Werbung

© Foto by OnlineReports.ch
"Keines Fehlverhaltens bewusst": Mobbing-Opfer Eymann

Staatsanwalt soll Vorwürfe gegen Christoph Eymann klären

Jahrelange anonyme Angriffe gegen den Basler Erziehungsdirektor führen zu Ermittlungsverfahren – zwei Monate vor den Wahlen


Von Peter Knechtli


Zur Prüfung von Vorwürfen gegen den Basler Erziehungsdirektor Christoph Eymann setzte die Basler Regierung – mitten im Wahlkampf – einen ausserordentlichen Staatsanwalt ein. Ob die Vorwürfe überhaupt irgendeine Substanz haben, ist völlig unklar. Autor der Vorwürfe ist ein Häftling.


In den gestrigen Medienmitteilungen über die wöchentliche Sitzung liess die Basler Regierung darüber kein Wort verlauten. Heute Mittwoch nun folgt eine Information, nachdem "den Medien offensichtlich diesbezügliche Informationen zugespielt worden sind", wie es in einem Communiqué des Erziehungsdepartements heisst.

TeleBasel und die "Basler Zeitung" hatten gestern darüber berichtet. Aus einem Faksimile geht hervor, dass ein Bürger gegenüber dem Ersten Staatsanwalt Alberto Fabbri Vorwürfe gegen Magistratspersonen geäussert und ihm zwei Datenträger übergeben hatte.

Konkret geht es um eine breit angelegte, aus dem virtuellen Hinterhalt geführte, massive Kampagne gegen den liberalen Basler Erziehungsdirektor Christoph Eymann. Seit Jahren steht Eymann im Visier von anonymen Bloggern und Spammern, die ihn und teilweise auch enge Kaderleute des Departements auf verschiedenen Websites, mit gefälschten Mails oder Massen-Spams auf verschiedenste Weise verdeckt attackieren.

Jahrelange Angriffe aus dem Hinterhalt

Mal geht es um eine gefälschte, in der Ich-Form gehaltene Erklärung, in der sich Eymann angebliche Entschuldigung im Bereich der Sprachforderung, mal wird ihm eine Mobbing-Kampagne unterstellt. Thematisiert wird dabei auch Eymanns frühere Ehefrau, die als Rechtsberaterin der Betrugs-Firma "Cosco" "sechsstellige Beträge kassiert" haben soll. Beim Fall "Cosco" handelte es sich um einen Anlage-Betrug in Millionenhöhe, in den Raffaele Klages als Protagonist der sogenannten "Basler Justiz-Affäre" (auch "Basler Medien-Affäre" genannt), und weitere Täter verwickelt waren. Der Fall beschäftigte Ende der neunziger Jahre die Baselbieter Justiz (siehe Link unten).

Nachwehen der "Cosco"-Affäre kommen seit Anfang Jahr auch in massenhaft verschickten Mails zum Ausdruck, die ein angeblicher holländischer Journalist "Ari Sloterdijk" in regelmässigen Abständen streut. Eines der Opfer dieser anonymen Salven aus dem virtuellen Raum ist auch Eymann, dem ungefähr – und immer ohne Vorlage von Beweisen – alles vorgeworfen wird, was einem Politiker schaden kann: Von Steuerbetrug bis zur Beteiligung an einer Hanf-Indooranlage. Als einer der Urheber der anonymen Beschuldigungen wird ein ehemaliger Lehrer vermutet.

Eymann: "Keines Fehlverhaltens bewusst"

Die ständigen Angriffe nahmen nun offenbar ein Mass an, dass die Basler Regierung gestern Dienstag einen ausserordentlichen Staatsanwalt einsetzte, der die von dritter Seite erhobenen Vorwürfe untersuchen soll. Die Einsetzung des ausserordentlichen Staatsanwalts Simon Burger aus dem Kanton Aargau stelle "den Normalfall dar, wenn es um Vorbringen gegen Exekutivmitglieder geht".

Welcher Sachverhalt Eymann "im Rahmen der jetzigen Strafuntersuchung von dritter Seite konkret zur Last gelegt wird, ist ihm nicht bekannt", heisst es in der heutigen Medienmitteilung. Er sei sich jedenfalls "keines Fehlverhaltens bewusst". Eymann vertraue darauf, "dass der ausserordentliche Staatsanwalt die Angelegenheit rasch und umfassend klärt". An einer raschen, verbindlichen Antwort einer Ermittlungsinstanz hat der liberale Politiker, der nochmals vier Jahre im Regierungsrat bleiben will, das grösste Interesse: In zwei Monaten sind in Basel-Stadt Gesamterneuerungswahlen.

Staatsanwaltschaft bisher nicht fündig


Eymann selbst war in seiner Rolle als Mobbing-Opfer nicht untätig gewesen: Schon vor geraumer Zeit hatte er Strafanzeige gegen einen oder mehrere Urheber der Angriffe erstattet. Bisher aber scheint die Staatsanwaltschaft nicht in der Lage gewesen zu sein, die Urheber zu eruieren. Heute Mittwochnachmittag will sich Eymann gegenüber den Medien äussern.

Laut Informationen von OnlineReports handelt es sich beim Informanten der Staatsanwaltschaft um einen Häftling, der im Zusammenhang mit der "Cosco"-Affäre verhaftet und verurteilt worden war. Das bestätigt auch Eymann im Interview mit OnlineReports. Darin erklärt er auch, er habe sich teilweise unter Polizeischutz an Veranstaltungen begeben.

29. August 2012

Weiterführende Links:



 Ihre Meinung zu diesem Artikel
(Mails ohne kompletten Absender werden nicht bearbeitet)

Was Sie auch noch interessieren könnte

Salzabbau im Röserental:
Grillparty gegen Widerstand

13. Juni 2024

Die Schweizer Salinen gehen proaktiv
auf die Öffentlichkeit zu.


Regierungsgebäude Liestal: 
Die grosse Einweihung

11. Juni 2024

Nach einem Jahr kehrt der Baselbieter Landrat zurück an die Rathausstrasse.
 


Energiegesetz: Dieses Ja
erfordert Behutsamkeit

9. Juni 2024

Der Kommentar zur bedeutenden Abstimmung im Baselbiet.


Reaktionen

Ferdi Pulver gewinnt
die Wahl in Reinach

9. Juni 2024

Die zwei grössten Baselbieter Gemeinden haben weiterhin bürgerliche Präsidenten.


Ist Esther Roth schuld
an der Eskalation?

6. Juni 2024

Affäre um Sulzers "Zigeuner": Basler GPK kritisiert Baselbieter Kulturchefin scharf.


Reaktionen

Kritischer Spaziergang
durch Münchenstein

5. Juni 2024

Wakkerpreis: Wie entwickelt sich die Gemeinde entlang des St. Alban-Teichs?


Eine Jahrzehnt-Abstimmung,
als Konsens inszeniert

31. Mai 2024

Der Kommentar über die merkwürdig lange
Stille
um das Baselbieter Energiegesetz.


Reaktionen

BGV: Chef-Wechsel
beschäftigen die Politik

30. Mai 2024

Die Baselbieter Regierung nimmt Stellung zu kritischen Fragen aus dem Landrat.


Ausländerstimmrecht in Basel: Hitzige Debatte steht bevor

29. Mai 2024

Justizkommission begrüsst Partizipation von Ausländerinnen und Ausländern.


Reaktionen

BGV: Der neue Chef ist schon wieder weg

21. Mai 2024

Marcel Allemann war nur wenige Wochen Vorsitzender der Gebäudeversicherung.


Reaktionen

www.onlinereports.ch - Das unabhängige News-Portal der Nordwestschweiz

© Das Copyright sämtlicher auf dem Portal www.onlinereports.ch enthaltenen multimedialer Inhalte (Text, Bild, Audio, Video) liegt bei der OnlineReports GmbH sowie bei den Autorinnen und Autoren. Alle Rechte vorbehalten. Nachdruck und Veröffentlichungen jeder Art nur gegen Honorar und mit schriftlichem Einverständnis der Redaktion von OnlineReports.ch.

Die Redaktion bedingt hiermit jegliche Verantwortung und Haftung für Werbe-Banner oder andere Beiträge von Dritten oder einzelnen Autoren ab, die eigene Beiträge, wenn auch mit Zustimmung der Redaktion, auf der Plattform von OnlineReports publizieren. OnlineReports bemüht sich nach bestem Wissen und Gewissen darum, Urheber- und andere Rechte von Dritten durch ihre Publikationen nicht zu verletzen. Wer dennoch eine Verletzung derartiger Rechte auf OnlineReports feststellt, wird gebeten, die Redaktion umgehend zu informieren, damit die beanstandeten Inhalte unverzüglich entfernt werden können.

Auf dieser Website gibt es Links zu Websites Dritter. Sobald Sie diese anklicken, verlassen Sie unseren Einflussbereich. Für fremde Websites, zu welchen von dieser Website aus ein Link besteht, übernimmt OnlineReports keine inhaltliche oder rechtliche Verantwortung. Dasselbe gilt für Websites Dritter, die auf OnlineReports verlinken.

https://www.onlinereports.ch/fileadmin/templates/pics/gelesen.gif
"Hätten Sie, im Nachhinein betrachtet, mehr machen müssen, um die Menschen (insbesondere auch im Unterbaselbiet) zu überzeugen?"

BaZ
am 11. Juni 2024
in einer Interview-Frage
https://www.onlinereports.ch/fileadmin/templates/pics/gelesen.gif

Wie hat der Journalist die Klammer wohl ausgesprochen?

RückSpiegel

 

Baseljetzt, bz, Volksstimme, SDA und Happy Radio nehmen die Recherche von OnlineReports über den geschassten CEO Marcel Allemann auf.

Die bz berichtet, dass Landrat Hannes Hänggi das Mitte-Präsidium übernehmen will, und verweist dabei auf OnlineReports.

Das Portal kath.ch nimmt die OnlineReports-Recherche über die Pläne der Basler Hicret-Moschee in Reinach im Medienspiegel auf.

Baseljetzt nimmt die Recherche von OnlineReports über den "Fuck SVP"-Schriftzug am Nebiker-Turm in Sissach auf.

In ihrem Bericht über die Wahl des neuen Baelbieter SVP-Präsidenten zitiert die Basler Zeitung aus einem OnlineReports-Kommentar.

 

Das Regionaljournal Basel veweist in einem Beitrag über die Probleme der Kitas im Baselbiet auf OnlineReports.

Der Klein Report nimmt die Recherche von OnlineReports über Roger Blums Buch über die Basellandschaftliche Zeitung auf.

Die BaZ bezieht sich in einem Artikel über die Zerwürfnisse in der Baselbieter SVP auf OnlineReports.

Die bz verweist in einem Bericht über die Kita-Krise im Baselbiet auf OnlineReports.

BaZ, Baseljetzt und Happy Radio nehmen die OnlineReports-News über das geplante Ministertreffen in Basel auf.

Der Sonntagsblick zitiert OnlineReports in einer grossen Recherche über die Baselbieter SVP-Politikerin Sarah Regez.

Baseljetzt verweist im Bericht über Basler Schiffsunfälle auf ein OnlineReports-Video.

Die Volksstimme greift die OnlineReports-Recherche über das Aus des Textildruck-Unternehmens Permatrend auf.
 

Weitere RückSpiegel

Werbung







In einem Satz


Jacqueline Herrmann und Alexander Bieger lösen Brigitte Jäggi ab, die als Rektorin des Gymnasiums Muttenz in Pension geht.

Bettina Zeugin folgt als Präsidentin von insieme Baselland auf Röbi Ziegler.

Der frühere Baselbieter SP-Regierungsrat Peter Schmid gibt das Präsidium des Freundevereins Zoo Basel an seine Parteikollegin und Landrätin Miriam Locher ab.

Eine Findungskommission sucht eine Nachfolge für Anna Schmid, Direktorin des Museums der Kulturen Basel, die 2025 in Pension geht.

Grünen-Politikerin Flavia Müller aus Allschwil rückt für Biljana Grasarevic in den Baselbieter Landrat nach.

Doppel-Pensionierung am Euro-Airport: Direktor Matthias Suhr geht Ende März 2025, sein Stellvertreter Marc Steuer Ende Dezember 2025 in den Ruhestand.

Jo Krebs
übergibt nach über 23 Jahren seine Stelle als Leiter Unternehmenskommunikation von Primeo Energie an Nachfolger Fabian Hildbrand.

Die Israelitische Gemeinde Basel wählt mit Steffi Bollag als Nachfolgerin von Emmanuel Ullmann erstmals eine Frau zur Präsidentin.

Sabina Brocal wird am
1. August Förderchefin der Abteilung Kultur im Präsidialdepartement Basel-Stadt.

Die Stadtreinigung des Basler Tiefbauamts wird ab 12. August neu von Markus Müller geleitet, sein Vorgänger Dominik Egli geht in Pension.

Christoph Jorns wird am 1. Juli Finanzchef der Basler Lebensversichererin Pax als Nachfolger von Alex Flückiger.

Mirjam Christ-Crain
 von der Universität Basel erhält den mit 200'000 Franken dotierten Otto-Naegeli-Preis für ihre patientenorientierte klinische Forschung.

Kimrobin Birrer übernimmt das Parteisekretariat der GLP Baselland von Yves Krebs.

Barbara Staehelin hat am
1. Mai das Verwaltungsrats-Präsidium des Kantonsspitals Baselland von Madeleine Stöckli übernommen.

Die Baselbieter Regierung hat Kathrin Choffat und Roger Müller als neue Mitglieder des Bankrats der BLKB für die laufende Amtsperiode bis Mitte 2027 gewählt. 

Der Baselbieter Regierungsrat hat Raphael Giossi zum Nachfolger des langjährigen kantonalen Bieneninspektors Marcel Strub gewählt.

Cyril Bleisch übernimmt bei den Jungfreisinnigen Baselland das Präsidium von Lucio Sansano.

Die Basler Sozialdemokraten haben die SP queer Basel-Stadt gegründet und als neues Organ in den Statuten der Partei verankert.

Eiskunstläuferin Kimmy Repond und Wasserfahrer Adrian Rudin sind Basler Sportlerin beziehungsweise Basler Sportler des Jahres.