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"Mit Herz und Kopf": CVP-Regierungsrats-Kandidat Peter Zwick

Peter Zwick: Ein Mann soll in die Fussstapfen von Elsbeth Schneider

Baselbieter CVP-Präsidentin Kathrin Amacker unterlag vor der Delegiertenversammlung hauchdünn


Von Peter Knechtli


Jetzt ist das bürgerliche Bewerbungs-Quartett für die Regierungsratswahlen vom 11. Februar komplett: Die CVP-Delegierten nominierten heute Donnerstagabend in Liestal den Landrats-Fraktionspräsidenten Peter Zwick (56) als Kandidat für die Nachfolge der nach 13 Amtsjahren zurücktretenden Bau- und Umweltschutzdirektorin Elsbeth Schneider. Kantonalpräsidentin Kathrin Amacker unterlag im vierten Wahlgang nur hauchdünn.


Landrat Jörg Krähenbühl für die SVP sowie die beiden amtierenden Regierungsräte Sabine Pegoraro und Adrian Ballmer sind von ihren Parteien bereits nominiert worden. Für die CVP stellten sich den Delegierten heute Donnerstag in Liestal vier Bewerbungen zur Auswahl: Kantonalpräsidentin Kathrin Amacker (44) aus Binningen, Fraktionspräsident Peter Zwick (56) aus Münchenstein, der Allschwiler Gemeindepräsident Anton Lauber (45) sowie der frühere Kantonalpräsident René Merz (42) aus Röschenz. Amacker und Zwick gingen als Favoriten ins Nominations-Rennen.

Die Liestaler CVP-Versammlung entpuppte sich im Vergleich zu den Wahl-Events von SVP und FDP als nüchterner und eher trockener Anlass. Die Christdemokraten verzichteten auf jede Art von Show-Einlagen. Kein Witz: Anfänglich waren nicht einmal Presse-Tische vorhanden.

Peter Zwick und der Töff

Anton Lauber (Bild links), als Sohn des gleichnamigen früheren CVP-Landrates in Allschwil aufgewachsen, positionierte sich in seiner fünfminütigen Selbstvorstellung wenig emotional als "engagiert, pragmatisch und lösungsorientiert". Er sei Militär-Oberst, promovierter Jurist und ein "typischer Exekutivpolitiker, der mit beiden Füssen auf dem Boden steht", sagte Lauber, seit 2004 Gemeindepräsident in Allschwil.

"Der Peter Zwick", wie er sich in seiner mit menschlicher Note und teils bildhaft vorgetragenen Präsentation bezeichnete, hat "gelernt, dass man reden muss miteinander, wenn man etwas erreichen will". Die Regierung brauche "Leute, die Ziele vor Augen haben, ohne die Seele zu verkaufen, aber nicht blindlings in eine Mauer rennen". Die Verwaltung brauche jemand, der "mit Kopf und Herz politisiert" und "der den Töff kennt" - und Insider wissen: Zwick kennt Töff und Tönchen auch auf dem Asphalt. Der Verkaufsleiter ist seit 1999 Präsident des katholischen Landeskirchenrates Baselland . Als Vater von zwei erwachsenen Kindern "stehe ich zu einem selbstbewussten Baselbiet". Mit einer Schuss Selbstironie schloss Zwick: "Ich wäre gern der Zwick an der CVP-Geissel, aber nicht der letzte."

"CVP steht vor Bewährungsprobe"

Der Röschenzer Gemeindepräsident René Merz (Bild oben rechts), Vater drei Kinder, Sozialversicherungsfachmann und Leiter Steuerbezug auf der Baselbieter Steuerverwaltung, war den Delegierten kein Unbekannter. Während zehn Jahren amtierte er als Kantonalpräsident. Durch seinen beruflichen Werdegang kenne er "auch die Sorgen und Nöte der sozial Schwächeren und der KMU-Betriebe". Er vertrete seine Meinung "mit Engagement", er sei aber auch "offen für Kritik, wenn sie der Sache dient".

Kantonalpräsidentin Kathrin Amacker, durch das Los als Vierte im Bund der Bewerbenden bestimmt, will das Baselbiet "in eine prosperierende Zukunft führen, in der die Starken die Schwachen mittragen". Die gelernte Apothekerin machte "Führungsrerfahrung in Vereinen und Verbänden" geltend und empfahl sich als Kandidatin, die "Brücken bauen und in Konfliktfällen vermitteln kann". Im Regierungsrat möchte sie "frischen Wind einbringen, aber nicht Staub aufwirbeln" und liberal-soziale Impulse geben. Als Einzige sprach Amacker von "ökologischer Verantwortung". Die Binninger Einwohnerrätin warnte: "Die CVP steht vor einer Bewährungsprobe. Unser Regierungs-Sitz ist nicht gesichert, andere Parteien erheben Anspruch auf ihn."

Ein paar Nagelschuhe nach vier Wahlgängen

Vier Wahlgänge waren schliesslich nötig, bis das hauchdünne Ergebnis feststand. Anfänglich sah es nach einem Start-Ziel-Sieg für Amacker aus. Doch als Lauber nach dem dritten Wahlgang aufgab, kippten die Verhältnisse und seine Stimmen wanderten mehrheitlich zu Zwick: Er setzte sich im vierten Wahlgang, in dem das relative Mehr zählte, mit 56 Stimmen knapp gegen Amacker durch, die 51 Stimmen erzielte.

Die Ergebnisse der vier Wahlgänge im Detail:

1. Wahlgang
109 gültige Wahlzettel
Absolutes Mehr: 55
Amacker: 35
Lauber: 29
Zwick: 26
Merz: 19

2. Wahlgang
109 gültige Wahlzettel
Absolutes Mehr: 55
Amacker: 42
Zwick: 27
Lauber: 26
Merz: 14

3. Wahlgang
109 gültige Wahlzettel
Absolutes Mehr: 55
Amacker: 43
Zwick 38:
Lauber: 28

4. Wahlgang: Gilt relatives Mehr
107 gültige Wahlzettel
Zwick: 56
Amacker: 51

 

Versammlungsleiter und Partei-Vizepräsident Eugen Tanner gratulierte Zwick zu seiner Nomination. Dem Auserwählten gab er sanftmütig zu bedenken: "Das Rennen fängt jetzt an und es ist kein einfacher Lauf. Wichtig ist, dass Du einen guten Stand hast. Ich glaube und bin überzeugt, dass Du das Rennen machen wirst." Dann übergab Tanner dem Kandidaten neben einem Blumenschmuck ein paar Nagelschuhe: "Die wollen Dich sehen und hören, wo es durchgeht."


Das bürgerliche Quartett für die Wahlen 2007, von links: Peter Zwick (CVP), Jörg Krähenbühl (SVP), Sabine Pegoraro (FDP), Adrian Ballmer (FDP).

19. Oktober 2006

Weiterführende Links:


Geheimnis Lebenslauf

Gibt es bei Nominationen metaphysische Geheimnisse, Kräfte aus dem jenseits? Der Frage dürfte etwas mehr Aufmerksamkeit geschenkt werden. Als die SVP Baselland am 26. September ihren BüZa-Kandidaten nominierte, standen gleich fünf Bewerbungen zur Auswahl. Auf den Tischen der Parteigänger lag aber nur ein Lebenslauf auf - jener von Jörg Krähenbühl. Und er gewann. Als die CVP-Delegierten heute Abend den Liestaler "Engel"-Saal betraten, wo sich ihnen vier Kandidatur-Kandidaten anboten, fielen sofort die weissen Sitze auf: Auf ihnen lag ein ein Stück Papier - der Lebenslauf von Peter Zwick-Rudin. War das schon ein Omen? Hatte bei den Partei-Christen gar Gott die Hand im Spiel? Künftige Wahl-Strategen und Amts-Aspirierende tun jedenfalls gut daran, sich zu erinnern, welche Wunder ein Lebenslauf als Sitzunterlage vollbringen kann.



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