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"Zu schmal für Velospur": Fussgängerbrücke über den Rhein

Verunglückte Fussgängersteg-Planung bremst Velofahrer (nicht) aus

Wie die SBB und behördliche Sicherheitsbedenken eine sinnvolle Velo-Verbindung über den Rhein verhinderten


Von Christof Wamister


Mit vereinten Kräften bauten die SBB und der Kanton Basel-Stadt unter der neuen Eisenbahnbrücke einen Steg über den Rhein, der nur von Fussgängern benützt werden darf, obwohl er ein ideales Bindeglied zwischen bestehenden Velorouten darstellen würde. Gefahren wird natürlich trotzdem.


Seit Ende Juni dieses Jahres ist der elegante Fussgängersteg unter der neuen Eisenbahnbrücke zwischen der "Breite" und Kleinbasel in Betrieb. Die Bevölkerung schätzt die Gelegenheit, den Rhein abseits des Autoverkehrs zu überqueren. Denn zuvor gab es nur den sehr schmalen Fussgängersteg auf der alten Eisenbahnbrücke gleich daneben. Er wird auch nach der Sanierung dieser Brücke weiterbestehen. 

 

Wie nun bei zwei zufälligen Besuchen zu beobachten war, wird die neue Passage auch von Velofahrern benützt, obwohl der Steg gemäss Name und Signalisation ausschliesslich den Fussgängern vorbehalten ist. Die schnurgerade Asphaltstrecke lädt zum Velofahren geradezu ein.

Ein neues Beispiel für die Rücksichtslosigkeit der Velofahrer? Es ist vielmehr ein Beispiel für eine verunglückte Planungsgeschichte, bei der die guten Absichten in den Sachzwängen steckenblieben.

 

Eine breitere Brücke wäre schwerer

Ein Ausbau des Stegs zu einer Fuss-und Veloverbindung sei geprüft worden, heisst es in der offiziellen Mitteilung zur Eröffnung. Doch die dafür notwendige Breite hätte eine Verstärkung der neuen SBB-Rheinbrücke notwendig gemacht. "Dies war aus statischen Gründen nicht möglich." Die statischen Reserven wären schon vorhanden gewesen, heisst es dazu in einem Beitrag in der VCS-Zeitung. Aber die SBB wollten diese für ihre eigenen Zwecke sparen.

Christian Nägele vom Basler Tiefbauamt kann dies so direkt nicht bestätigen. Aber es steht fest, dass die SBB einer Verstärkung mit zusätzlichen Spannkabeln für eine Verbreiterung der Brücke nicht zustimmten. Patrik Boser von der Abteilung Verkehrstechnik im Bau- und Verkehrsdepartement  präzisiert: "Der neue Fussgängersteg weist eine lichte Breite von 2,9 Metern auf und kann auf Grund der vorhanden Normen nicht mit einer geteilten Velospur im Gegenverkehr ausgestattet werden. Dies wurde auch durch die für die Verkehrssicherheit zuständige Kantonspolizei klar festgehalten."

Bei beiden Zufahrten des Stegs, so Boser weiter, seien sodann spezielle Massnahmen realisiert worden, um die Fussgänger zu schützen und zu verdeutlichen, dass es sich um eine reine Fussverkehrs-Verbindung handle. Auf der Kleinbasler Seite sind dies sechs Poller, die zum Ärger der "Pro Velo" in die Fahrbahn des Velowegs hineinragen. Roland Chrétien, Geschäftsführer von "Pro Velo beider Basel", bezeichnet die Argumentation der Behörden zum Fussgängersteg als "legalistisch".

 

Anschluss an Velorouten

 

Die Vorteile einer Veloverbindung über den Fussgängersteg wären eigentlich auf der Hand gelegen. Denn er führt auf direktem Weg vom Verkehrsknotenpunkt Breite zur Velo-Achse Kleinbasel-Grenzacherstrasse. Jetzt müssen die Velofahrer weiterhin den unattraktiven Velostreifen auf der Schwarzwaldbrücke benützen und auf dem Kleinbasler Brückenkopf ungeschützt nach links oder rechts abbiegen. Auch in umgekehrter Richtung hätte ein "Velosteg" Sinn gemacht. Denn von ihm aus könnte der Velofahrer problemlos das Grossbasler Rheinufer und via neue Brücke beim Birskopf Birsfelden ansteuern.

Die Planungsgeschichte scheint sich bei Basels östlichstem Rhein-Übergang zu wiederholen. Beim Bau der neuen Autobahnbrücke in den siebziger Jahren wurden sichere Veloverbindungen "vergessen" und mussten mit später mit grossem Aufwand eingebaut werden.

 

In der Solitude ist es möglich

Vielleicht ist es auch die durch den E-Bike-Boom noch verstärkte Tendenz zu höherer Geschwindigkeit bei den Velofahrern, welche die Behörden vorsichtig agieren lässt. Dass es allerdings trotz fehlender Wegbreite auch anders geht, zeigt der gemischte Velo-/Fussgängerweg durch den Solitudepark. Er wurde im Rahmen des Aktionsprogramms Stadtentwicklung nach langen Diskussionen zugelassen. An eine Aufhebung dieser Veloroute denkt heute niemand mehr.


Aber da die Verhältnisse eng sind und eben nicht alle Velofahrer ihre Geschwindigkeit anpassen, wird zur Zeit die technische Machbarkeit für eine Verbreiterung und/oder Verlegung des streckenweise weniger als drei Meter breiten Weges geprüft. Dies war von Susanne Brinkforth von der Stadtgärtnerei zu erfahren. Dabei müsse man aber auf schöne Platanen und das schützenswerte Rheinbord Rücksicht nehmen. Ein Vorprojekt ist für das kommende Jahr zu erwarten.

22. November 2013

Weiterführende Links:


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"Gesetzeswidrig angebrachte Kleber"

Wann werden von der dafür verantwortlichen Behörde die gesetzeswidrig angebrachten "Bewilligungskleber / Radfahren gestattet" endlich entfernt? Dies zum Schutze der berechtigten BEGEHER.


Theodor Mutschler, Basel




"Toleranz und Rücksichtnahme oft klein geschrieben"

Ich stimme Ruedi Eggimann voll und ganz zu: "Es braucht gegenseitige Rücksichtnahme". Aber es braucht auch etwas "guten Willen" seitens der Behörden. Dann könnten sich Fussgänger und Velofahrer den neuen Steg über den Rhein durchaus teilen. Ich habe Verständnis für alle Velocipedisten, die den normalen Radweg über die Scharzwaldbrücke meiden und "unten durch" fahren. Es ist wahrlich kein Vergnügen auf einer Autobahn-Ausfahrt zu radeln und sich dann dem Verkehr auszusetzen, will man auf der Kleinbaslerseite nach links abbiegen.

Dass Fussgänger und Velofahrer durchaus aneinander vorbei kommen, zeigt sich im Solitude-Park oder einen Kilometer weiter östlich nach dem Grenzübergang. Durch ganz Grenzach und Wylen ist das Verlofahren auf dem Trottoir erlaubt - und kein Fussgänger motzt. Aber eben: es braucht etwas Toleranz und Rücksichtnahme. Und die wird in Basel leider zu oft ganz klein geschrieben.


Max Pusterla, Basel




"Es braucht gegenseitige Rücksichtnahme"

War kürzlich mit dem Fahrrad dem Rhein entlang von Basel nach Rotterdam gefahren. Dabei habe ich in verschiedenen Ländern häufig natürlich auch Brücken über den Rhein überquert. Selbstverständlich immer mit dem schönen blau/weissen Zeichen "Fussgänger und Radfahrer". Probleme hatte ich keine – auch keine beobachtet! Vermutlich gibt es diese nur in der Schweiz, weil sowohl Fussgänger wie auch Velofahrer das Wort "GEGENSEITIGE RÜCKSICHTSNAHME" nicht kennen. Ach, was haben wir doch für Probleme!


Ruedi Eggimann, Ramlinsburg




"Vorraussetzung ist gegenseitige Rücksichtsnahme"

Was auf der Achse Schaffhauserrheinweg durch die Solitude- und Grenzacherpromenade bis zur Grenzacherstrasse mehrheitlich bei weniger Platz und mehr Mischverkehr zwischen Fussgänger und Velofahrer bestens funktioniert, sollte auf diesem geraden übersichtlichen Steg über den Rhein ja kein Problem darstellen. Vorraussetzung ist gegenseitige Rücksichtsnahme und Verständnis. Als vielnutzender Ganzjahresvelofahrer auf dieser Strecke am Rhein sehe ich noch Handlungsbedarf im Verhalten einzelner Velofahrer in bezug auf angepasste Geschwindidkeit. Wer verstanden hat, dass dies kein Veloweg ist, sondern ein Fussgängerweg wo Velofahren gestattet ist, verursacht keine Probleme. Freundliches Lächeln unterstützt durch einen sanften Klingelton ist das Motto.


Nicolas Chabloz, Basel




"Scheinbar haben SBB-Verantwortliche keine Ahnung"

Statt nun über die Velofahrer zu schimpfen, sollte man sich empören, wie uns die Chefetagen der SBB solche halbbatzige Lösungen "präsentieren". Scheinbar hat man dort keine Ahnung, wie die Situation in dieser Gegend für Velobenützer aussieht. Man sollte diese Obrigkeiten ein paarmal mit dem Velo über die Strecke Breite-Solitude fahren lassen, da würden sie ihr AHA-Erlebnis erfahren. Dieses traurige Thema eignet sich bestimmt nicht, um nun generell über die Velofahrer herzufallen, besonders wenn man die Situation nicht kennt.


Bruno Heuberger, Oberwil




"Da hilft nur eines"

Da hilft nur eines: rigoros büssen!


Peter Feiner, Basel




"Schimpfende Velofahrer sollen absteigen"

Wie wäre es, wenn die schimpfenden Velofahrer einmal von ihrem Drahtesel absteigen würden und diesen als Fussgänger über die Brücke schieben würden? Das wäre sicher ungefährlicher und erst noch gesünder.


Alexandra Nogawa, Basel



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Basler SP-Grossrätin
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RückSpiegel

 

Das SRF-Regionaljournal, die BZ, fasnacht.ch sowie LDP-Grossrat Michael Hug (Interpellation) nahmen die OnlineReports-Recherche über Lärmprobleme durch Trommler, Pfeifer und Gugge in Kleinhüningen auf.

Bajour schreibt, die Berichte von OnlineReports zur Baselbieter Velobahn-Affäre gefielen ihr "am besten".

In ihrem Kommentar über staatliche Medienförderung geht Prime News auf das über zwanzigjährige Bestehen von OnlineReports ein.

Die Basler Zeitung und die BZ zitierten in ihren Berichten über das Velobahn-Amigo-Geschäft von Klaus Kirchmayr und Isaac Reber ausführlich aus OnlineReports.

In ihrem Bericht über die Umgestaltung der Basler Meriangärten nimmt die BZ auf eine zuvor erschienene OnlineReports-Recherche Bezug.

Die Badische Zeitung zitierte in ihrer Vorwahl-Analyse der Basler Regierungs-Wahlen aus einem OnlineReports-Kommentar.

In der BZ-Kolumne nahm Daniel Wiener Bezug auf den OnlineReports-Kommentar über den Macht-Poker um die Basler Regierungspräsidentin Elisabeth Ackermann.

In ihrem Leitartikel über den Zustand des Kantons Basel-Stadt zitierte die BZ aus dem OnlineReports-Interview mit Michael Hug.

Die BZ nahm die OnlineReports-Geschichte über den Abbruch des Hauses an der Basler Rufacherstrasse 73 auf. Die Basler Zeitung verzichtete auf eine Quellennennung.

Die BZ nahm die OnlineReports-Story über eine umstrittene Eichen-Fällung auf.

In ihrer News über das Debakel um die Wahl des Gemeindepräsidenten in Schönenbuch nahm die Basler Zeitung auf OnlineReports Bezug.

Die Basler Zeitung bezog sich in ihrem Artikel über die Kandidatensuche der Basler SVP auf ein Interview in OnlineReports.

In ihrem Beitrag über den Protest gegen das "General Sutter"-Denkmal in Rünenberg nahm die BZ auf OnlineReports Bezug.

Die BZ zog die OnlineReports-News über den Rücktritt von Beat Jans als IWB-Verwaltungsrat nach.

Auch das Regionaljournal zog die OnlineReports-Geschichte über Probleme in den Familiengärten nach, verzichtete aber vornehm auf eine Quellenangabe.

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Das Regionaljournal griff die OnlineReports-Geschichte über Kurzarbeit bei BaZ und BZ auf.

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Die Volksstimme nahm die OnlineReports-Story über den anstehenden Gerichtsfall zum Rothenflüher Blechpolizisten-Sprenger auf.

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Die Basler Zeitung, Prime News und die BZ berichteten unter Berufung auf OnlineReports über Adrian Plachesis Abgang bei Telebasel.

Weitere RückSpiegel

 

In einem Satz


Das Basler Marionetten Theater unterbricht per sofort seine Saison bis mindestens Ende 2020.

Die Basler FDP nominierte für den zweiten Wahlgang der Regierungsrats-Wahlen erwartungsgemäss ihr Mitglied Baschi Dürr sowie die LDP-Liberale Stephanie Eymann.

Auf der Autobahn A3 bei Eiken, wo 120 km/h erlaubt sind, wurde am frühen Morgen des 24. Oktober eine Autofahrerin mit Tempo 214 km/h als Raserin geblitzt.

Die Basler Juso bitten die Regierung in einer Petition, sich aktiv dafür einzusetzen, 100 Menschen aus dem Camp Moria in den Kanton Basel-Stadt aufzunehmen.

Der Stiftungsrat der Stiftung Brasilea hat die 37-jährige brasilianisch-schweizerische Doppelbürgerin Tatiana Andrade Vieira als neue Geschäftsführerin und Nachfolgerin von Daniel Faust gewählt.

Die Basler SP hat am 16. Oktober ihre Initiative "Kinderbetreuung für alle" mit über 3'000 Unterschriften eingereicht.

Dominik Beeler wird neuer Präsident der Grünen Liestal und damit Nachfolger von Erika Eichenberger.

Die Volksinitiative "für ein klimagerechtes Basel", die die Treibhausgas-Emissionen in Basel-Stadt bis 2030 auf Null senken will, ist am 8. Oktober mit über 3'700 Unterschriften bei der Staatskanzlei eingereicht worden.

Die Stadt Liestal hat die Einführung eines Ortsbusses namentlich in den Quartieren Sichtern und Langhag/Hanro mit 2'246 Ja-Stimmen gegen 2'717 Nein-Stimmen deutlich abgelehnt.

Binningen hat die SP-Initaitive gegen den Verkauf von gemeindeeigenem Boden mit  2'823 Ja gegen 2'809 Nein hauchdünn angenommen.

Münchenstein hat der Quartierplanung "Spenglerpark" mit dem 100 Meter hohen Hochhaus mit einem Ja- Anteil von 58 Prozent zugestimmt.