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"Künfig kritischer": Parlamentarische Kritik an Rechtsmedizin-Gutachten

Tragisches Ende der Basler Justiz-Affäre

Basler Regierung schickt zu Unrecht verdächtigten Polizei-Kommissär vorzeitig in Pension


Von Peter Knechtli


Mit einer publizistischen Dampfwalze waren der "Blick" und im Gefolge die übrigen Medien letzten Herbst über die Basler Staatsanwaltschaft hergezogen. Doch die "Basler Justiz-Affäre" war ein virtueller Skandal: Die wirklichen Opfer waren nicht Raffaele und Graziella Klages, sondern ein unschuldiger Kriminalkommissär, der - wie zwei weitere Mitarbeiter der Staatsanwaltschaft - unter falschen Verdächtigungen verhaftet wurde. Am Schluss spielte ihm noch ein rechtsmedizinisches Gutachten übel mit. Die Basler Regierung hat ihn jetzt aus psychischen Gründen vorzeitig in die Pension entlassen.


Der Skandal schien perfekt: Die ganze Nation blickte nach Basel, wo angeblich ein Justiz-Krimi der neuen Dimension vor der Enthüllung stand. Drei Mitarbeiter der Basler Staatsanwaltschaft wurden letzten November auf Veranlassung der Baselbieter Justizbehörden verhaftet - unter dem Verdacht, das Halbweltmilieu um den Betrüger Raffaele Klages gegen Kokain und Sex mit vertraulichen amtlichen Fahndungsinformationen versorgt zu haben.

Haltlose Vorwürfe des Klages-Clans

Die erotischen Ingredienzien dieses von "Blick" mit aller denkbaren publizistischen Schlagkraft inszenierten Thrillers haben sich nicht nur akut verflüchtigt. Vielmehr hat der angebliche Justiz-Skandal eine tatsächlich dramatische Wendung genommen: Die Vorwürfe des Klages-Clans fielen wie ein Kartenhaus in sich zusammen - zum wahren Opfer wurde einer der zu Unrecht verhafteten Fahnder, der 57jährige Kriminalkommissär.

Laut Informationen der SonntagsZeitung hat die Basler Regierung am 14. September beschlossen, den traumatisierten Ermittler aufgrund eines amtsärztlichen Berichts infolge "unverschuldeter Dienstunfähigkeit" per Ende November vorzeitig aus den Staatsdienst zu entlassen, wie Staatsanwaltschaft-Sprecher Markus Melzl bestätigte.

"Vollblutpolizist" zerbrach an seinem Schicksal

Der Mann mit über 35 Jahren Berufserfahrung galt als "aufrechter Vollblutpolitizist" (so ein langjähriger Vertrauter), der jetzt "den Glauben an die Gerechtigkeit verloren hat und dran zerbrochen ist". Heute steht nämlich fest: Der Fahnder war völlig unschuldig, seine von den Medien angedichtete Verstrickung in die angebliche Affäre setzte seiner Laufbahn aus psychischen Gründen ein jähes Ende.

Zuerst wurde er - wie seine beiden Kollegen - aus heiterem Himmel verhaftet, dann in eine ausserkantonale Gefängniszelle gesteckt und während mehreren Tagen nicht einvernommen. "Der glaubte, er sei im falschen Film und die Mafia habe wirklich die Macht im Staat übernommen", wissen Vertraute des Kommissärs

Panne: Genfer Gutachten erhob Kokain-Verdacht

Wie diese Woche der Jahresbericht der Geschäftsprüfungskommission (GPK) des Basler Grossen Rates bekannt machte, wurde der Kommissär zusätzlich noch Opfer eines fatalen gerichtsmedizinischen Gutachtens: Eine Haaranalyse des Instituts für Rechtsmedizin der Universität Genf ergab, dass der Beamte tatsächlich Kokain konsumiert habe. Dieser Befund hatte faktisch die brisante Bedeutung eines Schuldspruchs: Er schien zu belegen, dass ein Teil der Klages-Anschuldigung zutraf und der Kommissär tatsächlich Information gegen Kokain ausgetauscht haben könnte.

Doch nachdem sich der Fahnder gewehrt hatte, stellte sich heraus: Die Analyse, die ihm "einen Hinweis auf Gelegenheitskomsum" attestierte, war falsch (GPK: "peinliche Panne"). Zwei nachträglich in Freiburg im Breisgau und Frankfurt erstellte Zusatzgutachten fielen negativ aus und entlasteten zwar den Kommissär. Indes: Er war stigmatisiert, seine Berufswürde dahin.

Gutachter heute: "Kein Schatten eines Verdachts"

Thomas Hug, der Erste Staatsanwalt, sparte gegenüber "Online Reports" nicht an Kritik am ersten Gutachten, dessen Zusammenfassung Volker Dittmann, Leiter des beauftragten Basler Instituts für Rechtsmedizin, unterschrieben hatte: "Dieses Gutachten enthielt Fehlinterpretationen, die zu unzulässigen Schlüssen führten." Laut Hug würden derartige Expertisen in der Staatsanwaltschaft künftig "generell etwas kritischer betrachtet".

Medizin-Analyst Dittmann nahm gegenüber der SonntagsZeitung die Differenzierung in Anspruch, dass das Genfer Institut bloss von einem "Befund an der unteren Nachweisgrenze" gesprochen habe. Aufgrund der Nachanalyse bleibe aber auch bei ihm jetzt "kein Schatten eines Verdachts" am Fahnder hängen.

Obergericht weist Klages-Rekurs ab

Umso schwächer stehen heute Raffaele-Schwester Graziella Klages, die eigentliche Affären-Initiatorin, und ihr journalistischer Promoter da. Unbewiesen bleibt die Behauptung der zweifelhaften Dame, sie sei während der Untersuchungshaft von einem Baselbieter Polizeibeamten in einer Gefängniszelle mehrfach vergewaltigt worden. Ihr Rekurs gegen den Entscheid der Baselbieter Ueberweisungsbehörde, das Verfahren gegen den Polizisten einzustellen, ist diesen Dienstag vom Obergericht abgelehnt worden, wie dessen Präsident Toni Walter gegenüber der SonntagsZeitung bestätigte.

28. September 1999


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"Der Lieferwagenlenker musste mit unbekannten Verletzungen ins Spital überführt werden."

Kantonspolizei Aargau
in einer Medienmitteilung
vom 16. Juli 2021
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Was ausgedeutscht bedeutet: Man nahm mal an, dass er Verletzungen haben könnte.

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In ihrer Presseschau über die Basler Regierungsratswahlen zitierete die BZ ausführlich aus OnlineReports.

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Weitere RückSpiegel

 

In einem Satz


Der 30-jährige Rechtsverteidiger Michael Lang wechselt per sofort von Borussia Mönchengladbach zurück zum FC Basel.

Barbara Rentsch wird neue Geschäftsleiterin der staatlichen Liegenschafts-Verwaltung Immobilien Basel-Stadt (IBS) und Nachfolgerin von Rolf Borner, der das Finanzdepartement per Ende Juli verlassen wird.

Christoph Gloor wird per 1. Juli neuer Präsident der Stiftung des Kunstmuseums Basel als Nachfolger von Markus Altwegg.

Sämtliche Nacht-S-Bahnen, Nachttrams und Nachtbusse des TNW-Nachtnetzes verkehren ab dem ersten Wochenende im Juli wieder gemäss Fahrplan.

Hptm Pascal Geiger wird per 1. Juli 2021 die Leitung der Sicherheitspolizei Ost von Hptm Armin Reichenstein übernehmen, der intern in die Verkehrspolizei wechselt.

Das Basler Gesundheitsdepartement hebt die befristete Verfügung "Allgemeine Maskentragpflicht und Konsumationsverbot von Speisen und Getränken auf Allmend in der Steinenvorstadt" per Samstag, 26. Juni, auf.

Corinne Hügli wird per 1. Oktober neue Leiterin des Statistischen Amts Baselland und Nachfolgerin von Johann Christoffel, der Ende September in den Ruhestand tritt.

Als Nachfolger von Felix Keller übernimmt am 1. Juli Simon Oberbeck das Präsidium der Baselbieter CVP/GLP-Fraktion.

Der diplomierte Ingenieur Florian Kaufmann wird per 1. September im Baselbieter Amt für Raumplanung die Leitung der Abteilung Öffentlicher Verkehr übernehmen (Nachfolge von Eva Juhasz).

Laurent Métraux wird per 1. August neuer Leiter der Baselbieter Finanzverwaltung und Nachfolger von Tobias Beljean, der nach drei Jahren eine neue Herausforderung in der Privatwirtschaft angenommen hat.

CEO Roland Heri hat sich entschieden, den FC Basel zu verlassen und sich "umzuorientieren" und sich "neuen Aufgaben zu widmen".

Josiane Tinguely Casserini wird per 1. August neue Baselbieter Kantonsapothekerin und Leiterin der Abteilung Heilmittel im Amt für Gesundheit.

Das Hafenfest Basel 2021, das vom 3. bis 5. September hätte stattfinden sollen, wurde vom Organisationskomitee aus epidemiologischen Gründen abgesagt.

Die Basler Regierung hat die kantonalen Einschränkungen für "Einrichtungen im Sportbereich" aufgehoben, so dass der Sportunterricht und die Nutzung der Garderoben auf Sekundarstufe I und II ab 3. Mai wieder möglich sind.

Marc-André Giger und Guy Lachappelle werden neue Mitglieder des Verwaltungsrats des Universitäts-Kinderspitals beider Basel (UKBB).

Das Landratspräsidentinnen-Fest zu Ehren der Grünliberalen Regula Steinemann muss aus Pandemie-Gründen vom 24. Juni auf den 26. August verschoben werden.

Rolf Borner, Geschäftsleiter Immobilien Basel-Stadt, verlässt das Finanzdepartement nach 16 Jahren per 1. August und wird Direktor "Infrastruktur und Betrieb" und Mitglied der Universitätsleitung der Universität Basel.

Ab 19. April sind die Sportanlagen im Kanton Basel-Stadt gemäss den Vorgaben des Bundes und unter Einhaltung der Schutzmassnahmen wieder zugänglich.

Salome Bessenich wird Nachfolgerin des zurücktretenden Basler SP-Grossrats Sebastian Kölliker, der Co-Generalsekretär des Basler Präsidialdepartements wird.

Der 615. Liestaler Banntag vom 10. Mai ist durch einen Beschluss der vier Rottenchefs aus pandemischen Gründen abgesagt worden.

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Mit einer Geschwindigkeit von 124 km/h statt der erlaubten 60 km/h erwischte die Polizei am 29. März auf der Oristalstrasse in Liestal einen 33-jährigen italienischen PW-Lenker, der in Richtung Büren raste und es jetzt mit der Justiz zu tun bekommt.

Die neugewählten Basler Regierungsmitglieder Esther Keller (GLP) und Kaspar Sutter (SP) wurden zu neuen Verwaltungsratsmitgliedern des EuroAirport ernannt.

Das Referendum gegen eine flächendeckende Parkraum-Bewirtschaftung in Allschwil ist mit über 800 Unterschriften zustande gekommen; das Quorum beträgt 500 Unterschriften.

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Lina Arti hat heute als 10'000. Baslerin im Impfzentrum die Corona-Zweitimpfung und von Gesundheitsdirektor Lukas Engelberger einen grossen Blumenstrauss erhalten.

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