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"In der SVP-Basis war Urgese unumstritten": Pascal Messerli.

SVP-Präsident Pascal Messerli: "Dieser erste Wahlgang ist ein Signal"

Die bürgerliche Zusammenarbeit habe funktioniert und solle gefestigt werden, sagt Messerli. Er glaubt an eine Chance für Luca Urgese im zweiten Wahlgang.


Von Jan Amsler und Alessandra Paone


Herr Messerli, kann der bürgerliche Kandidat Luca Urgese diese Wahl noch gewinnen?

Pascal Messerli: Das sehen wir dann im zweiten Wahlgang. Es beginnt wieder bei null. Die Mobilisierung durch die AHV-Vorlagen und das Stimmrechtsalter 16 in Riehen fallen weg. Wenn weniger Menschen wählen gehen, könnte das Resultat ganz anders ausfallen.

 

Warum hat Luca Urgese das bürgerliche Wählerpotenzial nicht ausschöpfen können?

Man kann das Wahlergebnis nicht einfach mit dem Wähleranteil vergleichen. Urgese hat einen sehr grossen Teil der Bürgerlichen abgeholt. Aber im zweiten Wahlgang müssen wir besser mobilisieren und das ganze bürgerliche Potenzial erschliessen. In der SVP-Basis war Urgese unumstritten.

 

Aber haben Sie die SVP-Wählerinnen und -Wähler tatsächlich an die Urne gebracht?

Ich denke schon. Vielleicht war es eher in der Mitte knapp, hier konnten Jérôme Thiriet und Mustafa Atici wohl etwas über die eigene Basis hinaus mobilisieren. Aber es ist nunmal so: Rot-Grün hat eine Wählerbasis von gegen 48 Prozent, dann kommt noch die GLP hinzu, bei der wohl der grösste Teil der Stimmen an Mustafa Atici ging.

"Das können die Linken sehr gut, das muss man neidlos anerkennen."

Wie könnte die Mobilisierung auf bürgerlicher Seite besser gelingen?

Der Lead im Wahlkampf liegt nicht bei mir, sondern in erster Linie bei den Kandidaten. Aber ich denke, man muss das Rad nicht neu erfinden. Es muss jeder in seinem persönlichen Umfeld aktiv werden. Das können die Linken sehr gut, das muss man neidlos anerkennen.

 

Was werden Sie unternehmen, um die SVP-Wählerschaft an die Urne zu locken?

Die SVP-Wählerinnen und -Wähler sind treu, da muss man gar nicht so viel mehr tun als sonst. Ich bin überzeugt, dass sie an die Urne gehen werden.

 

Was bedeutet dieser erste Wahlgang für die Gesamterneuerungswahlen im Herbst?

Das ist eine interessante Frage. Die Ausgangslage wird eine andere sein. Heute hatten wir drei Kandidaten für einen Sitz, im Herbst tritt jede Partei an, und es werden alle sieben Regierungssitze neu besetzt. Prognosen sind schwierig, aber es ist klar, dass wir eine gewisse Aufgabe haben im bürgerlichen Lager. Dieser erste Wahlgang ist ein Signal, dass wir alles geben müssen in diesem wichtigen Jahr.

Mit Beständigkeit sind wir auch für die Bevölkerung glaubwürdig.

Hat die bürgerliche Zusammenarbeit denn funktioniert?

Sie hat sehr gut funktioniert. Wir gingen schon 2016 gemeinsam in die Wahlen und spannten auch 2020 bei der Kandidatur von Nadine Gautschi zusammen. Das war vielleicht nicht immer erfolgreich, aber wir konnten trotzdem das bürgerliche Wir-Gefühl erleben. In den vergangenen Jahren geriet das ins Stocken. Aber ich denke, jetzt ist ein Startschuss dafür gefallen, künftig mehr und stärker zusammenzuarbeiten. Auch wenn dies nicht unmittelbar erfolgreich sein sollte, dürfen wir nicht alles über den Haufen werfen und ständig den Partner wechseln – einmal GLP und einmal SVP. Mit Beständigkeit sind wir auch für die Bevölkerung glaubwürdig.

 

Sind Sie zuversichtlich, dass sich die anderen Bürgerlichen entschlossen hinter eine SVP-Kandidatur stellen würden?

Es kommt auf den Kandidaten an, wie uns die anderen Parteien signalisiert haben. Daher ist das jetzt noch eine etwas hypothetische Frage. Aber es ist klar, dass wir den Anspruch haben, zu kandidieren, und dabei fordern wir Unterstützung ein, wie sie jetzt auch von uns eingefordert worden ist. Wir müssen in die Zukunft schauen und alte Nebenschauplätze beiseite legen.

 

Falls Luca Urgese am 7. April nicht gewählt wird, erheben Sie dann Anspruch darauf, das nächste Mal die Chance zu erhalten?

Die SVP wird im Herbst ein Teil des bürgerlichen Fünfer-Tickets sein. Das gilt losgelöst vom Resultat beim zweiten Wahlgang.

3. März 2024

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