© Fotos by Peter Knechtli, OnlineReports.ch
"Ein solches Verhalten ist inakzeptabel": "Prime News"-Chef Keller

Christian Keller: "Mein dieses Jahr deklarierter Lohn ist Null"

Der Gründer und Chef der Basler Online-Plattform "Prime News" im Interview über das erste Betriebsjahr


Von Peter Knechtli


In seinem ersten Jahr als Gründer und Chef der Basler Online-Plattform "Prime News" habe er "sicher mehr geschrieben als ein durchschnittlicher BZ- oder BaZ-Journalist". Das sagt Christian Keller, der sich im grossen Interview mit OnlineReports über seine neuen Erfahrungen als Unternehmer äussert und an einigen Exponenten "des Staates" kein gutes Haar lässt.


OnlineReports: Am 13. August ist Geburtstag. Gratulation zum Überleben des ersten Betriebsjahres als autonome News- und Serviceplattform.

Christian Keller: Vielen Dank.

OnlineReports: Was ist eigentlich mit "Serviceplattform" gemeint?

Keller: Wir bieten auch interaktive Tools – beispielsweise, wenn jemand wissen will, wo in Basel der einzige Parkplatz noch frei ist.

OnlineReports: Du bist bekannt als erbarmungslos selbstkritischer Publizist. Wie bist Du mit Deinem ersten Jahr als Medienunternehmer zufrieden?



Keller: Das ist eine gute Frage. Ich werde nie zufrieden sein, sonst wird man träge und dann kann man den Laden gleich dichtmachen. Ich bin aber insofern zufrieden, als wir jetzt nach einem sehr brutalen und lehrreichen Jahr eine klare Perspektive haben, wie wir am Markt selbsttragend werden und langfristig überleben können.

OnlineReports: Ist "Prime News" schon über dem Berg?

Keller: Was heisst das? Definiere das!

OnlineReports: Dass sich Gewinn abzeichnet.

Keller: Da kommt es darauf an, wieviel Aufwand wir durch Auftragsvergabe betreiben. Wir können hier variabel arbeiten. Aber ich möchte mehr Output haben. Insofern sind wir noch nicht über dem Berg. Da brauchen wir sicher noch ein Jahr. Wir haben jetzt mehr Werbeabschlüsse und mehr Kooperationen und wir wollen mit Eigenleistungen eine journalistische Referenz werden.


"Drei Festangestellte könnte ich
jetzt noch nicht finanzieren."


OnlineReports: Wie hoch ist der erste Jahres-Umsatz?

Keller: Hmmm – wie hoch ist er bei OnlineReports?

OnlineReports: Ich stelle jetzt die Fragen. Also: Wie hoch?

Keller: Das sage ich jetzt nicht. Sagen wir es so. Ich allein könnte gut davon leben. Aber drei Festangestellte könnte ich noch nicht finanzieren.

OnlineReports: Wie hoch ist Dein Budget für die Freien Mitarbeitenden?

Keller: Das können monatlich mal 5'000, mal 10'000 Franken sein.

OnlineReports: Die Lesenden müssen ein Jahres- oder Tages-Abo lösen oder vor der Lektüre 15 Sekunden Werbung über sich ergehen lassen. Wie beurteilst Du das Bezahl-Modell von "Prime News"?

Keller: Das Bezahlmodell war der Grund, weshalb ich diese Plattform überhaupt gegründet habe. Ich wollte schon immer etwas Eigenes machen, weil mich die Gratiskultur nicht überzeugt. Bei uns hat der Leser eine grosse Vielfalt, zu entscheiden, welchen Zugang er wählen will. Neu wird die Möglichkeit hinzukommen, dass der Leser seine E-Mail-Adresse angibt, statt ein Werbevideo anzuschauen. Er erhält dann beispielsweise von einer Confiserie Informationen zu speziellen Aktionen. Die Gegenleistung ist die Freischaltung des Artikels.

OnlineReports: Was wird von den Kunden eher akzeptiert – das 79 Franken-Abo oder der Werbefilm?

Keller: Ganz klar der Werbefilm.

OnlineReports: Wieviele Jahres-Abonnenten hat "Prime News" aktuell?



Keller: Rund 450 Abonnenten, die wirklich bezahlt haben.

OnlineReports: Würdest Du Fördergeld vom Staat annehmen?

Keller: Auf keinen Fall.

OnlineReports: Aber soll der Staat auf Online-Portalen werben – beispielsweise für Kampagnen jeder Art?

Keller: Damit hätte ich kein Problem, wenn der Staat dies will.


"Wir sind staatskritisch, unternehmens-
freundlich und offen für alle Meinungen."


OnlineReports: Welche politische Grundhaltung will "Prime News" vertreten?

Keller: Erstens: Staatskritisch. Zweitens: Dezidiert unternehmensfreundlich. Drittens: Offen für alle Meinungen. Es gibt keine Vorzugsbehandlung für irgendeine Partei. Die Relevanz einer Geschichte darf nichts damit zu tun haben, ob wir die gleiche Meinung vertreten oder eben eine andere. Redaktionsintern leben wir den Diskurs. Ich persönlich bin klar bürgerlich und KMU-nahe verortet, andere stehen weiter links und halten Krisensitzungen ab, wenn ich einen Kommentar ankündige. Aber das wird schon noch.

OnlineReports: 
Mit "Prime" im Namen suggerierst Du eine gewisse Exklusivstellung. Womit überragt "Prime News" alle andern?

Keller: Ich würde den Namen nicht überinterpretieren. Der Name soll leicht in Erinnerung bleiben und für Qualität und Glaubwürdigkeit bürgen. Wir haben Erfolg, wenn wir konstant einen guten Job machen. Die vollmundigen "Wir retten den Journalismus"-Sprüche überlasse ich gerne anderen.

OnlineReports: "Prime News" ist stark in der Gastro-Berichterstattung. Ist es Dein Bruder, der als früherer Beizer hauptsächlich Input liefert?

Keller: Nein, wirklich nicht.

OnlineReports: Kannst Du Dir vorstellen, in Deinem Nach-Journalismus-Lebensabschnitt eine Basler In-Beiz zu führen?

Keller: Nein, ich bin und bleibe Journalist. Aber eine "Prime News"-Bar wäre natürlich genial.

OnlineReports: Welcher Story-Typ ist auf "Prime News" am erfolgreichsten?



Keller: (überlegt lange) Wir haben mittlerweile eine Kernleserschaft, die alles cool findet. Auch bieten wir einmal wöchentlich eine Kulturgeschichte. Gut laufen auch die Kommentare oder Geschichten wie jene über die geforderte Einschränkung des Fleischkonsums.

OnlineReports: Die Videos auf "Prime News" haben, von wenigen Ausnahmen abgesehen, nur bescheidene Abrufzahlen. Interviews mit Politikern erreichen zwischen 17 und 58 Hits. Das Interview mit Eva Herzog zur Abstimmung über den Ausgang der Steuerreform erzielte gerade mal 62 Aufrufe. Lohnt sich der relativ hohe Bearbeitungs-Aufwand im Vergleich zum Ertrag?

Keller: Es geht um Mehrwert und den Anspruch, den wir vertreten. Ich will, dass die Leute, die hier mitarbeiten, auch lernen, mit dem Bewegtbild umzugehen und fokussiert klare Fragen zu stellen. Wir hatten aber auch ein Video – es ging um eine Schlägerei vor einer Bar –, das an einem Tag 25'000 Aufrufe verzeichnete.



OnlineReports: Gut, aber mit gestalteten TV-Beiträgen kann man Eure Video-Clips nicht vergleichen.

Keller: Wir hatten auch gestaltete Beiträge. Aber in der Regel hast Du Recht.


"Ich habe sicher mehr geschrieben
als ein BZ- oder BaZ-Journalist."


OnlineReports: Welches war der News-Knüller im ersten Jahr?



Keller: Die FCB-Frauenfussball-Mannschaft, die am Gala-Abend des FC Basel als Servicepersonal eingesetzt wurde und Lose verkaufen musste. Da hat sogar CNN angerufen. Unsere Geschichte, dass das Personal in der Notruf-Zentrale nicht Englisch spricht, hat "20 Minuten" mit einem Millionen-Publikum aufgenommen.

OnlineReports: Welches war die Fehlleistung des ersten Jahres?

Keller: (überlegt lange) Eigentlich keine. Wir hatten zum Glück keinen Artikel, der nachweislich falsch gewesen wäre. Wir machten viele Geschichten nicht, wenn das Bauchgefühl schlecht war. Gerade im Zusammenhang mit den Landratswahlen wurden uns viele Halbgeschichten angeboten, die wir bewusst nicht realisierten.

OnlineReports: Die Frontseite wirkt deutlich kommerzieller als zu Beginn: Gesponserter Inhalt, Gewinnspiele mit der "Baloise", Promotionspartner, Publireportagen. Das Image des Nachrichtenportals wird durch die Vermischung von journalistischen und kommerziellen Inhalten verwässert. Muss das sein, um kommerziell über die Runden zu kommen?



Keller: Ja. Solange die Glaubwürdigkeit nicht darunter leidet. Viel schlimmer sind Portale, die mit Google-Werbung durchsetzt sind.

OnlineReports: Die typischen "Keller"-Knüller, die zu BaZ-Zeiten ärgerte oder freute, sind seltener geworden. Bist Du als Chefredaktor und Geschäftsführer zu stark absorbiert mit Management-Aufgaben?



Keller: Ja, das stimmt, es war im positiven Sinn das härteste Jahr, das ich je erlebt habe. Ich möchte nicht, dass dies hier einfach mein Portal ist. Ich möchte Talente fördern, die sich etablieren und den Betrieb auch aufrechterhalten, wenn ich einmal ausfalle. Aber ich habe in diesem Jahr sicher mehr geschrieben als ein durchschnittlicher BZ- oder BaZ-Journalist. Wir arbeiten ganz sicher mehr als 200 Prozent.

OnlineReports: Bei "Prime News" geht es nach einem Taucher im April seit Mai aufwärts mit den Visits und Page Impressions. Welches ist das Ziel für das zweite Betriebsjahr?

Keller: Wir wollen uns weiter etablieren und die Reichweite erhöhen. Es geht aber auch darum, Werbeverträge zu erneuern und die Budgets der Werbekunden zu erhöhen.



OnlineReports: Verlangen die Werbekunden, dass "Prime News" über sie schreiben?

Keller: Das hatten wir noch nie. Aber bei Pressekonferenzen muss ich in der Regel absagen, wenn wir keine Partnerschaft vereinbart haben. Wir schrieben übrigens über Werbekunden auch schon negative Geschichten. Das war nie ein Problem.


"Ich verdiene sehr, sehr, sehr wenig.
Unter dem Strich nichts."


OnlineReports: Wie hoch ist der Prozentanteil an Besuchern, die "Prime News" über die sogenannten Sozialen Medien erreichen?

Keller: Sehr hoch. Insgesamt beträgt der Anteil rund 50 Prozent. Den Hauptteil davon macht Facebook aus. Neu bieten wir unseren täglichen Newsletter auch per "WhatsApp" an. Etwa 90 Prozent der Empfänger klicken an.

OnlineReports: Wie gross ist jetzt eigentlich der Personalbestand in Vollstellen umgerechnet? Auf Fotos ist ein stattliches Team von über einem Dutzend Personen zu sehen.



Keller: Durchschnittlich 300 Stellenprozent.

OnlineReports: Wieviele Festangestellte, wieviele Freie und wieviele Praktikanten?

Keller: Derzeit sind es zwei Festangestellte und die Praktikantin mit einer 60 Prozent-Stelle sowie sieben freie Mitarbeitende. Meine Frau, die teilzeit für die Kinder-Spitex arbeitet, führt nebenbei Datenbanken nach und hält mir zu Hause den Rücken frei.

OnlineReports: Erhalten die Praktikanten Lohn?

Keller: Ja, 800 Franken monatlich bei einer Dreitagewoche.

OnlineReports: Du warst bei der BaZ immerhin Ressortleiter und hast sicherlich anständig verdient. Wir gehen von 140'000 Franken aus …

Keller:  dieser Lohn wäre bei dem Aufwand, den ich als Lokalchef hatte, eine Beleidigung gewesen. (lacht)

OnlineReports: Weshalb bist Du nach dem Abgang von Markus Somm auch gegangen?

Keller: Ich wäre ohnehin gegangen, weil ich mich schon fast ein Jahr vorher mit dem Gedanken trug, etwas Eigenes zu machen. Mein Abgang hat mit jenem von Markus Somm keinen Zusammenhang.

OnlineReports: Wieviel verdienst Du bei "Prime News" ?

Keller: Sehr, sehr, sehr wenig. Unter dem Strich nichts, da ich habe von den Reserven gelebt habe. Ich freue mich auf die Steuerrechnung nächstes Jahr. Mein dieses Jahr deklarierter Lohn ist Null.

OnlineReports: Und dennoch kannst Du Deine fünfköpfige Familie ernähren?

Keller: Sie sind alle ein bisschen dünn, schau sie Dir einmal an (lacht).

OnlineReports: Gibt es einen versteckten Financier?

Keller: Nein. Ich habe eigenes Geld in die Firma investiert und mir zum Teil die einbezahlten zinslosen Darlehen zurückbezahlt, um mir so etwas wie einen Lohn zu zahlen. Ich habe aber nie so bescheiden gelebt und musste in meinem Erwerbsleben noch nie mit so wenig Geld auskommen wie in diesem ersten Jahr.

OnlineReports: Wieviel hast Du investiert?

Keller: Wahrscheinlich etwa 80'000 Franken. Wenn ich nun sähe, dass unser Angebot nicht gefragt ist, dann müsste ich es stoppen.


"Ich bewundere in Basel-Stadt die Linke,
wie konsequent sie politisiert."


OnlineReports: Christian Mensch schrieb nach eurem Start im August 2018, Knechtli habe mit OnlineReports "eine finanzierbare Nische gefunden. Keller bietet mit frischem Elan die modernisierte Variante". Inwiefern diente Euch OnlineReports als Vorbild oder Inspiration?

Keller: Ein riesiges Vorbild, das von Journalisten viel zu oft belächelt wird. Du hast es mit OnlineReports als Einziger geschafft, über zwanzig Jahre zu überleben. Das haben Andere nicht geschafft. Sie machen alle Verluste. Du hast Dir mit sehr glaubwürdigem Journalismus auch auf der Werbeseite einen Namen gemacht.



OnlineReports: Empfindest Du OnlineReports als Konkurrenz?

Keller: Nein, ich glaube nicht. Es ist eine andere Form.

OnlineReports: Wie nimmst Du die Basler Politik und die Parteien wahr?

Keller: Ich bewundere in Basel-Stadt die Linke, wie konsequent sie politisiert. Sie können Wahlkampf machen und ziehen ihre Linie durch. Mit dem Bürgerlichen habe ich Mitleid, weil bei jeder Wahl irgendeine Partei ausschert und damit die Sache kaputt macht. Vergleiche einmal die Ständerats-Wahlkampagne: Jene der Sozialdemokratin Eva Herzog ist einfach besser als jene der Liberalen Patricia von Falkenstein. Herzog hat eine bessere Website, eine klare Strategie und zeigt genau, wofür sie steht. Bei von Falkenstein haben wir eine SVP, die ausscherte, was ein fundamentaler Fehler war und allein schon Streit gibt.

OnlineReports: Bist Du zufrieden mit der Art, wie die Politiker kommunizieren?



Keller: Ich habe mir schon überlegt, ob ich eine Firma gründen soll, um sie zu beraten …

OnlineReports: … Hallo? Und gleichzeitig als Journalist arbeiten?



Keller: (lacht) Nein, das geht natürlich nicht. Aber von der freisinnigen Regierungsrats-Kandidatin Nadine Gautschi erscheint ein Porträt mitten in den Sommerferien. Das würde ich nie zulassen.

OnlineReports: Wie beurteilst Du die Leistungen der staatlichen Kommunikations-Beauftragten? Sind sie kooperativ und selbstkritisch oder eher Imagepolierer im Dienste ihrer Regierungsräte?

Keller: Sie sind schon sehr auf das Image ihrer Vorgesetzten bedacht. Man kann fast nur noch schriftlich mit den Departementen kommunizieren. Ich aber möchte den Amtsleiter am Telefon haben und nicht den Pressesprecher. Das ist viel zu wenig möglich und hängt damit zusammen, dass die Amtsleiter vor den Journalisten Angst haben. Viele Medienmitteilungen sind einfach Schrott. Man kann sie nicht brauchen. Allerdings müssen auch wir Journalisten fair mit den Beamten umgehen.


"Als Unternehmer habe ich viel grösseren
Druck, weil ich Löhne zahlen muss."


OnlineReports: Hat sich in Deiner neuen Funktion Dein Anspruch an Fairness gegenüber Auskunftspersonen verändert gegenüber den Zeiten, als Du bei der "Basler Zeitung" angestellt warst?

Keller: In meiner Funktion als Unternehmer habe ich den viel grösseren Druck, weil ich Löhne zahlen muss. Das führt dazu, dass ich mir ganz andere Fragen stellen muss – Fragen, die mir anfänglich teils schlaflose Nächte bereiteten. Ich hatte mit dem Staat haarsträubende Erlebnisse. So erhielt ich ein eingeschriebenes Verwarnungsschreiben der BVG-Aufsicht, wir hätten uns nicht angemeldet, was völliger Unsinn war. Im Gegenteil: Wir hatten uns extra gemeinsam mit der Versicherung abgesprochen, um ja keinen Fehler zu machen. Auf dem Schreiben der BVG-Aufsicht ist keine Kontaktperson, keine Telefonnummer und keine Mail-Adresse aufgeführt, an die ich mich wenden könnte.

OnlineReports: Da bist Du nahe am Basler Gewerbeverband, der "den Staat" auch immer wieder kritisiert.

Keller: Da hat der Gewerbeverband auch recht. Es gibt zu viele Beispiele, die mir zeigen, dass man beim Staat nicht willkommen ist, wenn man sich selbstständig macht.

OnlineReports: Wem würdest Du den Kaktus für die schlechteste Kommunikationsleistung übergeben?

Keller: Das wäre eindeutig der Basler Bau- und Verkehrsdirektor Hans-Peter Wessels. Als die Trams nicht mehr nach St-Louis fuhren wollte ich von ihm eine Stellungnahme. Da wurde nur gelacht und mir von der Pressestelle mitgeteilt, er sage dazu nichts. Ein solches Verhalten ist inakzeptabel. Eine weitere Kaktus-Kandidatin ist Yvonne Hunkeler, die Verwaltungsrats-Präsidentin der Basler Verkehrsbetriebe. Es war ungenügend und eine Enttäuschung, wie sie das Debakel mit Direktor Erich Lagler kommunizierte und erst mal noch mit ihm Mitleid hatte. Auch die "Tesla-Affäre" im Sicherheitsdepartement von Baschi Dürr war schlecht kommuniziert.

OnlineReports: Da zeichnet sich ja eine Kakteen-Plantage ab!

Keller: Die Kommunikation respektive Nicht-Kommunikation seitens der Basler Regierung zum Asylsuchenden, der trotz eines Urteils des Bundesverwaltungsgericht nicht nach Österreich ausgeschafft wird, hat alles übertroffen. Die Regierung stand nicht hin, sondern schob ihren Mediensprecher Marco Greiner vor. Was für eine schwache Leistung. Eigentlich eines doppelten Kaktus' würdig.

OnlineReports: Gab es Fälle von juristischen Drohungen oder Forderungen, bestimmte Artikel vom Netz zu nehmen?

Keller: Nein. Es gab einzelne Detailfehler, die wir jedoch umgehend korrigierten.

OnlineReports: Wie beurteilst Du das Medienklima in Basel generell?

Keller: Mich beschäftigen eher die klassischen Verlage wie BZ oder die BaZ, weil die Zeitungsmodelle in dieser Form nicht überleben werden. Deshalb wird es weitere Entlassungen geben.

OnlineReports: Und die "Basler Zeitung" unter neuer Leitung?

Keller: Über die Konkurrenz soll man nicht reden – oder wenn, dann nur gut.

Mehr über den Autor erfahren

25. Juli 2019

Weiterführende Links:


Gesprächspartner




Christian Keller (36), ist Gründer, Chefredaktor und Geschäftsführer der Basler News- und Serviceplattform "Prime News", die am 13. August 2018 online ging. Er war zuvor Lokalressort-Leiter der "Basler Zeitung". Der promovierte Historiker ist verheiratet, Vater von drei Kindern und wohnt in Binningen BL. Die Redaktion hat ihren Sitz an der Birsigstrasse in Basel.
 


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"Dienststellen für Informations-Verhinderung"

Die kostspieligen departementalen Kommunikations-Abteilungen sollten ehrlicherweise in Dienststellen für Informations-Verhinderung umgetauft werden.


Roland Stark, derzeit Ernen VS




"Wichtige Ergänzung im Mediendschungel"

Lieber Peter, lieber Christian, ich empfinde Euch absolut nicht als Konkurrenten, sondern je als gute, wichtige Ergänzung im Mediendschungel. Ihr seid näher als manch ein anderer Journalist bei der Basis, was nur gut tut. Weiter so!!


Beatrice Isler, Basel




"Es braucht eigentlich keine Mediensprecher mehr"

Danke für dieses Interview. Da kommt mir übrigens der nicht ganz neue Gedanke, dass es eigentlich keine Mediensprecher mehr braucht, weil sie gezwungenermassen ihre Chefs oder Chefinnen verteidigen müssen und schon immer mussten. Das stimmt für alle, auch für die Unternehmen, nicht nur für den Staat.

Es braucht freilich Mitarbeiter, die Fragen klären, Informationen liefern und Gespräche arrangieren. Mehr nicht. Die Erkenntnis kommt bei mir allerdings reichlich spät. Doch hat sich auch dieses Umfeld völlig verändert. Aber der Wahrheit kommt man auch beim direkten Gespräch mit dem Chef höchstens ein klein wenig näher. In der Summe aller Fake-News spielt das keine wirkliche Rolle.


Klaus Kocher, Aesch



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RückSpiegel

 

In ihrem Kommentar über staatliche Medienförderung geht Prime News auf das über zwanzigjährige Bestehen von OnlineReports ein.

Die Basler Zeitung und die BZ zitierten in ihren Berichten über das Velobahn-Amigo-Geschäft von Klaus Kirchmayr und Isaac Reber ausführlich aus OnlineReports.

In ihrem Bericht über die Umgestaltung der Basler Meriangärten nimmt die BZ auf eine zuvor erschienene OnlineReports-Recherche Bezug.

Die Badische Zeitung zitierte in ihrer Vorwahl-Analyse der Basler Regierungs-Wahlen aus einem OnlineReports-Kommentar.

In der BZ-Kolumne nahm Daniel Wiener Bezug auf den OnlineReports-Kommentar über den Macht-Poker um die Basler Regierungspräsidentin Elisabeth Ackermann.

In ihrem Leitartikel über den Zustand des Kantons Basel-Stadt zitierte die BZ aus dem OnlineReports-Interview mit Michael Hug.

Die BZ nahm die OnlineReports-Geschichte über den Abbruch des Hauses an der Basler Rufacherstrasse 73 auf. Die Basler Zeitung verzichtete auf eine Quellennennung.

Die BZ nahm die OnlineReports-Story über eine umstrittene Eichen-Fällung auf.

In ihrer News über das Debakel um die Wahl des Gemeindepräsidenten in Schönenbuch nahm die Basler Zeitung auf OnlineReports Bezug.

Die Basler Zeitung bezog sich in ihrem Artikel über die Kandidatensuche der Basler SVP auf ein Interview in OnlineReports.

In ihrem Beitrag über den Protest gegen das "General Sutter"-Denkmal in Rünenberg nahm die BZ auf OnlineReports Bezug.

Die BZ zog die OnlineReports-News über den Rücktritt von Beat Jans als IWB-Verwaltungsrat nach.

Auch das Regionaljournal zog die OnlineReports-Geschichte über Probleme in den Familiengärten nach, verzichtete aber vornehm auf eine Quellenangabe.

Die BZ nahm die OnlineReports-Recherche über die erneute Schliessung der Familiengärten an der Landesgrenze auf.

Die BZ nahm die OnlineReports-Nachricht über die Berufung des Staatsanwalts im Fall der FCZ-Schlägerei im Lehenmattquartier auf.

Das Regionaljournal griff die OnlineReports-Geschichte über Kurzarbeit bei BaZ und BZ auf.

Die BZ nahm die OnlineReports-Nachricht über die Stadtpräsidenten-Ambition von Kantonsspital-CEO Jürg Aebi auf.

Die Volksstimme nahm die OnlineReports-Story über den anstehenden Gerichtsfall zum Rothenflüher Blechpolizisten-Sprenger auf.

In ihrem Basler Medien-Epos nahm die Medienwoche auch auf OnlineReports Bezug.

Die Basler Zeitung, Prime News und die BZ berichteten unter Berufung auf OnlineReports über Adrian Plachesis Abgang bei Telebasel.

In ihren Bericht über den Abbruch des einstigen Kutscherhauses an der Rufacherstrasse in Basel bezogen sich 20 Minuten und die Basler Zeitung auf OnlineReports.

Die BZ nahm auf die OnlineReports-Recherche zum Konkurs der "Gallenacher"-Schule Bezog.

Die BZ nahm die OnlineReports-Meldung über die Beton-Elemente auf dem Basler Centralbahnplatz auf.

Die OnlineReports-News über die technische Panne bei Swisslos wurde von der BZ aufgenommen.

In ihrem Bericht über die Bereitschaft zur Regierungskandidatur von Beatriz Greuter zitierte die Basler Zeitung aus OnlineReports.

Die BZ online bezog sich in ihrem Bericht über den Tod des Baselbieter Lehrerverbands-Geschäftsführers Michael Weiss auf OnlineReports.

Die Volksstimme zitierte in ihrem Bericht über den Konkurs von "Die Medienmacher" aus OnlineReports.

Telebasel bezog sich im Bericht über den Widerstand gegen die Basler IBA-Rheinterrassen auf einen Bericht von OnlineReports.

Die Basler Zeitung nimmt in ihrem Bericht über den Neujahrs-Empfang der Handelskammer beider Basel auf OnlineReports Bezug.

Die BZ schrieb in derselben Ausgabe zwei OnlineReports-Meldungen ab, ohne die Quelle zu deklarieren. Wiederholungstat!

In ihrem Bericht über Verkehrsprobleme am Aeschenplatz zitierte die Basler Zeitung aus OnlineReports.

Die OnlineReports-Nachricht vom Tod des ersten Baselbieter Kantonsgerichtspräsidenten Peter Meier wurde von der BZ, Telebasel, der Basler Zeitung und vom SRF-Regionaljournal nachgezogen.

Telebasel, die BZ und die Badische Zeitung nahmen die OnlineReports-News über die technisch bedingte Umkehr einer "Austrian Airlines"-Maschine nach Wien auf

Die Basler Zeitung und die BZ nahmen die OnlineReports-Nachricht zum Tod des Konjunkturforschers Christoph Koellreuter auf.

20 minuten online, Blick, nau.ch, das SRF-Regionaljournal und Telebasel nahmen den OnlineReports-Primeur über den Unfalltod des Basler Umweltschützers Martin Vosseler auf.

nau.ch schrieb die OnlineReports-Recherche über den FDP-Wahlversand an Basler Neu- und Jungwähler zu einem eigenen Artikel um und verwertete auch die OnlineReports-Illustration dazu.

Weitere RückSpiegel

 

In einem Satz

 

Dem Enkeltrickgewerbe fielen in Basel kürzlich Beträge von 15'000 und 4'000 Franken in die Hände, während ein happiger Beutezug von 80'000 Franken misslang.

Der FC Basel und sein Captain Valentin Stocker verlängern den Vertrag vorzeitig um zwei weitere Jahre bis im Sommer 2023 – mit einer Option auf ein weiteres Jahr.

Im vergangenen Sommer lagen die Ozon-Konzentrationen in der Region Basel zwar tiefer als im Vorjahr, aber immer noch deutlich über den Grenzwerten der Luftreinhalte-Verordnung.

Mit zusätzlichen Städtepartnerschaften mit Abidjan (Elfenbeinküste) und einer Stadt in einem Erstfluchtland im Nahen Osten will die Basler Regierung "ein Zeichen der Solidarität setzen".

Teilerwerbstätigen Beziehenden von Ergänzungsleistungen und Beziehenden von Ergänzungsleistungen, die zu einer medizinischen Behandlung fahren, werden im Baselbiet die Kosten für Schutzmasken mit pauschal 30 Franken vergütet.

Ralph Lewin und Andreas Sturm stellen sich nach über zehnjähriger Amtszeit nicht mehr für eine Wiederwahl für die nächste Amtsperiode im Bankrat der Basler Kantonalbank zur Verfügung.

Die auslaufenden Verträge von Cheftrainer Marcel Koller und den Assistenztrainern Thomas Janeschitz und Carlos Bernegger mit dem FC Basel werden "im gemeinsamen Einvernehmen" nicht verlängert.

Die auf Gebäudetechnik und Energiekonzepte spezialisierte Rapp Gebäudetechnik AG plant die Konzentration ihrer Geschäftstätigkeit am Standort Münchenstein und erwägt die Schliessung ihrer beiden Filialen in Lausanne und Genf.

Der Baselbieter Landrat wird vorläufig – mindestens bis zu den Herbstferien – weiterhin im Basler Kongresszentrum tagen, wie die Geschäftsleitung beschlossen hat.

Der Kanton Basel-Stadt unterstützt über den Pendlerfonds das Veloverleihsystem Basel mit 2,15 Millionen Franken.

Wegen der Corona-Situation haben der Gewerbeverband und das Erziehungsdepartement entschieden, die 8. Basler Berufs- und Weiterbildungsmesse  vom 15. bis 17. Oktober nicht durchzuführen.

Auf der A2 bei Birsfelden wurde in der Nacht des 3. August ein in der Region wohnhafter Italiener als Raser erwischt, der bei erlaubten 80 mit 140 Stundenkilometern in Richtung Bern/Luzern unterwegs war.

Der Kanton Basel-Stadt, die IWB und Pro Innerstadt Basel gaben heute den offiziellen Startschuss für die Erneuerung der Freien Strasse und der angrenzenden Gassen.

Weil bei Bauarbeiten am Hochbergerplatz ein Stromkabel durchtrennt wurde, kam es am 30. Juli kurz vor 7.30 Uhr in Teilen von Kleinhüningen zu einem Stromunterbruch.

Die Friedhöfe Basel schreiben die Dienstleistungen für die Einsargung und die Überführung von Verstorbenen im Rahmen der unentgeltlichen Bestattung neu aus.

Die Universität Basel hat entschieden, ihren Dies academicus auf Grund der Corona-Pandemie nicht durchzuführen.

Die Baselbieter Corona-Abklärungs- und Teststation befindet sich neuerdings im Spenglerpark in Münchenstein.

Daniela Martin wird neue Geschäftsführerin der Basel Sinfonietta.

Am 8. Juli wurde im Basler Rathaus die Initiative für echten Wohnschutz und das Referendum gegen das "mieterfeindliche Nichtwohnschutzgesetz" eingereicht.

Mit über 4'000 Unterschriften ist in Basel-Stadt das Referendum gegen den umstrittenen Bau des Hafenbeckens 3 zustande gekommen, so dass es am 29. November zur Volksabstimmung kommt.

2. Juli: Einreichung der Initiative "Basel baut Zukunft", die 50 Prozent gemeinnützigen Wohn- und Gewerberaum auf Transformations-Arealen verlangt.

Niggi Rechsteiner übernimmt die Geschäftsführung der Basler "Stiftung Sucht" und folgt damit auf Francesco Castelli, der die Stiftung während neun Jahren geführt hat.

Jeanne Locher, seit 2016 Vizepräsidentin des Gemeinderates, ist mit 1'276 Stimmen neue Gemeindepräsidentin von Münchenstein, während Herausforderer Daniel Altermatt (GLP) auf 906 Stimmen kam.

Eveline Sprecher (SP) wurde in Aesch mit 1'087 Stimmen zur Gemeindepräsidentin gewählt, wobei FDP-Gemeinderat Stephan Hohl 726 Stimmen und Andreas Spindler (SVP) 305 stimmen erzielte.

In Allschwil setzte sich FDP-Gemeindepräsidentin Nicole Nüssli mit 2'989 Stimmen klar gegen Gemeinderat Christoph Morat (SP) durch, der 1'696 Stimmen erzielte.

Mike Keller (FDP) bleibt mit 2'162 Stimmen Binninger Gemeindepräsident; seine grüne Herausforderin, Landrätin Rahel Bänziger Keel, kam auf 1'140 Stimmen.