gemeinden zufrieden mit ihrem Verband (VBLG)"

Verband Basellandschaftlicher Gemeinden
Titel einer Medienmitteilung
vom 22. November
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Wär hätte das gedacht! Umfragen in eigener Sache als PR-Instrument.

RückSpiegel


In ihrer Story über die amtliche Schliessung des Bistro "Cheesmeyer" in Sissach nahm die BZ auf OnlineReports Bezug.

Die BZ, Telebasel und Happy Radio nahmen die OnlineReports-Meldung über den Tod des Kleinbasler "Modezars" Roland Vögtli auf.

Die Medienwoche verlinkt auf den OnlineReports-Kommentar über das Medienrechts-Urteil des Baselbieter Kantonsgerichts zum Fall Wirtschaftskammer Baselland vs. "Basler Zeitung".

Der Tages-Anzeiger geht in seinem Bericht über die neue Post-Strategie auf OnlineReports-Nachrichten über die Verteuerung der Vereinspostfächer und die allgemeine Kostenpflicht für Postfächer ein.

In ihrem Beitrag über den Prozess der Wirtschaftskammer Baselland gegen einen ehemaligen Journalisten der "Basler Zeitung" nahm die Medienwoche auf OnlineReports Bezug.

20 Minuten nahm die OnlineReports-Geschichte über einen FCB-Hooligan und vor Appellationsgericht erfolglosen DNA-Verweigerer auf.

Die BZ Basel, Telebasel, Bajour und Prime News nahmen zum Rücktritt des Basler Nationalrats Christoph Eymann Bezug auf ein OnlineReports-Interview.

Die BZ Basel zog die OnlineReports-News über die Polizei-Kontrolle von Rechtsextremen in Bubendorf nach.

Telebasel nahm den OnlineReports-Primeur über die Sichtung einer Waschbären-Familie in Gelterkinden auf.

20 Minuten nahm die OnlineReports-Meldung über die Einleitung eines Ermittlungsverfahrens gegen den Basler Grossrat Eric W. auf.

20 Minuten, Telebasel und die BZ Basel nahmen die OnlineReports-News über die Durchführung der Basler Herbstmesse auf. Die Basler Zeitung kam einen Tag später und unterliess die Quellennennung.

Bajour nahm im Artikel über die Basler Nano-Forschung auf eine OnlineReports-Meldung Bezug.

Im Beitrag von Prime News über die "zunehmende Missachtung der Aufgabentrennung zwischen Staat und Medien" wird OnlineReports zitiert.

Telebasel und die BZ Basel nahmen die OnlineReports-News über den Grund des Tramunglücks vom Oktober 2019 auf.

Die OnlineReports-Erstmeldung über die zweite Beschwerde von ex ASE-Präsident Simon Müller vor Bundesgericht wurde von der BZ Basel aufgenommen.

Die Medienwoche nahm den OnlineReports-Leitartikel über die Förderung von Onlinemedien ohne Subventionen in ihr Monitoring auf.

Telebasel, 20 Minuten und Primenews nahmen die OnlineReports-Exklusivmeldung über den Ausnahmezustand im überfüllten Gartenbad St. Jakob auf.

Weitere RückSpiegel

 

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Aufgrund der aktuellen pandemischen Lage und der damit verbundenen Unsicherheiten wird die Basler Museumsnacht am 21. Januar abgesagt und voraussichtlich auf den Freitag, 20. Mai 2022 verschoben.

Wegen der stark zunehmenden Corona-Fallzahlen, der hohen Belastung des Gesundheitssystems und der aktuellen Entwicklung setzte die Baselbieter Regierung den Kantonalen Krisenstab wieder ein und reaktivierte den Pandemieplan.

Zum 125-Jahre-Jubiläum schenkt die Basler Regierung der F. Hoffmann-La Roche AG einen originalen Basilisken-Brunnen, der 2023 am künftigen Science Square auf dem Roche-Gelände an der Ecke Peter Rot-Strasse / Chrischonastrasse montiert werden soll.

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Der FC Basel überträgt der Rennbahnklinik in Muttenz per sofort die medizinische Versorgung der 1. Mannschaft, der Frauen- und der Nachwuchsabteilung.

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Für die demissionierenden Daniela Dolci Reidemeister, Gottlieb A. Keller und Sibylle Schürch treten Bernhard Berger, Annette Luther und Hans-Peter Wessels in Basler Universitätsrat ein.

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Flavio Casanova und Thomas Schneider werden neue Verwaltungsräte der Basler Verkehrs-Betriebe anstelle von Sibylle Oser und Kurt Altermatt, die nicht mehr zur Wiederwahl antreten.

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